Elfchen im Neunten: Selbst ist das Tier (Wie ein schwer verletztes Nippeser Rotkehlchen nicht den Hunger verlor – und überlebte)

Mitte Juli tauchte in unserem kleinen Garten ein schwer verletztes Rotkehlchen auf. Eines seiner Beine war nur noch durch ein Stück Haut mit dem Körper verbunden. Vermutlich war das Tierchen von einer der vielen Katzen erwischt worden, die durch die autofreie Siedlung streifen, vielleicht aber auch von einem anderen Tier. Letztes Jahr habe ich beobachtet, wie ein umherstreunender, verstörter Hund einer jungen, am Flügel verletzten Amsel mit einem gezieltem Biss das Genick gebrochen hat.

Bevor ich darüber nachdenken konnte, ob man dem kleinen Vogel nicht helfen müsse, war das Rotkehlchen verschwunden.

Am nächsten Tag kam es wieder. Sein verletztes Bein war nicht mehr „vorhanden“. Hatte das Rotkehlchen es sich abgepickt, oder hatte gar ein Artgenosse…? Mich schaudert’s bei der Vorstellung, doch lebensrettende Amputationen unter Tieren sind bei bestimmten Tierarten durchaus üblich. https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/amputation-bei-ameisen/

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Wir Menschen sind schwer traumatisiert, wenn wir eine Gliedmaße verlieren. Der Verlust eines Beins oder Arms macht uns abhängig von der Hilfe anderer. Das Rotkehlchen kann sich selber helfen: Ich schaffe das.

Obwohl es Entsetzliches erlebt haben musste, schien das Rotkehlchen weder Schmerzen noch Angst zu empfinden. Es wirkte nicht traurig, sondern befreit. Einbeinchen strotzte vor Lebensenergie.und hatte unbändigen Hunger. Einem Rotkehlchen schlägt so schnell nichts auf den Magen.

Zwar ist das Tierchen gehandicapt, aber Not macht erfinderisch. Um immer genügend Futter abzubekommen, greift das Rotkehlchen zu einer List. Wenn wir morgens Rosinen auf die Terrasse werfen, ist es schon da – vor den Amseln. Und während die Amseln die Rosinen vom Boden aufpicken, stellt es sich wartend auf den Tisch. So verhält sich Einbeinchen jetzt seit drei Monaten, mit Erfolg, wie man sieht.

Ich

habe Hunger,

Hunger, Hunger, habe

Hunger, Hunger, Hunger… Habe

Durst.

(… Wir haben Hunger, alte Volksweise)

Würde sich Einbeinchen bewusst machen, was alles passieren kann, könnte es nicht überleben. Anders als ein krankenversicherter älterer Mensch bekommt es zum Glück nicht zu hören, welche Krankheiten sich ein verletztes bzw. vorerkranktes Lebewesen schnell einfängt. „Die häufigsten Krankheiten, die Rotkehlchen betreffen können, sind Salmonellose, Trichomoniasis, Vogelgrippe, Vogelpocken und Parasitenbefall.https://vogelentdecker.de/was-sind-die-haufigsten-krankheiten-bei-rotkehlchen/

Herbst 2022: Großmutter und Enkelin. Das Plakat diskriminiert ältere Menschen, indem es sie pauschal zu potentiellen Grippe-Opfern erklärt, und enthält eine indirekte Todesdrohung. Unser Unbewußtes, das wissen die Werbepsychologen, ersetzt, wenn wir das Plakat anschauen, das Verb „mitfeiern“ durch das Verb „miterleben“ (Bitte ausprobieren!).

Mit der Corona-„Pandemie“ ist auch die Werbung für die Grippe-Impfung aggressiver geworden. Es wird nicht einmal mehr versucht zu vertuschen, dass Bundesregierung und Pharma-Industrie eng zusammenarbeiten. Die STIKO ist nämlich keineswegs ein unabhängiges Gremium, wie viele glauben, sondern untersteht, ebenso wie das RKI, dem Bundesgesundheitsministerium (BMG).

Hinzufügung 5.12.2024: In meinem Archiv fand ich die Abbildung eines weiteren Impf-Werbeplakats aus der selben Serie, das alten Menschen nicht nur mit dem Tod droht, sondern mit dem Verlust von Liebe und Hoffnung („Zweiter Frühling“).

Würde das Rotkehlchen begreifen, dass die gesundheitlich Verantwortlichen ihren Mitmenschen via Werbung Todesangst einjagen, würde ich mich sehr vor ihm schämen.

Nikolaus 2024: Einbeinchen ist wieder da. Im Oktober und im November hat es sich nicht mehr blicken lassen, aber gestern, als ich das zweite Plakat in den Blog einfügte, kam es geflogen. Heute hat es sich wieder Rosinen geholt-als wäre nichts gewesen.