
HAIG, REAGAN, SCHMIDT – BEKRIEGT EUCH DOCH ZU DRITT…
Diese Parole hatten wir am Vorabend der großen Friedensdemonstration am 10.10.1981 in unserer Kölner WG-Wohnküche kreiert. 250.000 bis 300.000 Menschen demonstrierten damals im Bonner Hofgarten für Abrüstung, ein atomwaffenfreies Europa und insbesondere gegen den NATO-Doppelbeschluss, die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa. Vgl.: https://stellwerk60.com/2022/03/17/haig-reagan-schmidt-bekriegt-euch-doch-zu-dritt-friedensdemo-bonn-1981-verspaetete-gedanken-zum-internationalen-frauentag/
Inspiriert war unsere pazifistische Parole von einer berühmten anderen, die der Hamburger Designer Johannes Hartmann in diesem friedensbewegten Jahr 1981 bekannt gemacht hatte, zunächst als Graffiti, dann als Plakat: „Stell Dir vor, es ist Krieg, und Keiner geht hin.“ Viele Menschen schienen auf diese Parole gewartet zu haben, denn sie spiegelte unser pazifistisch-freiheitliches Lebensgefühl. https://www.spiegel.de/geschichte/graffiti-stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin-a-1062067.html
Die Berichterstattung war unaufgeregt und solidarisch. Wir hatten -heutzutage unvorstellbar- die „Tagesschau“ hinter uns, obwohl wir die US-amerikanische Kriegspolitik scharf kritisierten. Der gesellschaftliche Konsens war breit gefächert. Unterstützt von 1000 politischen und kirchlichen Organisationen, hatten die Aktion Sühnezeichen und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden zur Kundgebung aufgerufen. Zu den Rednern gehörten das SPD-Präsidiumsmitglied Eppler, das FDP-Vorstandsmitglied Baum, der vom Ausschluss aus der CSU bedrohte Friedensforscher Mechtersheimer und der Schriftsteller Heinrich Böll. https://www.youtube.com/watch?v=ULo-QOPKYQs
Wir waren jung, hatten Vertrauen in die Politik und fühlten uns durch das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ vor staatlicher Willkür geschützt. Autoritäre Macht-Politiker wie der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) und sein bayerischer Amts-Kollege Franz-Josef Strauss (CSU), die gut in die grobschlächtige, gereizte Politik der Jetztzeit passen würden, waren damals die Ausnahme. Trotz des Wissens um die Zerstörungskraft von Atombomben hatten wir die Kraft, spielerisch mit der Bedrohung umzugehen.
Wenn man uns geweissagt hätte, dass zwanzig Jahre später Frauen nicht nur im Musikkorps oder Sanitätsdienst, sondern in den Streitkräften der Bundeswehr Stellung beziehen würden, hätten wir das nicht glauben mögen. Und wenn man uns dann noch erzählt hätte, dass ausgerechnet Ernst Albrechts ehrgeizige Tochter Ursula von der Leyen (CDU) im Jahr 2013 Bundesverteidigungsministerin werden und sich für die Versorgung schwangerer Soldatinnen mit Umstands-Uniformen stark machen würde, hätten wir auf dem Boden gelegen vor Lachen.
Genau dieses Lachen, gespeist aus Lebensfreude, Phantasie, einem gesunden, ungeimpften Menschenverstand und politischer Intuition, sollte uns 40 Jahre später mit aller Macht ausgetrieben werden. Denn die politische Obrigkeit würde -mit den Mitteln von Manipulation und Propaganda- von unseren Körpern und unserem Denken in nie gekannter Weise Besitz ergreifen. Corona-Maßnahmen und Massenimpfung waren -ich muss es leider immer wieder sagen- ein Angriff auf Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes.
Im März 2024 hielt der Psychologe Dr. Dirk V. Seeling im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Pandemie-Vertrag einen Vortrag „über Kognitive Kriegsführung und wie wir unsere Eigenständigkeit bewahren.“ Machtmissbrauch erleben wir nicht nur in Diktaturen, sondern zunehmend auch in Demokratien. Funktionieren kann das nur mithilfe von Manipulation und Propaganda. Manipulation gelingt dann, wenn Angst erzeugt wird und die Menschen dazu gebracht werden, einer Autorität blind zu vertrauen und sich ihr bedingungslos unterzuordnen. Mithilfe von Experimenten, an denen neben Psychologen immer auch Ärzte beteiligt waren, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in den USA kontinuierlich weiter erforscht, wie man Menschen „umpolen“ kann.
Aber es bleibt Grund zur Hoffnung: Etwa 10% aller erwachsenen (!) Menschen sind manipulationsresistent. Dirk Seeling beschreibt verschiedene sozialpsychologische Experimente, die in den 1960er und 70er Jahren in den USA durchgeführt wurden, etwa das Milgram-Experiment (1961) oder das Stanford-Prison-Experiment (1971). Zwar bezeugen diese Experimente, wie leicht Menschen verbogen werden und sogar dazu gebracht werden können, sich gegenüber Mitmenschen brutal zu verhalten, doch in jedem Experiment, so betonte Dirk Seeling, gibt es diese 10% Menschen, die sich nicht manipulieren lassen.
Eben diese 10%, die den blinden Gehorsam verweigern, sind unter Umständen der „Sand im Getriebe“, dann nämlich, wenn sie den Mächtigen bzw. denen, die sich die Macht angemaßt haben, mit einem NEIN zur Unterwerfung den Spiegel vorhalten. Während der Corona-„Pandemie“ haben wir erlebt, wie zahlreiche Menschen trotz permanenter Androhung harter Sanktionen die Impfung verweigerten und sich selber treu blieben. Stell dir vor…
Stell
dir vor,
es ist Massenimpfung
und 10% geh’n nicht
hin.
Als im November 2021 bekannt wurde, dass sich mit Omikron eine zwar hoch ansteckende, aber deutlich harmlosere Corona-Variante entwickelt hatte, wurden die die politisch und medizinisch Verantwortlichen hochnervös und standen mit dem Rücken zur Wand. Mit klarem Verstand betrachtet, waren die völlig überzogenen Corona-Maßnahmen und die Massenimpfung nicht mehr zu rechtfertigen. Darüber hinaus sollte sich sehr bald herausstellen, dass die Corona-Impfung angesichts der neuen Variante nicht nur praktisch wirkungslos war, sondern die zum Glück seltener gewordenen schwereren Fälle keinesfalls verhindern konnte. „Schon im Januar 2022 zeigte der RKI-Wochenbericht, dass von den dort erfassten 30.914 mit Omikron erkrankten Erwachsenen 83 Prozent geimpft und darunter 26 Prozent sogar geboostert waren. Im Krankenhaus behandelt wurden 72 Prozent Geimpfte. Und unter den gerade mal 20 Omikron-Intensivpatienten lag die Geimpften-Quote bei 68 Prozent.“ https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/corona-impfung-wirkung-kritik-ungeimpfte-100.html
„Es war eine Frau, die Anfang November 2021 als erste Medizinerin auf die neue Variante und die mit der neuen Variante einhergehenden deutlich leichteren, die Lunge verschonenden Krankheitsverläufe aufmerksam gemacht hatte: Die Allgemeinmedizinerin und Vorsitzende der South African Medical Association (SAMA), Angelique Coetzee… Anfang 2022 erzählt Angelique Coetzee in einem Interview, dass man ihr verboten habe, die Wahrheit zu sagen. „Angesicht des milderen Verlaufs hätten Regierungen „definitiv überreagiert“, meint Coetzee … im Interview mit WELT. Doch zunächst sollte die Nachricht der leichteren Krankheit gar nicht in den Umlauf gelangen. „Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei. Ich wurde gebeten, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung. Das habe ich abgelehnt.“ https://www.merkur.de/welt/omikron-entdeckerin-corona-variante-afrika-milder-leichterer-verlauf-zr-91341362.html Vgl.: https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/
Menschenfreundliche, das Leben liebende Gesundheitspolitiker (♀︎+♂︎) hätten angesichts der Entwicklung einer harmloseren Variante Jubelsprünge gemacht. Doch das Gegenteil war der Fall. Anstatt mit Freude und Erleichterung reagierte die Politik mit Panik, Aggressivität und blindem Aktionismus.
Im Jahr 1944 schrieb der junge Karl Marx einen aus heutiger Sicht beinahe prophetisch anmutenden Satz: „Man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!“ ( Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, 1844)
Als die „10%“ der versteinerten Gesundheitspolitik „ihre eigne Melodie“ vorsangen, ihr den Spiegel vorhielten, indem sie sich nicht impfen ließen, zwangen sie nicht nur die „Verhältnisse“ zum Tanzen, sondern einzelne Akteure, die nicht willens waren, von ihrem einmal eingeschlagenen Kurs, der ihnen einen gewaltigen Machtzuwachs beschert hatte, abzurücken. Entsprechend war der Tanz der Mächtigen nicht heiter, sondern verzerrt und verkrampft. Eine tragikomisch verdrehte, völlig verunglückte Polit-Pirouette legte der designierte Kanzler Olaf Scholz aufs Parkett. Er „vergaß sein Wahlversprechen, dass es keine Impfpflicht geben werde, und kreierte stattdessen eine Drohung, die er -psychologisch clever- auch noch als Geschenk verpackte, als ein neues „Versprechen“, ein sogenanntes „Impfpflichtversprechen“. (Stellwerk60, s.o.)
Dem „Impfpflichtversprechen“ vorausgegangen war eine primitive Nacht- und Nebelaktion. Ohne dass man die Bevölkerung informierte, wurde Ende November 2021 das Versprechen, dass es keine gesetzliche Impfpflicht geben werde, nach einem knappen Jahr von der offiziellen Seite der Bundesregierung verbannt. (Hinweis: Berliner Zeitung)
Dem damaligen Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, passierte in der ARD-Talkshow Anne Will am 7.11.2021 eine sprachliche Entgleisung, die zugleich Zweifel an seiner Kompetenz als Arzt aufkommen lässt. „Momentan“, so Montgomery, „erleben wir ja wirklich eine Tyrannei der Ungeimpften, die über das Zweidrittel der Geimpften bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren“.
Hier wird -sehr plump- die Wahrheit verdreht. Denn es waren eben nicht die „Ungeimpften“, die der Gesellschaft „diese ganzen Maßnahmen“ aufoktroyierten, sondern -genau umgekehrt- die gesundheitspolitisch Verantwortlichen, die auf unverantwortliche Weise von Beginn der „Pandemie“ an überreagiert hatten. Aufgegriffen wurde die autoritäre Schuldzuweisung u. a. von der zackigen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), deren kerniges Jawoll! zu Montgomery am 15.11 von der WELT zitiert wurde: „Ungeimpfte dürfen nicht als Minderheit die Mehrheit terrorisieren.“ (welt.de, s.u.)
Doch Montgomery dämonisiert nicht nur „die Ungeimpften“, sondern das zwar hoch ansteckende, aber vergleichsweise harmlose Virus. Anstatt erfreut und erleichtert zu sein, warnt er Ende November 2021 in vermeintlich großer Sorge „vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. „Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.“ https://www.welt.de/gesundheit/article235318166/Frank-Ulrich-Montgomery-fordert-bundesweites-Verbot-fuer-Weihnachtsmaerkte.html „Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery…“
Ein katastrophaler und folgenreicher Denkfehler! Denn hat nicht gerade die Entwicklung der südafrikanischen Variante B.1.1.529 gezeigt, dass es ein Segen war, dass das Virus die Chance hatte zu mutieren? Besonnene Virologen hatten schon in frühen Zeiten der Corona-„Pandemie“ vorausgesagt, dass sich das Virus mit der Zeit abschwächen würde. Plastisch erklärt es Anfang 2021 die Journalistin Ulrike Gebhardt, die sich an den Vortrag einer Professorin für Virologie erinnert: „Viren würden es in ihrer evolutionären Entwicklung darauf „anlegen“, mit ihrem Wirt in ein ausgeglichenes Verhältnis zu kommen. Ein Verhältnis, in dem sich das Virus zwar optimal ausbreiten könne, dem Wirt jedoch möglichst wenig geschadet würde. Daran, dass der Wirt stirbt oder schwer erkrankt auf einer Isolierstation liegt, kann dem Virus nicht gelegen sein. Denn: Tote oder Isolierte sind aus seiner Sicht eine Sackgasse, die Infektionskette bricht ab.“ https://www.riffreporter.de/de/wissen/sars-cov-2-mutation-wird-das-virus-endemisch-und-harmloser-werden Ein hoffnungsvoller Gedanke, der sich mit Aufkommen der Omikron-Variante dann ja auch tatsächlich bewahrheiten sollte.
So schlug das Virus, als es mutierte und „freundlicher“ wurde, der aggressiven Impfpolitik („Impfen, Impfen, Impfen!“) ein Schnippchen. Denn die harmlose Omikron-Variante entwickelte sich eben nicht in Ländern mit hoher Infektions- und Impfrate, sondern dort, wo es deutlich weniger Infektionen gab und auch deutlich weniger geimpft wurde, in verschiedenen afrikanischen Ländern. „Die Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 ist wohl anders als bislang angenommen schrittweise über mehrere Monate in verschiedenen Ländern Afrikas entstanden. Forschende haben herausgefunden, dass es schon deutlich vor dem ersten Nachweis von Omikron in Südafrika vor einem Jahr Omikron-Vorläufer auf dem afrikanischen Kontinent gab. Das geht aus einer im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Studie eines internationalen Forscherteams hervor, an der neben zahlreichen afrikanischen Forschenden auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin beteiligt waren.“ https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/wie-omikron-entstanden-ist-5223 Dass die Variante, die die Wende brachte, sich dort entwickeln konnte, wo -wie schon Charles Darwin vermutet hatte- die Ursprünge der Menschheit liegen, ist… ein Wunder!
Frank Ulrich Montgomerys Prophezeiung, dass, um weitere Varianten zu verhindern, es nötig sein werde, die Welt noch jahrelang zu impfen, ist nicht nur beschränkt, sondern auch Ausdruck ärztlichen Größenwahns. Glücklicherweise hat sich Montgomerys Allmachtsphantasie nicht durchgesetzt und wird sich hoffentlich niemals durchsetzen. Denn das Vorhaben einer totalen Impfung ist nicht nur unklug, sondern in aller Regel kontraproduktiv, was die Abschwächung eines Virus (und die friedliche Koexistenz von Mensch und Virus) angeht.