Wie man ein Smiley zum Lächeln bringt

 

Ich hatte Smileys immer für völlig witzlos gehalten und gemeint, immun zu sein gegen ihren schlichten, biederen Charme. Aber eines schönen frühen Abends im September fuhr ich die Lindenthaler Friedrich-Schmidt-Straße stadtauswärts. Ich war stadtradelnd unterwegs. Als Kapitänin des Teams Stellwerk60-SattelFest wollte ich Kilometer kloppen. Ich ärgerte mich, dass es keinen Radweg gab. Im großen Bogen überholten mich mehrere Autos. Da die Straße nicht sehr breit ist, mussten sie langsam fahren. Ein Geschwindigkeits-Messgerät am Straßenrand belohnte die Autofahrer mit einem grün leuchtenden Lächeln: 30 km/h , 31 km/h. Was haben die, das ich nicht hab?, dachte ich und trat mit aller Kraft in die Pedale. Jetzt endlich respektierte man mich: Mit angezeigten 15 km/h und einem Lächeln. Nicht einmal durch eine Windschutzscheibe getrennt, sah ich einem Smiley direkt ins breite, grün strahlende Grinsegesicht – und grinste zurück.
 

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Keiner drückt mich, jammern diese Smileys im Ausgang des Nippeser Alnatura. Aber diese neue Aktion zur mittlerweile unumgänglichen Kundenzufriedenheitsanalyse ist einfach zu doof. Wie hat es Ihnen heute bei uns gefallen?, fragt über dem Kasten mit den vier verschieden Smileys ein Schild. Als Antwort auf die alberne, überflüssige Frage fällt mir nur „hä?“ ein oder „keine Ahnung“. Lächerlich!

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