In seinem Newsletter Prantls Blick vom 2. Februar schreibt SZ-Kolumnist Heribert Prantl über den selbstherrlichen CDU Kanzlerkandidaten Friedrich Merz: „Seine eigenen Grandiositätsvorstellungen sind Merz wichtiger als die Sensibilitäten für die parlamentarische Demokratie. Er benimmt sich drei Wochen vor der Wahl so, als sei so etwas wie eine Koalitionsbildung nicht nötig, als brauche er keine Regierungspartner. Er geht nicht auf seine künftigen eventuellen Partner zu, sondern lässt sich von der AfD akklamieren – ohne sich dafür zu genieren. Er bricht mit all seinen Versprechungen, Gemeinsamkeit und Miteinander mit der AfD zu vermeiden. Er stößt die demokratischen Partner, die er im Fall seines Wahlsiegs zur Koalitionsbildung brauchen wird, auf diese Weise vor den Kopf.“
Einen Ausblick auf Merzens Höhenflüge bekamen wir schon 2022 durch einen EMMA-Artikel von Alice Schwarzer. Sie beschreibt die Ankunft der Hochzeitsgäste des Polit-Promi-Paars Christian Lindner/Franca Lehfeldt auf Sylt im Sommer 2022. Den größten Auftritt hat Friedrich Merz, damals CDU-Parteivorsitzender und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. „Das ganze medial effektiv beschirmt von einer Hundertschaft Polizei, bezahlt vom Steuerzahler. Hochzeitsgast Friedrich Merz braust im Privatjet aus dem Sauerland an, markig am Steuerknüppel. Ein echter Mann eben.“ https://www.emma.de/artikel/lindner-hochzeit-es-ist-zum-kotzen-339645
Merz, der regelmäßig zwischen Sauerland und Berlin mit seinem Privatflugzeug pendelt, fliegt aber, wenn es so richtig teuer wird, gerne auf Kosten des Steuerzahlers, so bei seinem Flug mit dem Eurofighter der Luftwaffe vom Flugplatz Laage bei Rostock aus. „Für Kritik sorgt auch, dass Hobbypilot Merz nicht nur mitgeflogen ist, sondern den rund 130 Millionen Euro teuren Jet zeitweise selbst gesteuert hat. Und dabei war der Politiker offenbar nicht zimperlich. „Der hat die ganze Zeit Gas gegeben“, sagte Pilot Oberstleutnant Dirk Pingel nach der gemeinsamen Flugstunde. „Wir haben die Schallmauer durchbrochen.“ https://www.tagesspiegel.de/politik/uber-100000-euro-fur-personliches-abenteuer-grunen-chefin-kritisiert-kampfjet-flugstunde-von-merz-12014045.html
Gemeinsam mit einem zweiten „starken“ Mann die Schallmauer durchbrechen, das muss sich großartig anfühlen. Und dabei war Merz damals, wenn ich korrekt unterrichtet bin, nur ein Hobbypilot, der die Lizenz für die zivile, nicht aber für die militärische Luftfahrt hatte.
Allerdings bräuchte Friedrich Merz einmal eine neue Frisur. Schließlich hat er noch einen richtigen Haaransatz, in dessen Mitte ein dichtes Haarplätzchen prangt, ideal, hier ein Bürzel wachsen zu lassen – wie das der Kunstfigur Moritz (Wilhelm Busch, „Max und Moritz“). Im Jahr 1865 (Erstausgabe) wurden böse Buben noch nicht bewundert, sondern als solche erkannt. Mich wundert, dass Merz die Menschen nicht abschreckt, sondern in den Umfragen zur Bundestagswahl konstant vorne liegt. Merz ist ist der harte Mann, nach dem sich viele Eingeschüchterte und Verängstigte leider derzeit sehnen.
Doch über Max und Moritz kann ich noch schmunzeln, das kann ich über Merz nicht, da gefriert mir das Lachen. Die Knaben interessieren sich für die Hühner der Witwe Bolte, nicht aber für ihr Geld, denn das kann man nicht essen. Machtmensch Merz interessiert sich auch nicht für die spärlichen Ersparnisse der Witwe. Er interessIert sich für das Geld von uns allen.
Die enge Verbindung zwischen „Steuerzahler“ und „Steuerknüppel“ brachte mich auf mein Elfchen des Monats Januar.
Zur Erinnerung an meine Großmutter Steffi veröffentliche ich an dieser Stelle ein fünftes Mal nach 2020, 2021, 2022 und 2023 einen digitalen Stolperstein.
Digitaler Stolperstein:Voller Entsetzen über die Brutalität politisch legitimierter medizinischer “Maßnahmen” erinnere ich mich in tiefer Trauer an meine nie gekannte liebe Großmutter Stephania (“Steffi”) Wilczok geb. Tkaczik, geboren am 19.3.1898 in Ludgierzowitz/Hultschin, tschechisch Ludgerovice, polnisch Ludgierzowice, aufgewachsen in Bottrop/Ruhrgebiet. Katholikin, Mutter von fünf Kindern. Diagnose: “manisch-depressiv”. “Verstorben” am 13. Dezember 1933 auf der psychiatrischen Station eines Essener Krankenhauses, elf Tage vor dem christlichen Familienfest Weihnachten. Offizielle Todesursache: “Kopfgrippe”
Im Sommer 2024 beschloss der Bundestag, einen längst überfälligen Aufklärungs-Prozess in Gang zu setzen: Die Aufarbeitung der sogenannten „Euthanasie“ und der Zwangssterilisationen während des Nationalsozialismus. „Der Kulturausschuss billigte am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP (20/11945) mit den Stimmen aller Fraktionen in Abwesenheit der Gruppe Die Linke.“ https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1011894
Mit diesem Auftrag wird die Bundesregierung aufgefordert, „ein Projekt zur bundesweiten Lokalisierung, Sicherung und Konservierung von Patientenakten und Personalunterlagen der Täter zu initiieren, um sie für Forschung, Bildung und Anfragen nutzbar zu machen.“ s.o.: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1011894
So wichtig es ist, dass die Menschen, die der NS-Euthanasie zum Opfer fielen, endlich als Opfergruppe anerkannt werden: Macht es Sinn, den Weg der Bürokratie einzuschlagen und nach mehr als 80 Jahren Patientenakten aufzubewahren und abzuheften, für Sicherung und Konservierung zu sorgen?
Und was, wenn keine Patientenakte existiert, wie im Fall meiner Großmutter Steffi? In ihrer Akte, die es vermutlich nie gegeben hat, hätte eine Lüge gestanden: Todesursache Kopfgrippe.
Und dennoch hätte sich mit der Sicherung der Akten endlich die Gelegenheit ergeben, die Opfer der NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation offiziell als Verfolgte anzuerkennen. „Hätte“ schreibe ich deswegen, weil die Auflösung der Ampel-Koalition dazu führte, dass der Antrag -wie aktuell auch andere Anträge, z.B. zur Corona-Aufarbeitung- von der Tagesordnung des Bundestages gestrichen wurde. https://down-syndrom.org/de/blogeintrag/anerkennung-fuer-ns-euthanasie-opfer-ein-wichtiger-schritt-fuer-gerechtigkeit
Mit tiefer Enttäuschung reagierte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin. Ulla Schmidt, ohne die ich die Information gar nicht hätte, fordert eine weitere Verabschiedung noch vor den Neuwahlen, und zwar des Antrags zur Überwachung von pränatalen Bluttests, die das Down-Syndrom frühzeitig erkennen können. „Die Lebenshilfe hatte wiederholt vor der Einführung dieser Tests als gesetzliche Kassenleistung gewarnt, da sie zur Standarduntersuchung während der Schwangerschaft werden könnten. Erste Daten zeigen, dass rund 40 Prozent der Schwangeren diese Tests auf Down-Syndrom und andere Trisomien durchführen lassen. Schmidt unterstrich, dass es in beiden Anträgen um das Lebensrecht behinderter Menschen gehe. Diese gehörten ohne Einschränkungen in die Mitte der Gesellschaft und dürften nicht aussortiert werden. Der Bundestag müsse jetzt klar Position beziehen.“ (s.o.)
Den Zusammenhang zwischen Nazi-Euthanasie und aussortierender Pränataldiagnostik wollen viele nicht wahrnehmen, doch er ist himmelschreiend. Von meinen Töchtern, zwei angehenden psychologischen Psychotherapeutinnen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten, weiß ich, dass viele Menschen mit Down-Syndrom sehr genau wissen, dass „sie“ aussortiert werden sollen. Vor diesen unseren Mitmenschen schäme ich mich für die wissenschaftlichen Experten, die einen Blut-Test entwickelt haben, der schon im ersten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt wird, was aus dem ethisch höchst fragwürdigen Eingriff eine Routine-Untersuchung macht.
… Die äußerst bedrohliche Weltlage, kopflos agierende Politiker und persönliche Verletzungen haben es 2024 geschafft, mich zu knicken, zu lähmen und zu entmutigen. Aber jetzt ist es an der Zeit, die Opferrolle abzustreifen….
Kafka hätte die Sammlung furchtbar gefunden. Wir bekommen den Eindruck, er habe die Sätze als geflügelte Worte kreiert. In unseren Köpfen entsteht das Bild des schmunzelnden Lebensberaters, das Bild eines Mannes mit einer inneren Ruhe, die der schwerkranke Kafka zweieinhalb Jahre vor seinem Tod nicht hatte. Tatsächlich sind die Zitate wahllos aus größeren Textzusammenhängen gerissen. Der Satz Man kann ein Leben nicht so einrichten wie ein Turner den Handstand entstammt einem Tagebucheintrag vom 27.1.1922. Da dieser Eintrag hoffnungsvolle, „heitere“ Sätze enthält, sei er hier zitiert:
„27. (Januar 1922) Spindelmühle. Notwendigkeit der Unabhängigkeit von dem mit Ungeschick gemischtem Unglück des doppelten Schlittens, des zerbrochenen Koffers, des wackelnden Tisches, des schlechten Lichtes, der Unmöglichkeit im Hotel nachmittag Ruhe zu haben udgl. Das ist nicht zu erreichen indem man es vernachlässigt, denn es kann nicht vernachlässigt werden, das ist nur zu erreichen durch Heranführung neuer Kräfte. Hier allerdings gibt es Überraschungen, das muß der trostloseste Mensch zugeben, es kann erfahrungsgemäß aus Nichts etwas kommen, aus dem verfallenen Schweinestall der Kutscher mit den Pferden kriechen… Die abbröckelnden Kräfte während der Schlittenfahrt. Man kann ein Leben nicht so einrichten wie ein Turner den Handstand…“ https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/tagebuch/chap013.html (Fettung von mir)
Wer sich mit Franz Kafka beschäftigt und die Tiefe, Bildkraft und Wahrhaftigkeit seiner Literatur nicht aushält, der gebe „Kafka to go“ in die Suchmaschine ein. Das Ergebnis ist Sommers Weltliteratur to go, „präsentiert von Reclam“, das uns „die Verwandlung“ in 11 Minuten präsentiert. Die handelnden Personen, „verkörpert“ von Playmobilfiguren, sind hübsch, aber alle gleich geformt -ähnlich wie die leckeren Lindt-Weihnachtsmänner, die sich nur durch die Verpackungs-Folie unterscheiden- Wenn junge Leute in der Schule, anstatt das Original zu lesen, direkt den Film sehen, werden sie für immer Kafka mit den Hohl-Figürchen verbinden. Das ist blöde und verblödend, denn die Köpfe der Menschen sind eh schon voller Plastikfiguren, Barbie, Ken… Und jetzt Gregor Samsa, auch das noch!
Der Physiker Albert Einstein (1879-1955) könnte sich nicht einmal im Grab umdrehen, denn sein Leichnam ist eingeäschert worden – bis auf seinen Kopf, den man vor der Einäscherung entfernt hat, was gegen Einsteins Willen geschah. „Nach Einsteins Tod ging ein Pathologe erschreckend skrupellos mit dessen Hirn um – mit dem Ziel, die Basis des überragenden Intellekts zu ergründen. Er scheiterte spektakulär. Noch immer wissen wir kaum etwas über den biologischen Ursprung von Genialität, falls es ihn überhaupt gibt.“https://w ww.spektrum.de/news/neurowissenschaft-einsteins-gehirn/1374737 In seinem scharfsinnigen und humorvollen Artikel schreibt der hier zitierte US-Mathematiker Brian Burell (Amherst College) weiter: „Am 18. April 1955 starb Albert Einstein an den Folgen eines gerissenen Aneurysmas im Krankenhaus von Princeton. Nur Stunden später entnahm der diensthabende Pathologe Thomas Harvey das Hirn des Genies und konservierte es. Er tat dies, ohne die Erlaubnis der Familie einzuholen, und widersetzte sich Einsteins ausdrücklichem Wunsch, eingeäschert zu werden. Erst im Nachhinein gelang es Harvey, sich von Einsteins Sohn Hans Albert den Segen für seine Aktion geben zu lassen, indem er ihn davon überzeugte, allein zum Wohl der Wissenschaft gehandelt zu haben.“ (s.o.)
Doch Harvey, der das Genie weder ausfindig machen noch verorten konnte, ging noch einen Schritt weiter. Mit Hilfe der Präparatorin Marta Keller, die Zutritt zum Labor der Pathologie an der University of Pan hatte. konnte Harvey seine perversen Zerstückelungsphantasien umsetzen. Keller „führte mit den damals modernsten Methoden und nach Harveys genauen Vorgaben Gewebeschnitte durch – acht Monate lang. Dazu entnahm sie insgesamt 240 Stücke des Gehirns, bettete sie in eine Lösung namens Celloidin, fertigte von jedem Stück Mikroskoppräparate an und färbte die Gewebe. So entstanden zwölf Sets von Objektträgern, die Harvey an seine Kollegen verschickte. Keiner von ihnen fand etwas Ungewöhnliches an den Zellen.“ https://www.spektrum.de/news/neurowissenschaft-einst
Der gegebene Anlass ist in diesem Fall die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Alena Buyxs, die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Zur Verleihung am 1.10.2024 schreibt Jonas Hermann (der andere Blick, NZZ) in einem Artikel mit dem Titel Die ehemalige Chefin des Deutschen Ethikrats hat das Bundesverdienstkreuz nicht verdient: „Alena Buyxs und ihr Gremium waren in der Corona-Pandemie auf Regierungslinie. Besonders stossend waren ihre Einlassungen zum Thema Impfen. Mit Ethik hatte das alles nicht viel zu tun.“ https://www.nzz.ch/der-andere-blick/bundesverdienstkreuz-fuer-ex-chefin-des-ethikrats-ein-falsches-signal-ld.Und weiter: „Der Staat ehrt also seine Verbündeten in der Pandemie, verweigert aber eine offizielle Aufarbeitung dieser schwierigen Episode. Das befeuert die Wut all derer, die sich damals unfair behandelt fühlten und auf ihre Freiheitsrechte pochten. Während die deutsche Regierung schwerste Grundrechtseinschränkungen beschloss, war ihr der Ethikrat treu ergeben. Das erforderte keinen Mut, und deshalb hat seine Chefin diese Auszeichnung nicht verdient.“ (s.o.)
Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates hat während der „Pandemie“ nicht aufgeklärt, sondern nicht genauer hinschauen wollen. Die schweren physischen, aber vor allem auch psychischen Verletzungen, die insbesondere andersdenkende Menschen unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes erlitten, hat „Alena Wisch&Weg“ (Volksmund) von Beginn am banalisiert und heruntergespielt.
Vom Ethikrat ebenfalls nicht öffentlich thematisiert wurde die extraorbitante Erhöhung der Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums während der „Pandemie“: „Schon Ende 2020 wies die FAZ darauf hin, dass die Bundesregierung ihre Werbeausgaben im Jahr 2020 deutlich erhöht hat. „Den größten Anstieg verzeichnete demnach das Gesundheitsministerium. Die Bruttowerbeausgaben des Spahn-Ministeriums sind von etwa 3 Millionen im Vorjahr auf 60 bis 70 Millionen Euro angewachsen. Größter Kostenpunkt ist mit 35 Millionen Euro die Kampagne „Zusammen gegen Corona“.“ https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/regierung-gibt-viel-mehr-fuer-werbung-aus-17058924.html „Die Werbeausgabendes Bundesgesundheitsministeriums haben sich demnach innerhalb eines Jahres mehr als verzwanzigfacht! Und dabei waren im Jahr 2020 die Impf-Werbekampagnen gerade erst angelaufen.Im Jahr 2021 haben sich die Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums im Vergleich zu 2019 sogar verfünfzigfacht.“ https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/
Hinzu kam das Abgleiten der staatlichen Gesundheitsaufklärung in eine primitive Gesundheits-Propaganda. Dieser fragwürdige „Wandel“ wurde von Frau Buyx weder diskutiert noch benannt, was dringend hätte geschehen müssen, zumal insbesondere die Impf-Werbung und die damit verbundene bildliche Darstellung des Impfakts voller krankhaft sexueller Anspielungen ist. https://stellwerk60.com/2024/04/30/elfchen-im-vierten-aufklaerungs-ki/
Schon 2021 war die Corona-Impfung auf den Porno-Portalen angekommen. Aus dem Mund der Geschäftsfrau und Porno-Darstellerin Viva Athena, die hofft, dass ihre Pornos Menschen dazu bringen könnten, sich impfen zu lassen, klingt das so: „Ich denke, diese Inhalte tragen definitiv dazu bei, die Impfung gegen Covid zu normalisieren. Dass die Leute Pornovideos zum Thema Covid online sehen können, auch wenn sie nicht darauf klicken, verbreitet meiner Meinung nach das Bewusstsein für Covid, es macht es realer. Letztendlich bewegen wir uns alle auf dieser komplexen, verwirrenden Erde, durchleben diese Pandemie und leben gleichzeitig in einer Realität, in der Pornos zum Thema Covid eine Möglichkeit sind, Menschen zum Impfen zu bewegen. Ich bin einfach glücklich, ein Teil davon zu sein.“ https://k.at/entertainment/corona-impfung-pornos/401469886 Ein Pornostar als Impf-Botschafterin? Ist Alena Buyx Viva Athenas missionarischer Eifer entgangen?
Haben die Mitglieder des Deutschen Ethikrats wirklich nichts von der höchst amoralischen, damals allgegenwärtigen Werbung für die Corona-Impfung mitbekommen? An allen Straßenecken waren großmaßstäbige Plakate platziert, auf denen entblößte Oberarme von Menschen jeglichen Alters und jeglicher Couleur, in die Impfnadeln eindrangen, dargestellt waren – Und wenn diese Bilder auch juristisch (noch!) nicht als pornografisch eingestuft werden, so stellen sie dennoch den Impfakt zur Schau, was umso schwerer wiegt, da Injektionen aus juristischer Sicht gemäß § 223 StGB grundsätzlich eine Körperverletzung darstellen.
Mein Elfchen „Heile, heile Welt“ habe ich im Juli 2021 veröffentlicht. Damals wurde die Impfung der Gruppe der älteren Kinder (12 bis 17 Jahre) diskutiert, die ab August 2021 von der STIKO empfohlen werden sollte. Da die sexuellen Anspielungen auf dem HANSAPLAST-Werbeplakat nicht offenkundig sind, sondern verdeckt, habe ich mir erlaubt, sie herauszuarbeiten.
Heile,
heile Welt:
Ein Scherbenhaufen. Aber
das Pflaster das hält…
Sauber!
Donnerstag, 24.6.2021, S-Bahnhof Köln-Nippes, Ostseite. Zum Glück bin ich nicht mit dem Fahrrad, sondern zu Fuß unterwegs. Anders als mein Hund, der mich begleitet, trage ich Schuhe. Wir machen einen Bogen um den (immerhin ordentlich zusammengekehrten) Glasmüll-Haufen…
Während die alte Welt zusammenbricht, errichtet man eine schöne neue, allgegenwärtige Werbe-Welt. Ihre Versprechen lauten: Sauberkeit, Gesundheit, Ordnung, Wohlstand, Schönheit, Wohlbefinden, Glück und Sicherheit. Unannehmbar ist, dass die Werbung zunehmend diejenigen instrumentalisiert, die sich nicht wehren können: Die Kinder.
Was uns die Plakatwerbung im Hintergrund erzählt: Ein Mädchen sitzt auf einem Go-Kart. Die Beine sind gespreizt, die Haare wild zerzaust, das Kind fährt verwegen, ist aber durch einen Sicherheitshelm vor schweren Blessuren geschützt. Kleine Verletzungen steckt es locker weg. Wie gut, dass es Hansaplast gibt.
Zur weiteren Vertiefung und weil es mir ernst ist, möchte ich meinen Blog-Beitrag vom 25.7. zitieren: „Unser bester Schutz“ – Die aktuelle HANSAPLAST-Werbung dürfte gestörte Männer zum Konsum von Kinderpornos ermuntern!“
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Auf der Internetseite des BKA heißt es: „Kinderpornografie ist die fotorealistische Darstellung des sexuellen Missbrauchs einer Person unter 14 Jahren (Kind). Der Herstellung solcher Darstellungen liegt ein realer (oft schwerer) sexueller Missbrauch zugrunde. Durch die (weltweite) Verbreitung und Verfügbarkeit erfolgt eine dauerhafte Viktimisierung der Opfer.“ https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Kinderpornografie/kinderpornografie_node.html
Beim BKA gehen jeden Tag zig Meldungen zu Kinderpornografie im Internet ein. Diese Meldungen werden sehr ernst genommen und konsequent verfolgt, denn hinter den Bildern und Filmen verbergen sich reale Fälle von Missbrauch.
Das Internet ist eine Fundgrube für Kinderpornografie. Es bedient Exhibitionisten und Spanner, denn es gestattet nicht nur die Zurschaustellung der sexuellen Misshandlung, sondern auch das (unbeobachtete!) Zuschauen. Darüberhinaus ermöglicht es gestörten Männern (es sind in aller Regel Männer), das „Material“ zu sammeln und weiterzugeben.
Doch so wichtig das Aufdecken der Missbrauchs-Fälle ist – Ist die Fokussierung auf das Internet nicht (auch) ein Ablenkungsmanöver? Denn krankhafte Neigungen finden nicht nur im Netz Nahrung. Kinder, denen noch nicht bewusst ist, dass man ihr Vertrauen in die Erwachsenenwelt schamlos missbraucht, werden immer mehr (und das öffentlich und legal!) für Werbezwecke instrumentalisiert. Im Zusammenhang mit dem Fall Edathy schreibt die Journalistin Andrea Roedig im Jahr 2015: „Der Pädosexuelle rührt an ein Tabu, doch die empörte Zurückweisung seines Begehrens ist problematisch. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er auch als Sündenbock fungiert... Am Schreckbild des Kinderschänders entlädt sich das schlechte Gewissen einerhypersexualisierten Gesellschaft, in der noch jede Zahnpasta-Reklame voll ist mit Anspielungen aufs Geschlecht. Wir alle schauen ja die ganze Zeit auf mehr oder weniger offen erotisierte Bilder – auch von Kindern und Jugendlichen.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/paedophilie-was-der-fall-edathy-ueber-unsere-gesellschaft.2162.de.html?dram:article_id=312340
Wir erleben eine unannehmbare gesellschaftliche Doppelmoral. Während man vorgibt, zum Wohle der Kinder zu handeln, stellt unter dem Deckmantel von Schutz und Sicherheit insbesondere die Werbung für Hygiene- und Gesundheitsartikel Kinder in fragwürdigen Posen dar, die perverse Gelüste anstacheln und bedienen. Ich sehe hierin einen Missbrauch der kindlichen Unschuld. In dem Zusammenhang wollte ich mir die aktuelle Hansaplast-Plakatwerbung am Nippeser Bahnhof (vgl. vorheriger Blog-Beitrag) noch einmal genauer anschauen, aber das Plakat ist mittlerweile entfernt worden. An der Ecke Liebigstraße/Herkulesstraße (direkt über dem Tunnel der A57/Teilstück Schnellstraße K4) in Neuehrenfeld entdeckte ich das gleiche noch einmal.
„Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid.“ (Hänsel und Gretel,Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, Stelle 15). Was die Hexe im Märchen sagt, könnte heute der verirrte Mann sagen: „Liebes Kind, hast du dir wehgetan? Nicht weinen, ich habe ein Pflaster dabei. Bei mir geschieht dir kein Leid.“
Das Plakat, das so freundlich und harmlos daherkommt, ist voller sexueller Anspielungen. Um das zu verdeutlichen, habe ich die zentralen Details umkringelt.
Das Mädchen ist kurz vor der Pubertät, neun oder zehn Jahre alt. Es fährt so wild, dass nicht nur die langen Haare fliegen, sondern kleine Steine und Schmutzbrösel hoch spritzen. Die Kleine trägt einen Sicherheitshelm und ein Kleinkinder-Kleidungsstück, ein Latz- Spielhöschen. Ihre Beine sind gespreizt. Zwischen den kurzen Hosenbeinen ist (im „Schritt“) eine kompakte Hosennaht zu erkennen. Diese Naht fällt durch ein paar leuchtend blaue Farbflecken ins Auge, denn die Jeans ist an dieser Stelle unregelmäßig ausgewaschen. Das Mädchen hat sich schmutzig gemacht (bzw. die Bildbearbeitung lässt es schmutzig erscheinen), nur das Knie ist sauber geblieben, „wie geleckt“. Das Hansaplast-Schutzschild rückt das saubere Knie mit dem perfekt sitzenden sauberen Pflaster (und einer schwachen Hautrötung unterhalb des Pflasters) in den Bild-Mittelpunkt.
Die Spitze des Hansaplast-Schutzschildes zeigt auf das rechte Hosenbein, das ein wenig vom nackten Oberschenkel absteht. Das Hosenbein ist ausgebeult, denn offenbar haben sich hier Steine verfangen. Männerphantasien: Wer mag der Herr wohl sein, der die Steinchen aus dem Hosenbein pickt? Ich finde es unverantwortlich und beschämend, dass die Stadt Köln (unseren!) öffentlichen Raum für diese Werbung zur Verfügung stellt.
Die deutsche Filmkomödie „Die Drei von der Tankstelle“ aus dem Jahr 1930 ist ein Loblied auf die Männer-Freundschaft. Im Mittelpunkt des Films steht die rettende Geschäftsidee der drei, die Eröffnung einer Tankstelle, Heinz Rühmann, der einen der drei Freunde spielt, hatte mit dem Film seinen Durchbruch. Das Lied „Ein Freund, ein guter Freund…“ dürften die unter uns, die -wie ich- in den 60er Jahren viel vor dem Fernseher saßen, noch im Ohr haben. https://www.facebook.com/CinemaQuadrat/videos/die-drei-von-der-tankstelle/1774620159349629/
Der Film, ein Kassenschlager, „wurde am 1. Oktober 1937 von der Film-Oberprüfstelle verboten, nachdem er erst knapp zwei Jahre zuvor zugelassen worden war.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Drei_von_der_Tankstelle_(1930) [12] Dem NS-Regime passte weder unbeschwerte (nicht von ihnen, den Nazis aufoktroyierte) Lebensfreude und auch die Mitwirkung zahlreicher Juden nicht, sodass die zuständige Behörde die Aufführung des Ufa-Werkes 1937 mit der Begründung verbot, dass es ‚den an einen deutschen Film zu stellenden Anforderungen‘ nicht entspreche. Die beteiligten Juden, das waren insbesondere Richard Heymann (Komposition) und Robert Gilbert (Liedtexte).
Anfang Juli war ich sehr erschrocken über einen Artikel im Kölner Express. In diesem Artikel wird darüber berichtet, dass Robert Habeck auf seiner Sommerreise durch die Republik, die während der Fußball-EM stattfand, eher zufällig (?) am 9.7. am Geißbockheim, dem Clubhaus des FC Köln, vorbeikam. Er suchte, wie es heißt, „noch einen entspannten Ort, um das Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich zu verfolgen.“ So harmlos, so banal. Schnell gesellte sich an dem Abend die FC-Spitze zu ihm. „Auch Präsident Werner Wolf (67), Vizepräsident Eckhard Sauren (52) und Geschäftsführer Christian Keller (45) waren dabei. Dabei ging es unter anderem auch um den stockenden Geißbockheim-Ausbau.“ https://www.express.de/sport/fussball/1-fc-koeln/ploetzlich-beim-fc-zu-gast-habeck-will-beim-geissbockheim-helfen-825102
„Unter anderem?“
Deutlicher sagt es der Geiß-Blog. Es ging nicht unter anderem, sondern zentral um den Geißbockheim-Ausbau: „Türoff und Wolf ließen zunächst unerwähnt, dass speziell die Kölner Grünen die FC-Pläne blockieren. Ohne die Details zu kennen, versprach Habeck: „Wenn Sie mir einen Hinweis geben, nehme ich den mit.” Schließlich habe er Kontakte in die Landespolitik. Wolf entgegnete: “Machen wir, aber hinterher.“ Zunächst einmal hatte das aufgebaute Grill-Buffet Vorrang.“https://geissblog.koeln/2024/07/hinweise-nehme-ich-mit-vize-kanzler-am-geissbockheim-habeck-bietet-fc-hilfe-an/
Mit Verlierern ist nicht zu spaßen. Nachdem die erste Fußball-Mannschaft des FC abgestiegen ist, müssen Siege her. Dabei mutet die klassische Männerfreundschaft heutzutage naiv an. Geklüngelt wird – Überall.
Leider sollten sich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen. Hinter den Rücken der Kölner (♀︎+♂︎) wurde eine „Lösung“ für den Grüngürtel ausgehandelt. Bereits am 1.10.2024 „beschloss der Stadtrat mit den Stimmen von den Grünen, Volt und der CDU, dass der 1. FC Köln einen Pachtvertrag für den Bau eines Profi-Leistungszentrums erhält.“ Was das bedeutet und warum die „Lösung“ keine Lösung ist, sondern eine Überrumpelung, verdeutlicht der September-Newsletter (Titel: Politik im Schatten des Geißbocks) der BI „Grüngürtel für alle“. https://unsergruenguertel.de/2024/10/ Das traurige Fazit der BI: „Wir verstehen hier die unnötige Eile nicht – wir wissen, dass der 1. FC Köln intensiv auf die Ratsfraktionen eingewirkt hat. Diese Hinterzimmerpolitik hinterlässt nicht nur bei uns viele Fragezeichen.“
Entscheidungen finden vermehrt hinter verschlossenen Türen statt. Der Klüngel ist hoffähig geworden. Das warme Buffet als Lockvogel hat vermutlich Konrad Adenauer erfunden. Als er im Jahr 1949 Bundeskanzler werden wollte, lud er diverse Parteigrößen nicht nur zu Kaffee und Kuchen ein. https://web.de/magazine/wissen/geschichte/trick-geheimnis-adenauer-kanzler-40121232
„Menhire“, schreibt Bernward Wember, emeritierter Professor für Medienwissenschaft, „sind rätselhafte Steine. Große stehende Steine, hoch und sehr geheimnisvoll. Das bretonische Wort Menhir bedeutet Langer Stein. In der Bretagne stehen viele einsame Exemplare alleine in der Landschaft und sie verraten nichts über ihre Funktion. Archäologen haben viel geforscht, um die Bedeutung der Menhire zu klären, aber sie fanden nicht die eine, allgemeingültige Interpretation. Es gibt sehr unterschiedliche Erklärungen.“ https://www.menhire-bretagne.de/
Zum Beispiel besage eine Theorie, „dass die hohen Steinsäulen den Himmel berühren, um magische Kräfte der Götter auf die Erde zu bringen“. Eine „politische Theorie sieht in dem großen Stein die Machtdemonstration eines Stammesfürsten“ wieder eine andere (soziale) Theorie „sieht in dem Menhir einen eregierten Phallus, der als sexuelle Darstellung Fruchtbarkeit und Fortpflanzung der Menschen symbolisieren soll.“ (Wember, s.o.)
Der größere der beiden Menhire von Karangosquer (bei Pont-Aven) ist etwa 5,5 m hoch und steht -ganz in der Nähe einer Landstraße- im lichten Wald. Auf den ersten Blick hält man ihn für ein Einzel-Exemplar, aber in 130 m Entfernung befindet sich -tiefer im Wald- ein zweiter, 3,50 Meter hoher Menhir. In aller Regel ist bei Menhir-Paaren die „Sicht“ zwischen den beiden „Partnern“ frei. Dass die beiden Menhire im Wald stehen, war vermutlich nicht immer so und von den Baumeistern „nicht so geplant“, wie ein Foto aus dem Jahr 1902 nahe legt. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Menhir_de_Kerangosker_1902.jpgFoto: Joseph Villard (1838–1898), bretonischer Fotograf und Postkartenverleger.
Große, allein stehende Menhire sind, so denke ich, immer Männlichkeitssymbole und Demonstration von männlicher Potenz und Muskelkraft. Von starken Männern des Neolithikums (= Jungsteinzeit ab 5.500 v. Chr.) und der Kupferzeit wurden sie mit ausgeklügelter Technik oft über weite Strecke transportiert und unverrückbar aufgerichtet.
Mit der Sesshaftwerdung der Menschen, die vor gerade einmal 10.000 Jahren begann, übernahmen die Männer die Herrschaft. Sie waren nicht mehr bereit, sich unterzuordnen und die naturgegebene weibliche Autorität anzuerkennen. Muskelkraft wurde zum Aushängeschild der Macht. Unerträglich muss es für die Männer gewesen sein, dass die Frauen, die ja näher an der Natur sind, sich nicht mehr ausschließlich der Mutterschaft widmeten, sondern Gesellschaften gründeten. Während der Neolithischen Revolution setzte sich das Patriarchat weltweit überall da mit aller Macht und Härte durch, wo es entwickelte Matriarchate mit gewachsenen Strukturen gab. „Der Sieg des Patriarchats war einer der gründlichsten in der Menschheitsgeschichte.“ (Christoph Türcke, SEXUS UND GEIST, Philosophie im Geschlechterkampf)
„Männliche „Stärken“ wie Muskelkraft, Kampfbereitschaft und Wehrhaftigkeit spielten eine immer größer werdende Rolle, denn das Eigentum war entstanden und „musste“ verteidigt werden. Fortan war die Geschichte mitsamt all ihren Institutionen, Erfindungen und kulturellen Errungenschaften immer auch eine Geschichte brutaler Kriege, der primitiven und brachialen Waffengewalt…“ Doch was war davor? „Warum hat die zwar gefahr-, aber dennoch relativ friedvolle vorpatriarchale und vormatriarchale Epoche nicht eher geendet, was hat die steinzeitliche Welt so lange in der Balance gehalten? Warum hat der Gebrauch von Werkzeugen und Waffen nicht zur Selbstzerstörung geführt? … Entscheidend war die Liebe zum Leben: Das Gespür für Natur, die Ehrfurcht vor der weiblichen Gebärfähigkeit und die Einbettung des menschlichen Daseins in den göttlichen Kosmos…“ https://stellwerk60.com/2022/07/09/elfchen-im-siebten-schoepfungswonne/
Trotz ihrer imposanten Größe muten die Menhire noch geradezu romantisch an. Zärtlich-ironisch werden sie in „Asterix und Obelix“ „Hinkelsteine“ genannt. Interessanterweise sind sie dort gut erhalten und werden dort bis heute verehrt, wo die Zeit ein bisschen stehengeblieben zu sein scheint, in der Bretagne. Hier ist nach Stilllegung des Kernkraftwerks Brennilis im Jahr 1985 (noch vor der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl) kein einziges Atomkraftwerk mehr in Betrieb. Auf fast allen Schnellstraßen beträgt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit angenehme 110 kmh.
Und doch dürften auch Menhire primitive Männerphantasien angeregt haben: Wenn wir diese schweren Steine transportieren und aufstellen konnten, sind wir gewiss zu mehr in der Lage. Wie lassen sich die steinernen Giganten in Wurfgeschosse verwandeln?
Aus ihrer Symbolhaftigkeit gerissen und ortlos geworden, können große Objekte eine nicht zu bändigende Zerstörungskraft entwickeln. Der Bau von „leistungsstarken“ Bomben und Raketen markiert das Ende jeglicher Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung. Und mögen sich heutige politische Akteure auch „bekennende Christen“ nennen: Die Atombombe ist gottlos.
In den Diskussionen der 80er und 90er Jahre kamen kluge Zeitgenossen zu der Erkenntnis, dass die Okkupation der Erde und des Alls eine andere Inbesitznahme spiegelt, die des menschlichen Körpers, insbesondere des pränatalen Raums. In den WG-Bücherregalen stand damals ein Buch von Barbara Duden, Medizinhistorikerin und Pionierin der Körpergeschichte, das mich tief beeindruckt und nachhaltig sensibilisiert hat: „Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Mißbrauch des Begriffs Leben“, 1991
Die Autorin stellt dar, wie sehr Medizin-Technik und Gesetzgebung der Nachkriegszeit das Erleben von Schwangerschaft verändert haben. Als „schwanger“ soll sich die Frau nicht dann empfinden, wenn sie in sich hineinhört, Veränderungen wahrnimmt und irgendwann Kindsbewegungen verspürt, sondern dann, wenn Ultraschall-Bilder belegen, dass ein Kind in ihr heranwächst. Die Visualisierung der Leibesfrucht ist eine Störung der Mutter-Kind-Symbiose, denn fortan beobachtet die Mutter ihr Kind. Der Mutterleib ist kein Schutzraum mehr, sondern „öffentlicher Ort“.
Neue Mess-Instrumente wurden entwickelt, Tests und Durchleuchtungs-Verfahren verfeinert. Während der „Pandemie“ war ich wegen der versuchten Inbesitznahme meines Körpers von Beginn an alarmiert. Aber betroffen war ja nicht nur mein eigener Körper. Wir erlebten eine welthistorisch nie dagewesene Verletzung unserer leiblichen Integrität, eine medizinische Überrumpelung und Okkupation aller Leiber, insbesondere durch die Impfung.
„Doch was macht eigentlich eine Impfung per Spritze so heikel? … Mit einer Hohlnadel durchsticht Medizinerin oder Mediziner die Haut, dringt in den Muskel ein und spritzt eine Flüssigkeit in den Muskel. Das muss nicht unbedingt schmerzhaft sein, ist aber eine Grenzüberschreitung. Aus juristischer Sicht sind Injektionen gemäß § 223 StGB grundsätzlich eine Körperverletzung. Zudem ist die Injektionsspritze -mehr noch als das Stethoskop- Symbol ärztlicher Macht. Darüber hinaus hat das Verabreichen einer Spritze aggressiv-sexuelle Momente. Medizinisch sind Injektionen vielfach unumgänglich, sie gehören zum ärztlichen Alltag. Ärzte realisieren jedoch viel zu selten, dass das, was für sie Alltag ist, für den Patienten eine unangenehme Ausnahme bedeutet. Insbesondere bei der Behandlung von Kindern ist äußerste Vorsicht geboten. https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/
„Dringend verboten werden müsste die öffentliche Zurschaustellung des Impfakts – insbesondere zu Werbezwecken. Die Vorführung stellt nicht nur den Menschen in seiner Verletzlichkeit bloß, sondern verhöhnt das ärztliche Ethos. Wie in einer Wiederholungsschleife werden und wurden wir -insbesondere auf dem Höhepunkt der Corona-Impfeuphorie- selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Darstellungen von Impfungen konfrontiert. Auf diese Weise wird eine unserer primitivsten Gefühlsregungen genährt, der Voyeurismus. Mit Aufklärung hat das nichts mehr zu tun.“ (s.o.)
Da ich die öffentliche Zurschaustellung des Impfakts als widerlich, menschenverachtend und pornografisch empfinde, habe ich damals in die Suchmaschine hintereinander und ohne Satzzeichen drei einschlägige Begriffe eingegeben: Abbildung Corona-Impfung Pornografie. Damals wurde ich nicht direkt fündig, heute schon, denn mir wurde kürzlich ein Link eingespielt, der bezeugt, dass die Corona-Impfung schon im Jahr 2021 auf den Porno-Portalen angekommen war. Das klingt dann so:
„Wie „Vice“ berichtet, greifen immer mehr Pornos das Thema der Covid-Schutzimpfung auf. Darstellerin Porsha Parker etwa verpasst ihrem Publikum in einem Clip namens „Cum Vaxx“ ein gesalzenes Jaukerl. Als Impfstoff-Ersatz fungiert darin richtigerweise – ihr habt es schon erahnt – Sperma. … Auf Plattformen wie Pornhub finden sich währenddessen Videos mit einschlägigen Titeln wie „Astra Peneca: Effective on all variants of rock“ oder „Is your sperm a COVID-19 vaccine, Boss? I will get it!“https://k.at/entertainment/corona-impfung-pornos/401469886
Schätzt mich die KI als eine Person ein, die das sehen will?
Für das widerwärtig-verstörende Foto zeichnet die als seriös geltende dpa (Deutsche Presseagentur) verantwortlich. Die impfende Hand trägt einen schwarzen Kunststoff-Handschuh, die klobige Linke hat den Handschuh lässig übergestreift. Im Hintergrund sehen wir einen mit einer roten Tischdecke abgedeckten Tisch, auf dem eine Sektflasche steht. Läuft hier eine Sado-Maso-Porno-Nummer? Die eingeblendete Bonprix-Werbung spielt Lackleder-Stiefel ein, High Heels mit Impfspritzen-spitzen Absätzen, das schwarze Kleidchen in der Mitte sieht von weitem wie ein (hechelnder) schwarzer Deutscher Schäferhund aus. Ich bin angewidert, denn was ich zu sehen bekomme, ist menschenverachtend. Ich habe die Szene am 9.1.2022 aus einem Impf-Werbespot abfotografiert (um Minute 47). Der kleine Werbe-Film Film ist immer noch aufrufbar: https://web.de/magazine/politik/scholz-impfpflicht-versprechen-halten-36497656 Die flankierende Werbung ist natürlich eine andere.
Damals jedoch war es eben diese pornografisch aufgeladene Werbung, die mich aufhorchen und genauer hingucken ließ. Daher möchte ich mich bei der Künstlichen Intelligenz bedanken, denn schließlich ist sie es, die mir am 9.1.2022 die vielsagende Collage von „Information“ und Werbung zugespielt hat. Manchmal wird ausgerechnet sie, die KI, ohne es beabsichtigt zu haben, zur Aufklärungs-Spezialkraft:
Eine
Spezialistin für
♂︎♂︎♂︎-Phantasie, eine Aufklärungs-KI,
entlarvt Scholzens „Impfpflicht-Versprechen“ als
Pornografie
Doch was war eigentlich das „Impfpflicht-Versprechen“?
Als Ende November 2021 längst durchgesickert war, dass sich eine neue, harmlosere Corona-Variante entwickelt hatte, die die Impfung der Massen in Frage stellen könnte, wurden unsere Spitzenpolitiker so nervös, dass Olaf Scholz sein Wahlversprechen, dass es keine Impfpflicht geben werde, vergaß. Stattdessen kreierte er „eine Drohung, die er -psychologisch clever- auch noch als Geschenk verpackte, als ein neues „Versprechen“, ein sogenanntes „Impfpflicht-Versprechen“. (stellwerk60.com, s.o.)
Überhaupt wurde die Impfung als gute Gabe verpackt. Wir sollten sie nicht als Überrumpelung, sondern als Befreiung, Erlösung, als Rettung und Wohltat empfinden. Hier arbeitet die Politik mit den Mitteln einer primitiven Werbepsychologie. Der Staat tut uns weh, aber er meint es gut mit uns, denn er will uns ja nur helfen. Er dringt in unsere Körper ein, aber er meint es gut mit uns, denn er will uns ja nur schützen. Aber die sanfte Gewalt ist gefährlich, denn wir erleben nicht nur eine Glorifizierung einer in die Irre geleiteten Schulmedizin, sondern die Verhöhnung der Sexualität in ihrer lebensbejahenden Mannigfaltigkeit. Auf diese Weise werden Kinder und Jugendliche an pornografische Bilder gewöhnt und in sado-masochistische Körperwahrnehmungen und Verhaltensmuster eingeübt.
Bei der Trauerfeier für den Ende 2023 verstorbenen CDU-Politiker Wolfgang Schäuble am 22.1.2024 gehörte der französische Präsident Emmanuel Macron zu den geladenen Gästen. In seiner Rede, die er weitgehend auf Deutsch hielt, sagte er: „Deutschland hat einen Staatsmann verloren, Europa hat eine Säule verloren, Frankreich hat einen Freund verloren.“
Als ich abends ins Internet guckte, um mir die Rede noch einmal anzuhören, begegnete mir Erstaunliches: Acht Sechsertrupps Männer-Unterhosen kamen mir -Macron flankierend- via Bildschirm entgegen: ein Aufmarsch der Boxershorts.
Aus der Internet-Werbung ist die Künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr wegzudenken. Was die Warenwerbung betrifft, funktioniert das dann so: Ich brauche keinen Katalog mehr durchzublättern, muss in kein Geschäft mehr gehen, denn die KI nimmt mir das ab und präsentiert mir, wofür ich mich interessiere, d.h., was ich angeklickt habe, etwa die aktuellen Tchibo-Angebote.
Man darf die KI nicht überbewerten, denn sie hat ein schlichtes Gemüt. Manchmal jedoch kreiert sie eindrucksvolle Collagen – so wie hier. Durchschaut die KI Macron? Weiß sie, dass der Mann zeigen muss, dass er ein Mann ist und kein Schuljunge mehr? Wir alle kennen die Geschichte. Emmanuel Macron lernte Brigitte Trogneux während seiner Schulzeit in Amiens kennen – sie war seine Französisch- und Theaterlehrerin, er ihr hübscher, kulturinteressierter Schüler. Macron musste die Schule verlassen, blieb aber Brigitte -wie man sagt- immer treu. Seit 2007 ist er ihr Ehemann.
Wie so viele Menschen fand ich die Liebesgeschichte einmal rührend und nett. Sie klingt ganz anders als die Skandalgeschichten früherer Präsidenten, vielleicht aber zu nett, zu rund, zu perfekt. Mittlerweile stimmt sie nicht mehr. Brigitte und Emmanuel wirken nicht wie ein Liebespaar, sondern wie Mutter und (verbitterter) Sohn. Macron, der mit Brigitte keine Familie mehr gründen konnte, muss als Präsident den Vater der Grande Nation rauskehren. Und dieser Familienvater ist sehr autoritär.
Nur wenige Tage vor der Trauerfeier für Wolfgang Schäuble hat Macron -kurz nach der Regierungsumbildung- während einer Pressekonferenz in Paris für verschärfte staatliche Erziehungsmaßnahmen plädiert. Bereits 2019 hatte Frankreich den bislang freiwilligen einmonatigen „Universellen Nationaldienst“ für junge Menschen zwischen 15 und 17 Jahren eingeführt, der ab 2026 verpflichtend sein soll. Jetzt aber will Macron noch einen Schritt weiter gehen. „Nationale Regeln zum Umgang mit Bildschirmen, Schuluniformen, Staatsbürgerkunde und Pflichtdienst an der Nation – mit diesen Themen dürfte Macron vor allem konservative Wähler angesprochen haben. Esgehe um »zivile Wiederaufrüstung«, erklärte Macron. »Frankreich muss Frankreich bleiben«, sagte er auch und griff damit einen Wahlkampfslogan des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Éric Zemmour auf.“ https://www.spiegel.de/ausland/emmanuel-macron-buhlt-um-konservative-waehler-a-db1d40ba-4544-4e37-8562-b6bda102bd39
Einen Monat später dachte ich, dass die KI, die, während Macron redete, Sechsertrupps Männerunterhosen aufmarschieren ließ, vielleicht doch eine Hellseherin ist. Denn Ende Februar sollte Macron bei einer Ukraine-Hilfskonferenz sagen, dass ein russischer Sieg in der Ukraine unbedingt verhindert werden müsse und er den Einsatz von Bodentruppen durch sein Land nicht ausschließe.
Doch warum bekomme ausgerechnet ich Unterwäsche-Werbung zugespielt, obwohl ich nie… Oder doch? Nun, die Lösung ist einfach: Meine Töchter, die wissen, was ihrer Mutter gefällt, hatten mir zu Weihnachten 3 Paar Socken (Tedi, 3 Euro) geschenkt. Ich mag aktuelle Scherzartikel, weil sie etwas über den geistigen Zustand der mittlerweile völlig verrohten und durchgeknallten Spaßgesellschaft erzählen.
Einkleiden für den nächsten Lockdown
Als ich „Strümpfe Scherzartikel Apollo“ in die Suchmaschine eingab, wurden mir „Fröhliche APOLLO Herrensocken“ angezeigt. Manche zeugten von ganz anderen Männerphantasien. Sie waren mit Astronauten und Raketen bedruckt und wurden angeboten als Space Rockets Motiv Socken Raketen + Astronauten Weltall dunkelblau mit viel Baumwolle, doch leider fand ich keine einzige Socke mit Spritzen, Masken und Fieberthermometern.
So stieß ich auf die Herren-Unterwäsche-Marke „Snocks“.
Das ist weder sexy noch sexistisch, sondern einfach nur albern. Moderne Werbung funktioniert so. Angesagt sind primitive Kalauer und blöde Reime, am besten aufgepeppt mit ein bisschen Pimmel-Prosa, so wie hier.
Doch apropos Gurke: Ich gehe davon aus, dass bei Macron die Unterhosen in Reih und Glied im Kleiderschrank stehen.
Während der Pandemie zeigte sich, wie verengt und gönnerhaft der Blick von Politik-, Medien- und Wissenschafts-Prominenz auf Kunst und Kultur ist. Angela Merkel hatte bereits im Dezember 2020, als Kinos, Theater und andere Kultureinrichtungen im Zuge des sogenannten „Lockdown Light“ schon seit Wochen geschlossen waren, materielle Hilfe angekündigt und lobhudelnd gesagt: „Uns fehlt, was die Künstler uns dort sonst geben und was nur sie uns geben können.“ https://www.sn.at/kultur/allgemein/angela-merkel-uns-fehlt-was-die-kuenstler-uns-sonst-geben-96650659
Ist denn die Kunst ein Konsumartikel? „Was Frau Merkel sagt bzw. von ihren Textern diktiert bekommt, das klingt, als würde uns der Künstler seine Kunst servieren wie der Sterne-Koch sein Menu. Wir schlagen uns im Nobelschuppen den Bauch voll und lassen uns satt und edelfischzufrieden nach Hause kutschieren.“https://stellwerk60.com/2021/10/17/all-the-worlds-a-stage-but-we-are-only-impf-potatoes/
Bereits am 1.10.2020 – zwei Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit- hatte man unter dem Motto „Vereint und füreinander da“ neben anderen PR- und systemrelevanten Personen, darunter der Virologe Christian Drosten und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, den Pianisten Igor Levit geehrt. Der sehr begabte, aber leider auch sehr gefällige Mainstream-Pianist hattebereits einen Tag, nachdem aufgrund der „Pandemie“ alle öffentlichen Konzerte ausgesetzt worden waren, von seiner Wohnung aus per Twitter ein erstes Hauskonzert gestreamt. Diesem ersten Konzert sollte zwei Monate lang täglich ein weiteres folgen. (Wer sich ein Bild von Igor Levit machen will, der möge Harald Welschers differenzierte und scharfsinnige Stellungnahme zur Ordensverleihung lesen: deutschlandfunkkultur.de/bundesverdienstkreuz-fuer-igor-levit-ein-meister-der-100.html)
Genau ein Jahr später fand am 1.10.2021 unter dem Motto „Kultur ist Lebenselixier für alle“ wieder eine Ordensverleihung statt. Diese Veranstaltung „zum Tag der Deutschen Einheit“ war ausschließlich „Kunstschaffenden“ gewidmet. Im Rahmen der Verleihung sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Diese Ordensveranstaltung soll deshalb auch ein Zeichen sein: Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Zweige unserer Kultur nach der Corona-Krise verdorren oder absterben.“ https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html
Hier tritt der Bundespräsident als Retter und Bewahrer „unserer Kultur“ auf. Eine hübsche staatsmännische Geste, aber hat nicht ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier durch die Ordensverleihung für ein nachhaltiges „Verdorren“ gesorgt und maßgeblich dazu beigetragen, dass ein herausragendes Kunst-Projekt nach 25 Jahren gescheitert ist?
Anfang des Jahres 2024 wurde bekannt, dass Mitgründer Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ in Zollbrücke (Märkisch-Oderland) verlassen hat. Vorausgegangen waren schwere Meinungsverschiedenheiten der beiden Theatergründer, die sich insbesondere an den staatlichen Corona-Maßnahmen entzündet hatten. „Den Gründern sollte im Jahr 2021 das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Kurz davor wurde die Verleihung des Ordens an Morgenstern abgesagt. Eine Sprecherin erklärte dazu, es seien „konkrete Hinweise“ bekannt geworden, dass Morgenstern der Querdenker-Szene angehöre, hieß es damals von einer Sprecherin des Bundespräsidialamts.“ https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2024/01/tobias-morgenstern-verlaesst-theater-rand-zollbruecke-unterschiede-politik-haltung.html „Konkrete Hinweise“ klingt wie „sachdienstliche Hinweise“, die „jede Polizeidienststelle entgegen nimmt“. In diesem Fall heißt der Polizeioberwachtmeister Frank-Walter Steinmeier.
Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (ausschließlich!) an Thomas Rühmann dürfte dann endgültig einen Keil zwischen die beiden Gründer getrieben haben. Frank Walter Steinmeier hat also -man kann es nicht anders sagen- im Jahr 2021 zwei Theatermacher gegeneinander ausgespielt. Dabei klang es wie ein Nach-Wende-Märchen: Im äußersten (aus westlich-bornierter Perspektive „kulturarmen“) Osten der Bundesrepublik Deutschland haben zwei in der DDR geborene Künstler vor 25 Jahren das „Theater am Rand“ gegründet und mit großem Erfolg einen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Spielbetrieb aufgebaut.
Dass Thomas Rühmann nicht nur „Rühmann“ heißt, sondern seit 1998 in der Arztserie „In aller Freundschaft“ die Hauptrolle Dr. Roland Heilmann spielt, fand Steinmeier wohl chic. Steinmeier liebt die Darstellung, vor allem dann, wenn er selber der Darsteller ist. Seine Lieblingsrolle: Großer Staatsmann.
Hingegen ist der Präsident, wenn er vor geladenen Gästen seine Reden hält, in seinem Element. Frank-Walter Steinmeier wird, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen, gerne salbungsvoll. In seiner Rede vom 1.10.2021 greift er (bzw. sein Redenschreiber, vermutlich Wolfgang Silbermann, damaliger Leiter der Abteilung Strategische Kommunikation/Rede im Bundespräsidialamt) tief in die Trickkiste der manipulativen Rhetorik.
Zunächst schwört Steinmeier seine Hörerschaft auf ein Gemeinschaftsgefühl ein, um anschließend freudvoll zu spalten: Er treibt einen Keil zwischen die „vielen verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern“, von denen die „lebendige Demokratie“ „gemeinsam getragen wird“, und die, die „wie geblendet, ja gefangen“ wirken „von einem Kult des Irrationalen.“ In der schaurig überladenden Rede klingt das dann so:
„In diesen Tagen erleben wir, wie zerbrechlich der Zusammenhalt in unserem Land ist, wie schnell Risse entstehen, ja: wie dünn der Firnis der Zivilisation tatsächlich ist. Wir erleben, dass eine kleine Minderheit von Menschen, die die Existenz des Virus leugnen oder seine Gefährlichkeit bestreiten, an den Rand der Gesellschaft rückt, sich entfremdet und wie geblendet, ja gefangen wirkt von einem Kult des Irrationalen. Wir erleben, dass sektiererische Gruppen sich radikalisieren und das wichtigste Prinzip unserer Demokratie missachten: Das Prinzip, Konflikte gewaltfrei, in friedlicher, respektvoller Diskussion zu lösen und Entscheidungen mit Mehrheitsbeschluss zu finden.“ https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html
Diese Rede ist nicht respektvoll, denn sie klärt nicht auf, sondern reproduziert und zementiert Vorurteile. Andersdenkende jedweder Couleur werden in einen Topf geworfen, Menschen, die das Virus leugnen, werden gleichgesetzt mit denen, die denken, dass das Virus niemals so gefährlich war, wie uns weisgemacht wurde. Zu Letzteren zähle ich mich. Von den Corona-Leugnern, die es ja wirklich gibt und denen ich auch manchmal begegnet bin, distanziere ich mich ausdrücklich. Wir haben versucht, miteinander ins Gespräch zu kommen, aber es war unmöglich.
Eine Frage bleibt: Warum war Frank-Walter Steinmeier, wenn er es für „das wichtigste Prinzip unserer Demokratie“ hält, „Konflikte gewaltfrei, in friedlicher, respektvoller Diskussion zu lösen“, so respektlos, Tobias Morgenstern erst ein- und dann wieder auszuladen?
Immerhin war das Team Steinmeier so schlau, Thomas Rühmann nicht am 1.10.2021 das Verdienstkreuz zu überreichen. Da die Solo-Verleihung während der „Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit“ öffentliche Aufmerksamkeit und gewiss auch Unmut erregt hätte, wurde sie auf später verschoben.
Ich persönlich finde es unverzeihlich, dass Thomas Rühmann nicht dem Beispiel der Künstlerin Hito Steyerl, die ebenfalls am 1.10. geehrt werden sollte, gefolgt ist und den Orden abgelehnt hat. Er hätte ja sagen können, dass er, was Corona betrifft, grundsätzlich anderer Meinung sei als sein Kollege Tobias Morgenstern, dass er aber gemeinsam mit Morgenstern das „Theater am Rand“ aufgebaut habe und sich dementsprechend nicht alleine für eine gemeinsame Lebensleistung ehren lassen wolle.
…
Ich sitze auf der Bank vor dem Nippeser Alnatura-Supermarkt. In letzter Zeit bin ich schnell erschöpft und muss, wenn ich einkaufen gehe, immer wieder Pausen einlegen. Die menschenfeindliche, höchst riskante und gefährlich unkluge bundesdeutsche Kriegs- und Gesundheitspolitik nagt an meiner Lebensfreude.
Zwei ziemlich alte Frauen setzen sich zu mir und nehmen mich -was mich irritiert- in die Mitte. „Das kommt davon, wenn man sich nicht an den Rand setzt“, sagt die eine und lacht.
„Ich kann auch gehen“, sage ich leise.
Die beiden Frauen rücken noch näher an mich heran. „Sie gehören wohl zu denen, die den Corona-Sicherheitsabstand insgeheim gut fanden“, sagt die eine.
„Ich halte gerne Abstand“, sage ich. „Aber nicht auf Befehl.“
„Weinen Sie?“, fragt die eine.
„Es ist, weil…“, fange ich an. Und dann platzt es aus mir heraus. Ich erzähle ihnen von der Preisverleihung und davon, wie sehr sich Steinmeier darin gefällt, Bundesverdienstkreuze zu verleihen und sich aufzuführen wie eine pädagogisch über-ambitionierte Grundschul-Lehrkraft, die Fleißkärtchen verteilt...
„Da passt das Kraftwort Lehrkraft“, sagt die Frau, die rechts neben mir sitzt. „Aber so neu ist die staatliche Bevormundung ja nicht.“
„Die Lage hat sich zugespitzt“, sage ich. „Während Corona waren wir alle im Umerziehungslager.“
„Aber Mädchen, da sind wir doch immer noch drin“, sagt die Frau, die links neben mir sitzt. „Nur bemerken die Menschen das nicht, denn wir haben alle Freiheiten. Wir können kaufen, was wir wollen, reisen, wohin wir wollen.“
***
Mein Elfchen des Monats ist diesmal der Mini-Dialog dieser beiden ziemlich alten, trotz alledem optimistisch und munter gestimmten Frauen.
„Dieser
Bundespräsident, wie
hieß der noch,
Frank-Walter?“ „Nee, Frank-Spalter doch.“
„Och.“
Angesichts der Tatsache, dass Corona weniger gefährlich war als behauptet, muteten die harten staatlichen Maßnahmen von Beginn an tragikomisch an. Ein Heidelberger Spielplatz nach Wiedereröffnung unter Auflagen im Mai 2020. Früh übt sich, was ein Spitzel werden wird. Während der „Pandemie“ wurden bereits kleine Kinder, deren Sozialverhalten sich gerade erst entwickelt, gegeneinander ausgespielt. Mich erinnern die staatlichen Maßnahmen an die autoritären Erziehungsmethoden der 1960er Jahre. Im katholischen Kindergarten wurden wir zum Petzen angehalten. Wenn wir beobachtet hatten, dass ein Kind etwas „Böses“ getan hatte, z.B. ein anderes geschubst, mussten wir auf das „böse“ Kind zeigen und laut singen: „Das wird gemeldet für… den Peter/die Elisabeth.“ Wenn die Erzieherin -durch unseren „Gesang“ angelockt- nicht selber kam, sind wir zu ihr gegangen und haben gepetzt. Wir waren fies, meinten aber, das einzig Richtige zu tun. Schließlich wurden wir für’s Petzen gelobt. „Körperkontakt vermeiden“, „Kein gemeinsames Essen und Trinken“ (Spielplatz, s.o.): Die kalten staatlichen Maßnahmen mit ihren Nähe-Verboten haben, so erzählte mir eine Grundschullehrerin, dazu geführt, dass viele Kinder nicht mehr mit anderen Kindern teilen können, sondern sich zunehmend berechnend verhalten.
Vielen Menschen sagt ein untrügliches Gespür für Machtmissbrauch, dass wir mit den staatlichen Corona-Maßnahmen überrumpelt wurden.
Tatsächlich war das interne Strategie-Papier aus dem Bundesinnenministeriumzur Eindämmung der Corona-Krise vom 22. März 2020 so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für Menschenführung in pandemischen Zeiten. Dieses Schriftstück war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, aber am 1. April 2020 hatte das gemeinnützige Portal „Frag den Staat“ dankenswerterweise das vollständige, 17 Seiten lange Papier veröffentlicht.In diesem Papier wurde ein Worst-Case-Szenario entwickelt, das auf Prognosen sogenannter Fachleute aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft und Politik beruhte. Vgl.: https://stellwerk60.com/2023/10/31/elfchen-im-zehnten-man-muss/
Auch Gesundheitspsychologen und PR-Spezialisten, die wissen, dass und wie man Menschen mit Drohungen gefügig macht, dürften an der Ausarbeitung beteiligt gewesen sein. So ungeheuerlich es klingt: Uns Bürgerinnen und Bürgern sollte ganz bewusst via “Schockwirkung” Todes-Angst eingejagt werden. Auf der Grundlage dieses Strategie-Papiers, das der Rechtfertigung der völlig überzogenen staatlichen Maßnahmen diente, verpflichtete man uns während der „Pandemie“ -unter Androhung demütigender Sanktionen- zu einem bedingungslosen Gehorsam.
Nur klafften der heraufbeschworene Worst Case und die Realität schon bald auseinander, denn das Virus war bei weitem nicht so bedrohlich, wie man uns weismachen wollte. Doch anstatt sich zu entschuldigen und den eingeschlagenen Kurz zu korrigieren, hielt die Staatsführung geschlossen an ihrer Schreckens-Version fest, was, wie wir wissen, katastrophale Auswirkungen hatte, insbesondere für die Kinder.
Dieses Papier ist durchdrungen von Angst, aber nicht von der Angst vor Corona, auch nicht von der Sorge der Verantwortlichen um die Menschen, sondern von der Sorge der medialen, politischen und wissenschaftlichen Elite um die eigenen, mit nichts mehr zu rechtfertigenden, aber ins Monströse gewachsenen Privilegien.
Gearbeitet wurde bei der Erstellung -fernab jeglicher Moral- mit den Mitteln der „Schwarzen Pädagogik“ (Terminus: Katharina Rutschky). Mit der Liberalisierung der Erziehung und der Abschaffung von körperlicher Züchtigungen, insbesondere der Prügelstrafe, schien die Schwarze Pädagogik überholt zu sein, doch sie kehrt derzeit mit Wucht zurück und hat in der neoliberalen, autoritären Gesellschaft der Gegenwart Hochkonjunktur.
Dabei ist ihr Gedankengut primitiv. Der „Struwwelpeter“, zentrales Werk der Schwarzen Pädagogik, „arbeitet mit simplen Tricks. Wenn die Kinder nicht gehorchen, drohen die schlimmsten Strafen, bis hin zu Verstümmelung oder Tod. Und diese Strafen -das erzählt uns der „Struwwelpeter“- haben sich die Kinder auch noch selber eingebrockt.“ https://stellwerk60.com/2023/01/31/elfchen-im-ersten-der-schneidge-mit-der-scher/ Im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen wurde jedoch nicht „nur“ Kindern mit schwerer Bestrafung gedroht, sondern uns allen.
Doch dann, Ende April 2021, als ich das Gefühl hatte, dass fast alle Mitmenschen Mitläufer oder völlig verblödet sind und dass die Kunst nur noch gefällig ist, als ich die Hoffnung fast aufgegeben hatte, fand ausgerechnet im geldverblendeten Biederland Deutschland etwas statt, womit nicht mehr zu rechnen war: Große Schauspielkunst. Unter dem Hashtag #allesdichtmachen taten sich etwa 50 teils prominente deutschsprachige Schauspieler ♀︎+♂︎, darunter Tatort-Stars) zusammen, brachten eine ganz andere Perspektive ins Spiel und öffneten den Blick für die irrationalen Abgründe der bundesdeutschen Corona-Politik. Initiator war -in Zusammenarbeit mit einigen Schauspielern- der Drehbuchautor und Regisseur Dietrich Brüggemann.
Die dramatische Idee, die als roter Faden die meisten Beiträge durchzieht, ist so einfach wie genial: Die (Selbst)- Darstellung der „Identifikation mit dem Aggressor“ (Terminus: Anna Freud).
Wir kennen die „Identifikation mit dem Aggressor“ vor allem aus dem privaten Kontext: Weil die geschlagene Frau panische Angst hat, hält sie den schlagenden Mann („Wenn ich nur wollte, könnte ich dich töten, aber ich schone dich, also sei lieb zu mir…“) bei Laune. Um ihn nicht noch mehr zu verstimmen, sagt sie JA , macht ihm Geschenke, lächelt, schweigt, nimmt ihn nach außen in Schutz, bedient ihn und opfert ihm ihre physische und psychische Gesundheit.
Während der „Pandemie“ wurde uns permanent die Identifikation mit dem Aggressor abverlangt, ein freudvolles JAWOLL zu den autoritären Zumutungen, auch zu den meines Erachtens körperverletzenden medizinischen Maßnahmen Maskenpflicht, Corona-Tests und Impfung.
In ihren kurzen Videos führen die Akteure kein Stück des Absurden Theaters auf, sondern -satirisch überspitzt- ihr eigenes Leben vor, das mit der „Pandemie“ ins Absurde abgerutscht ist. In den etwa ein- bis zweiminütigen Spots stellen sich die Akteure kurz namentlich vor und erzählen uns ihre Corona-Geschichte.
Als ein schönes Beispiel sei das Video der Schauspielerin Nadine Dubois genannt. Nadine Dubois steht vor einer weiß getünchten Wand, einer weißen Gardine. Weiß ist auch das ärmellose Hemd, das sie trägt. Wir hören sanfte, beruhigende Musik und Vogelgezwitscher. Nadine Dubois sagt: „Hallo… Ich bin Nadine Dubois, ich bin Schauspielerin, und ich schütze mich und andere, indem ich zu Hause bleibe. Das kann ich mir zum Glück leisten. Es gibt ja auch für alles Lieferdienste. Die kommen dann hier her und bringen mir Sachen, damit ich nicht raus muss. Und es gibt zum Glück die Müllabfuhr und Wasser und Strom… So viele Menschen da draußen krempeln die Ärmel hoch und packen mit an, damit ich hier sitzen und andere schützen kann… Das finde ich gut. Nicht gut finde ich, wenn diese Menschen dann am Wochenende rausgehen aus ihren kleinen, dunklen Wohnungen und sich in den Park setzen. Dann gehe ich auf meinen Balkon, mache davon Fotos und schreibe auf Twitter, dass sie schrecklich egoistisch sind… Und dann gehe ich auf meine Dachterrasse, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und fühle mich gut, weil ich mich und andere schütze… Bleiben Sie gesund und machen Sie’s genauso.“
Vermutlich hatten sich die Schauspieler erhofft, verstanden zu werden (auch von den politisch Verantwortlichen), wachzurütteln und Beifall zu bekommen. Das war naiv, doch ohne Naivität wäre diese wunderbar kompromisslose Ensemble-Arbeit wohl nie entstanden oder harmlos ausgefallen. Die Öffentlichkeit hatte nicht die Größe, sich auseinanderzusetzen. Autoritäre Charaktere machen gerne biedere Scherze, aber sie können nicht über sich selber lachen.
So waren die Reaktionen überwiegend böse. Medien und Politik konterten -ohne dass man sich tiefer auseinandersetzte- mit den immergleichen 08/15 – „Argumenten“. Den Akteuren wurde vorgeworfen, Coronaleugner zu sein und der AFD nahe zu stehen. Das war aggressiv und völlig aus der Luft gegriffen, ebenso wie der Vorwurf, die Schauspieler hätten kein Mitgefühl für die Todkranken auf den überfüllten Intensivstationen, die es -nebenbei gesagt- nie gegeben hat (bis auf ein paar Ausnahmen in Ostdeutschland), was die Gesundheitspolitiker damals schon wussten, aber wohlweislich verschwiegen haben.
Eine der aggressivsten Reaktionen, die wohl höhnisches Gelächter ernten sollte, kam von Adolf Winkelmann. „Der Dortmunder Regisseur Adolf Winkelmann bezeichnete die Aktion gegenüber den WDR als „überflüssig“. Sie verwundere ihn aber nicht. „Das sind ja Schauspieler, die wir kennen und die uns immer Texte von klugen Autoren vortragen“, sagte er. „Das, was da jetzt im Netz steht, passiert, wenn man Schauspielern das Drehbuch wegnimmt.“ https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/alles-dicht-machen-corona-kritik-kampagne-100.html
Es ist kein Zufall, dass es nicht Literaten oder bildende Künstler waren, die den Hashtag #allesdichtmachen kreierten, sondern Schauspieler. Gute Schauspieler lernen ja nicht nur den Text auswendig. Sie besitzen eine besonders große Menschenkenntnis, denn sie betrachten die Figuren nicht nur, sondern verkörpern sie und müssen, wollen sie deren Innenwelt begreifen, mit Haut und Haar in sie schlüpfen. Sie verleihen ihr ihre Stimme, ihre Sinne, ihre Bewegungen und ihre Verstand. Gute Schauspieler haben ein Gespür dafür, was zwischen den Personen passiert, für Macht und Ohnmacht, dafür, wie Menschen fertiggemacht und gedemütigt werden.
Wohl alle kennen eines der größten dramatischen Kunstwerke in deutscher Sprache, das Fragment „Woyzeck“ von Georg Büchner. Es erzählt die Geschichte des Soldaten Woyzeck, der erniedrigt, getreten, betrogen und am Ende hingerichtet wird, weil er die tötet, die ihm die Nächste ist, seine Geliebte. Gedemütigt wird Woyzeck auch als Opfer eines brutalen medizinischen Menschenversuchs, der nicht nur dramatische Fiktion ist, sondern unter der Leitung des Chemikers Justus von Liebig (1803-1873) im Jahr 1833 tatsächlich stattgefunden hat. „Ein berühmter Neurologe war Zeuge des wohl ersten Experiments zur Frage, ob Hülsenfrüchte Fleisch ersetzen können. Nach seiner Schilderung musste der Proband drei Monate lang Erbsbrei essen – und nichts als Erbsbrei. Der kommerzielle Hintergrund der Studie: Gelänge es teures Fleisch durch Trockenerbsen zu ersetzen, so könnte man das Militär und das Proletariat viel billiger verköstigen.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-erbsenwahn-100.html
Dem Autor des DLF-Beitrags „Im Erbsenwahn“ verdanke ich ein Aha-Erlebnis. Udo Pollmer schreibt: „Versuche am Menschen waren damals normal. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Ernährungsfragen am Tier zu testen – gab es doch genug Menschen, die entweder aus Armut mitmachten oder die dazu gezwungen werden konnten. Der Tierversuch kam erst auf, als das Leben eines Menschen mehr Wert hatte als das Leben einer Ziege.“
Was heißt das für die Jetztzeit? Schließlich sind Menschenversuche wieder Gang und Gebe. Das bedeutet aber nicht, dass das Leben eines Nutztiers wieder mehr Wert hat als das Leben eines Menschen. Es bedeutet vielmehr, dass vor einer immer weiter in die Irre abdriftenden Wissenschaft alle Kreaturen, Mensch und Tier, gleich (=gleichgeschaltet) sind.
Um Woyzecks Innenwelt zu bebildern, lässt Büchner „die Großmutter“ draußen vor der Tür den Kindern ein Märchen erzählen.
„Es war einmal ein arm Kind und hat kei Vater und keine Mutter war Alles tot und war Niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingangen und hat gerrt Tag und Nacht. Und wie auf der Erd Niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s ein verwelkt Sonneblum. Und wie’s zu den Sterne kam, warn’s klei golde Mücken, die warn angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schlehe steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und gerrt, und da sitzt‘ es noch und ist ganz allein.“
Dieses Märchen, das vom Sterntalermärchen inspiriert ist, ist absolut trostlos. Während das Mädchen im Sterntalermärchen selbstlos handeln kann, weil es an Gott glaubt, hat das Kind im „Woyzeck“ nicht nur beide Eltern verloren, sondern Glaube, Liebe und Hoffnung. (Der reale Soldat Johann Christian Woyzeck (1780-1824), Vorbild für die Dramenfigur, musste mit acht Jahren den Tod der Mutter und mit 13 Jahren den des Vater verkraften.)
Heutzutage würde Büchner die Geschichte anders erzählen. Das Kind kommt in die staatliche Fürsorge, wird eingekleidet, ernährt, medizinisch betreut. Es weiß nicht, dass es keine Eltern mehr hat.
Lächele, dann lächeln die Leute zurück. DU BIST NICHT ALLEIN. Und sollte einmal ein arm Kind sagen, dass der Mond „ein Stück faul Holz“ ist, nimm es nicht ernst, es hat nur schlecht geträumt. DU BIST NICHT ALLEIN. Du kannst dir einen neuen Mond kreieren, kauf dir neue Materialen und…
Und sollte man dir erzählen, dass die Erd ein umgestürzter Hafen ist, dass die Meere wärmer werden und über die Ufer treten, dann darfst du das nicht glauben. DU BIST NICHT ALLEIN.Kauf dir ein Ticket für die weite Welt, setz dich in den Flieger und…
Im Frühjahr 2021 wurden die staatlichen Corona-Maßnahmen weiter verschärft. Die bundesdeutsche Obrigkeit verordnete uns nicht nur Masken, sondern drang immer weiter in unsere Körper vor. Unsere Bäuche – so mussten wir realisieren- gehörten uns nicht mehr. Zum Jahreswechsel 2020/21 begann man weltweit mit der Corona- Impfung älterer Prominenter. Nachdem Netanjahu im Dezember 2020 heldenhaft den Anfang gemacht hatte („Eine kleine Spritze für einen Mann und ein großer Sprung für die Gesundheit von uns allen“), folgten u.a. Queen Elizabeth (Januar 2021), Didi Hallervorden (Januar 2021), Papst Franziskus (Januar 2021) und das schwedische Königspaar Carl Gustav und Silvia (Januar 2021).
Carl Gustav hatte kurz zuvor in seiner Weihnachtsansprache den schwedischen Sonderweg, der auf Eigenverantwortung der Menschen anstatt auf staatliche Restriktionen setzte, radikal in Frage gestellt.
„In der Ansprache, die am kommenden Montag in voller Länge ausgestrahlt werden soll, nannte der König die Corona-Strategie des Landes „gescheitert“. Er beklagte eine „hohe Zahl von Toten, und das ist schrecklich“. Eine solch politische Einmischung des Königs und dann noch in dieser Schärfe ist für das Land ungewöhnlich. Schwedische Kommentatoren nahmen sie als weiteres Zeichen für den Ernst der Lage.“ khttps://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-schweden-koenig-1.5151678
In dieser Rede fällt -soweit ich das einschätzen kann- kein Wort zu den Kindern. Das Herzstück des schwedischen Sonderwegs bleibt in der Ansprache unerwähnt. Wir erinnern uns: Schwedische Kindertagesstätten und Grundschulen (das sind in Schweden Gesamtschulen bis Klasse 9) blieben während der gesamten „Pandemie“ offen. Dass Carl Gustav diese Tatsache in seiner Weihnachtsansprache unerwähnt lässt, ist unverzeihlich. Er hätte dem mutigen und besonnenen Chef-Virologen seine Anerkennung aussprechen und sich bedanken müssen. Meiner Meinung nach müsste man Anders Tegnell den Medizin-Nobelpreis verleihen.
Carl Gustav hätte dem mutigen und besonnenen Chef-Virologen seine Anerkennung aussprechen und sich bedanken müssen. Meiner Meinung nach müsste man Anders Tegnell den Medizin-Nobelpreis verleihen.
So wurden die schwedischen Grundschulen -ohne dass es beabsichtigt gewesen wäre- während der „Pandemie“ zu einer Art „Kontrollgruppe“. Denn im Vergleich realisierten wir, dass die Kinder der schwedischen „Kontrollgruppe“ nicht schwerer und häufiger erkrankten, dass sie keinerlei Nachteile hatten, sondern weitgehend das große Glück des normalen Alltags (inklusive Sport, Schwimmen, Spielen, Freunde treffen) genießen konnten.
Angesichts dessen wirkt nahezu grotesk, was deutsche Kinder haben erdulden müssen: „Die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler im Land hatten seit Beginn der Pandemie bis zu diesem Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen sogenanntes Homeschooling, Wechselunterricht oder andere Unterrichtsformen, weil Schulen zu oder nur zum Teil geöffnet waren. Das sind 67 Prozent der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021.“ https://www.merkur.de/politik/oecd-mehr-als-180-tage-gestoerter-unterricht-in-corona-zeit-zr-90985918.html
Und selbst als man im Frühjahr 2021 die Schulen wieder zum Präsenz- bzw. Wechselunterricht öffnete, war die neue Freiheit schwer erkauft. Etwa zeitgleich mit den kostenlosen Bürgertests, die wir letztendlich alle teuer bezahlt haben, wurden in NRW Selbsttests für Schülerinnen und Schüler verpflichtend, natürlich „kostenlos“:
„Bilanz nach der Corona-Zeit in Schulen und Kitas: 3,5 Milliarden Euro für Schnelltests, die man hätte besser investieren können, so die Kritik der Partei „Lobbyisten für Kinder“. Viele Tests liegen noch in den Depots der Bundesländer. Die Summen kamen demnach zwischen März 2021 und Sommer 2022 der Corona-Zeit zustande. Das Infektionsschutzgesetz des Bundes hatte es den Ländern ermöglicht, anlasslos Kinder und Beschäftigte in Schulen und Kitas auf das Coronavirus testen zu lassen.“ (Fettung von mir) https://www.welt.de/politik/deutschland/article247420370/Pandemie-Folgen-Mehr-als-3-5-Milliarden-fuer-Corona-Tests-in-Schulen-und-Kitas.html
So viel zu den ökonomischen Folgen. Nicht wirklich messbar sind die Folgen der psychischen Verwundungen, die den Kindern zugefügt wurden.
Mithilfe moderner Info-Grafiken werden heutzutage komplexe medizinische Themen bildlich dargestellt, damit sie auch für den Laien verständlich sind, doch viele dieser Bilder sind verstörend und schamverletzend. Sie werfen einen fragwürdigen Blick in Körperinnenräume und manipulieren unsere Wahrnehmung. Hier wird der unangenehme, tief in den Kopf eindringende Abstrich für den PCR-Test banalisiert und der Eingriff zu einer Lappalie heruntergespielt:
Eine grenzüberschreitende Abbildung eines grenzüberschreitenden Eingriffs. Medizinisch legitimiert dringt „der Arzt“ mit dem „Stäbchen“ in ein Kind ein… So tief, bis es nicht mehr weiter geht: Bis zum Anschlag. Auf der Grafik bleibt „der Arzt“ unsichtbar, was den Vorgang umso unheimlicher macht. Wir sehen Marie (wie ich sie nenne), ein tapferes, gehorsames, allzeit bereites PCR-Mädel. Marie, die mich an die beliebte Mädchen-Comic-Figur „Conni“ erinnert („Conni lernt Radfahren“, „Conni macht Mut in Zeiten von Corona“…), gibt es nicht wirklich, denn Marie ist am Computer entworfen. Zunge, Gaumen und Rachen sind farblich abgestimmt auf Maries rosafarbenes Hemdchen und das hellrote Haarband. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet, sie schaut fast versonnen. Ihr zartes Köpfchen ist wie gemacht für den Abstrich. Ich finde diese Grafik entsetzlich. Für kleine Kinder sind Abstriche für den PCR-Test eigentlich unzumutbar, zumal ihnen Corona kaum etwas anhaben kann. Aber auch durch weniger invasive Abstriche, wie sie routine- und regelmäßig an den Schulen durchgeführt wurden, erleiden Kinder seelische Verletzungen, psychische Mikro-Traumata, die Narben hinterlassen. Diese Info-Grafik ist nicht nur widerlich, sondern untergründig pornografisch – unter dem Deckmantel der Medizin. Ich stelle mir gestörte Männer vor, deren sadistisch-perverse, voyeuristische Gelüste hier Nahrung finden und auf einen Klick immer wieder neu angestachelt werden: Aufgespießt. Auch wenn die Grafik zweckdienlich ist, finde ich, dass sie aus dem Netz genommen werden müsste. Solche Bilder sind gefährlich.
…“
Die Info-Grafik suggeriert, dass der menschliche Hals-Nasen-Ohrenbereich wie geschaffen ist für den PCR-Test. Das klingt praktisch, ist aber irreführend und kaschiert die Brutalität des medizinischen Eingriffs. Da Corona Kindern nicht viel anhaben kann, war der routinemäßig (bei positivem Ergebnis des Schnelltests) durchgeführte PCR-Test eine schwere Körperverletzung. Corona (insbesondere die Omikron-Variante) ist für Kinder harmlos!
Karl Lauterbach -und das macht ihn gefährlich- hat sich während der „Pandemie“ krampfhaft an ein Papier geklammert, das zur Richtschnur der Maßnahmen-Politik der Bundesregierung werden sollte und der Rechtfertigung völlig überzogener Maßnahmen diente. Im Panik machenden, ein Worst-Case-Szenario heraufbeschwörenden „Strategiepapier des Bundesinnenministeriums“ mit dem Titel „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ heißt es zu den Kindern:
„‚Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden“: Falsch. Kinder werden sich leicht anste- cken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.'“https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/
Hier wird die Wirklichkeit grotesk verzerrt. Lauterbach macht mir Angst. Und ist unserem Bundesgesundheitsminister überhaupt zu trauen, wenn er noch im August 2022 ungestraft vor der „Durchseuchung einer ganzen Generation“ (der Kinder) hat warnen dürfen?