Seit ein paar Tagen gibt es diese reich bebilderte und ansprechend gestaltete neue Siedlungs-Broschüre:
Die Broschüre „soll den BewohnerInnen eine Hilfestellung zur Lösung der verschiedenen Transportprobleme bieten.“ So wird erklärt, wie und mit welchen Hilfsmitteln man ohne Auto größere und kleinere Einkäufe, aber auch Möbel befördern kann. Fragen werden beantwortet, wie z.B. Kann die Siedlung mit dem Auto befahren werden, wenn man sperrige Teile geliefert bekommt oder ein Umzug ansteht? Die Mitglieder des Vereins Nachbarn 60 können bis auf Autos (die gibt’s direkt nebenan bei Cambio) viele Transportgeräte kostenlos ausleihen, die meisten stehen in der Mobilitätsstation. Weitere Informationen unter: http://www.nachbarn60.de
Die Broschüre hilft bei praktischen Fragen. Sie erzählt kaum etwas davon, wie sich das Leben in einer autofreien Siedlung anfühlt. Die angesprochenen Probleme sind die mit dem Ordnungsamt und nicht die der Menschen untereinander. Aber mehr als wertvolle praktische Ratschläge geben will die Broschüre auch nicht.
Wer etwas Stellwerk60-Flair schnuppern will oder in den Sound der Siedlung hineinhören, dem sei als Ergänzung noch einmal der Film empfohlen, den das Koreanische Fernsehen vor knapp zwei Jahren gedreht hat.
Kleine Ergänzung 2021: Durch einen „Umzug“ zwischen zwei YouTube-Kanälen war dieser Film vorübergehend verloren gegangen bzw. unter der alten „Adresse“ nicht mehr aufrufbar. Er hatte bis Anfang 2021 etwa 1300 Aufrufe, was sich jetzt auch nicht mehr „belegen“ lässt. Aber der muntere Film hat den „Ortswechsel“ unbeschadet überstanden!
Rund 1200 Radfahrer/innen aller Altersstufen hatten sich am 4. November bei bestem Wetter im Wasserwerkswäldchen am Verteilerkreis versammelt, um über die A555 Richtung Bonner Klimakonferenz zu radeln: Pedal The Highway!
Bis kurz vor Beginn der Tour wurde noch mit der Polizei verhandelt, aber die Autobahn wurde dann doch nicht für die Rad-Demo frei gegeben. Während wir Radler auf den „Startschuss“ für die abgespeckte Demo warteten, kam die Absage per Mikrofon: „Unsere Veranstaltung ist hiermit aufgehoben.“
Was war los, sollte die Fahrt etwa gar nicht stattfinden? Aber dann… kam der befreiende Satz: „Wir haben jetzt die Möglichkeit, als Critical Mass über die Landstraße nach Bonn zu fahren.“ Ein großer Moment: Die Fahrrad-Demo ist passé, Es lebe die Critical Mass!, oder, wie die Franzosen sagen: Vive La Vélorution!
Ich habe die Zahl der vielen roten Ampeln nicht gezählt, über die wir als kritische Masse, als MehralsTausendfüßler Richtung Bonn geradelt sind – an Wäldchen und Feldern entlang und mitten durch kleinere Ortschaften. Wir, der große Pulk der Klimaschützer und Befürworter des Kohleausstiegs, haben uns nicht aufhalten lassen.
Es ist der Hauch von Anarchie, der diese Spielart der politischen Meinungsäußerung zu einem Genuss werden lässt. Denn das macht den Reiz der Critical Mass aus: Im Schutz des Pulks über rote Ampeln fahren, aufheulende Automotoren zum Schweigen bringen, sich nicht bremsen lassen, Verkehrsregeln für eine Weile außer Kraft setzen – Und das völlig legal!
Das gilt nicht nur für das tragikomische, überspannte Szenario des gleichnamigen Bestseller-„Romans“, sondern auch für „des deutschen Mannes liebstes Kind“, das Auto. „Die Neuwagen in Deutschland werden immer grauer“, schreibt die Münchner Boulevardzeitung Tz Anfang 2017, „der Farbton Grau führt die Top 10 der Lieblingsfarben für einen Wunschwagen an.“
Auch in Nippes präsentieren sich die PKW grau in grau:
Grau und graubraun lackierte Autos schieben ihre blechernen Schnauzen über den Parkplatzrand und behaupten mehr Raum, als ihnen zusteht.
Ein einzelner, tapfer wachsender Baum erinnert daran, dass der Erdboden eigentlich nicht dafür geschaffen ist, versiegelt zu werden und schwere Limousinen zu tragen.
Die bunt und munter vorbeirauschenden Radler gehören zum Pulk des gemeinschaftlichen Radfahrens quer durch den Kölner Norden. Wer es immer noch nicht weiß: Es gibt jetzt eine einstündige Stadtteil-Tour nach Art der critical mass. Sie startet an jedem ersten Donnerstag und dritten Donnerstag/Samstag im Monat. Treffpunkt: eine halbe Stunde vor dem Start auf dem Wilhelmplatz, 17.30h (Do) oder 15.00h (Sa).
Zur Erinnerung: Stellwerk 60-Team SattelFest belegte in der Kategorie „teilnehmerstärkstes Team“ mit 37 Aktiven kölnweit Rang 15 (unter 189 Teams) und kam mit 6.315 geradelten Kilometer in der Kategorie „Gesamtkilometer“ auf den 23. Platz.
Kürzlich sorgten neue Recherchen für eine kleine Überraschung: In der Veedel-Wertung für den Stadtteil Nippes hat unser Team eindeutig den Lenker vorne. Wir brachten dreimal so viele Teilnehmer auf den Sattel wie der Nippeser „Because Chor“ (1554 km) und die Bürgerinitiative „Grüne Lunge“ (2048 km) mit jeweils 12 Aktiven – und wir waren sogar fünfmal so teilnehmerstark wie ein siebenköpfiges Team namens „Nippes“ (1714 km).
Ein paar Fotos von der internen Siegerehrung auf dem großen Sommerfest der autofreien Siedlung am 2. September:
Gelbes Trikot für den Vorjahreszweiten, den „Genussradler“ Alf Kroll.
Kleeblatt-Preis (Pizzaschneider in Fahrrad-Form) für die Familie Meyer. Mathilde Herzog – de Waal, Trägerin des rosa Trikots, konnte bei der Siegerehrung leider nicht dabei sein und gab ihren Preis (rosa Evolution-Shirt, vorne im Bild) an die Familie Meyer weiter.
Vielen Dank an alle Teilnehmer/innen und herzlichen Glückwunsch!!!
Beim Kölner Stadtradeln 2017 landete unser Team „Stellwerk60 – SattelFest“ mit 37 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf Platz 15 in der Kategorie „teilnehmerstärkstes Team“ und ließ 174 Kölner Teams hinter sich!!!
Hier das siedlungsinterne Endergebnis:
Träger des Gelben Trikots ist…..
… Alf Kroll mit 417 geradelten Kilometern.
Trägerin des Rosa Trikots ist….
… Mathilde Herzog de Waal mit 395,2 geradelten Kilometern.
Den Kleeblatt-Preis hat gewonnen….
… die Familie Meyer mit 405 geradelten Kilometern.
Den Couple-Cup erradelte…
… das Duo Babsy&Co mit 551 Kilometern.
Herzlichen Glückwunsch!!!
Ich möchte das Team Stellwerk60 – SattelFest zur internen Siegerehrung einladen, die diesmal nicht auf dem Klimastraßenfest stattfindet, sondern auf dem großen Jubiläums-Fest der autofreien Siedlung am 2. September. Stellwerk 60 wird zehn, und das wird am 2.9. entsprechend gefeiert. Genaueres werde ich noch mitteilen.
Herzliche Grüße, Teamkapitänin Lisa
Noch ein Hinweis:
Der Unterschied zwischen Auto und Fahrrad besteht unter anderem darin, dass man ein Auto nicht stemmen kann. Das Foto zeigt eine bärenstarke Nippeser Radfahrerin. Geknipst habe ich es im Anschluss an die gelungene Premiere der „Öffentlich-Kritischen Maßnahme Köln-Nord-Nippes“ am 13. Juli.
Die Feier des Fahrrads….
ÖFFENTLICH-KRITISCHE MASSNAHME KÖLN-NORD-NIPPES
Diese „Maßnahme“ ist eine zwanglose Stör-Aktion und eine unterhaltsame Möglichkeit, auf die große Zahl der Nippeser Radfahrer öffentlich aufmerksam zu machen. Die Premiere am 13. Juli hat richtig Spaß gemacht: Nach einer Auftakt-Ehrenrunde auf dem Wilhelmplatz radelten wir, eine Gruppe von 30 Personen, eine Stunde lang jodelnd, pfeifend und klingelnd quer durch den Stadtbezirk Nippes, immer dem Hinterrad des/der wechselnden Vorwegradelers/Vorwegradelerin nach.
Ab 16 Personen ist eine radelnde Gruppe ein Pulk. Der Pulk muss nicht die Radwege benutzen, sondern darf auf der Straße fahren. Verkehrspolizeilich bilden alle Pulk-Mitglieder zusammen ein großes Fahrzeug. Springt eine Ampel auf Rot, wenn erst ein Teil der Gruppe gefahren ist, müssen die anderen Radler nicht erst auf Grün warten, sondern dürfen (und sollten!) hinterher fahren.
Genau das ist bei der Premiere mehrmals passiert. Es fühlte sich großartig an, ich radelte zügig, aber in aller Seelenruhe am Ende der Gruppe – hinterstes Glied eines gut gelaunten, 30köpfigen, 60beinigen Pulks. In diesen Momenten wurde die Tour zur Mutprobe, denn der Gegenverkehr musste warten: Vorfahrt für den Radverkehr. Einzelne geübte Radfahrer übernahmen die Aufgabe, den Gegenverkehr zu blockieren und aufgebrachte Autofahrer zu beschwichtigen. Das habe ich mich nicht getraut – beim nächsten Mal vielleicht. Wie aggressiv viele Autofahrer sind, kriegten wir nämlich deutlich zu spüren: Blöde Sprüche, Hupen, Geschrei. Wütend aufheulende Motoren, als wieder auf die Tube gedrückt werden durfte.
Die Nippes-Fahrt ist der “Critical Mass” nachempfunden, bei der alleine in Köln an jedem letzten Freitag im Monat etwa 1000 Radler mitfahren. Wie bei der „Critical Mass“ handelt es sich nicht um eine Demonstration. Jede/r Teilnehmer/in fährt auf eigene Gefahr.
Ab August findet die Nippes-Mass immer am 1. und 3. Donnerstag im Monat statt.
Was wären wir Stadtradler ohne unsere Fahrräder? Radlos.
Ich stelle vor: Mein Gelderländer Grachtenrad.
Wir Deutsche müssen immer einen Grund finden, warum wir Rad fahren: Weil es uns in Bewegung hält, um Staus zu umgehen, um Kalorien zu verbrennen und um Co2 einzusparen. In den Niederlanden ist das anders, hier ist Radfahren selbstverständlich. Zur Fortbewegung in der näheren Umgebung setzen sich viele Niederländer aufs Rad, so wie wir uns Schuhe anziehen, wenn wir wandern.
Als meine ältere Tochter 2014 ihr Freiwilliges Soziales Jahr in den Niederlanden antrat, begrüßte man sie direkt bei der Ankunft mit einem Dienstfahrrad. Sie durfte noch kurz in die Unterkunft und ihre Koffer abstellen, um dann unverzüglich 15 km (!) zur Dienststelle zu radeln.
Ja, die Niederländer lieben ihre Fahrräder. Von den alten Fietsen trennen sie sich nur ungerne.
Nach altem Brauch brachte eine Amsterdamerin ihr 50 Jahre altes, lahm gewordenes Gazelle-Rad nicht zur Müllkippe, sondern versenkte es seufzend in einer Gracht. Tags darauf wurde es -zusammen mit vielen, vielen anderen Fahrrädern- von einem Boot der Behörde „Waternet“ aus dem Wasser gefischt und zu einer städtischen Deponie gebracht. Hier entdeckte es ein Fahrradhändler aus der Provinz Gelderland. In seiner Voorster Werkstatt tauschte er die defekten Teile aus und verlieh dem wohlgeformten, stabilen Rahmen neuen Glanz.
In der Rubrik Fietsen en Brommers des Kleinanzeigen-Portals Marktplaats identifizierte es meine Tochter als ihrer Mutter Traumrad. Ich musste es sofort haben: Dass ich dieses und kein anderes in einer überhasteten Aktion per Auto in die autofreie Siedlung transportiert habe, möge man mir verzeihen.
Dieses Jahr nimmt die Stadt Köln zum zweiten Mal am Projekt Stadtradeln teil.
Da simmer widder dabei: Stellwerk 60 – SattelFest, offenes Team der autofreien Siedlung Köln-Nippes.
Stadtradeln ist ein sportliches WettSpiel und ein schönes Beispiel dafür, dass das Umsteigen aufs Fahrrad nicht Verzicht bedeuten muss, sondern Spaß machen kann.
Die Spielregeln sind die gleichen wie letztes Jahr: Über den Zeitraum von drei Wochen (16.6.-7.7.2017) notieren wir alle Kilometer, die wir erradeln (auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen, zum Kino, Theater, zum Rhein etc.), und stellen das Ergebnis ins Internet.
2016 war Stellwerk 60 – Team SattelFest sehr erfolgreich. Bei der offiziellen Preisverleihung im Historischen Rathaus wurde uns diese schmucke Urkunde verliehen:
Leider verschweigt die Urkunde, dass es insgesamt 135 (!) Teams gab und wir stolze 135(!) Teilnehmer/innen waren. Mit der schönen Zahl von 21.111 gefahrenen Kilometer lagen wir außerdem bei den insgesamt gefahrenen Kilometern auf Rang sieben! Das ist ein halber Äquator. Die zweite Hälfte könnten wir dieses Jahr schaffen.
Ungünstig ist diesmal der Termin, denn geradelt wird leider knapp vor den Sommerferien. Vermutlich werden wir also nicht so viele Teilnehmer/innen sein. Um so größer ist allerdings die Chance, einen siedlungsinternen Preis zu kriegen.
Es wird wieder eine Siegerehrung geben – vielleicht auf unserem großen Jubiläums-Sommerfest (die autofreie Siedlung Stellwerk 60 wird zehn!) am 2. September.
Nutzt die Fußball-Bundesliga-freie Zeit, werdet selber sportlich aktiv und meldet euch an:
Herzliche Grüße, rauf auf’s Rad, Teamkapitänin Lisa
P.S: Es gibt eine Marke zu knacken: 930 Kilometer von Vorjahressieger Christoph Brozio alias Gino Bartali. Auf zur Verfolgungsjagd, ran an die Tausend!
Ich hatte Smileys immer für völlig witzlos gehalten und gemeint, immun zu sein gegen ihren schlichten, biederen Charme. Aber eines schönen frühen Abends im September fuhr ich die Lindenthaler Friedrich-Schmidt-Straße stadtauswärts. Ich war stadtradelnd unterwegs. Als Kapitänin des Teams Stellwerk60-SattelFest wollte ich Kilometer kloppen. Ich ärgerte mich, dass es keinen Radweg gab. Im großen Bogen überholten mich mehrere Autos. Da die Straße nicht sehr breit ist, mussten sie langsam fahren. Ein Geschwindigkeits-Messgerät am Straßenrand belohnte die Autofahrer mit einem grün leuchtenden Lächeln: 30 km/h , 31 km/h. Was haben die, das ich nicht hab?, dachte ich und trat mit aller Kraft in die Pedale. Jetzt endlich respektierte man mich: Mit angezeigten 15 km/h und einem Lächeln. Nicht einmal durch eine Windschutzscheibe getrennt, sah ich einem Smiley direkt ins breite, grün strahlende Grinsegesicht – und grinste zurück.
Keiner drückt mich, jammern diese Smileys im Ausgang des Nippeser Alnatura. Aber diese neue Aktion zur mittlerweile unumgänglichen Kundenzufriedenheitsanalyse ist einfach zu doof. Wie hat es Ihnen heute bei uns gefallen?, fragt über dem Kasten mit den vier verschieden Smileys ein Schild. Als Antwort auf die alberne, überflüssige Frage fällt mir nur „hä?“ ein oder „keine Ahnung“. Lächerlich!
Finale auf dem Klimastraßenfest, v.l.n.r.: Stephan Foelske, Team „Fahrradbeauftragter der Stadt Köln“; Robert Nußholz, Vorsitzender Bürgerverein „Für Nippes“; Lisa Wilczok, Teamkapitänin „Stellwerk60-SattelFest“; Dr. Barbara Möhlendick, Leiterin Koordinationsstelle Klimaschutz; Petra Zimmermann-Buchem, Projektkoordinatorin Stadtradeln Köln
„Goldene Satteltasche“ für Christoph Brozio alias Gino Bartali
Zweiter Sieger: Alf Kroll
„Der Junge wird einmal die Bergetappen des Giro gewinnen“, soll sein Großvater gesagt haben. „Diese Nase, mächtig wie ein Gebirgs-Massiv. Welch eine Herausforderung. Avanti, Gino!“ Und der Junge wurde tatsächlich einer der ganz großen Radrennfahrer: Gino Bartali (1914-2000), zweifacher Gewinner der „Tour de France“ und dreimaliger Gewinner des „Giro d’Italia“. Gut, dass es das „Stadtradeln“ gibt, denn die „Tour de France“ hat längst ihren Charme verloren: Die Fahrer sind gekauft, gedopt, ihre Physiognomien durch den Extremsport ununterscheidbar geworden. Die großen Radrennen sind nichts mehr fürs Auge, aber auch nichts mehr fürs Herz. Gino Bartali lag auf den Bergetappen stets so weit vorne, dass er immer noch Zeit hatte für einen kurzen Flirt mit dem Publikum. Ich freue mich, dass Christoph Brozio, Team „Stellwerk 60 – SattelFest“, das Pseudonym Gino Bartali gewählt hat und an Gino und die großen Zeiten des Radrennsports erinnert. Christoph Brozio hat das Gelbe Trikot zu Anfang des „Stadtradelns“ erkämpft und nicht wieder abgegeben. Er (bzw. sein Fahrrad) ist jetzt Träger der „Goldenen Satteltasche“, 930 km bedeuten den 1. Platz im internen Wettkampf unseres Teams. 930 Kilometer sind zusammen gekommen, weil Christoph Brozio jeden Tag von Nippes nach Pulheim fährt. Weil er dort arbeitet, wäre er auch in Pulheim teilnahmeberechtigt gewesen, aber er hat sich für Köln entschieden. Eine gute Wahl: Unser Team ist mehr Kilometer (20.556) gefahren als ganz Pulheim zusammen (13.900). Christoph, bitte verteidige im nächsten Jahr im Team „SattelFest“ deinen Titel. Ebenso für uns fahren wird -so hoffe ich- im Jahr 2017 mein Stiefsohn Andreas, der seit zwei Jahren in Sydney lebt. Denn das gehört mit zum „Stadtradeln“: „Ausgewanderte“ Kölner können selbst in China oder Südafrika am Kölner Stadtradeln teilnehmen. So lange sie noch Mitglied in einem Kölner Verein sind (oder sobald sie es werden!), sind weltweit alle Kölner teilnahmeberechtigt. Zweiter Sieger im internen Wettbewerb (Preis: DVD des Kinofilms „Sound of Heimat“ von Teammitglied Jan Tengeler) wurde mit 804 Kilometern Alf Kroll, der als Reisender stadtradelnd unterwegs war. Dritter wurde Lars Mutmann (460,6 Kilometer). Außerdem bekommen alle teilnehmenden Familien einen Preis.
Wir danken dem Verein „Für Nippes“ und „Stadtradeln Köln“ für das Mikrofon und die Bühne, so hatten wir auf dem Klimastraßenfest bei unserer teaminternen, vorverlegten Preisverleihung eine wunderbare Kulisse und ein freundliches Publikum!!!
Die schönste Kunst findet man seltener in den großen Galerien als in den Hinterhöfen. Ein Hinweis der Nippeser Weinhändlerin Dagmar Johanna Matthias führte mich ins Atelier von Una Sörgel. Una Sörgel, Malerin und Bühnenbildnerin mit bewegter Geschichte, malt mit Wein. Ein kleine Ungeschicklichkeit bei einer abendlichen Mahlzeit hat Una Sörgel auf die Idee gebracht. Da ein Rotweinfleck auf weißem Unterleg-Papier sich nicht ausreiben ließ, hat sie einfach ein paar Tropfen hinzugegeben und das Malheur zur Methode gemacht: „Alles fließt“. Aus dem Fleck heraus entwickeln sich verschlungene Linien, sinnliche Figuren, eigenwillige Malereien mit feinen, fließenden Oberflächenstrukturen, Tentakel, die unter das Bild greifen wollen, was sag ich: Hingehen und anschauen!
Der Wein ist dabei mehr als nur Material. Tatsächlich fließt die Eigenart des Weins in diese Kunst ein: Die Traube, die Süße, die Frucht, die südliche Sonne, der Gesang der Zikaden, Geselligkeiten.
„Zeichnungen in Vinumtechnik“ heute (11.9.) noch im Rahmen der „Offenen Ateliers“ von 17.00 bis 21.00 Uhr Hogenbergstraße 1 im Hof, Köln-Nippes