Elfchen im Elften: „The Great Health Dictator“

Fast 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schrieb Charlie Chaplin in seiner Autobiografie: „Hätte ich von dem Grauen in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte ‚Der große Diktator‘ nicht machen können; ich hätte keine Witze über den mörderischen Wahnsinn der Nazis machen können.“ Zitiert nach: https://www.spiegel.de/fotostrecke/charlie-chaplins-hitler-parodie-der-grosse-diktator-fotostrecke-129329.html

Wie gut, dass Chaplin das Ausmaß des Grauens nicht bewusst war, denn so haben wir mit der Hitler-Persiflage „Der große Diktator“ das wohl beeindruckendste filmische Porträt des größenwahnsinnigen, an die Macht gekommenen psychisch gestörten Mannes.

Welche Spiele spielt der Größenwahnsinnige, wenn er alleine ist, wenn kein Mensch ihn stören kann? Die berühmteste Szene des Films zeigt Chaplin’s „Führer“ Anton Hynkel (den niemand anderer als Charlie Chaplin hätte verkörpern können!) in einem tänzerischen Liebesspiel mit der Erde, musikalisch untermalt von der Ouvertüre aus Richard Wagners Lohengrin. Tief erschüttert hebt Hynkel vorsichtig, geradezu zärtlich einen riesigen, mit Luft gefüllten Globus aus einem Gestell, um sich tänzerisch an ihm zu ergötzen. Hynkels Blick ist mild, seine Gesichtszüge werden weich, die Konturen zerfließen (Wie Chaplin das fertiggebracht hat, weiß ich nicht, es ist großartig!). Er balanciert die Erde auf der Fingerspitze, lässt sie los, tippt sie an, lässt sie bis an die hohe Zimmerecke fliegen, um sie dann -entzückt, entrückt- tänzerisch wieder einzufangen. In seiner sentimentalen Selbstfeier bemerkt Hynkel allerdings nicht, dass der Globus nur schweben kann, weil er mit Luft gefüllt ist. So zerplatzt am Ende nicht nur der Ballon. https://www.filmstarts.de/kritiken/2253/trailer/19220494.html

Zu unser aller Glück besaß Hitler noch keine Atombombe. Und zu unser aller Glück war die medizinische Wissenschaft noch nicht so weit entwickelt wie heute. Bei der Durchführung ihrer sadistischen Menschenversuche konnten die Nazis noch nicht auf das unüberschaubar große Arsenal medizinischer Mittel zurückgreifen, über das wir heute verfügen. Die modernen medizinischen Techniken hätten den Optimierungs- und Auslesewahn der Nationalsozialisten bedient und beflügelt: Die Techniken der Identifikation von Chromosomen-Anomalien, der künstlichen Befruchtung sowie die Techniken der Genmanipulation („Crispr Cas„).

Wir können uns freuen sei ohne Sorge, denn die Nazis von damals ohne Sorge sei ohne Sorge, die gibt es nicht mehr.

Der große Diktator von heute wäre kein plumper „Hynkel“, sondern ein gebildeter Mann aus gutem Hause mit guten Manieren. Um Macht auszuüben, müsste er nicht einmal ein politisches Amt bekleiden. Allein sein unendlicher Reichtum würde ihm Macht verleihen. Er wäre Milliardär, ein Philanthrop, ein Menschenfreund. Mit sanfter Gewalt würde er versuchen, uns Menschen nicht nur psychisch, sondern auch physisch zu manipulieren. Er würde uns glauben machen, dass er es gut mit uns meint.

The Great Health-Dictator

… stelle

ich mir

als Clowndoktor vor,

mit 140000000000 Impfspritzen jonglierend:

Tooor!

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Altherren-Phantasie im 21. Jahrhundert: Ein kleines kokettes Mädchen mit einem Sparschweinchen unterm Arm. Rührend, nicht wahr? Das Mädchen trägt ein Flügelhemd, dessen Ärmel man, wenn es geimpft wird, ganz leicht hochheben kann. Als wir kleine Mädchen waren, wurde uns gesagt, dass wir von fremden Männern nichts annehmen dürften. Doch Bill Gates ist kein fremder Mann, und die Millionen kleiner Mädchen impft er nur in Gedanken… Aber warum finde ich das kleine Mädchen kokett? Ich gucke mir das Bild noch einmal genauer an. Was ich unbewusst aufgenommen hatte, nehme ich jetzt bewusst wahr: Das Mädchen spitzt nicht nur den Mund, sondern drückt ihr Kinn so zusammen, dass es aussieht, als berühre sie ihre Schamlippen. Ich fürchte, der Fotograf hat ihr genau gesagt, wie sie sich anzufassen hat. Diese Werbeanzeige, die seit Wochen auf der Internet-Seite boerse.de für den „Boerse.de-Weltfonds“ wirbt, oberste Zielgruppe: Wohlhabende Rentner, ist meines Erachtens ein klarer Fall von Kinderpornografie. Der Zusammenschnitt beider Werbeanzeigen jedoch (Foto: boerse.de, 2.11.2021) ist nicht nur pornografisch, sondern der Gipfel der Schamlosigkeit.

Er ist kein Geheimnis, dass lange vor Corona weltweit Katastrophen-Szenarien für den Fall einer „Pandemie“ entwickelt wurden. Was fehlte, war die Pandemie. Doch dann „kam“ Corona. Die Krankheit war allerdings nicht so gefährlich wie „erwartet“. Aber da wir alle das Märchen „Aschenputtel“ kennen, wissen wir, wie schnell und brutal das, was nicht passt, passend gemacht werden kann. (Zur Erinnerung: Damit ihnen Aschenputtels kleiner Schuh passte, den der verliebte Prinz gefunden hatte, hackten sich des Aschenputtels Stiefschwestern die Zehen bzw. die Hacken ab.)

Im Fall von Corona wurde zunächst nicht das physische, sondern das psychische Hackebeilchen ausgepackt, die Angstmacherei (vgl.: „Warte, warte nur ein Weilchen…“). Schon im März 2020 wurde ein internes Papier aus dem Bundesinnenministerium publik, das drastische Maßnahmen zur „Krisenkommunikation“ und Panikmache empfahl: „Es sind schockierende Zahlen, die der interne Bericht „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ durchspielt: 70 Prozent der Deutschen könnten sich mit dem Coronavirus infizieren, mehr als eine Million Bürger könnten sterben, wenn eine „massive Überlastung des Gesundheitssystems“ nicht durch entschlossenes Eingreifen vermieden wird.“ https://www.focus.de/politik/deutschland/aus-dem-innenministerium-wie-sag-ichs-den-leuten-internes-papier-empfiehlt-den-deutschen-angst-zu-machen_id_11851227.html

Hätte sich die Krankheit Corona zumindest als so gefährlich herausgestellt wie etwa die Schweinegrippe, die allerdings viel weniger ansteckend war als vermutet, wären die anfänglichen Maßnahmen unter Umständen sogar gerechtfertigt gewesen. So aber standen die staatlichen Zwangs-Maßnahmen von Beginn an in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr. Mit der Androhung einer Impfpflicht und der Ankündigung der irrwitzigen Kinderimpfung, die noch vor Weihnachten durchgeführt werden soll („Morgen, Kinder, wird’s was geben!„), ist endgültig eine Grenze überschritten.

Es reicht!

In einem informativen und bewegenden Video wendet sich der Berliner Arzt Thomas Sarnes an die Politik und zitiert eine alte indianische Weisheit: „Wenn du merkst, dass du auf einem toten Pferd reitest, steig ab.https://www.youtube.com/watch?v=phhqpeOwdzY

Jetzt knurren die Menschen sich an – Die stille Genugtuung eines altersweisen Nippeser Hütehundes

Hund Freki, vierbeiniger Bewohner der autofreien Siedlung Stellwerk 60, mag Corona. Die Menschen sind meistens zu Hause, führen ihre Hunde aus und kraulen die Katzen, sitzen auf dem Sofa oder am Computer, essen und gähnen viel – Und knurren sich an.

Im Lockdown haben sich die Nachbarn Hühner angeschafft. Was den Rüden irritiert: Ohne einen Hahn dabei legt jedes der drei Hühner alle zwei Tage ein Ei.

Vor allem in China, so hatte Freki gehört, lieben die Hunde Corona, denn neuerdings stuft das chinesische Landwirtschaftsministerium den Hund nicht mehr als „Nutztier“ ein. Bilder von chinesischen Lebensmittelmärkten hatten zu Beginn der Pandemie international Argwohn erregt. Konnten die toten Hunde, die man dort ungehemmt zum Verzehr feilbot, nicht Krankheiten übertragen? Daher wurden noch im Frühjahr 2020 die chinesischen Hunde als „Haustiere“ klassifiziert, was den Hundefleisch-Verzehr deutlich reduziert haben dürfte.

Inzwischen weiß man, dass der Mensch zwar den Hund, aber der Hund nicht den Menschen ansteckt. Sein Frauchen hatte ihm einen wissenschaftlich fundierten Text vorgelesen, den er auswendig kannte: „Mittlerweile ist bekannt, dass hinter den medial weit verbreiteten Fällen angeblich positiv getesteter Hunde in Hong Kong mehr steckt als meist dargestellt wurde: Von maßgeblicher Bedeutung für das Verständnis ist, dass im Falle der Hunde die Probe jeweils aus der Schnauze, explizit der Zunge, der Tiere entnommen wurde und sich der Erreger somit nicht „im“ sondern „am“ Tier befand. Daraufhin wurden die Hunde unter Quarantäne gestellt und die Tests mehrfach wiederholt: Die Ergebnisse waren stetig negativ.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die OIE sind sich einig, dass in diesen Fällen die Hunde weder infiziert noch erkrankt waren, sondern das Virus kurz vor den Tests über mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen an das Tier gelangt sein muss… Eine Übertragung des Virus vom Hund auf den Menschen ist derzeit noch nicht vorgekommen.https://welttierschutz.org/haustiere-coronavirus/

Da er als Hund nicht mehr als Virus-Überträger galt, hatte das Kölner Gesundheitsamt, als es am 23. Juli zum Hausbesuch kam, bei den Menschen einen PCR-Test vorgenommen, nicht aber bei ihm. Das war begrüßenswert, denn insbesondere für ältere Hunde (und er war ein älterer Hund!) endete der staatliche Corona-Zugriff (nicht aber Corona!) unter Umständen tödlich. „The first known dog to test positive for the coronavirus has died in Hong Kong after apparently recovering from the disease, according to a local report. The pooch, a 17-year-old Pomeranian, passed away Monday after being returned home to its owner following a government quarantine and a negative test for the virus, the South China Morning Post reported.“ https://nypost.com/2020/03/17/first-dog-to-test-positive-for-coronavirus-has-died-in-hong-kong/ Zu deutsch: „Der erste bekannte Hund, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist in Hongkong gestorben, nachdem er sich offenbar von der Krankheit erholt hatte, so ein lokaler Bericht. Der Hund, ein 17-jähriger Pomeranian, verstarb am Montag, nachdem er nach einer staatlichen Quarantäne und einem negativen Test auf das Virus zu seinem Besitzer zurückgebracht worden war, berichtet die South China Morning Post.“ Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Als sein Frauchen erfahren hatte, dass selbst die GRÜNEN für eine Corona-Impfpflicht waren, war sie traurig geworden. Sie sehnte sich nach einer Petra Kelly, wer auch immer die war. Doch anders als sonst hatte er nicht einmal den Versuch gemacht, sein Frauchen zu trösten. Leider musste er sagen, dass er eine Impfpflicht für erwachsene Menschen durchaus begrüßte. Denn diese fiese Grenzüberschreitung zeigte seinem Frauchen, dass der Mitmensch, kaum war er an der Macht, so menschlich nicht war.

Der Politiker, mit dem er am liebsten einmal wandern gehen würde, das war nicht der Habeck, sondern der Söder. Freki ist sich sicher: Hunde würden Söder wählen. Denn der Markus Söder ist zwar hart gegenüber den Menschen, aber sanft zu den Hunden: „Des Mannes bester Freund: der Hund“, hat er einmal gesagt. „Bei mir ist es eine Hundedame und heißt Fanny.“ (Facebook, 2. Februar 2015) Und als die Hundedame vor zwei Jahren starb, hat der Markus Söder die Menschen an seiner Trauer teilnehmen lassen: „Eine traurige Nachricht: unsere Labradordame Fanny ist verstorben. 12 Jahre war sie im Herzen der Familie. Wir werden sie sehr vermissen.“ (Facebook, 8. September 2019)

Freki befürwortet die Corona-Zwangsmaßnahmen, weil die Menschen diesmal nicht die Tiere drangsalieren, sondern die eigene Art. Endlich einmal wird nicht mehr den Tieren unterstellt, tödliche Krankheiten zu übertragen, sondern den Menschen.

Endlich sind die Menschen ihre eigenen Versuchskaninchen, denn die Corona-Impfung wurde nicht nur an den Tieren, sondern sehr bald auch an den Menschen erprobt. Und endlich müssen Menschen Maulkörbe tragen.

Freki begrüßt die strengen Gesundheitskontrollen, denn endlich sind es nicht mehr nur die Haustiere, die 3G vorweisen müssen. Bei seinen Reisen nach Cornwall im Jahr 2018 und nach Tyne and Wear im Jahr 2020 war Freki gechipt, geimpft, gecheckt (und entwurmt), sonst hätte man ihn gar nicht erst ins Land gelassen.

Eines Morgens -es war im Sommer vor drei Jahren- hatte sich sein Frauchen auffällig zärtlich verhalten. Sie hatte gelächelt, ihn ausgiebig gebürstet und schön gemacht. Für den Morgenspaziergang, hatte er noch gedacht, aber dann hatte sie nicht nur nach der Leine gegriffen, sondern den Heimtierausweis in den Rucksack gepackt, was nichts Gutes versprach. Und wie nebenbei hatte sein Frauchen gesagt: „Übrigens, Freki, wir gehen jetzt zur Tollwutimpfung.“

„Wir“ war natürlich maßlos übertrieben. Eine Familien-Reise nach England stand an, was ihn hätte stutzig machen müssen, aber gutgläubig, wie er war, hatte er nichts Böses geahnt. „Warum?“, hatte er geknurrt. „Warum soll ich gegen die Tollwut geimpft werden, wo doch die Tollwut hierzulande und auch in England längst ausgerottet ist? Und warum ich und nicht ihr?“

Das Frauchen hatte ihn nicht einmal angeguckt und etwas richtig Doofes gesagt: „Als du vorgestern Abend auf der Terrasse gelegen hast und eingeschlafen bist, hätte es passiert sein können, dass eine Fledermaus angeflogen gekommen wäre und dich gebissen und mit Tollwut infiziert hätte.“

„Hätte, hätte, TÜV-Plakette“, hatte er das Frauchen angebellt. „Hat aber nicht. Die Fledermäuse, die hier leben, tun uns nichts zuleide. Du willst wohl die Pharma-Industrie unterstützen, die auch uns Haustiere längst im Visier hat!“ Das Frauchen hatte angefangen zu weinen: „Nein, Freki. Was unterstellst du mir da?“

„Dann nenn mir einen Grund dafür, dass ich geimpft werden muss.“

„Der kleine Tollwut-Piks ist doch viel besser als die monatelange Vorquarantäne, in die ihr Haustiere vor zwanzig Jahren noch musstet“, hatte das Frauchen geantwortet, was allerdings eine verdammt faule Ausrede war. Und sie hatte „ihr Haustiere“ gesagt, was ihn in die Nähe des müffelnden Frettchens rückte. Nicht dass er dem Frettchen die Reise nicht gönnte, doch die europäischen Gesundheitsbehörden hatten das Frettchen zum Haustier befördert, das sich -auf einer Stufe mit Katze und Hund!- im Falle einer Auslandsreise ausweisen musste.

Das Frauchen hatte dann ein Liedchen gepfiffen, was sich so ähnlich anhörte wie A man came in the kitchen, hatte sich neben ihn gehockt und sein Ohr gekrault, was er so gerne mochte, so gerne, so… Auch wenn es nicht ganz ehrlich gemeint war, war es doch zum Brummen schön. Fast wäre er schwach geworden, aber nur fast.

„Nenn mir einen Grund, warum ich geimpft werden soll“, hatte er leise knurrend noch einmal gesagt.

„Weil…“, hatte das Frauchen einen Satz begonnen. „Freki, wir müssen los.“

„Weil?“, hatte er nachgehakt.

„Weil…“ Dem Frauchen war nichts mehr eingefallen. Aber dann war ausgerechnet aus dem Maul dieser Person, die er durchaus schätzte, weil sie wusste, was ihm schmeckte (Romeo), ein dummer, nichtssagender Spruch gekommen, für den er sich heute noch fremdschämte: „Freki, du wirst geimpft, weil… Weil Impfen einfach schlauer ist.“

Die Antwort war zwar völlig unter seinem Niveau, aber er hatte sich dann doch impfen lassen, um der Familie die Reise nicht zu versauen. Außerdem hatte er den Engländern die Möglichkeit geben wollen, endlich einmal einen prachtvollen Nippeser Hütehund kennenzulernen.

***

In diesem Frühjahr, es war Anfang Juni, war er einmal mitten in der Woche mit dem Frauchen nach Bonn gefahren. Das Frauchen war knauserig, doch weil Hunde im Nahverkehr keine Fahrkarte brauchen, hatte er dann doch mitkommen dürfen. Verkehrte neue Welt: Sie mit, er ohne Maulbekleidung. Eine interessante Erfahrung, denn als gemeingefährlich galt offenbar nicht mehr der Hund. Der Mensch, so schien es, war zur Vernunft gekommen.

Aber dann hatte er eine schöne Überraschung erlebt. Völlig nichtsahnend war er mitten in der Bonner Innenstadt, als er direkt vor einer großen Apotheke sein Bein hob, Frauchens hohler Parole wieder begegnet. Diesmal jedoch sollte nicht die Tollwutimpfung an den Hund, sondern die Corona-Impfung an den Menschen gebracht werden.

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Ranga Yogeshwar, Diplomphysiker und Wissenschaftsjournalist. Im Hintergrund sehen wir eine Bücherwand, ein Teleskop, ein paar herumliegende Bücher. Man könnte meinen, der Mann säße vor einer Fototapete. Das Plakat mit Ranga Yogeshwar war Teil der bereits am 27. Dezember gestarteten bundesweiten „Impfkampagne zum Schutz gegen das Coronavirus.“  Parallel zum Impfbeginn in Deutschland hatten „die Bundesregierung (konkret: das Bundesgesundheitsministerium), Robert-Koch-Institut und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine große Werbekampagne gestartet. Der zweistufige Auftritt wurde von Scholz & Friends entwickelt und steht unter dem Motto „Deutschland krempelt die #Ärmel hoch“. Für die Kampagne steht ein Mediabudget von insgesamt 25 Millionen Euro zur Verfügung.“ https://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/scholz–friends-so-wirbt-die-bundesregierung-fuer-die-corona-schutzimpfung-188180 Unfassbar, wir müssen auch noch dafür bezahlen, dass wir manipuliert werden!
Im Rahmen der PR-Kampagne passierte dann allerdings eine schwere, mehr als nur peinliche PR-Panne. Am 27.6.2021 twitterte das Bundesgesundheitsministerium ein Foto von TV-Moderator Günther Jauch und folgenden Text: „Die #CoronaSchutzimpfung ist unser Joker in der #Pandemiebekämpfung. Günther Jauch hat sich #impfen lassen.“ Nur fiel zahlreichen Usern auf, dass Jauch gar nicht geimpft sein konnte, wo er doch gerade erst von Corona „genesen“ war. Das war allgemein bekannt, denn wegen Jauchs Erkrankung hatten drei Live-Shows von „Denn sie wissen nicht, was passiert“ (der Titel ist kein Witz!) ohne Jauch stattfinden müssen. Daher sah sich das Bundesgesundheitsministerium gezwungen, den Twitter- Beitrag nur wenige Stunden später zu korrigieren: „Uns ist leider ein Fehler unterlaufen, Günther Jauch ‚will‘ sich impfen lassen.“
So kam heraus, dass das Foto von Günther Jauch schon Monate zuvor aufgenommen worden war. Das ist mehr als nur unseriös, denn niemand kann mehr sagen,  ob die Prominenten, die alle ein buntes Pflaster stolz in die Kamera recken (Aussage: „Hurra, ich bin geimpft!“), zum Zeitpunkt der Aufnahmen nicht vielleicht alle ungeimpft waren.
Ich finde, was dem Bundesgesundheitsministeriums passiert ist, ist kein Fehler, sondern ein Täuschungsversuch.

Zurück zum Nippeser Hütehund:

„Mein herzallerliebstes altes Frauchen“, hatte er auf der Rückfahrt von Bonn nach Köln zum Frauchen gesagt.

„Rede bitte leiser“, hatte das Frauchen geflüstert. „Die Fahrgäste haben zwar alle Stöpsel im Ohr, aber einige hören trotzdem zu. Bitte, Freki, nenn mich bitte nicht vor allen Leuten Frauchen. Der Ausdruck ist so bieder.“

„Aber du bist doch auch bieder“, hatte er gesagt und gegrinst. „Mein liebes Frauchen, du bist eine Zumutung für uns alle.“

„Hä?“

„Du wirst schwer an Corona erkranken, auf die Intensivstation kommen und beatmet werden müssen. Und nur wegen dir müssen lebensrettende Operationen verschoben werden.“

„Wie bitte?!“

„Mein liebes Frauchen, du bist über 60 und immer noch ungeimpft, obwohl du schon vor Monaten ein Impfangebot hattest. Der Eckart von Hirschhausen hat es schon vor Jahren klar und deutlich gesagt: „Wer sich nicht impfen lässt, ist ein asozialer Trittbrettfahrer.“ Mein herzallerliebstes altes Frauchen, noch hast du hier in der Bahn einen bequemen Sitzplatz, noch musst du nicht aufs Trittbrett, von dem du in deinem Alter sehr wahrscheinlich runterfallen würdest. Aber das mit dem Sitzplatz kann sich schnell ändern, also lass dich bitte endlich impfen.“

„Warum das denn!?“, hatte das Frauchen ihn angefaucht.

„Weil Impfen einfach schlauer ist“, hatte Freki geantwortet.

„Unsinn!“ hatte das Frauchen geschrien. „Die Corona-Impfung ist weder einfach noch schlau noch einfach schlauer. Warum plapperst du jetzt den Ranga Yogeshwar nach?“

„Dich plappere ich nach“, hatte er leise knurrend gesagt. „Du hast mir diesen elitären Satz schon damals vor meinen schneeweißen Latz geknallt. Nach dem Motto: Nur bildungsferne Köter sagen NEIN, der schlaue Hund sagt Ja zur Tollwut-Impfung.“

Dann aber hatte er das Frauchen ausgelacht, so laut, dass die Leute, die mit in der Bahn saßen beziehungsweise standen -denn es war später Nachmittag- , niemals mehr sagen würden, dass Hunde nicht gerne lachen.

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Pfoten weg von den Kindern!

Freki liebt die Menschenkinder und findet es entsetzlich, wenn Kinder und Jugendliche gegen Corona geimpft werden. Denn für die Menschenkinder ist das Virus -und als Hund darf er das ungestraft sagen- kein Feind.

Wenn er bei schlechtem Wetter erwachsene Menschen trifft, hört Freki immer wieder den gleichen Satz: „Der ist aber auch schon was älter.“ Niemals würden Kinder sich so ausdrücken, auch nicht bei schlechtem Wetter.

Wenn er Kinder trifft, hört Freki immer wieder einen ganz anderen Satz: „Ist der aber groß! Und so kuschelig.“ Denn groß und kuschelig ist Freki, wenn auch „schon was älter“. Und als er in England war, einem hundefreundlichen Land, haben ihn die kleinen Kinder sogar für einen großen, lieben Bären gehalten: „There’s a bear!“ Kinder sind respektvoll, wenn sie ihm begegnen. Und sie greifen ihm nicht einfach so ins Fell, sondern fragen: „Darf ich den mal streicheln?“ Freki würde niemals NEIN sagen.

Kommt nur herbei, liebe Kinder, es geschieht euch kein Leid: Das Weiße Haus hält für euch alle eine kleine Impfung bereit




Vor anderthalb Jahre habe ich aufgehört, regelmäßig Radio zu hören. Auslöser für die „Trennung“ war die ARD- Infonacht während des ersten Lockdowns. Die Sender waren im Frühjahr 2020 wochenlang schon am frühen Abend gleichgeschaltet und brachten ausschließlich Nachrichten rundum Corona. Diese Corona- Infonacht sollte vermutlich eine Art Katastrophen-Live-Ticker darstellen, was misslingen musste, da sich die Katastrophe nicht im erwarteten Maß zuspitzte. So wurden wie in einer Endlosschleife Stunde um Stunde immer die gleichen Nachrichten gesendet. Für mich hat das öffentlich-rechtliche Radio mit dieser Infonacht seine „Unschuld“ bzw. Glaubwürdigkeit verloren.

Selbst während ich geschrieben habe, hatte ich oft das Radio an. Insbesondere die alltagsnahe WDR5-Vormittagssendung „Neugier genügt“, von vielen als „Hausfrauenradio“ belächelt, war mir ein inspirierender Hintergrund-Sound. Ein Highlight innerhalb der Sendung ist das „Tagesgespräch“, ein knapp halbstündiges Interview mit mehr oder weniger prominenten Zeitgenossen. Für den WDR-Hörfunk arbeiten kluge, erfrischend uneitle Moderatorinnen und Moderatoren, die es verstehen, richtig gute Interviews zu führen.

Mittlerweile stelle ich das Radio kaum noch an, denn Ton und Tenor der Sendungen haben sich geändert. Der Radiosender WDR5, dessen Aushängeschild immer die Werbefreiheit war, macht zwar nach wie vor zwar kaum Produktwerbung, wirbt aber seit anderthalb Jahren für die Corona-Maßnahmen- und seit einem knappen Jahr leider auch für die Impfung.

Anstatt das Radio im Hintergrund laufen zu lassen, höre ich mir gezielt einzelne Beiträge an. Es ist nach wie vor -so oder so- Bemerkenswertes darunter. Vor drei Wochen fand ich in der Mediathek ein „Zeitzeichen“ vom Vortag, dessen Titel mich gleich Werbung für den Impfstoff von Biontech/Pfizer vermuten ließ: 19. Oktober 1906 – Todestag des deutschen Chemikers und Pharmaunternehmers Karl Pfizer. https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/zeitzeichen-karl-pfizer-100.html

Leider bestätigten sich meine Befürchtungen. Der Beitrag macht Werbung für die Corona-Impfung, die ich als Gebührenzahlerin -ob ich will oder nicht- auch noch mitfinanziere.

Schon die hymnisch-sentimentalen Eingangssätze sind ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Sprache manipulieren kann: „Die Menschen in Deutschland, die Menschen in Amerika und viele Menschen in der Welt haben diesen Mann gefeiert, und sie feiern ihn noch, weil er für die Hoffnung stand und steht.“

Nun gehöre ich zu den „Menschen in Deutschland“, aber ich habe „diesen Mann“ nie gefeiert. Und selbst die Menschen, die sich aus Überzeugung impfen lassen, kommen wohl kaum auf die Idee, den Todestag des Pfizer-Unternehmensgründers, der vor über hundert Jahren gelebt und mit der Impfung herzlich wenig zu tun hat, zum Gedenktag zu machen.

Dieser Zeitzeichen-Beitrag, der „die Menschen in Deutschland“ und „die Menschen in Amerika“ in einen Topf wirft, macht nicht nur unmissverständlich Werbung für die Pharma-Industrie, sondern diskreditiert mit der Behauptung, dass Unternehmensgründer Karl Pfizer für die Hoffnung stehe, eines der größten menschlichen Vermögen, das als Überlebensenergie weit mehr ist als eine der fast schon vergessenen religiösen Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung

Dennoch ist der Beitrag hörenswert, denn er ist sehr informativ. Katastrophen, so erfahren wir, konnten schon im 19. Jahrhundert die Wirtschaft ankurbeln. So hat der Amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) mit seinen 600.000 toten Soldaten und zahlreichen Verletzten und Verstümmelten die frühe Pharmaindustrie und das Unternehmen Pfizer nachhaltig beflügelt. Pfizer liefert „Morphine, Jod, Jodsalze, Chloroform, Fungizide, alles, was gebraucht wird.“ (Zeitzeichen) Die Versorgung der Front mit Medikamenten ist Teil der Pfizer-„Erfolgsgeschichte“, zu der über hundert Jahre später auch das Patent auf das Potenzmittel Viagra gehört.

Die Menschen haben Pfizer gefeiert, „und sie feiern ihn noch, weil er für die Hoffnung stand und steht.“ (Zeitzeichen):

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Ausgerechnet heute, wo ich über Pfizer schreibe, erscheint diese Nachricht auf web.de. „Die blaue Potenzpille Viagra des US-Pharmakonzerns Pfizer unterliegt mittlerweile nicht mehr dem Patentschutz.“ https://web.de/magazine/panorama/potenz-pille-rezept-viagra-deutschland-erhaeltlich-36339728 Ob „frei erhältlich“ oder auf Rezept: Viagra hat, wie jeder im Internet erfahren kann, schwerste Nebenwirkungen. 

Man sollte das PfizerZeitzeichen unbedingt gegen den Strich hören. Da der Beitrag nicht aufklärt, sondern manipuliert, ist er für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur eingeschränkt empfehlenswert.

Auch diese Pille ist ein Pfizer-Produkt:

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Cytotec, eigentlich ein Magenmedikament, wurde in Deutschland bis vor kurzem als Abtreibungsmittel, aber auch bei der künstlichen Einleitung von Geburten eingesetzt, obwohl schon seit vielen Jahren bekannt war, dass die „Gabe“ zu schwerwiegenden Komplikationen bei der Geburt und zu schweren gesundheitlichen Schäden von Mutter und Kind führen kann. Cytotec war zwar als Mittel zur Geburtseinleitung nicht zugelassen, konnte aber über Importfirmen bezogen und im sogenannten „Off-Label-Use“ (an der Zulassung vorbei!) dennoch legal verabreicht werden. https://www.merkur.de/politik/cytotec-zur-geburtseinleitung-probleme-waren-gesundheitsministerium-bekannt-zr-90938388.html Doch warum hat Gesundheitsminister Jens Spahn, der im Bilde war, nicht bereits Anfang 2020, als unter anderen die Süddeutsche Zeitung  kritisch berichtete, den Notfall erklärt und veranlasst, dass das Mittel im Rahmen der Geburtshilfe nicht mehr zum Einsatz kommt?

Weit mehr noch als die medizinische Einleitung von Geburten ist Corona ein Milliarden-Geschäft. Die Impfstoff-Industrie schlägt aus der „Notlage“ Kapital. Das kann nur solange funktionieren, wie die Politik mitspielt und Corona zur globalen Katastrophe und Gefahr für die Menschheit erklärt. Und die Gesundheitspolitik spielt weiter mit. Wie am Dienstag vor zwei Wochen bekannt gegeben wurde, bleibt für die tonangebende Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie „eine „Notlage von inter­nationaler Tragweite“ (PHEIC). Dies beschloss WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern auf Em­pfehlung des unabhängigen Notfallausschusses, der sich alle drei Monate trifft, um die Lage neu zu be­urteilen.“ https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/128499/WHO-behaelt-Notlage-von-internationaler-Tragweite-bei

Am selben Tag, am 26.10.2021, sprach sich -was kein Zufall sein kann- ein Beratergremium der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine Notfallzulassung (!) des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren aus.

Kinder sind durch Corona nicht in Not. Das Virus kann ihnen kaum etwas anhaben. Was den Kindern aber etwas anhaben kann, ist eine immer bedrohlicher agierende, alle Körpergrenzen überschreitende Politik. Dass der amerikanische Präsident Joe Biden alle US-Kinder zwischen fünf und elf Jahren impfen lassen will und bereits damit begonnen hat, stimmt mich fassungslos.

Dass er alle Kinder impfen lassen will, ist vermutlich Teil seiner Mission, die „nationale Spaltung“ zu überwinden. Schon in seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg am 7.11.2020 setzte der überzeugte Katholik Joe Biden die Heilung der Nation in den Mittelpunkt: „President-elect Joe Biden in his first address to the nation has vowed to restore the soul of America telling his supporters that this is the time to heal the country.https://www.timesnownews.com/international/article/we-must-restore-the-soul-of-america-says-president-elect-joe-biden-vows-to-fight-covid-19-pandemic/678921 Übersetzung (deepl): „Der gewählte Präsident Joe Biden hat in seiner ersten Ansprache an die Nation geschworen, die Seele Amerikas wiederherzustellen, und seinen Unterstützern gesagt, dass dies die Zeit ist, das Land zu heilen.“

Um erahnen zu können, was Joe Biden dazu bewegt, Amerika nicht wieder great machen, sondern heilen zu wollen, sollte man sich seine Lebensgeschichte anschauen. Joe Biden ist nach verschiedenen persönlichen Schicksalsschlägen seelisch schwer verletzt. Er selber hätte im Jahr 1988 zwei Hirn-Aneurysmen kaum überlebt. 27 Jahre später starb im Jahr 2015 sein Sohn Beau im Alter von nur 46 Jahren an einem Hirntumor. Und viele Jahre davor, zu „Beginn seiner politischen Laufbahn, wenige Tage nach seiner Wahl zum mit 29 Jahren jüngsten US-Senator in der Geschichte, kam 1971 seine einjährige Tochter Naomi zusammen mit Bidens erster Frau auf der Rückfahrt vom Holen des Weihnachtsbaums bei einem Unfall ums Leben. Freunde überredeten ihn, nicht aufzugeben. Was ihn damals – wie während des eigenen Ringens mit einem Aneurysma oder seinen politischen Niederlagen – gehalten hat, war nach eigenem Zeugnis sein Glaube.https://www.kirche-und-leben.de/artikel/joe-biden-tief-katholisch-trotz-schwerer-schicksalsschlaege

Die österreichische „Kleine Zeitung“ nannte Biden einmal „Hiob im Weißen Haus“. Ein Vergleich, der mich aufhorchen lässt. Denn wie die Figur Hiob im Alten Testament hat ja auch Joe Biden so viele persönliche Katastrophen erlebt, wie sie ein einzelner Mensch kaum verkraften kann. Die Parallelen sind frappierend. Auch Hiob verliert seine Kinder, auch Hiob erkrankt schwer. Hiobs Schicksalsschläge sind allesamt von Gott inszenierte Prüfungen seines Glaubens. Hiob erlebt nicht nur persönliche Katastrophen, sondern wird durch den Teufel (und durch die eigene Frau!) versucht, Gott abzuschwören. Da jedoch Hiob weiter an Gott glaubt, wird er am Ende belohnt. Ein hollywoodreifes Happy End: Hiob bekommt nicht nur neue Kinder und Besitztümer, sondern Geld, viel Geld.

… Ich persönlich glaube an ein Göttliches, das größer ist als wir Menschen. Aber an einen männlich-autoritären Vatergott, der Geldbesitz mit Glückseligkeit gleichsetzt und meint, tote Kinder durch neue ersetzen zu können, glaube ich nicht ...

Was passieren kann, wenn ein Hiob Präsident einer Weltmacht wird und Macht über Leib und Leben der Menschen, die dort leben, bekommt, erleben wir gerade. Ich fürchte, dass der gläubige Katholik Joe Biden nicht nur sich selber und das Land heilen, sondern insbesondere den Kindern mit der Massenimpfung etwas Gutes tun will, sie von Corona erlösen: Make the children well again…

In den deutschen Medien wurde die „Notzulassung“ des Impfstoffs überwiegend positiv aufgenommen: „US-Präsident Joe Biden begrüßte den Schritt als »Wendepunkt in unserem Kampf gegen Covid-19«. »Wir haben bereits einen ausreichenden Impfstoffvorrat für jedes Kind in Amerika sichergestellt«, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Für Eltern endeten nun Monate der Sorge um ihre Kinder wegen Corona.https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/usa-biontech-impfung-fuer-kinder-von-expertengremium-der-gesundheitsbehoerde-empfohlen-a-56040751-58bc-47aa-b191-96792200a52e (Wurde im PfizerZeitzeichen verallgemeinernd von den Menschen geredet, werden diesmal alle Eltern in einen Topf geworfen: „Für Eltern endeten nun Monate der Sorge um ihre Kinder wegen Corona.“ Es dürfte zwar tatsächlich viele Eltern geben, die auf die Kinder-Impfung gewartet haben, aber die sind, wie ich las, immer noch in der Minderheit.)

In Biden’s Kampf gegen Covid-19 offenbart sich einmal mehr die Doppelmoral der US-amerikanischen Bevölkerungspolitik. Denn Biden will nicht nur die Kinder vor dem Virus, sondern die US-Amerikaner vor Migranten schützen. Unter dem Vorwand, die Pandemie eindämmen zu müssen, werden Flüchtlinge aus Haiti nicht ins Land gelassen, darunter zahlreiche Familien mit Kindern. „Title 42 ermöglicht es der US-Regierung Personen abzuschieben, die sich kürzlich in einem Land aufgehalten haben, in dem eine übertragbare Krankheit vorlag. Es handelt sich also um beschleunigte Abschiebung von Eingewanderten aufgrund des Coronavirus.https://www.fr.de/politik/usa-joe-biden-regierung-einwanderung-politik-migration-donald-trump-mexiko-haiti-grenze-del-rio-90994583.html

Natürlich ist Biden bei weitem nicht der einzige Politiker, der angesichts von Corona überreagiert. Offenbar hat die Politik weltweit längst den Boden verloren. Das hängt, so denke ich, auch mit der Angst vor dem Weltuntergang zusammen. Unsere Spitzenpolitiker sind (nicht anders als wir alle) durch die Folgen der Klimakatastrophe bereits jetzt schwer traumatisiert. Die völlig überzogenen, hilflos-autoritären Corona-Maßnahmen sind daher nicht nur blinder Aktionismus, sondern Ausdruck der Angst vor den entfesselten Naturkräften. Anstatt sich zu mäßigen und zu begreifen, dass wir Menschen Teil der Natur sind, führt man einen hilflosen Kampf gegen die Natur: Seht her, wir schaffen es, das Virus in den Griff zu bekommen, denn wir beherrschen die Natur.

Die tatsächliche Bedrohung wird verdrängt. Über die menschenverursachte Klimakatastrophe, die man beschönigend „Wandel“ nennt, hat die Politik längst die Kontrolle verloren. Radikales Umdenken und Handeln wären angesagt, aber wir erleben Politiker, die (wie auch Biden) zwar den „Klimawandel“ nicht leugnen, aber so weiter machen wie bisher.

Zwar setzt Biden anders als Trump auf Aufklärung, doch die Erforschung des „Klimawandels“ bedeutet leider keinen Wandel in den Köpfen der Mächtigen. Der Physik-Nobelpreis 2021 „für physikalische Modelle zum Erdklima“, den sich Klaus Hasselmann (mittlerweile 90), Syukuro Manabe (90) und Giorgio Parisi (73) teilen, kam Jahrzehnte zu spät. „Schon Ende der 60er-Jahre habe man gezeigt, dass der Mensch das Klima verändere, sagte der 89jährige Nobelpreisträger für Physik Klaus Hasselmann im Dlf.“ Für Hasselmann kam im Jahr 1995 der Durchbruch, als er „den menschlichen Fingerabdruck im Klimageschehen der vorangegangenen 20 Jahre mit 95-prozentiger Sicherheit belegen konnte.“ https://www.deutschlandfunk.de/physik-nobelpreistraeger-und-klimapionier-klaus-hasselmann.676.de.html?dram:article_id=504023

In der Ratlosigkeit angesichts der Klimakatastrophe spiegelt sich das Drama der modernen Schulmedizin. Während es dank eines ungeheuerlichen technischen Aufwands gelingt, noch die letzten Winkel des menschlichen Organismus zu durchleuchten, krankhafte Veränderungen aufzuspüren und die genetischen Strukturen bis in die feinsten Verästelungen hinein zu analysieren, stößt die Therapie von Krankheiten nicht nur an ihre Grenzen, sondern kommt oft geradezu dilettantisch daher.

Das Corona-Virus ist entschlüsselt, aber die Impfung, deren Langzeitfolgen niemand absehen kann, ruft nicht nur kurzfristig schwere Nebenwirkungen hervor, sondern verliert ihre Wirkung und muss „aufgefrischt“ werden. Das klingt hübsch und verharmlosend, aber verschleiert, was tatsächlich passiert: Wir alle sollen an der Impfnadel hängen.

Eine Impfung für uns alle – Heitere kleine Graphic Novel mit der MAUS, Ralph Caspers, Elke Büdenbender und Frank-Walter Steinmeier

Am 28.2.2021 hatte die WDR-MAUS ein PR-Date mit dem Bundespräsidenten im prachtvollen Schloss Bellevue. Gesendet wurde der fünfminütige Film, der für Corona-Maßnahmen und Impfung wirbt, Anfang März in der beliebten deutschen Kinder- „Sendung mit der Maus“. Diesen Impf-Werbefilm, der insbesondere Kinder im Grundschulalter im Visier hat, finde ich mehr als nur fragwürdig.

Das bereits in meinem Blog-Beitrag vom 27. September erwähnte Video https://nn-no.facebook.com/Bundespraesident.Steinmeier/videos/904710250286182/?so=permalink&rv=related_videos habe ich abfotografiert und die Fotos zu einer kleinen Graphic Novel zusammengestellt:

Eine Impfung für uns alle – Heitere kleine Graphic Novel mit der MAUS, Ralph Caspers, Elke Büdenbender und Frank-Walter Steinmeier

Der Zufall will es, dass DIE MAUS im Corona-Jahr 2021 ihren 50. Geburtstag feiert. Die MAUS fährt in Begleitung von Quarks-Moderator Ralph Caspers von Köln nach Berlin und macht sich auf den Weg zu eben dem Mann, der ihr Ende 2019 den Maus-Verdienstorden verliehen hat.

Ankunft im Schloss. Das Ambiente ist schlicht gehalten: Der Jahreszeit entsprechend schmücken frische Tulpen den Gabentisch. Der Bundespräsident und seine Ehefrau sind -damit die kunterbunte Torte noch besser zur Geltung kommt- farbarm gekleidet. Im Hintergrund spielt Elke Büdenbender mit einem großen, orangefarbenen Luftballon. Lässig setzt Frank-Walter Steinmeier eine riesige, kunterbunte Kunststoff-Torte auf dem Gabentisch ab. Die Kerzen auf der Kunststoff-Torte flackern starr. Sie sind ebenfalls aus Kunststoff, damit sich DIE MAUS nicht den Pelz versengt. Der Empfang ist herzlich.

Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender gratulieren der MAUS nicht nur zum Geburtstag, sondern sagen: „DANKE, liebe MAUS.

Elke Büdenbender bedankt sich noch einmal gesondert bei der MAUS, denn Frank-Walter Steinmeier und sie haben zusammen mit ihrer Tochter DIE MAUS geschaut und viel dabei gelernt. Zum Beispiel weiß jetzt Elke Büdenbender, wie Eis am Stiel hergestellt wird. Dann läuft alles auf den Höhepunkt hinaus. Ralph Caspers liest eine Frage vor, die eine achtjährige Luisa gestellt hat: „Wie lange dauert Corona eigentlich noch?“

Die Maus bleibt stumm. Alle gucken auf Frank-Walter. Auch Elke Büdenbender schaut den Gatten fragend an. So ist es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Frage staatsmännisch beantwortet.

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Nachdem wir erfahren haben, dass es wieder normaler wird, „je mehr und je schneller wir uns impfen und testen lassen“, bedanken sich Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender bei den Kindern, die vor dem Fernseher sitzen und zuschauen.

Nun aber heißt es Abschied nehmen. Ralph Caspers überreicht der MAUS die Torte. Vom Band kommt „Happy Birthday to You“. Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender wünschen der MAUS alles Gute.

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Die kleine Emily, neun Jahre alt, hat sich bei mir gemeldet. Ich hatte sie gebeten, sich das Video anzuschauen und mir zu sagen, wie sie es findet. Emily mag „Die Sendung mit der Maus“, findet aber diesen Film nur „geht so“. Doch ihr ist etwas aufgefallen. „Guck dir die MAUS an“, sagt Emily. „Der fehlt was.“

Aber der MAUS fehlt doch nichts.“

Emily lacht: „Doch! Guck dir das Video an.“ Ich schaue mir das Video noch einmal genau an und vor allem die MAUS. Ihr Fell ist sauber, wie immer. Aber mir fällt nichts auf.

„Ich gebe dir einen Tip“, sagt Emily. „Fängt mit „Brrr“ an und hört mit „Osche“ auf.“

„Brosche?“, frage ich.

„Fast richtig“, sagt Emily. „Aber leider nur fast. Wie heißt nochmal diese Brosche für Männer?“

Ich schaue mir noch einmal das Video an und kapiere: Emily hat bemerkt, dass DIE MAUS den Maus-Verdienstorden, den Frank-Walter Steinmeier ihr Ende 2019 verliehen bzw. ans Fell geklebt hat, nicht trägt. Und das, obwohl der Präsident der Bundesrepublik Deutschland sie anlässlich ihres 50. Geburtstags persönlich empfängt. Und dabei wird von den Personen, die einen Verdienstorden verliehen bekommen haben, erwartet, dass sie den Orden bei offiziellen Anlässen auch tragen. Frank-Walter Steinmeier selber trägt übrigens, als er DIE MAUS empfängt, seinen Orden im Mini-Format am Revers. Zur Erinnerung an die Verleihung des Maus-Verdienstordens: https://stellwerk60.com/wp-admin/post.php?post=12583&action=edit;

4.12.2019:

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Ein schwerer PR-Patzer, wie ich finde. Wenn man versucht -wie hier- Kinder für blöd zu verkaufen, dann sollte man bedenken, dass sie oft mehr sehen als wir.

Danke, Emily!

„All the world’s a stage“, but we are only Impf potatoes

Wohl kein Politiker versteht es so gut, Anteilnahme zu zeigen, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Kann dieser Mann eigentlich auch lachen? Aber ja, er kann. Am 17. Juli 2021, drei Tage nach der Hochwasser-Katastrophe, begleitete Frank-Walter Steinmeier den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet bei einer Reise in die betroffenen Gebiete. „In Erftstadt, einer Gemeinde im Rhein-Erft-Kreis, die es besonders schlimm getroffen hatte, hielt Steinmeier eine Rede, um den Menschen sein Mitgefühl auszudrücken und Hilfe zuzusichern. Wir wir wissen, schäkerte und lachte „Der Machtmenschliche“ (so der Titel der Laschet-Biografie) währenddessen im Hintergrund.“ (voriger Blog-Beitrag)

Weniger bekannt ist, dass wenig später Steinmeier und Laschet die Rollen wechselten. Laschet übernahm das Mikrofon, während Steinmeier endlich Pause hatte. Während der NRW-Ministerpräsident redete, scherzte im Hintergrund ein sichtlich entspannter Bundespräsident, der sich nicht bewusst machte, dass man ihn filmen könnte. https://www.youtube.com/watch?v=y_ktg6nhtng

Dass es sich bei der gut gestimmten Person um den Bundespräsidenten handelt, ist erschreckend. Schließlich repräsentiert Frank-Walter Steinmeier unser Land, die Bundesrepublik Deutschland. Öffentlich entschuldigt hat sich später meines Wissens nur Armin Laschet, und das wohl auch nur, weil man ihn darum gebeten hat.

Dass er aus der Rolle fällt, passiert Steinmeier nicht, wenn er in Schloss Bellevue ein „Heimspiel“ absolviert. Eines seiner Heimspiele, vielleicht sein Lieblingsspiel, ist die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Dieser Orden „ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.“ https://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Orden-und-Ehrungen/Verdienstorden/verdienstorden-node.html

Da die Verleihung nicht mit einer Geld-Prämie verbunden ist, können viele Personen den Orden erhalten, ohne dass es den Steuerzahler groß aufregt. Die allermeisten Verdienstkreuze -insgesamt sind es mehr als 1000 pro Jahr- werden übrigens nicht von Steinmeier persönlich, sondern im Namen des Präsidenten von Stellvertretern ausgeteilt. Aber die besonderen Orden, die für die besonders wichtigen Personen, die überreicht Frank-Walter Steinmeier persönlich – im Rahmen eines symbolischen Festakts im Hochsicherheitsflügel von Schloss Bellevue.

Im Rahmen eines solchen symbolischen Festakts sollte im April 2021 der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik ausgezeichnet werden. Kardinal Marx ist nicht nur ein hochrangiger Vertreter der systemrelevanten katholischen Kirche, sondern hatte schon im Januar 2021 lautstark für die Corona-Impfung geworben. https://www.katholisch.de/artikel/28339-kardinal-marx-laesst-sich-gegen-covid-19-impfen

Leider hatten es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und sein Beraterteam versäumt, sich die aktuelle Vita des Erzbischofs einmal genauer anzuschauen. So etwas darf nicht passieren: Man hatte tatsächlich übersehen, dass Kardinal Marx im aktuellen Missbrauchs-Skandal innerhalb der katholischen Kirche eine nach wie vor -vorsichtig ausgedrückt- unklare Rolle spielt. Erst nach massiver Kritik von Seiten Missbrauchsbetroffener aus Köln und aus Trier und einem dringenden Appell der Betroffenen an den Bundespräsidenten „verzichtete“ Marx „in Absprache mit Steinmeier“ auf den Orden und kam so einer Aberkennung zuvor. https://www.br.de/nachrichten/bayern/kardinal-marx-verzichtet-nach-kritik-auf-bundesverdienstkreuz,SVnFBaM

Seit 2020 bekommen zunehmend Wissenschaftler den Orden, die die Corona-Politik der Bundesregierung unterstützen. Zum Beispiel wurden am 1. Oktober 2020 kurz vor dem Tag der deutschen Einheit medienwirksam neben 13 weiteren Personen der Virologe Christian Drosten (Bundesverdienstkreuz 1. Klasse) und die Chemikerin, Wissenschaftsjournalistin und Fernsehmoderatorin Mai Thi Nguyen-Kim ausgezeichnet. Das Motto der Verleihung: Vereint und füreinander da, was fast so klingt, als wolle man für eine Fußball-Groß-Veranstaltung werben.

Das Bundesverdienstkreuz wird in verschiedenen Rangstufen verliehen. Ordensträger können also mehrfach ausgezeichnet werden und dabei aufsteigen. Manchmal jedoch greift Steinmeier direkt zu einem höherrangigen Orden. In einer Sonderveranstaltung und im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel verlieh Frank-Walter Steinmeier am 19. März 2021 das Große Verdienstkreuz mit Stern an das uns allen wohlbekannte Pharmaunternehmer- Ärzteehepaar Prof Dr. Uğur Şahin und Dr. Özlem Türeci (Biontech).

Am 1.10.2021, zwei Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit, wurden unter dem Motto „Kultur ist Lebenselixier für alle“ in einer Gruppenveranstaltung „Kunstschaffende“ geehrt, die sich während der Corona-Pandemie verdient gemacht hatten. PR-technisch war das längst überfällig. Die Hautevolee schmückt sich traditionell gerne mit Kunst. Daher hatte Angela Merkel schon im Dezember 2020, als Kinos, Theater und andere Kultureinrichtungen im Zuge des sogenannten „Lockdown Light“ schon seit Wochen geschlossen waren, materielle Hilfe angekündigt und gesagt: „Uns fehlt, was die Künstler uns dort sonst geben und was nur sie uns geben können.“

Ist denn die Kunst ein Konsumartikel? Was Frau Merkel sagt bzw. von ihren Textern diktiert bekommt, das klingt, als würde uns der Künstler seine Kunst servieren wie der Sterne-Koch sein Menu. Wir schlagen uns im Nobelschuppen den Bauch voll und lassen uns satt und edelfischzufrieden nach Hause kutschieren.

Nirgendwo zeigt sich die lebensferne Luxus- und Selbstverliebtheit der Reichen und schön Gekleideten so deutlich wie in ihrem Verhältnis zur Kunst. Vor allem Festivals sind beliebt, da sie die ideale Kulisse abgeben. Das Kultur-Ereignis, bei dem sich die bundesdeutsche Politik- und Medienprominenz gerne der Öffentlichkeit präsentiert, sind die Bayreuther Festspiele, die in diesem Jahr, nachdem sie 2020 ausgefallen waren, wieder stattfanden. Auch Angela Merkel war -wie seit vielen Jahren schon- bei der Eröffnung zugegen.

Nur im Jahr 2006 war sie ferngeblieben. Der Grund war vermutlich ein Malheur, das sich im Vorjahr 2005 ereignet hatte. Als Angela Merkel zur Eröffnung der Festspiele erschien, hatte sich im Achselbereich des Oberteils ihrer lachsfarbenen Robe ein kleinerer, aber unübersehbarer Schwitzfleck gebildet. Der Schwitzfleck zeigte sich, als Frau Merkel ihren Arm zum Gruß hob. Obwohl dieser Schwitzfleck unzählige Male fotografiert und abgebildet wurde, wäre er, hätte ihn nicht damals br-online eilig zum Verschwinden bringen wollen und digital wegretuschiert, schnell vergessen gewesen. https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/br-online-wie-merkels-fleck-weg-kam-a-367054.html

Angesichts knapper Kassen irritiert doch sehr, dass der Bund bzw. „Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)“ zu den Gesellschaftern der Bayreuther Festspiele GmbH gehört. Für jene Beauftragte, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), „haben die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr eine besondere Signalwirkung für die Kultur in Deutschland. Das Festival sei «ein Zeichen der Hoffnung für Künstlerinnen und Künstler, allein deshalb, weil Musik und Theater wieder live und vor Publikum stattfinden können», sagte sie.https://www.infranken.de/lk/bayreuth/bayreuther-festspiele-angela-merkel-wieder-zu-gast-bei-premiere-das-ist-anders-art-5252559#gallery-3

Ich denke, das Festival ist weniger „ein Zeichen der Hoffnung für Künstlerinnen und Künstler“ als ein Zeichen der Hoffnung für Politikerinnen und Politiker, von nun an wieder alljährlich an die heiß begehrten Freikarten zu kommen und „wieder live und vor Publikum“ auftreten zu können. Bei der diesjährigen Eröffnung fehlten neben anderen Prominenten die Ehepaare Söder/Söder, Spahn/Funke und Merkel/Sauer ebenso wenig wie die WDR-Werbe-MAUS in Begleitung von MAUS- Miterfinder Armin Maiwald.

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Braune Zeiten: Die scheidende Bundeskanzlerin im Zeitalter der Reproduzierbarkeit per 3D-Drucker, Statue des Künstlers Wilhelm Koch. https://web.de/magazine/panorama/merkel-pferd-lebensgrosse-reiterstatue-oberpfalz-enthuellt-36249104. In ihrem wackeren Kunstwillen erinnert mich die Statue an die originalgetreuen kleinen Merkel-Porträts aus Marzipan, die in einer Manufaktur in Weilbach im Odenwald entworfen und zunächst in einer Stückzahl von 500 hergestellt wurden. https://www.tvmainfranken.de/mediathek/video/marzipan-merkel-aus-weilbach-die-kanzlerin-als-suesse-versuchung/           Outdoor-Artikel in der Farbe der Statue: Als ich „Merkel auf einem Pferd“ aus dem Internet abfotografierte, wurde am rechten Bildrand der Seite web.de eine Werbung der Firma „Bogner“ eingeblendet.

Wissenschafts-Journalist Ranga Yogeshwar, der gerne erzählt, dass er Klavier spielt, gab sich am 5.3.2021 kulturbeflissen: „Große Sorgen macht sich der Wissenschafts-Journalist über die Kulturszene des Landes: „… Deutschland ist das Land der Dichter und Denker. Und diese Dichter müssen wir uns erhalten. Für mich wäre ein Rettungspaket dringend notwendig. Und zwar wesentlich intensiver als das, was wir bisher gesehen haben.“ Sein Fazit: „Wir haben als Land eine Art Fürsorgepflicht für das, was das Leben so schön lebenswert macht.““ https://www.presseportal.de/pm/66749/4855560

Ist denn die Kunst dafür da, Wohlhabenden das Leben aufzupeppen? Der Satz „Und diese Dichter müssen wir uns erhalten“ klingt wie: Wir müssen uns unsere Zähne erhalten. Ich denke, finanzielle Entschädigungen wären das mindeste, was der Staat zu leisten hätte, aber Yogeshwars Haltung ist gönnerhaft und macht aus dem Künstler den Almosenempfänger. Zudem bringt eine materielle Entschädigung die verlorene bzw. eingetrübte Lebens- und Schaffenszeit ebenso wenig zurück wie die ausgefallenen Ausstellungen, Inszenierungen und Auftritte.

Auch Steinmeier schmückt sich gerne mit Kunst und schrickt ebenfalls nicht vor Pathos zurück. Anlässlich des Jubiläumskonzerts des NDR Elbphilharmonie Orchesters in Hamburg am 30.10.2020, das nur digital stattfand, gefiel er sich darin, folgenden Satz zu sagen: Kultur ist Lebenselixier für alle.

Ein knappes Jahr später, am 1.10.2021, wurde der Satz „Kultur ist Lebenselixier für alle“ wiederverwendet, und zwar als Motto der oben erwähnten Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an „Kulturschaffende“. Kultur ist Lebenselixier für alle ist aber nicht nur ein zweitverwendeter Satz, sondern auch der Abklatsch eines anderen Satzes, den Steinmeier am 22. März 2017 anlässlich seiner Vereidigung zum Bundespräsidenten in seiner Rede gesagt hat: „Mut ist das Lebenselixier der Demokratie – so wie die Angst der Antrieb von Diktatur und Autokratie ist. Und deshalb: Die Staatsform der Mutigen – das ist die Demokratie!“ https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2017/03/170322-Vereidigung.html

Mut hat unlängst die deutsch-japanische Künstlerin Hito Steyerl bewiesen. Hito Steyerl, die eigentlich zur Gruppe der am 1. Oktober Geehrten gehören sollte, hat Mitte September bekannt gegeben, dass sie den Bundes-Verdienstorden ablehnt.

„In den letzten 18 Monaten hat sich erwiesen, dass die Bereiche Bildung und Kultur in der Krise am wenigsten zählen“, schreibt Hito Steyerl in einem offenen Brief an Frank-Walter Steinmeier, den DIE ZEIT dankenswerterweise abgedruckt hat. Sie macht Vorschläge und kritisiert u.a. auch die missglückte Wortwahl: „Verlautbarungen mit Fremdschäm-Parolen wie „Kultur ist Lebenselixier für alle“ helfen da nicht weiter.https://www.zeit.de/2021/38/bundesverdienstkreuz-hito-steyerl-absage-corona-politik-lockdown-kritik

Hito Steyerl ist -wie sie ausdrücklich sagt- keine Lockdown-Gegnerin. Vielleicht wäre ihr Brief an Steinmeier noch kritischer ausgefallen, wenn sie gewusst hätte, dass man den Künstler Tobias Morgenstern vom Theater am Rand in Zollbrücke (Märkisch-Oderland), der am 1.10. das Bundesverdienstkreuz bekommen sollte, nur wenige Tage vor der Ordensverleihung wieder ausladen würde.

Wenn ich richtig informiert bin, war Tobias Morgenstern erst am 26. September -vermutlich als „Ersatzmann“ für Hito Steyerl- ins Schloss Bellevue eingeladen worden. Morgenstern wird seine Nähe zu „Querdenkern“ zur Last gelegt. Anstoß hatte ein Facebook-Eintrag vom Mai 2020 erregt, den das Theater am Rand zunächst geteilt, dann aber wieder von der Theater-Website entfernt hatte. Die Zeilen möchte ich hier zitieren: „Ich bin nicht bereit, unter den Folgen des Lockdown und seiner ungesicherten, willkürlichen Maßnahmen weitere Lebenszeit zu verbringen und dabei zuzusehen, wie sich Sorge, Leid und existentielle Not immer stärker in der Gesellschaft verbreiten. Ich möchte mir nicht von der Kanzlerin, Frau Merkel sagen lassen, dass ich meine Hände waschen soll. Und ich möchte mir nicht von einem Amtsdirektor sagen lassen, wann ich in meinem Theater Klavier spielen darf.“

Ich lese aus seinen Zeilen, dass Herr Morgenstern ein freundlicher, warmherziger, aber auch kritischer Mensch ist, der den autoritären Habitus der Politik kaum noch ertragen kann und Angst hat um den Fortbestand unserer Demokratie. Allerdings weisen seine Worte Spurenelemente eines leisen Spotts auf: „Ich möchte mir nicht von der Kanzlerin, Frau Merkel sagen lassen, dass ich meine Hände waschen soll.

Es ist ein schlechtes Zeichen für unsere Demokratie, dass unsere Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker nicht einmal in der Lage sind, diesen feinen Spott zu ertragen. Ich denke, es geht ihnen zu gut. Sie haben so viele Privilegien und entsprechend viel zu verlieren, nicht nur die steuerfinanzierten reservierten Zuschauerplätze in Bayreuth.

Auch im Brief von Hito Steyerl ist es der feine Spott, der für Steinmeier unerträglich gewesen sein dürfte. Nicht nur, dass Frau Steyerl den Satz, der sich um Steinmeiers Lieblingsvokabel „Lebenselixier“ rankt, für eine „Fremdschämparole“ hält.

Ich möchte -weil ich seit langer Zeit einmal wieder laut lachen musste- noch hinzufügen, dass Hito Steyerl ihr Absage-Schreiben, das mit Sehr geehrter Herr Bundespräsident beginnt, mit einem lässigen Kürzel lächelnd beendet: MfG.

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CORONA-September 2020, Wandbeschriftung im The Galleries Shopping Centre in Washington/UK. Noch konnten wir (meine beiden Töchter, unser Hund und ich) nach England reisen,  ohne in Quarantäne zu müssen. Denn auch das ist England: Mitten in einem in die Jahre gekommenen Einkaufszentrum an Shakespeare erinnert werden. Irgendwann einmal werde ich wieder nach Washington/UK reisen und in den Galleries bei COSTA einen Kaffee trinken. Dann wird es dort wieder so aussehen wie vor Corona: https://completelyoffice.co.uk/portfolio/MandG/scheme/The-Galleries-Shopping-Centre-Washington

Zungenbrech-Elfchen im Zehnten: Der Kanzelkandidat

Armin Laschet (CDU) lacht, wann und wo immer er kann. Im Jahr 2020 erhielt der NRW-Ministerpräsident den „Orden wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV). „Sein tiefgründiger Humor, sein echtes Interesse an den Menschen und sein stetiger Einsatz für Verständigung hätten den AKV-Elferrat überzeugt, heißt es in der Begründung.“ https://unserekirche.de/kurznachrichten/laschet-erhaelt-orden-wider-den-tierischen-ernst-07-02-2020/

Der Orden wird gerne an Politiker verliehen. So sehen wir, wie volksnah die Volksvertreter sind, obwohl sie Machtpositionen inne- und den direkten Kontakt zu den Mitmenschen längst verloren haben. Zu den Preisträgern -deutlich mehr Männer als Frauen- gehören zum Beispiel Konrad Adenauer (1959), Franz-Josef Strauß (1989) und Johannes Rau (1986). In den Jahren, bevor Laschet Ordensritter wurde, bekamen Gregor Gysi (2017), Wilfried Kretschmann (2018) und Julia Klöckner (2019) den Orden. Publikumswirksam wird die Verleihung seit 1961 im Fernsehen übertragen.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, muss sich Armin Laschet (CDU) gedacht haben, als er am 17. Juli 2021 gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Hochwasser-Katastrophengebiet reiste. In Erftstadt, einer Gemeinde im Rhein-Erft-Kreis, die es besonders schlimm getroffen hatte, hielt Steinmeier eine Rede, um den Menschen sein Mitgefühl auszudrücken und Hilfe zuzusichern. Wir wir wissen, schäkerte und lachte „Der Machtmenschliche“ (so der Titel der Laschet-Biografie) währenddessen im Hintergrund. Und hätte man sich nicht im Bundestags-Wahlkampf befunden, wäre das vielleicht nicht einmal aufgefallen. So jedoch brachten 20 Video-Sekunden mit einem putzmunteren Gute-Laune-Laschet die Wahrheit ans Licht und vermutlich den Kandidaten zu Fall.

War Laschet mit seinen Gedanken längst woanders, vielleicht schon beim Karneval im nur 60 Kilometer entfernten Aachen? Schließlich sind diejenigen, denen man den Orden wider den tierischen Ernst verleiht, Ordensritter auf Lebenszeit. Oder hat sich Laschet einfach nur -allzu „machtmenschlich“- gelangweilt?

Der Zungenbrecher „Fischers Fritz“ hat schon vor fünfzig Jahren unsere Zungen gelenkig gemacht. Jetzt ist Zeit für neue Zungenblechel:

Kanzlerkandidat

Lustiger Laschet

schlägt quietschfidel Zeit

tot schlägt Kanzelkandidat Lustigel

Laschet

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Ein Foto aus dem Jahr 2007: Nippeser Straßenkarneval, Karnevalsdienstag. Die Kölner Kinder hatten schulfrei, gingen zum Veedels-Zoch, stellten sich ungetestet an den Straßenrand und kloppten sich um Kamelle. Das war Körperkontakt pur. Diesmal soll der Karneval wieder stattfinden, aber er wird zu Ende sein, bevor er überhaupt anfängt. Ein total kontrollierter Karneval ist keiner. „Nachdem im vergangenen Jahr dazu aufgerufen wurde, auf das Feiern zu verzichten, soll es in diesem Jahr darum gehen, auf Vorsicht und Umsicht beim Feiern aufmerksam zu machen.“ Newsletter der Stadt Köln, Oktober 2021. https://www.stadt-koeln.de/ Anders als Karl Lauterbach, der direkt dort, wo gefeiert wird, Impfstationen aufbauen will, fordert Oberbürgermeisterin Henriette Reker dazu auf, sich rechtzeitig vor dem Karnevalsauftakt am 11.11. in Arztpraxen vollständig impfen zu lassen: „Ich habe Verständnis für alle Jecken, die nach langer Pause wieder feiern wollen. Damit wir aber einen sicheren Sessionsauftakt erleben, sollte vollständig geimpft sein, wer schunkele un fiere will. Es geht darum, sich selbst und andere zu schützen.“ (ebd.)

Wie man Kindern Halbwahrheiten einimpft – Die fragwürdigen Werbeauftritte der öffentlich-rechtlichen MAUS

Die Maus kennen wir alle. Eigentlich mag ich die Kinder- „Sendung mit der Maus“. Da werden an jedem Sonntagmorgen Lach- und Sachgeschichten erzählt, pfiffige Fragen gestellt und pfiffige Antworten gegeben. Alltagsfragen werden behandelt, z.B.: „Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta?“ Für meine Kinder hat die Maus (wie überhaupt das Fernsehen mit Ausnahme der Simpsons und Lolle) eine nur untergeordnete Rolle gespielt. Der Sonntag war Familientag mit ausgedehntem Frühstück, Sonntagsspaziergang oder Ausflügen ins Kölner Umland. Niemand wäre auf die Idee gekommen, den Fernseher einzuschalten.

Tatsächlich ist „Die Sendung mit der Maus“ auf unterhaltsame Weise informativ – auch für Erwachsene, die sich gerne mit den Kindern zusammen die Sendung anschauen. So erzählt meine Schwägerin, dass sie ihre Prüfung zur Floristin einfach fand, weil sie mit ihrer Tochter zusammen regelmäßig vor der „Sendung mit der Maus“ saß und gut informiert war. Auch ich bin gestern „schwach geworden“, denn am Wahlsonntag wurde eine sehenswerte Episode ausgestrahlt. Kindern und Erwachsenen wird „kinderleicht“ und anschaulich erklärt, wie das Wählen funktioniert. Aber eben leider nur, wie der Wahlvorgang (zwischen Ankreuzen und Auszählen) abläuft. So war der Beitrag -überspitzt gesagt- eine Gebrauchsanleitung zur Bundestagswahl.

Früher, als es das Fernsehen noch nicht gab, bestimmte die Kirche das Leben. Wie ein deutsches Sprichwort sagt: Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf. Die Leute saßen noch nicht vor dem Internationalen Frühschoppen (später Presseclub), sondern gingen nach der Sonntagsmesse zum Frühschoppen in die nahegelegene Kneipe. Heute bezahlen die Familien Rundfunkgebühren statt Kirchensteuern (manche auch beides)- und gestalten den Sonntag nach den Terminvorgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Mit Maus fang an, mit Tatort hör auf, das ist der beste Sonntags-Verlauf. Nur ist der Tatort mittlerweile so fahl und brutal, dass die Leute froh sind, wenn das Wochenende vorbei ist.

Vor allem Kinder mögen die Maus. Wie ihre Eltern vertrauen sie ihr und sind fest davon überzeugt, dass die Maus ihnen keinen Unsinn erzählt und keinerlei Hintergedanken hat. Doch ist das wirklich so? Tatsächlich ist die Maus auch eine Marke. „Trotz mittlerweile zahlreicher Nachahmer bleibt seriöse Wissensvermittlung eine Sache des Originals: Die Maus ist die führende Wissensmarke in Deutschland und zu einer echten Ikone geworden.“ https://wdr-mediagroup.com/en/markenportfolio/die-maus/basisinformationen/

In einem klugen Artikel auf „Übermedien“ mit dem schönen Titel „Das Würstchen mit der Maus“ entzaubert die Journalistin Anna von Garmissen die beliebte Fernseh-Figur: Die WDR mediagroup, 100-prozentige Tochtergesellschaft des WDR, „… kümmert sich um die kommerziellen Tätigkeiten des Senders. Die Maus gehört zu ihren wichtigsten Marken im Merchandising- und Lizenzgeschäft. Sie ziert Geschirr und Gummistiefel, Taschenlampen und T-Shirts, Rucksäcke, Radios und Regenschirme…https://uebermedien.de/53092/das-wuerstchen-mit-der-maus/

Damit jedoch nicht genug. Die Maus, so schreibt Anna von Garmissen, die als Beleg ihrer Beobachtungen Bofrost-Katalogseiten abfotografiert hat, greift darüberhinaus in die Nahrungsgewohnheiten der Kinder ein: „Eine der Maus-Lizenznehmerinnen ist die Firma Bofrost. Seit rund drei Jahren sind die Maus und ihre Freunde, der blaue Elefant und die gelbe Ente, Markenbotschafter für Europas größten Direktvertrieb von Tiefkühlkost und Speiseeis… Die Gerichte mit der Maus heißen „Bauernhof-Suppenspaß“, „Kartoffel-Flummis“, „Regenbogenreis“ oder „Hähnchen Tic Tac Toe“. Man könnte auch Nudelsuppe, Kartoffelklöße, Reispfanne und Hähnchenbrust sagen.“ (ebd.)

Doch die Maus macht nicht nur Produktwerbung. Sie wirbt nicht nur für „Kartoffel-Flummis“, sondern auch für die deutsche Wissenschaftspolitik. Ärgerlich und peinlich kann es werden, wenn die Maus leibhaftig auf Veranstaltungen auftritt, wenn also ein Mensch in das orangefarbene pelzige Kostüm schlüpft, das zwar stets erneuert wird, in dem der Akteur aber trotzdem schwitzt.

Ende 2019 hatte die Maus einen besonderen Auftritt. Kurz bevor er den Wissenschaftsjournalisten Ralph Caspers mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnete, verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Maus in Schloss Bellevue den „Maus-Verdienstorden“. Zu sehen war der kleine Werbefilm für die deutsche Bundespolitik (na, wo wohl?) in der „Sendung mit der Maus“. Zum Fremdschämen:

So verkrampft diese Vorstellung ist, wirkt sie doch beinahe lässig gegenüber den Werbe-Auftritten der Maus im Jahr 2021. Der Anlass für diese Auftritte war der 50. Geburtstag der Maus. Genauer gesagt: Am 7. März 2021 wurde die erste „Sendung mit der Maus“ ausgestrahlt. Seither werden „runde Geburtstage“ der Maus groß gefeiert. Und selbst im Corona-März 2021, als größere private Familienfeste verboten waren, fiel der 50. Geburtstag der Maus nicht aus. Im Gegenteil: Zahlreiche Prominente gratulierten- natürlich nur im streng kontrollierten Rahmen. In geschlossener Gesellschaft wurde nicht nur für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geworben, sondern vor allem auch für die staatlichen Corona-Maßnahmen.

Ein streng abgeschirmter und hübsch ausstaffierter Schauplatz für den Auftritt der Maus war wiederum Schloss Bellevue. Und wieder einmal traf die Maus in Begleitung von Ralph Caspers unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der natürlich unbedingt gratulieren wollte.

Auf einer facebook– Seite fand ich folgendes Video: https://nn-no.facebook.com/Bundespraesident.Steinmeier/videos/904710250286182/?so=permalink&rv=related_videos

Ich habe mir das Video angeguckt und war erschrocken und entsetzt. Frank-Walter Steinmeier wendet sich „an die Kinder, die uns jetzt zuschauen.“ Doch anstatt dass sich der Präsident der Bundesrepublik Deutschland endlich bei den Kindern für das entschuldigt, was sie mitgemacht haben (Maske, Schulschließungen, Kontaktverbote, Abstandsregeln, Corona-Tests, Quarantäne), bedankt er sich auch noch dafür, dass sie mitgemacht haben. Und dabei hatten die Kinder keine andere Wahl.

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Wer mag sich dieses Gesülze noch länger anhören? Warum räumen unsere Spitzenpolitiker nicht endlich schwere und schwerste Fehler ein? Warum gibt es an unseren Schulen immer noch die Maskenpflicht? Warum wird an den Schulen getestet und Kindern ab zwölf Jahren eine mehr als fragwürdige Impfung empfohlen?

Wann wird endlich realisiert, dass in Schweden die Kinder vor Panikmache geschützt und vor schweren psychischen, aber auch physischen Schäden bewahrt wurden, indem die Grundschulen (bis einschließlich Klasse 9) unter halbwegs normalen Bedingungen geöffnet blieben?!!! Auffällig ist, dass die Inzidenz in Schweden gegenwärtig (25.9.201) bei nur 43,6 (Deutschland: 61,4) liegt, obwohl (oder weil?) mittlerweile alle Schulen geöffnet sind und die Grundschulen immer geöffnet waren.

Das oben erwähnte Video habe ich abfotografiert und die Fotos zu einer kleinen graphic novel zusammengestellt. Dazu später mehr…

Die große Feier ist vorbei, doch die Maus macht weiter auf WDR2. In der Radio-Sendung „Frag doch mal die Maus“ beantwortet „sie“ Kinderfragen. In der Sendung vom 30.8.2021 stellt die siebenjährige Merle aus Wuppertal, deren Mutter sich gegen Corona hat impfen lassen, eine kluge Frage, auf die sie leider eine beschränkte Antwort bekommt: „Was ist immun?“

In diesem Beitrag, der immerhin anderthalb Minuten lang ist, wird die natürlich erworbene Immunität nicht einmal erwähnt. Verschwiegen wird, dass uns eine durchgemachte Infektion vor Corona schützt. Verschwiegen wird auch, dass Menschen, die Corona hatten, wenn überhaupt, dann in aller Regel beim zweiten Mal nur leicht erkranken. Diese wichtige Information verdanke ich der Lektüre des folgenden Artikels: https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/corona-sind-wir-nach-einer-infektion-immun/

Stattdessen wird die Impfung als die Möglichkeit einer Immunisierung angepriesen. In der Ausschließlichkeit widerspricht die Information auch den wissenschaftlichen Tatsachen und hat mit seriöser Wissensvermittlung nichts mehr zu tun. In Minute 1.16 heißt es betont lässig: „…Wer immun ist, zum Beispiel nach ner Impfung, der oder die ist relativ sicher vor der Krankheit. Zumindest ist es unwahrscheinlicher, dass es einen schwerer erwischt.“ Das ist zwar nicht falsch, aber allenfalls die halbe Wahrheit. https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/frag-doch-mal-die-maus/immun-100.html

So macht man den Kindern Angst. Für viele Erwachsene mag die Impfung sinnvoll sein, aber doch nur für die wenigsten Kinder. Wie schön ware es, wenn die Maus die Kinder beruhigen würde. Das ist in diesem Fall ganz einfach: Sie müsste ihnen nur die Wahrheit sagen:

Liebe Merle, es gibt einzelne Menschen, die schwer an Corona erkranken, und manche haben Spätfolgen oder sterben sogar daran. In aller Regel sind das ältere Menschen, die bereits schwere Krankheiten haben und Tag für Tag Medikamente nehmen müssen, die wiederum schwere, schwächende Nebenwirkungen haben. Für diese Menschen ist die Corona-Impfung unter Umständen sinnvoll.

Es gibt Krankheiten, die sind so schlimm, dass es sehr wichtig und gut ist, Impfungen zu entwickeln, etwa die Kinderlähmung. Corona aber ist für Kinder in aller Regel ungefährlich. Die meisten Kinder merken es nicht einmal, wenn sie Corona haben.

Impfungen können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, die manchmal nach Jahren erst ausbrechen. Diese Nebenwirkungen können bei Kindern sogar schlimmer sein oder häufiger auftreten als bei Erwachsenen, wie wir bei der Schweinegrippe-Impfung vor zwölf Jahren gesehen haben. Das Schreckliche ist, dass die Eltern, die damals ihre Kinder haben impfen lassen, ihnen etwas Gutes tun wollten, sie schützen. Wir sollten aus dieser Erfahrung lernen: Kinder dürften nicht voreilig geimpft werden. Über eventuelle Spätfolgen der Corona-Impfung wissen wir nichts.

Lieb Merle, deine Mutter hat sich bestimmt auch deshalb gegen Corona impfen lassen, weil sie dich schützen will. Aber vermutlich wäre das nicht nötig gewesen, denn die meisten Kinder dürften bereits immun sein. Vielleicht bist auch du geschützt, ohne es zu wissen. Stell dir vor: Ihr Kinder seid durch eure Kinderkräfte vor einer Krankheit geschützt, die die ganze Erwachsenen-Welt derzeit in Atem hält! Dass das so ist, grenzt an ein Wunder.

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 Windpockennarben-Selfie. Wer genau hinguckt, entdeckt über meinem verdeckten linken Auge (rechter Bildrand) einen kleinen roten Kringel. Hierbei handelt es sich um eine Windpocken-Narbe. Die Windpocken kriegten damals fast alle. In die proppenvolle erste Volksschulklasse, in die meine Zwillingsschwester und ich Ostern 1965 kamen, gingen 56 Kinder. Im Klassenzimmer war’s eng, aber geschadet hat uns das nicht – im Gegenteil. Die Welt war voller Kinder. Was für ein Glück!                                                                                                                                                                         Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich war, als meine Geschwister und ich die Windpocken hatten. Nicht alle auf einmal. Doch ich weiß noch genau, dass meine Mutter ungeduldig wurde. Da sie nicht berufstätig war, konnte sie es sich zwar leisten, sich (zum Teil nacheinander) um alle ihre vier Kinder zu kümmern, aber das zehrt natürlich an den Nerven, vor allem dann, wenn ein Familienfest zu platzen droht. An genau dem Tag, als wir den runden Geburtstag einer meiner Großtanten feiern wollten, hatte ich noch eine einzige verkrustete Windpocke – ausgerechnet im Gesicht. Ich weiß noch, wie meine Mutter sagte: „Wir könnten ja versuchen, die Kruste vorsichtig abzukratzen.“ Von diesem „Eingriff“ stammt meine Windpockennarbe. Wir fuhren gut gelaunt zum Familienfest. Dass ein Kind mit einer letzten verkrusteten Windpocke nicht mehr ansteckend ist, wussten wir nicht. Eine Windpocken-Impfung -wie sie heutzutage „angeboten“ und von der STIKO empfohlen, aber von Stiftung Warentest(!) angezweifelt wird- ist vielleicht praktisch, mehr aber auch nicht. 

GroKo stoppen! Teil 2: Der Titel schützt vor Torheit nicht – Impfarzt Prof. Auflauerbach

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Mediziner, Gesundheitsökonom und Bundestagsabgeordneter (SPD), liebt es, den Menschen auf bzw. unter die Pelle zu rücken, und das im wahrsten Sinne des Wortes. So half Lauterbach nach anfänglichen Protesten im April in einem Leverkusener Impfzentrum aus. Der Ort war nicht zufällig ausgesucht. Im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV ist Lauterbach Direktkandidat der SPD für den Deutschen Bundestag..

Am 21. August wagte dann der prominente Direktkandidat in peinlicher Selbstüberschätzung einen zweiten Wahlkampf-Auftritt als Impfarzt, der allerdings blamabel enden sollte. Der Impfbus mit dem Team rundum Lauterbach stand vor dem Leverkusener Stadion, wo Bayer 04 Leverkusen gegen den VFL Mönchengladbach spielte. Nach all den freundlichen Briefen, die er tagtäglich bekommt, hatte Lauterbach gehofft, dass die Leute in Scharen kommen, weil sie es prickelnd finden, wenn ihnen der Kandidat höchstpersönlich die Impfspritze setzt.

Doch der erwartete Ansturm blieb aus. Ein beleidigter Lauterbach twitterte am 21.8. folgendes:

„… Karl Lauterbach@Karl_Lauterbach 21. Aug Heute hat das Impfteam Leverkusen vor dem Bayer Stadion geimpft. Wir hatten weitaus weniger Impfinteressenten als erwartet. Was war passiert? Finde den Fehler…

„Finde den Fehler“ – das klingt wie eine Arbeitsaufgabe für Grundschüler. Nun gut, ich mache mit, doch ich finde keinen Fehler, denn was Lauterbach passiert ist, ist kein „Fehler“, sondern war richtig doof. Tatsächlich hatte Lauterbach nicht begriffen, dass zum Fußball-Bundesliga-Spiel ja nur genesene oder bereits vollständig geimpfte Zuschauer zugelassen waren („2G“). Aber wer kommt schon zur Stadion-Impfung, wenn er anschließend nicht mal ins Stadion kommt? Ich denke, Freikarten hätten das Impfinteresse deutlich erhöht.

Den Nutzen von Freikarten oder anderen Belohnungen (warum nicht Halver Hahn als schmackhafter, aber preiswerter Lockvogel?) scheint Lauterbach nicht zu begreifen. Vermutlich denkt der Mann, die Impfung ist Geschenk genug. Es kann aber auch sein, dass der angeblich knickrige Lauterbach befürchtet, den Köder aus eigener Tasche zahlen zu müssen.

Eine vergleichbar lächerliche Idee eines Weekend-Pieks hatte Lauterbach vor zwei Monaten schon einmal. „SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlägt vor, dass „nicht nur in Arztpraxen und Impfzentren, sondern auch in Ausgehmeilen“ geimpft wird. Das sagte er im Gespräch mit Business Insider: „Es muss Freitags- und Samstagsabends mobile Impfstationen an belebten Plätzen geben, wo sich viele Leute treffen, auch vor Bars und Clubs“, so Lauterbach weiter. Man müsse mit den Impfungen dorthin, wo die Menschen seien.https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/zuerst-spritze-dann-feiern-karl-lauterbach-plaediert-fuer-mobile-impfstationen-vor-bars-und-clubs-b/

Mit seinem Vorschlag ist Lauterbach zum Glück nicht durchgekommen. Wer hat schon Lust, frisch geimpft, aber leicht angeschlagen und sich unfrisch fühlend feiern zu gehen und nicht einmal mit Freibier belohnt zu werden? Schon damals hätte Lauterbachs doofer Tweet gut gepasst : „Wir hatten weitaus weniger Impfinteressenten als erwartet. Was war passiert? Finde den Fehler…

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Karl Lauterbach: Damals noch mit leeren Händen, heute mit Impfspritze in der Hand.                                                          Lauterbach wettert: Kölner Glühwein-Anarchie – So titelte am 7.Dezember 2020 der Kölner EXPRESS. Völlig aufgebracht war Karl Lauterbach wegen der sogenannten „Glühwein-Wanderungen“, die im Kölner Stadtgebiet kurz vor dem Lockdown (13.12.) noch stattfinden konnten, am Nikolaus-Sonntag ins Kölner Belgische Viertel gestürmt, denn die Menschen wanderten nicht nur von Glühwein-Ausschank zu Glühwein-Ausschank, wie es die Stadt Köln „erlaubt“ hatte, sondern blieben zwischendurch stehen, d.h. sie standen Glühwein trinkend in Grüppchen zusammen, ohne immer den „Sicherheitsabstand“ einzuhalten. War das schon fast ein Verbrechen? Für Lauterbach nicht nur fast.

Sogar aus medizinischer Sicht ist die auflauernde Impfung, wie ich sie leider nennen muss, mehr als fraglich. Schließlich wirkt die Corona-Impfung erst mit mehrwöchiger Verzögerung. Welche Phantasien hat Lauterbach, was lässt ihn von mobilen „Impfstationen an belebten Plätzen“ träumen? Missgönnt er den Mitmenschen die Lebensfreude? Ist nicht die Impfung von tausend Menschen auf einen Stich, wie ich die Aktion leider nennen muss, eine volkserzieherische Zwangsmaßnahme?

Entsetzt bin ich, wenn ich lese, dass Lauterbach, was die Schulen betrifft, weiterhin für harte Maßnahmen plädiert. Die Gefahr, die er heraufbeschwört, ist die drohende „Durchseuchung der Kinder“.

In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk am 26.8.2021 (einen Tag, nachdem am 25. August die Mehrheit im Deutschen Bundestag gegen die Stimmen aller Oppositionsparteien die „epidemische Lage“ zum fünften Mal verlängert hatte) brachte der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), seinen Unmut zum Ausdruck. Er hält den den Begriff „Durchseuchung“ für „propangandistisch“. Ich kann mich dem nur anschließen. Unbedingt lesen: https://www.deutschlandfunk.de/nrw-familienminister-stamp-zu-covid-verlaeufen-risiken-fuer.694.de.html?dram:article_id=502222

Joachim Stamp, der kein Impfgegner ist, hatte einen „Tag der Eigenverantwortung“ vorgeschlagen, und zwar den 3.Oktober („Tag der deutschen Einheit“) 2021. „Danach sollten die staatlichen Beschränkungen von Bürgerrechten enden.“

Der NRW-Familienminister macht sich große Sorgen um das Wohlergehen der Kinder. Er hatte sich vor dem 25.8. mit zahlreichen Fachleuten unterhalten, insbesondere mit Kinderärztinnen und Kinderärzten: „Es wird ja der Politik immer vorgeworfen, wir würden uns nicht an die Wissenschaft halten. Ich finde, bei der Beurteilung der Risiken für Kinder, da ist doch die wichtigste Wissenschaft die Pädiatrie, das was die Kinderärztinnen und Kinderärzte sagen. Die sagen uns, dass die Risiken durch die Beschränkungen viel, viel höher sind.“ (s.o.) 

Kinder können sich nicht wehren. Ihre Eltern sind gezwungen, auch gegen den eigenen (Eltern)-Willen Maßnahmen zu akzeptieren, die in der kindlichen Psyche großen Schaden anrichten können. Diese Maßnahmen überschreiten nicht nur Körpergrenzen, sondern entmündigen die Kinder und zwingen sie zu einer Art soldatischem Gehorsam.

Wir erleben eine rücksichtslose, gleichgültige Corona-Politik. Dass es auch anders geht, zeigen uns die Schweden, wo alle Schulen ohne Einschränkungen geöffnet sind. Impfungen für 16jährige werden in Schweden nicht generell empfohlen, sondern nur für Jugendliche mit bestimmten Erkrankungen. Man hat aus den Erfahrungen mit der Schweinegrippe-Impfung und ihren katastrophalen Folgen und Spätfolgen (Narkolepsie) gelernt.

Manchmal denke ich, dass es das Werk der großen Schriftstellerin Astrid Lindgren ist, das in den Herzen der Schweden Spuren hinterlassen hat. Astrid Lindgrens Bücher speisen sich aus einer tiefen Liebe zum Leben, zu allen irdischen Geschöpfen und aus einer unumstößlichen Achtung vor den Kindern.

Medizinische Maßnahmen als Mittel zur Unterwerfung einzusetzen, ist verwerflich. Seinen entsetzlichen Höhepunkt hatte dieser Wahnsinn in den 1950er und 60er Jahren, als Heimkinder, die keine schützenden Eltern hatten, vielerorts in Deutschland systematisch gequält, ruhig gestellt, misshandelt und (auch für pharmazeutische Studien und Experimente) missbraucht wurden. Zum Einsatz kam hierbei medizinisches Gerät, insbesondere die handliche Injektions-Spritze. „In einer Art Verteidigungsschrift an den Essener Caritas-Direktor bestritt Strehl zwar die Anwendung solcher „Kotzspritzen“, doch zeigen die Quellen ein anderes Bild. Neben den zeitgenössischen Unterlagen berichteten auch verschiedene Heimbewohner über die Verabreichungspraxis solcher Spritzen, die Strehl bei Stationsvisiten offenbar immer bei sich trug, um renitente Kinder bei Bedarf direkt sedieren zu können.https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMI17-20.pdf

Mit „Strehl“ ist der Mediziner Waldemar Strehl (1916-1988) gemeint, der im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht gedient hatte und von 1955 bis 1969 im Essener Franz-Sales-Haus tätig war, einem katholischen Behindertenheim. „… Über den missbräuchlichen Einsatz von Medikamenten in Heimen der Nachkriegszeit haben der Historiker Uwe Kaminsky und die Ethikerin Katharina Klöcker von der Ruhr-Universität Bochum am Donnerstag eine Studie veröffentlicht. Am Beispiel des Franz Sales Hauses zeichnen sie nach, wie in den 1950er und 1960er Jahren die Bewohner mit Medikamenten diszipliniert wurden. Damit nicht genug: Der damalige Anstaltsarzt Waldemar Strehl testete an den Minderjährigen neue Präparate – in Überdosis…“ https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-08-27/zur-strafe-eine-kotzspritze-studie-zeigt-medikamentenmissbrauch-einem-nachkriegsheim

… Ich kann an dieser Stelle nicht weiterschreiben, weil ich erst einmal tief durchatmen muss und spüre, wie mir die Tränen kommen… Beim Googeln musste ich feststellen, dass Waldemar Strehl in meiner Heimatstadt Bottrop geboren wurde und an „meiner Schule“ Städtisches Jungengymnasium Bottrop Abitur gemacht hat, an eben dem Gymnasium, wo mein Großvater Josef Verron zu der Zeit Lateinlehrer war…

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Vom Blitz getroffen, pardon… Ich habe das Plakat (mehr schlecht als recht) von der illustren Seite leverkusen.com abfotografiert. Damals hat es jemand auf der Solinger Straße in Leverkusen aufgenommen. Das Plakat stammt aus dem Wahlkampf 2017. Lauterbach war bis 2001 Mitglied der CDU, wechselte dann aber in die SPD. Lauterbach machte zu der Zeit Karriere an der Universität zu Köln.  „1998 wurde Lauterbach Direktor des neu gegründeten Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) an der Universität zu Köln; damit war auch seine Berufung als Professor verbunden. Dort ist er aufgrund seines Bundestagsmandats beurlaubt.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lauterbach                                                                                  Lauterbach wollte und will Bundesgesundheitsminister werden, das ist sein Traum. Dafür musste er zunächst einmal Bundestagsabgeordneter werden. Es war schlau von Lauterbach, nicht nur zur SPD zu wechseln, sondern sich den Wahlkreis Leverkusen- Köln IV zu sichern, denn der geht traditionell an die SPD. Als Direktkandidat ist Lauterbach bereits 2005, 2009, 20013 und 2017 in den Bundestag gewählt worden. Lauterbach ist auf das Direktmandat angewiesen. Über die Landesliste in den Bundestag zu kommen, dürfte Lauterbach im Jahr 2021 kaum gelingen, denn die Partei hat ihn lediglich auf Platz 23  gesetzt.                                                                                              Zurück zum Wahlkampf 2017. Ein Job muss reichen. Mit diesem Plakat wollte sich Lauterbach bei den Wählerinnen und Wählern anbiedern, denn in Leverkusen und im Kölner Nordosten leben viele Menschen, die mehrere Jobs brauchen, um sich überhaupt über Wasser zu halten. Lauterbach schwimmt oben und verdient bestens, doch der Professorentitel schützt vor Torheit nicht. Dass die Parole „Ein Job muss reichen“ doppeldeutig ist, dürfte vielen Menschen aufgefallen sein, nur Lauterbach nicht. Lauterbach hat viele Jobs, nicht nur im Bundestag. Als Professor ist er lediglich beurlaubt, er veröffentlicht populärwissenschaftliche Bücher und tritt als Redner auf. Ich sage nur: „Lieber Herr Prof. Lauterbach, bitte bescheiden Sie sich. Nehmen Sie sich selber ernst: Ein Job muss reichen.“

Elfchen im Neunten: „MAKE OUR PLANET GREAT AGAIN“ – „MACHT EUCH DIE ERDE UNTERTAN“

Emmanuel Macron kam der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen vermutlich nicht ungelegen. Vor dem Hintergrund des Ausstiegs kann er umso mehr den Weltklima-Retter mimen. Gemessen am reichlich beschränkten Donald Trump, der (vergleichbar etwa mit der AFD-Politikerin Alice Weidel) nach wie vor nicht begreifen will, dass der „Klimawandel“ von Menschen verursacht ist, wirkt Macron geradezu klug und vernünftig. Das ist natürlich nur relativ, denn, wie (leicht abgewandelt) ein Sprichwort sagt, das Erasmus von Rotterdam zugeschrieben wird: Unter den blinden Männern ist der einäugige Mann König.

Der Ausstieg kam allerdings für niemanden überraschend, denn Trump löste hiermit ein Wahlversprechen ein. Dennoch nahm Macron die offizielle Ankündigung des Ausstiegs zum Anlass, sich am 1.6.2017 vermeintlich tief erschrocken und enttäuscht mit einer „persönlichen“ Botschaft an die Weltöffentlichkeit zu wenden. In dieser Rede tritt Macron gut gepudert als smarter Klima-Missionar auf, der Experten anheuert: „Allen Wissenschaftlern, Ingenieuren, Unternehmern und Bürgern, die von der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten enttäuscht sind, möchte ich sagen, dass sie in Frankreich ein zweites Heimatland finden werden. Ich sage ihnen: Kommen Sie, und arbeiten Sie hier mit uns! Lassen Sie uns gemeinsam an konkreten Lösungen für unser Klima arbeiten.“ (Video Make Our Planet Great Again, deutschsprachige Untertitel)

Doch Macrons Wortwahl lässt aufhorchen. Die gut einstudierte Rede endet mit einem Satz, den sich Macron publikumswirksam für den Schluss aufbewahrt hat: Make Our Planet Great Again. Unüberhörbar spielt der Satz auf Trumps berühmte Parole Make America Great Again an. Nur ist es nicht nur die eine Nation, die Macron wieder großartig machen will, sondern etwas viel Größeres: die ganze Erde. Was aber stellt sich Macron unter einem „großartigen Planeten“ vor? Will Macron die aufgebrachte Natur beschwören? Angesichts von so viel Schwulst wird mir ganz angst und bang.

Make Our Planet Great Again zeigt einmal mehr eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Präsidenten der Atommächte Frankreich und USA. Beide, der aktuelle Präsident Frankreichs und der ehemalige der USA, lieben die Macht, die Selbstfeier, den Prunk, und beide lieben die prachtvolle Macht-Demonstration. Zur Erinnerung: Nur sechs Wochen nach der Ankündigung des Ausstiegs sind Donald und Melania auf Einladung von Macron anlässlich des Nationalfeiertags nach Frankreich gereist, um am 14.Juli 2017 der Militärparade beizuwohnen.

Leider ist man auch hierzulande von Macrons großmäuliger Parole begeistert. Make Our Planet Great Again ist Leitsatz einer französisch-deutschen Wissenschafts-Kooperative:
„… Das vom BMBF mit 15 Millionen Euro geförderte und auf fünf Jahre (2018–2022) angelegte Förderprogramm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung Make Our Planet Great Again geht auf eine Initiative des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zurück…“ Weiterlesen: https://www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/pdf/bildung-und-forschung-als-schluessel-fuer-eine-nachhaltige-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=2

In der Wissenschaft herrscht weitgehend Konsens darüber, dass der Klimawandel menschenverursacht ist. Vertiefende Studien und die Entwicklung von Lösungen mögen sinnvoll sein, aber vor dem Hintergrund eines politischen Immersoweiter hat die Forschung auch eine Alibi-Funktion, denn sie dient unseren Politikern dazu, mit gereinigtem Gewissen weiterzumachen wie bisher: Zu verprassen, zu vergeuden und den Planeten, den Macron wieder „great“ machen will, hemmungslos auszubeuten.

Um den Planeten wieder „great“ zu machen, setzt Macron auf die vermeintlich saubere Atomenergie. Das ist, wie wir wissen, höchst riskant. Die Situation ist verfahren. Frankreich deckt den nationalen Energiebedarf vorrangig mit Atomstrom. Die französische Regierung hat unlängst -anstatt den Ausstieg einzuleiten- die Laufzeit der AKWs sogar auf fünfzig Jahre verlängert. Tatsächlich ist -und da reibt sich Macron die Hände- die Erzeugung von Atomkraft mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar, denn das zentrale Ziel des Abkommens ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad, und die Emissionen sind beim Betrieb von Kernkraftwerken gering.

Dass man die Gefahren wider besseres Wissen herunterspielt, ist unannehmbar. Dass jedoch die französische Regierung versucht, Atomkraft als „nachhaltig“ zu verkaufen, um an EU-Fördermittel zu kommen, ist höhnisch und schamlos gegenüber den Menschen, deren Lebensräume durch die Zerstörungskraft der Atomenergie nachhaltig vernichtet wurden. Ich denke an die Opfer der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima, aber insbesondere auch an die Opfer der französischen Atomversuche in Französisch-Polynesien. Die Zerstörung ihres Lebensraums hat die französische Politik in Kenntnis (!) der katastrophalen Folgen bewusst in Kauf genommen.

Es müsste jetzt endlich die Notbremse gezogen werden. Zunächst und zuallererst müsste man an den Auswüchsen ansetzen und die Privilegien der Mächtigen kappen und diese Personen auf den Erdboden zurückholen, dann wäre schon viel gewonnen.

Es gäbe viele klimapolitische Sofortmaßnahmen. Nur ein paar, die mir spontan einfallen: Stopp der Formel 1, virtuelle Ersatzrennen, aber auch Verlegung in Carrerabahn-Hallen bei gleichzeitiger Öffnung der Rennstrecken für Seifenkisten… Nichtinbetriebnahme des Weltraumbahnhofs (netter, verniedlichender Begriff!) in der Nordsee… Keine weitere Eroberung des Weltalls… Olympia dem Amateursport zurückgeben… Gipfeltreffen digital stattfinden lassen: Stopp des internationalen Schaulaufens der Politiker (inklusive des Großen Fressens, der Kaffee-Kränzchen mit der Queen etc…)

Macron, Kofürst von Andorra und Ehrenkanoniker von St. Johannes im Lateran, müsste unbedingt auf den Boden geholt werden. Er möge seine Dienstreise-Freude drosseln und aufs Homeoffice umsteigen. Darüber hinaus müssten seine Bezüge reduziert werden, denn die sind enorm. „Das Gehalt des französischen Staatspräsidenten betrug seit einer Erhöhung im Herbst 2007 – um 170 Prozent – wie das des Premierministers brutto 240.000 Euro im Jahr.[8] Darüber hinaus erhält er jährlich ein Budget in Millionenhöhe, über welches keine Rechenschaft abgelegt werden muss; dazu gehören zum Beispiel freie Kost und Logis im Palast oder Feriendomizile.[9 …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Staatspr%C3%A4sident_(Frankreich)

***

Ende August 2021 machen wir -ich älterer Mensch und vier junge Studentinnen zwischen 25 und 20 (darunter meine beiden Töchter)- Urlaub in der Nord-Bretagne. Wir sind mit dem Auto unterwegs. Von uns bin ich die einzige, die einen Führerschein hat. Mit knapp 63 habe ich mir (auch wegen Corona und der unerträglichen Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln) zum ersten Mal im Leben ein Auto zugelegt.

Als Siebensitzer ist das alte Auto groß genug für fünf Personen + Hund, aber auch für die vorwiegend mit bunten Second-Hand-Klamotten und Büchern prall gefüllten Koffer, die so schwer sind, dass ich sie nicht tragen kann. Immerhin brauche ich zum Autofahren noch keine Brille. Auf gut Wetter-Glück habe ich für zwei Wochen eine Ferienwohnung in Ploumanac’h gemietet, einem Ortsteil von Perros-Guirec. Mein Optimismus wird belohnt, die Regenjacken bleiben unausgepackt.

Meistens scheint die Sonne, aber an kaum einem anderen Tag ist der Himmel so unwirklich blau wie am 27. August.

Der Zufall will es, dass ausgerechnet ich, die ich mir so viele Gedanken um den Sonnengott gemacht habe, ausgerechnet hier, wo ich ihn nicht erwartet hatte, bei strahlendem Sonnenschein Macron begegne. Natürlich nicht leibhaftig… Wir sind mit dem Auto auf dem Weg ins schöne Städtchen Lannion, aber die Smartphone-Navi spinnt und leitet uns um nach Perros-Guirec. So geraten wir auf die Küstenstraße zwischen dem „Plage de Trestaou“ und dem „Plage de Trestignel“. Der Straßenrand ist von Menschen gesäumt, die aufs Meer gucken.

Wir stellen das Auto am Plage de Trestignel ab, gehen die Straße hoch und mischen uns unter die Leute: Man erwartet die Flugshow der Patrouille de France, der Kunstflugstaffel der französischen Armee.

Es ist schon faszinierend, wenn am heiteren Himmel mit einem Mal die Flugzeuge auftauchen, Muster bilden und Formationen. Doch alles ist nur Schöner Schein und Schall und Rauch, denn die künstlich erzeugten bunten Wolkenstreifen verpuffen sehr schnell. Dennoch ist die Wahrnehmung nachhaltig manipuliert: Noch Stunden später sollte ich in jeder Möwe den Starfighter sehen

Hybris

schmiert den

Himmel an: Make

Our Planet Great Again

TRICKolore

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Befleckungslust: Dem Himmel den blau-weiß-roten Stempel  aufdrücken, ohne alle Demut zeigen, wer der Herr auf dem Planeten ist:  La Grande Guerre Contre La Nature.

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Soll hier eine Corona-Impfspritze dargestellt werden?

Make Our Planet Great Again… Irgendwann bemerke ich, dass die Parole einen Satz aus dem Alten Testament in sich trägt, Gottes Auftrag an den Menschen: „Macht euch die Erde untertan.“ (Gen 1,28) Beide Sätze (oder sind es nicht eher Schlachtrufe?) haben acht Silben. Die Betonung ist jeweils auf der ersten, der vierten und sechsten Silbe. Der Satzbau ist weitgehend analog, und die Botschaft von Make Our Planet Great Again spielt überdeutlich auf das „Original“ an. Da es den Satz „Macht euch die Erde untertan“ so nur in der deutschsprachigen Bibelübersetzung gibt, ist zu befürchten, dass die Werbetexter, die für Macron arbeiten, ihn bewusst genau so formuliert haben, weil sie einen sprachlichen Köder brauchten für die Verantwortlichen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die ja auch direkt angebissen haben.

Macron fehlt meines Erachtens alle Demut gegenüber der Schöpfung. An dieser Stelle möchte ich den deutschen Wissenschaftsjournalisten Horst Stern (1922-2019) zitieren, der die Zeitschrift natur mitgründete und bis 1984 deren Herausgeber und Chefredakteur war. Anlässlich seines 90. Geburtstags im Jahr 2012 hat die Zeitschrift natur noch einmal Horst Sterns allererstes Editorial abgedruckt:

„Es darf gedacht werden in NATUR. Nicht nur die Hybris, auch die Hoffnung liegt ja in unserem Denkvermögen begründet. Ich bin sicher: Es wird sich in unserem parasitären Umgang mit der Natur nur dann etwas zum Besseren ändern, hin zu ihrer Schonung durch die Erkenntnis unserer Mitgeschöpflichkeit, wenn der rational gefasste, argumentativ bewiesene Gedanke politisch mehrheitsfähig wird, daß wir Menschen im Kreis der pflanzlichen und tierischen Gestalten nicht grundsätzlich anders, sondern nur grundsätzlich andersartig sind: daß unser Verwandtschaftsgefälle hinunter zu einer Kolibakterie beweisbar kürzer ist als das hinauf zu einem Gott, für dessen Ebenbild wir uns halten. Wir sind als Art biologisch unentrinnbar ein Teil der Natur – lebend an ihr Leben, leidend an ihr Leiden, sterbend an ihr Sterben gebunden.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Stern

„Hömma, Lisa, deine Tochter hat Delta, und du lädst mich nicht zur Viren-Party ein: Kniesbüggel!“ – Eine Begegnung mit der Frau Keuner

„Tach“, sacht meine Nachbarin, die Frau Keuner. „Kann ich deine Tochter wohl mal sprechen?“

„Hä?“ Ich war nur kurz vor der Tür, zwei Fahrräder aus dem Schuppen holen, hab die Haustür aufgelassen, da war die Frau Keuner auch schon da, als wenn sie drauf gewartet hätte. Die hat den Gehwagen die Stufe hochgebockt und is rein ins Haus. Jetzt sitzt die Frau Keuner am Tisch, und wenn die erst mal sitzt, dann sitzt die.

Ich räuspere mich: „Frau Keuner, das geht jetzt nicht, ich muss Sie leider bitten, das Haus zu verlassen.“ Die Frau Keuner verschränkt die Arme.

„Meine Tochter ist vor zwölf Tagen positiv getestet worden“, sage ich und räuspere mich wieder. „Gestern stand das Gesundheitsamt hier noch einmal auf der Matte und hat den abschließenden PCR-Test durchgeführt. Meine Tochter ist zwar wieder negativ, aber bis einschließlich 23.59 Uhr ist die in Quarantäne. Die darf noch nicht raus und die darf vor allem keinen Besuch haben. Frau Keuner, die Lea hat gehustet, geschnieft und geschwitzt. Sie wissen doch, wie hoch ansteckend die Delta-Variante ist. In den letzten Wochen habe ich mich kaum getraut, die Fenster zu öffnen, damit das Virus nicht entfleucht und halb Nippes versucht. Es ist gut möglich, dass das Delta-Virus hier…“

„… Immer noch sein Unwesen treibt“, ergänzt die Frau Keuner und lacht. Sie schließt die Augen und holt tief Luft. „Bissken abgestanden, die Luft, aber lecker Aerosole. Wo du mir schon sonst nichts anbietest, will ich wenigstens echte Kölner Corona-Luft einatmen.“ Die Frau Keuner legt den Kopf in den Nacken, atmet tief durch die Nase ein und tief durch den Mund aus.

„Frau Keuner, bitte verlassen Sie das Haus. Meine jüngere Tochter und ich stehen als ungeimpfte Kontaktpersonen einer Infizierten immer noch unter Corona-Verdacht. Und nur weil wir uns kooperativ verhalten, sieht das Gesundheitsamt von unangekündigten Hausbesuchen ab.“

„Und der angekündigte Besuch war lustig, wa?“, foppt mich die Frau Keuner. „Dat sind die neuen Vertreter, aber die kommen nicht mehr von Vorwerk, sondern vom Gesundheitsamt.“

„Es war gruselig“, antworte ich. „Da kam eine vermummte blonde junge Frau. Hellblauer Schutz-Anzug, hellblaue Maske, blaue Augen. Ich war so schlau, ganz langsam vor dem langen Stäbchen zurückzuweichen, aber meine Tochter dachte, dass es nicht weh tut, wenn sie nur den Kopf ruhig hält.“

„Ach wat“, sagt die Frau Keuner und grinst. „Wenn du nicht protestierst, dringen die umso tiefer in dich ein. Das geschulte, erfahrene Personal führt das lange, lange Teststäbchen mit ruhiger Hand durch die Nase tief und immer tiefer ein bis hinten an die Rachenwand, ja, mit ruhiger Hand platziert die medizinische Fachkraft das lange, lange Teststäbchen hinter dem Gaumenzäpfchen. Und? Hat das Personal dir Impfmuffel auch schön Angst gemacht? Hat man dir auch einen Pulsoximeter an den Finger geklemmt?“

„Ich, ich“, stammele ich. „Ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Das…“

„Dat gibbet bei Saturn und überall“, lacht die Frau Keuner. „Der Pulsoximeter gehört heutzutage in jede Hausapotheke.“

„Das ging schneller, als ich reagieren konnte“, sage ich. „Ohne Vorankündigung und alles im Hauseingang. Und die Frau hat nur auf Nachfrage gesagt, dass sie meinen Pulsschlag und den Sauerstoffgehalt meines Blutes testet. Dabei stand ich gesund und munter auf beiden Beinen vor ihr. Ich meine, die ist vom Fach, die muss doch ein Gespür dafür haben, dass es mir gut geht. Und wollen Sie wissen, was die Person gesagt hat?“

„Was hat die denn gesagt?!… Jetzt sach schon!“

Ich lasse die Frau Keuner eine Weile zappeln und rede dann weiter: „Wortwörtlich hat die zu mir gesagt: Es kann sein, dass Sie in Kürze beatmet werden müssen. Sie wissen nichts davon, denn noch fühlen Sie sich wohl, aber Ihr Zustand kann sich binnen kürzester Zeit dramatisch verschlechtern. Sie hätten die Untersuchung auch ablehnen können, aber seien Sie froh, dass Sie kooperiert haben, denn Ihre Werte sind in Ordnung.“

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Ein leider unscharfes Selfie meiner physisch und psychisch verletzten jüngeren Tochter, die ebenso wie ich vermutlich gegen Delta immun ist: Am Morgen nach dem äußerst unangenehmen PCR-Test war Carlas rechtes Auge (der Stab wurde ins rechte Nasenloch eingeführt) gerötet. Außerdem verspürte  die „Kontaktperson“ tagelang einen stechenden Schmerz im Hals.                                                              PCR-Tests sind immer unsanft und sollten in der Corona-Diagnostik nicht routinemäßig durchgeführt werden. Wie brutal sie sein können, musste eine meiner Schwägerinnen erfahren. Bei ihr wurde ein Nerv getroffen. Nachdem sie sich vor ein paar Jahren die Nase gebrochen hat, sieht der Innenraum ihrer Nase anders aus als auf den Abbildungen in den Fachbüchern. Das medizinische Personal müsste dringend angehalten werden, nach Vor-Verletzungen zu fragen!

Zum Vergleich hatte meine Tochter auch das andere Auge fotografiert:

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„Am Anfang dachte ich, es ist nur ein Gerücht“, sagt die Frau Keuner. „Aber dann stimmt es also, dass deine Tochter Corona hatte? Delta auch noch.“ Ich nicke und setze mich zu ihr an den Tisch.

„Es ist schon vernünftig, dass du mir kein Käffken anbietest“, sagt die Frau Keuner. „Boah ey, Lisa, du hast Corona geküsst!“

„Hä?“

„Man hat dich beobachtet. Du hast am 21. Juli gegen 16h von irgendwoher ein Auto geholt und unerlaubterweise im Wendehammer geparkt. Dann hast du die Lea zu Hause abgeholt und zum Auto gebracht. Eng umschlungen. Bei welchem Arzt wart ihr denn, wart ihr auch in der Praxis Dr. Knoop? Stimmt es, dass die ein riesengroßes Wartezimmer mit einem riesigen, stets weit geöffneten Fenster haben und ein Extra-Stühlchen für die Personen, die unter Corona-Verdacht stehen? Und haben die euch eine halbe Stunde warten lassen, obwohl die Lea Fieber hatte und gehustet und geschnieft hat?“ Ich nicke.

„Hömma, Lisa, du hast deine Tochter auf offener Straße ohne alle Hemmungen abgeknutscht.“

„Weil sie mir so leid tat.“

„Angeblich hast du laut und deutlich Willkommen, Corona! gesagt“, lacht die Frau Keuner. „Und als am nächsten Tag klar war, dass die Delta hat, hast du wahrscheinlich einen Luftsprung gemacht. Und du hast alles dafür getan, dich bei ihr anzustecken. Du hast mit ihr in einem Bettchen geschlafen, du hast aus ihrem Becherlein getrunken und von ihrem Tellerchen gegessen.“

„Ja, ja, ja!“

„Ihr habt euch schön amüsiert. Und mir hast du nicht Bescheid gesagt, dass ihr eine Corona-Party feiert.“

„Eine Quarantäne ist alles andere als eine Party“, entgegne ich. „Das ist eine Freiheitsberaubung. Ja, ich wollte mich anstecken, weil ich keine Angst vor Corona habe und weiß, dass Corona mir nicht viel anhaben kann, obwohl ich knapp 63 bin. Hat offensichtlich nicht geklappt. Der Selbstversuch ist schiefgegangen. Und warum? Weil ich Corona längst gehabt haben muss. Aber ich hätte mich strafbar gemacht, wenn ich Sie eingeladen hätte. Frau Keuner, wir haben einen Termin. Ich kann nicht mehr, ich will raus!“

Die Frau Keuner lacht: „Lenk nicht ab. Ihr habt gefeiert. Letzte Woche standen hier zig Papiertüten vom REWE-Lieferdienst vor der Tür. Und jetzt machst du mitten in der Quarantäne ne kleine Radtour.“

„Nein“, wende ich ein. „Wir verhalten uns völlig korrekt. Meine kleine Tochter und ich fahren jetzt zum Test-Zentrum, um uns freitesten zu lassen. Ich kann nicht mehr. Ich will raus. Man hat uns eingesperrt, obwohl wir immun sind. Nur wenn wir weiterhin negativ sind, dürfen wir raus aus der Quarantäne. Sonst…“

„Sonst ist es wie beim Fußball“, lacht die Frau Keuner. „Dann geltet ihr zwar sechs Monate als genesen, aber die quälende Quarantäne geht noch ein paar Tage in die Verlängerung. Und beim Elfmeterschießen gibt es nur ein Tor. Deins.“

Die Frau Keuner richtet sich auf und bewegt sich langsam Richtung Haustür. „Und wat seh ich da? Satteltaschen für den Großeinkauf. Da wolltest du auf dem Weg zum Test-Zentrum an der Liebigstraße noch mal kurz beim ALDI vorbei.“

„Das sieht nur so aus“, sage ich schnell.

Die Frau Keuner lacht, wird aber wie so oft plötzlich sehr ernst. „Freu dich, dass dir Corona nichts anhaben kann. Und sei froh, dass du nicht geimpft bist, denn wenn du es wärest, hättest du zwar nicht in Quarantäne gemusst, aber man würde behaupten, dass dich nur die Impfung vor einer Ansteckung geschützt hat. Vermutlich hattest du die Alpha-Variante, die dich aber auch vor Delta schützt. Das ist allerhand für eine Olle wie dich. Solltest du dich jetzt noch impfen lassen, zerstörst du im Nachhinein die natürlich erworbene Immunität.“

Ich hebe den Arm zum Corona-Ellenbogen-Abschied. Die Frau Keuner berührt meinen Ellenbogen mit ihrem und fängt an zu heulen, und ich spüre, wie auch mir die Tränen kommen. Ich mache ihr die Tür auf, damit sie das nicht mitkriegt. Doch als sie draußen ist, bleibt sie stehen, dreht sich zu mir um, atmet tief durch und reibt sich mit dem Handrücken über die Augen.

„Noch nie hatte ein einzelnes NEIN eine solch große Bedeutung“, sagt die Frau Keuner. „Du musst jetzt stark bleiben. Wir werden niemals erfahren, wie viele Menschen bereits immun waren, als sie geimpft wurden. Wir Menschen verfügen über große Selbstheilungskräfte, aber die Impfung vertuscht die Wahrheit. Deshalb musste alles so schnell gehen, deshalb die Panikmache. Die Corona-Impfung ist der größte medizinische Skandal in der Menschheitsgeschichte.“

„Das kann man doch so nicht sagen“, sage ich.

„So kann man das auch nicht sagen“, sagt die Frau Keuner. „Skandal ist untertrieben. Die Corona-Massenimpfung ist eine Katastrophe. Und dabei dürften die meisten Schulkinder längst immun sein. Es ist verwerflich, die Kinder zu impfen.“

„Ich will das große G“, jammere ich. „Für mich und meine kleine Tochter.“

„Stark bleiben, NEIN sagen“, verabschiedet sich die Frau Keuner. „Im Namen des Lebens.“

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Meine Tochter Lea gilt als „genesen“. Doch leider freut sich die Gesundheitspolitik nicht über eine selbsterworbene Immunität. Im Gegenteil: Nach sechs Monaten ist von Amts wegen Schluss mit „genesen“. Offiziell ist die Impfspritze schon gezückt. Impfjuristisch ist der „Genesenen“-Status der Erstimpfung gleichgestellt.