Elfchen im Ersten: Der Steuerknüppler

In seinem Newsletter Prantls Blick vom 2. Februar schreibt SZ-Kolumnist Heribert Prantl über den selbstherrlichen CDU Kanzlerkandidaten Friedrich Merz: „Seine eigenen Grandiositätsvorstellungen sind Merz wichtiger als die Sensibilitäten für die parlamentarische Demokratie. Er benimmt sich drei Wochen vor der Wahl so, als sei so etwas wie eine Koalitionsbildung nicht nötig, als brauche er keine Regierungspartner. Er geht nicht auf seine künftigen eventuellen Partner zu, sondern lässt sich von der AfD akklamieren – ohne sich dafür zu genieren. Er bricht mit all seinen Versprechungen, Gemeinsamkeit und Miteinander mit der AfD zu vermeiden. Er stößt die demokratischen Partner, die er im Fall seines Wahlsiegs zur Koalitionsbildung brauchen wird, auf diese Weise vor den Kopf.“

Einen Ausblick auf Merzens Höhenflüge bekamen wir schon 2022 durch einen EMMA-Artikel von Alice Schwarzer. Sie beschreibt die Ankunft der Hochzeitsgäste des Polit-Promi-Paars Christian Lindner/Franca Lehfeldt auf Sylt im Sommer 2022. Den größten Auftritt hat Friedrich Merz, damals CDU-Parteivorsitzender und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.  „Das ganze medial effektiv beschirmt von einer Hundertschaft Polizei, bezahlt vom Steuerzahler. Hochzeitsgast Friedrich Merz braust im Privatjet aus dem Sauerland an, markig am Steuerknüppel. Ein echter Mann eben.“ https://www.emma.de/artikel/lindner-hochzeit-es-ist-zum-kotzen-339645

Merz, der regelmäßig zwischen Sauerland und Berlin mit seinem Privatflugzeug pendelt, fliegt aber, wenn es so richtig teuer wird, gerne auf Kosten des Steuerzahlers, so bei seinem Flug mit dem Eurofighter der Luftwaffe vom Flugplatz Laage bei Rostock aus. „Für Kritik sorgt auch, dass Hobbypilot Merz nicht nur mitgeflogen ist, sondern den rund 130 Millionen Euro teuren Jet zeitweise selbst gesteuert hat. Und dabei war der Politiker offenbar nicht zimperlich. „Der hat die ganze Zeit Gas gegeben“, sagte Pilot Oberstleutnant Dirk Pingel nach der gemeinsamen Flugstunde. „Wir haben die Schallmauer durchbrochen.“ https://www.tagesspiegel.de/politik/uber-100000-euro-fur-personliches-abenteuer-grunen-chefin-kritisiert-kampfjet-flugstunde-von-merz-12014045.html

Gemeinsam mit einem zweiten „starken“ Mann die Schallmauer durchbrechen, das muss sich großartig anfühlen. Und dabei war Merz damals, wenn ich korrekt unterrichtet bin, nur ein Hobbypilot, der die Lizenz für die zivile, nicht aber für die militärische Luftfahrt hatte.

Allerdings bräuchte Friedrich Merz einmal eine neue Frisur. Schließlich hat er noch einen richtigen Haaransatz, in dessen Mitte ein dichtes Haarplätzchen prangt, ideal, hier ein Bürzel wachsen zu lassen – wie das der Kunstfigur Moritz (Wilhelm Busch, „Max und Moritz“). Im Jahr 1865 (Erstausgabe) wurden böse Buben noch nicht bewundert, sondern als solche erkannt. Mich wundert, dass Merz die Menschen nicht abschreckt, sondern in den Umfragen zur Bundestagswahl konstant vorne liegt. Merz ist ist der harte Mann, nach dem sich viele Eingeschüchterte und Verängstigte leider derzeit sehnen.

Doch über Max und Moritz kann ich noch schmunzeln, das kann ich über Merz nicht, da gefriert mir das Lachen. Die Knaben interessieren sich für die Hühner der Witwe Bolte, nicht aber für ihr Geld, denn das kann man nicht essen. Machtmensch Merz interessiert sich auch nicht für die spärlichen Ersparnisse der Witwe. Er interessIert sich für das Geld von uns allen.

Die enge Verbindung zwischen „Steuerzahler“ und „Steuerknüppel“ brachte mich auf mein Elfchen des Monats Januar.

DER STEUERKNÜPPLER

Ihr

seid das

Pack. Steuerknüppel aus

dem Sack. Tanz, Volk,

Tanz!

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