Elfchen im Ersten: Der Steuerknüppler

In seinem Newsletter Prantls Blick vom 2. Februar schreibt SZ-Kolumnist Heribert Prantl über den selbstherrlichen CDU Kanzlerkandidaten Friedrich Merz: „Seine eigenen Grandiositätsvorstellungen sind Merz wichtiger als die Sensibilitäten für die parlamentarische Demokratie. Er benimmt sich drei Wochen vor der Wahl so, als sei so etwas wie eine Koalitionsbildung nicht nötig, als brauche er keine Regierungspartner. Er geht nicht auf seine künftigen eventuellen Partner zu, sondern lässt sich von der AfD akklamieren – ohne sich dafür zu genieren. Er bricht mit all seinen Versprechungen, Gemeinsamkeit und Miteinander mit der AfD zu vermeiden. Er stößt die demokratischen Partner, die er im Fall seines Wahlsiegs zur Koalitionsbildung brauchen wird, auf diese Weise vor den Kopf.“

Einen Ausblick auf Merzens Höhenflüge bekamen wir schon 2022 durch einen EMMA-Artikel von Alice Schwarzer. Sie beschreibt die Ankunft der Hochzeitsgäste des Polit-Promi-Paars Christian Lindner/Franca Lehfeldt auf Sylt im Sommer 2022. Den größten Auftritt hat Friedrich Merz, damals CDU-Parteivorsitzender und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.  „Das ganze medial effektiv beschirmt von einer Hundertschaft Polizei, bezahlt vom Steuerzahler. Hochzeitsgast Friedrich Merz braust im Privatjet aus dem Sauerland an, markig am Steuerknüppel. Ein echter Mann eben.“ https://www.emma.de/artikel/lindner-hochzeit-es-ist-zum-kotzen-339645

Merz, der regelmäßig zwischen Sauerland und Berlin mit seinem Privatflugzeug pendelt, fliegt aber, wenn es so richtig teuer wird, gerne auf Kosten des Steuerzahlers, so bei seinem Flug mit dem Eurofighter der Luftwaffe vom Flugplatz Laage bei Rostock aus. „Für Kritik sorgt auch, dass Hobbypilot Merz nicht nur mitgeflogen ist, sondern den rund 130 Millionen Euro teuren Jet zeitweise selbst gesteuert hat. Und dabei war der Politiker offenbar nicht zimperlich. „Der hat die ganze Zeit Gas gegeben“, sagte Pilot Oberstleutnant Dirk Pingel nach der gemeinsamen Flugstunde. „Wir haben die Schallmauer durchbrochen.“ https://www.tagesspiegel.de/politik/uber-100000-euro-fur-personliches-abenteuer-grunen-chefin-kritisiert-kampfjet-flugstunde-von-merz-12014045.html

Gemeinsam mit einem zweiten „starken“ Mann die Schallmauer durchbrechen, das muss sich großartig anfühlen. Und dabei war Merz damals, wenn ich korrekt unterrichtet bin, nur ein Hobbypilot, der die Lizenz für die zivile, nicht aber für die militärische Luftfahrt hatte.

Allerdings bräuchte Friedrich Merz einmal eine neue Frisur. Schließlich hat er noch einen richtigen Haaransatz, in dessen Mitte ein dichtes Haarplätzchen prangt, ideal, hier ein Bürzel wachsen zu lassen – wie das der Kunstfigur Moritz (Wilhelm Busch, „Max und Moritz“). Im Jahr 1865 (Erstausgabe) wurden böse Buben noch nicht bewundert, sondern als solche erkannt. Mich wundert, dass Merz die Menschen nicht abschreckt, sondern in den Umfragen zur Bundestagswahl konstant vorne liegt. Merz ist ist der harte Mann, nach dem sich viele Eingeschüchterte und Verängstigte leider derzeit sehnen.

Doch über Max und Moritz kann ich noch schmunzeln, das kann ich über Merz nicht, da gefriert mir das Lachen. Die Knaben interessieren sich für die Hühner der Witwe Bolte, nicht aber für ihr Geld, denn das kann man nicht essen. Machtmensch Merz interessiert sich auch nicht für die spärlichen Ersparnisse der Witwe. Er interessIert sich für das Geld von uns allen.

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Die enge Verbindung zwischen „Steuerzahler“ und „Steuerknüppel“ brachte mich auf mein Elfchen des Monats Januar.

DER STEUERKNÜPPLER

Ihr

seid das

Pack. Steuerknüppel aus

dem Sack. Tanz, Volk,

Tanz!

Elfchen im Zwölften: Ich bin die fesch‘ Alena, der Liebling der Saison

Juni 2021. In Deutschland steht die Corona-Impfung der Kinder ab zwölf Jahren an. Die Impfung ist in Europa zugelassen, aber es gibt noch keine allgemeine Impf-Empfehlung von Seiten der STIKO.

Während der ARD-Talkshow Maischberger wird aus Berlin die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates zugeschaltet: Prof. Dr. Alena Buyx. Eine freundliche, hochgebildete Frau, so denkt man. Hochgebildet ist sie, freundlich offenbar auch. Aber ist sie so unschuldig, wie sie tut?

Diese Frau weiß schon qua Amt, was zu diesem Zeitpunkt auch aufmerksame „Laien“ längst wissen, sie ist im Bilde über erste Impfdurchbrüche, erste schwere Impf-Nebenwirkungen, sie weiß, welch große medizin-ethische historische Leistung der Virologe Anders Tegnell vollbracht hat, der mit dem „Schwedischen Sonderweg“ beweisen konnte, dass die lang andauernden Grundschul- und Kita-Schließungen, die für die Kinder in Deutschland eine Katastrophe waren, hätten verhindert werden können, ja müssen!

Doch Alena Buyx gibt nicht preis, was sie weiß, denn das Aussprechen der Wahrheit würde die angsteinjagende Corona-Politik des Bundes komplett infrage stellen. So aber bleiben ihre Ausführungen oberflächlich und pseudokritisch. Doch wie kann die Expertin so blöd sein zu meinen, wir Andersdenkende würden so doof sein, das Spiel nicht zu durchschauen? Nun, man hat es sich leichtgemacht, wir sind gar nicht erst eingeladen.

Frau Buyx verhält sie unethisch, anders als der verantwortungsbewusste Schwede Anders Tegnell. Der hätte niemals den Sonderweg eingeschlagen, ohne sich durch Studien abzusichern, die auch in Deutschland für jedermann und jedefrau zugänglich waren. Schon Anfang März 2020 veröffentlichte der spiegel einen Artikel mit Thesen, die sich bald bewahrheiten sollten, sie legten die Vermutung nahe, dass Kinder nicht schwer erkranken würden. https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-kinder-infizieren-sich-offenbar-genauso-haeufig-werden-aber-nicht-krank-a-72e2a605-5865-4d23-81b1-c1c4f453d659

Als Bundeskanzlerin war auch Angela Merkel im Bilde, aber die ehemalige DDR-Jungpionierin sollte sich nicht am schwedischen kinderfreundlichen Vorbild orientieren und den Kindern ihre Freiräume sichern, sondern sie kontrollieren, überwachen und ihnen eine nahezu soldatische Treue abverlangen. Dieser bevormundende Kurs, der auf Gehorsam zielt, wurde von Buyx, die von 2020 bis 2024 Vorsitzende des Deutschen Ethikrates war, geteilt.

Bei Maischberger spricht sich dann Frau Buyx im Juni 2021 für die Corona-Impfung von Kindern ab 12 Jahren aus, eine klare Impfwerbung, mit der sie ihre Kompetenzen deutlich überschreitet. Auch das wohlklingende Versprechen, dass die Impfung „absolut freiwillig“ sein müsse, klingt fadenscheinig. Wo bleibt der freie Wille, wenn sich junge Menschen erst ab14 (oder17) für oder gegen eine Impfung entscheiden können?

Und hat kein Mitglied des (damaligen) Ethikrats die Pornografie der Impfabbildung erkannt?

Mitglieder (2024)

Prof. Dr. Dr. h.c. Jutta Allmendinger · Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Regionalbischöfin Dr. phil. Petra Bahr · Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers

Prof. Dr. phil. Cornelia Betsch · Universität Erfurt

Prof. Dr. iur. Hans-Georg Dederer · Universität Passau

Dr. rer. nat. Uta Eser · Büro für Umweltethik

Prof. Dr. Aldo Faisal · Universität Bayreuth

Prof. Dr. rer. pol. Nils Goldschmidt · Universität Siegen

Ich persönlich war, weil ich seit Jahren eine Aufladung des öffentlichen Raums mit Pornografie beobachte, alarmiert.

„Da ich die öffentliche Zurschaustellung des Impfakts als widerlich, menschenverachtend und pornografisch empfinde, habe ich damals in die Suchmaschine hintereinander und ohne Satzzeichen drei einschlägige Begriffe eingegeben: Abbildung Corona-Impfung Pornografie. Damals wurde ich nicht direkt fündig, heute schon, denn mir wurde kürzlich ein Link eingespielt, der bezeugt, dass die Corona-Impfung schon im Jahr 2021 auf den Porno-Portalen angekommen war. Das klingt dann so:

Wie „Vice“ berichtet, greifen immer mehr Pornos das Thema der Covid-Schutzimpfung auf. Darstellerin Porsha Parker etwa verpasst ihrem Publikum in einem Clip namens „Cum Vaxx“ ein gesalzenes Jaukerl. Als Impfstoff-Ersatz fungiert darin richtigerweise – ihr habt es schon erahnt – Sperma. … Auf Plattformen wie Pornhub finden sich währenddessen Videos mit einschlägigen Titeln wie „Astra Peneca: Effective on all variants of rock“ oder „Is your sperm a COVID-19 vaccine, Boss? I will get it!“ https://k.at/entertainment/corona-impfung-pornos/401469886

Für das widerwärtig-verstörende Foto zeichnet die als seriös geltende dpa (Deutsche Presseagentur) verantwortlich. Die impfende Hand trägt einen schwarzen Kunststoff-Handschuh, die klobige Linke hat den Handschuh lässig übergestreift. Im Hintergrund sehen wir einen mit einer roten Tischdecke abgedeckten Tisch, auf dem eine Sektflasche steht. Läuft hier eine Sado-Maso-Porno-Nummer?
Die eingeblendete Bonprix-Werbung spielt Lackleder-Stiefel ein, High Heels mit Impfspritzen-spitzen Absätzen, das schwarze Kleidchen in der Mitte sieht von weitem wie ein (hechelnder) schwarzer Deutscher Schäferhund aus.
Ich bin angewidert, denn was ich zu sehen bekomme, ist menschenverachtend.
Ich habe die Szene am 9.1.2022 aus einem Impf-Werbespot abfotografiert (um Minute 47). Der kleine Werbe-Film Film ist immer noch aufrufbar: https://web.de/magazine/politik/scholz-impfpflicht-versprechen-halten-36497656 Die flankierende Werbung ist natürlich eine andere.“

Eine ausgeklügelte, von Werbetechnikern wohldurchdachte Kollage:

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Schnappschuss vom 2.11.2021. Ich halte meine Kamera auf die Internetseite boerse.de. Was ich fotografiere, ist nicht eine einzelne Werbeanzeige, sondern sind zwei verschiedene Anzeigen, die für kurze Zeit (wie zufällig) nebeneinander auf dem Bildschirm erscheinen. Die moderne Internetwerbung ist weitaus wirkungsvoller als die klassische Werbung in den Printmedien, denn sie arbeitet gezielt mit Zusammenschnitten und beweglichen Bildern – und spielt dabei mit den mehr oder weniger bewussten Phantasien der User.  Hier sehen wie eine Altherren-Phantasie im 21. Jahrhundert: Ein kleines kokettes Mädchen mit einem Sparschweinchen unterm Arm. Rührend, nicht wahr? Das Mädchen trägt ein Flügelhemd, dessen Ärmel man, wenn es geimpft wird, ganz leicht hochheben kann. Als wir kleine Mädchen waren, wurde uns gesagt, dass wir von fremden Männern nichts annehmen dürften. Doch Bill Gates ist kein fremder Mann, und die Millionen kleiner Mädchen impft er -wenn überhaupt- nur in Gedanken… Aber warum finde ich das kleine Mädchen kokett? Ich gucke mir das Bild noch einmal genauer an. Was ich unbewusst aufgenommen hatte, nehme ich jetzt bewusst wahr: Das Mädchen spitzt nicht nur den Mund, sondern drückt ihr Kinn so zusammen, dass es aussieht, als berühre sie ihre Schamlippen. Ich fürchte, der Fotograf hat ihr genau gesagt, wie sie sich anzufassen hat. Diese Werbeanzeige, die seit Wochen auf der Internet-Seite boerse.de für den „Boerse.de-Weltfonds“ wirbt, oberste Zielgruppe: Wohlhabende Rentner, ist meines Erachtens ein Fall von Kinderpornografie. Der Zusammenschnitt beider Werbeanzeigen jedoch (Foto: boerse.de, 2.11.2021) ist nicht nur pornografisch, sondern der Gipfel der Schamlosigkeit

Übrigens kommt Frau Buyx wirklich vom Lande, und zwar aus Ibbenbüren. Dort gibt es eine nostalgisch anmutende schneelose Sommerrodelbahn, die ich von Schul-Wandertagen in den 70er her kenne. Auch Alena kennt und liebt die Bahn, denn die Fahrtrichtung ist klar: Immer weiter.

Spur

halten, nicht

anecken – Doch was,

wenn der Schlitten alinalos

ausbuyxst?

13.12.2024: Fünfter digitaler Stolperstein zur Erinnerung an meine Großmutter Steffi

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Zur Erinnerung an meine Großmutter Steffi veröffentliche ich an dieser Stelle ein fünftes Mal nach 2020, 2021, 2022 und 2023 einen digitalen Stolperstein.

Digitaler Stolperstein: Voller Entsetzen über die Brutalität politisch legitimierter medizinischer “Maßnahmen” erinnere ich mich in tiefer Trauer an meine nie gekannte liebe Großmutter Stephania (“Steffi”) Wilczok geb. Tkaczik, geboren am 19.3.1898 in Ludgierzowitz/Hultschin, tschechisch Ludgerovice, polnisch Ludgierzowice, aufgewachsen in Bottrop/Ruhrgebiet. Katholikin, Mutter von fünf Kindern. Diagnose: “manisch-depressiv”. “Verstorben” am 13. Dezember 1933 auf der psychiatrischen Station eines Essener Krankenhauses, elf Tage vor dem christlichen Familienfest Weihnachten. Offizielle Todesursache: “Kopfgrippe”

Genaueres:

Im Sommer 2024 beschloss der Bundestag, einen längst überfälligen Aufklärungs-Prozess in Gang zu setzen: Die Aufarbeitung der sogenannten „Euthanasie“ und der Zwangssterilisationen während des Nationalsozialismus. „Der Kulturausschuss billigte am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP (20/11945) mit den Stimmen aller Fraktionen in Abwesenheit der Gruppe Die Linke.“ https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1011894

Mit diesem Auftrag wird die Bundesregierung aufgefordert, „ein Projekt zur bundesweiten Lokalisierung, Sicherung und Konservierung von Patientenakten und Personalunterlagen der Täter zu initiieren, um sie für Forschung, Bildung und Anfragen nutzbar zu machen.“ s.o.: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1011894

So wichtig es ist, dass die Menschen, die der NS-Euthanasie zum Opfer fielen, endlich als Opfergruppe anerkannt werden: Macht es Sinn, den Weg der Bürokratie einzuschlagen und nach mehr als 80 Jahren Patientenakten aufzubewahren und abzuheften, für Sicherung und Konservierung zu sorgen?

Und was, wenn keine Patientenakte existiert, wie im Fall meiner Großmutter Steffi? In ihrer Akte, die es vermutlich nie gegeben hat, hätte eine Lüge gestanden: Todesursache Kopfgrippe.

Und dennoch hätte sich mit der Sicherung der Akten endlich die Gelegenheit ergeben, die Opfer der NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisation offiziell als Verfolgte anzuerkennen. „Hätte“ schreibe ich deswegen, weil die Auflösung der Ampel-Koalition dazu führte, dass der Antrag -wie aktuell auch andere Anträge, z.B. zur Corona-Aufarbeitung- von der Tagesordnung des Bundestages gestrichen wurde. https://down-syndrom.org/de/blogeintrag/anerkennung-fuer-ns-euthanasie-opfer-ein-wichtiger-schritt-fuer-gerechtigkeit

Mit tiefer Enttäuschung reagierte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und ehemalige Bundesgesundheitsministerin. Ulla Schmidt, ohne die ich die Information gar nicht hätte, fordert eine weitere Verabschiedung noch vor den Neuwahlen, und zwar des Antrags zur Überwachung von pränatalen Bluttests, die das Down-Syndrom frühzeitig erkennen können. „Die Lebenshilfe hatte wiederholt vor der Einführung dieser Tests als gesetzliche Kassenleistung gewarnt, da sie zur Standarduntersuchung während der Schwangerschaft werden könnten. Erste Daten zeigen, dass rund 40 Prozent der Schwangeren diese Tests auf Down-Syndrom und andere Trisomien durchführen lassen. Schmidt unterstrich, dass es in beiden Anträgen um das Lebensrecht behinderter Menschen gehe. Diese gehörten ohne Einschränkungen in die Mitte der Gesellschaft und dürften nicht aussortiert werden. Der Bundestag müsse jetzt klar Position beziehen.“ (s.o.)

Den Zusammenhang zwischen Nazi-Euthanasie und aussortierender Pränataldiagnostik wollen viele nicht wahrnehmen, doch er ist himmelschreiend. Von meinen Töchtern, zwei angehenden psychologischen Psychotherapeutinnen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten, weiß ich, dass viele Menschen mit Down-Syndrom sehr genau wissen, dass „sie“ aussortiert werden sollen. Vor diesen unseren Mitmenschen schäme ich mich für die wissenschaftlichen Experten, die einen Blut-Test entwickelt haben, der schon im ersten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt wird, was aus dem ethisch höchst fragwürdigen Eingriff eine Routine-Untersuchung macht.

Zu guter Letzt möchte ich an einen großen britischen Naturwissenschaftler erinnern, der ursprünglich nicht wollte, dass nur die fittesten überleben. https://stellwerk60.com/2019/10/23/darwins-liebevoller-nachruf-auf-charles-w-darwin-sein-down-syndrom-kind/

Elfchen im Elften: Kafka to go und Einsteins Gehirn in wissenschaftsgerechten Happen

… Die äußerst bedrohliche Weltlage, kopflos agierende Politiker und persönliche Verletzungen haben es 2024 geschafft, mich zu knicken, zu lähmen und zu entmutigen. Aber jetzt ist es an der Zeit, die Opferrolle abzustreifen….

Aktuell haben die Verlage Suhrkamp und Insel auf ihrer Internet-Seite zehn Zitate zusammengestellt, um unter der Überschrift Kafka für alle Lebenslagen für Neuerscheinungen rundum den tschechischen Schriftsteller Franz Kafka (1883-1924) zu werben. https://www.suhrkamp.de/empfehlung/franz-kafka-fuer-alle-lebenslagen-10-zitate-b-4431

Kafka hätte die Sammlung furchtbar gefunden. Wir bekommen den Eindruck, er habe die Sätze als geflügelte Worte kreiert. In unseren Köpfen entsteht das Bild des schmunzelnden Lebensberaters, das Bild eines Mannes mit einer inneren Ruhe, die der schwerkranke Kafka zweieinhalb Jahre vor seinem Tod nicht hatte. Tatsächlich sind die Zitate wahllos aus größeren Textzusammenhängen gerissen. Der Satz Man kann ein Leben nicht so einrichten wie ein Turner den Handstand entstammt einem Tagebucheintrag vom 27.1.1922. Da dieser Eintrag hoffnungsvolle, „heitere“ Sätze enthält, sei er hier zitiert:

27. (Januar 1922) Spindelmühle. Notwendigkeit der Unabhängigkeit von dem mit Ungeschick gemischtem Unglück des doppelten Schlittens, des zerbrochenen Koffers, des wackelnden Tisches, des schlechten Lichtes, der Unmöglichkeit im Hotel nachmittag Ruhe zu haben udgl. Das ist nicht zu erreichen indem man es vernachlässigt, denn es kann nicht vernachlässigt werden, das ist nur zu erreichen durch Heranführung neuer Kräfte. Hier allerdings gibt es Überraschungen, das muß der trostloseste Mensch zugeben, es kann erfahrungsgemäß aus Nichts etwas kommen, aus dem verfallenen Schweinestall der Kutscher mit den Pferden kriechen… Die abbröckelnden Kräfte während der Schlittenfahrt. Man kann ein Leben nicht so einrichten wie ein Turner den Handstand…“ https://www.projekt-gutenberg.org/kafka/tagebuch/chap013.html (Fettung von mir)

Wer sich mit Franz Kafka beschäftigt und die Tiefe, Bildkraft und Wahrhaftigkeit seiner Literatur nicht aushält, der gebe „Kafka to go“ in die Suchmaschine ein. Das Ergebnis ist Sommers Weltliteratur to go, „präsentiert von Reclam“, das uns „die Verwandlung“ in 11 Minuten präsentiert. Die handelnden Personen, „verkörpert“ von Playmobilfiguren, sind hübsch, aber alle gleich geformt -ähnlich wie die leckeren Lindt-Weihnachtsmänner, die sich nur durch die Verpackungs-Folie unterscheiden- Wenn junge Leute in der Schule, anstatt das Original zu lesen, direkt den Film sehen, werden sie für immer Kafka mit den Hohl-Figürchen verbinden. Das ist blöde und verblödend, denn die Köpfe der Menschen sind eh schon voller Plastikfiguren, Barbie, Ken… Und jetzt Gregor Samsa, auch das noch!

Der Physiker Albert Einstein (1879-1955) könnte sich nicht einmal im Grab umdrehen, denn sein Leichnam ist eingeäschert worden – bis auf seinen Kopf, den man vor der Einäscherung entfernt hat, was gegen Einsteins Willen geschah. „Nach Einsteins Tod ging ein Pathologe erschreckend skrupellos mit dessen Hirn um – mit dem Ziel, die Basis des überragenden Intellekts zu ergründen. Er scheiterte spektakulär. Noch immer wissen wir kaum etwas über den biologischen Ursprung von Genialität, falls es ihn überhaupt gibt.“ https://w ww.spektrum.de/news/neurowissenschaft-einsteins-gehirn/1374737 In seinem scharfsinnigen und humorvollen Artikel schreibt der hier zitierte US-Mathematiker Brian Burell (Amherst College) weiter: „Am 18. April 1955 starb Albert Einstein an den Folgen eines gerissenen Aneurysmas im Krankenhaus von Princeton. Nur Stunden später entnahm der diensthabende Pathologe Thomas Harvey das Hirn des Genies und konservierte es. Er tat dies, ohne die Erlaubnis der Familie einzuholen, und widersetzte sich Einsteins ausdrücklichem Wunsch, eingeäschert zu werden. Erst im Nachhinein gelang es Harvey, sich von Einsteins Sohn Hans Albert den Segen für seine Aktion geben zu lassen, indem er ihn davon überzeugte, allein zum Wohl der Wissenschaft gehandelt zu haben.“ (s.o.)

Doch Harvey, der das Genie weder ausfindig machen noch verorten konnte, ging noch einen Schritt weiter. Mit Hilfe der Präparatorin Marta Keller, die Zutritt zum Labor der Pathologie an der University of Pan hatte. konnte Harvey seine perversen Zerstückelungsphantasien umsetzen. Keller „führte mit den damals modernsten Methoden und nach Harveys genauen Vorgaben Gewebeschnitte durch – acht Monate lang. Dazu entnahm sie insgesamt 240 Stücke des Gehirns, bettete sie in eine Lösung namens Celloidin, fertigte von jedem Stück Mikroskoppräparate an und färbte die Gewebe. So entstanden zwölf Sets von Objektträgern, die Harvey an seine Kollegen verschickte. Keiner von ihnen fand etwas Ungewöhnliches an den Zellen.https://www.spektrum.de/news/neurowissenschaft-einst

Man sollte meinen, dass Einsteins Gehirn in wissenschaftsgerechten Happen heutzutage keine voyeuristischen Blicke mehr anzieht, aber so ist es leider nicht. Zwei dieser Schnitte wurden im Jahr 2018 im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster gezeigt.

Doch was führt dazu, dass manche Menschen ihre genialen Mitmenschen posthum (aus)schlachten?

Große

Geister sind

von kleinen nur

zerkleinert und konserviert zu

ertragen.

Elfchen im Zehnten: Heile, Heile Welt (Zweitveröffentlichung aus gegebenem Anlass)

Der gegebene Anlass ist in diesem Fall die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Alena Buyxs, die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Zur Verleihung am 1.10.2024 schreibt Jonas Hermann (der andere Blick, NZZ) in einem Artikel mit dem Titel Die ehemalige Chefin des Deutschen Ethikrats hat das Bundesverdienstkreuz nicht verdient: „Alena Buyxs und ihr Gremium waren in der Corona-Pandemie auf Regierungslinie. Besonders stossend waren ihre Einlassungen zum Thema Impfen. Mit Ethik hatte das alles nicht viel zu tun.https://www.nzz.ch/der-andere-blick/bundesverdienstkreuz-fuer-ex-chefin-des-ethikrats-ein-falsches-signal-ld. Und weiter: „Der Staat ehrt also seine Verbündeten in der Pandemie, verweigert aber eine offizielle Aufarbeitung dieser schwierigen Episode. Das befeuert die Wut all derer, die sich damals unfair behandelt fühlten und auf ihre Freiheitsrechte pochten. Während die deutsche Regierung schwerste Grundrechtseinschränkungen beschloss, war ihr der Ethikrat treu ergeben. Das erforderte keinen Mut, und deshalb hat seine Chefin diese Auszeichnung nicht verdient.“ (s.o.)

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates hat während der „Pandemie“ nicht aufgeklärt, sondern nicht genauer hinschauen wollen. Die schweren physischen, aber vor allem auch psychischen Verletzungen, die insbesondere andersdenkende Menschen unter dem Vorwand des Gesundheitsschutzes erlitten, hat „Alena Wisch&Weg“ (Volksmund) von Beginn am banalisiert und heruntergespielt.

Vom Ethikrat ebenfalls nicht öffentlich thematisiert wurde die extraorbitante Erhöhung der Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums während der „Pandemie“: „Schon Ende 2020 wies die FAZ darauf hin, dass die Bundesregierung ihre Werbeausgaben im Jahr 2020 deutlich erhöht hat. „Den größten Anstieg verzeichnete demnach das Gesundheitsministerium. Die Bruttowerbeausgaben des Spahn-Ministeriums sind von etwa 3 Millionen im Vorjahr auf 60 bis 70 Millionen Euro angewachsen. Größter Kostenpunkt ist mit 35 Millionen Euro die Kampagne „Zusammen gegen Corona“.“  https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/regierung-gibt-viel-mehr-fuer-werbung-aus-17058924.html „Die Werbeausgaben des Bundesgesundheitsministeriums haben sich demnach innerhalb eines Jahres mehr als verzwanzigfacht! Und dabei waren im Jahr 2020 die Impf-Werbekampagnen gerade erst angelaufen. Im Jahr 2021 haben sich die Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums im Vergleich zu 2019 sogar verfünfzigfacht.https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/

Hinzu kam das Abgleiten der staatlichen Gesundheitsaufklärung in eine primitive Gesundheits-Propaganda. Dieser fragwürdige „Wandel“ wurde von Frau Buyx weder diskutiert noch benannt, was dringend hätte geschehen müssen, zumal insbesondere die Impf-Werbung und die damit verbundene bildliche Darstellung des Impfakts voller krankhaft sexueller Anspielungen ist. https://stellwerk60.com/2024/04/30/elfchen-im-vierten-aufklaerungs-ki/

Schon 2021 war die Corona-Impfung auf den Porno-Portalen angekommen. Aus dem Mund der Geschäftsfrau und Porno-Darstellerin Viva Athena, die hofft, dass ihre Pornos Menschen dazu bringen könnten, sich impfen zu lassen, klingt das so: „Ich denke, diese Inhalte tragen definitiv dazu bei, die Impfung gegen Covid zu normalisieren. Dass die Leute Pornovideos zum Thema Covid online sehen können, auch wenn sie nicht darauf klicken, verbreitet meiner Meinung nach das Bewusstsein für Covid, es macht es realer. Letztendlich bewegen wir uns alle auf dieser komplexen, verwirrenden Erde, durchleben diese Pandemie und leben gleichzeitig in einer Realität, in der Pornos zum Thema Covid eine Möglichkeit sind, Menschen zum Impfen zu bewegen. Ich bin einfach glücklich, ein Teil davon zu sein.“ https://k.at/entertainment/corona-impfung-pornos/401469886 Ein Pornostar als Impf-Botschafterin? Ist Alena Buyx Viva Athenas missionarischer Eifer entgangen?

Haben die Mitglieder des Deutschen Ethikrats wirklich nichts von der höchst amoralischen, damals allgegenwärtigen Werbung für die Corona-Impfung mitbekommen? An allen Straßenecken waren großmaßstäbige Plakate platziert, auf denen entblößte Oberarme von Menschen jeglichen Alters und jeglicher Couleur, in die Impfnadeln eindrangen, dargestellt waren – Und wenn diese Bilder auch juristisch (noch!) nicht als pornografisch eingestuft werden, so stellen sie dennoch den Impfakt zur Schau, was umso schwerer wiegt, da Injektionen aus juristischer Sicht gemäß § 223 StGB grundsätzlich eine Körperverletzung darstellen.

Mein Elfchen „Heile, heile Welt“ habe ich im Juli 2021 veröffentlicht. Damals wurde die Impfung der Gruppe der älteren Kinder (12 bis 17 Jahre) diskutiert, die ab August 2021 von der STIKO empfohlen werden sollte. Da die sexuellen Anspielungen auf dem HANSAPLAST-Werbeplakat nicht offenkundig sind, sondern verdeckt, habe ich mir erlaubt, sie herauszuarbeiten.

Heile,

heile Welt:

Ein Scherbenhaufen. Aber

das Pflaster das hält…

Sauber!

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Donnerstag, 24.6.2021,  S-Bahnhof Köln-Nippes, Ostseite. Zum Glück bin ich nicht mit dem Fahrrad, sondern zu Fuß unterwegs. Anders als mein Hund, der mich begleitet, trage ich Schuhe. Wir machen einen Bogen um den (immerhin ordentlich zusammengekehrten) Glasmüll-Haufen…

                                                                 

Während die alte Welt zusammenbricht, errichtet man eine schöne neue, allgegenwärtige Werbe-Welt. Ihre Versprechen lauten: Sauberkeit, Gesundheit, Ordnung, Wohlstand, Schönheit, Wohlbefinden, Glück und Sicherheit. Unannehmbar ist, dass die Werbung zunehmend diejenigen instrumentalisiert, die sich nicht wehren können: Die Kinder.

Was uns die Plakatwerbung im Hintergrund erzählt: Ein Mädchen sitzt auf einem Go-Kart. Die Beine sind gespreizt, die Haare wild zerzaust, das Kind fährt verwegen, ist aber durch einen Sicherheitshelm vor schweren Blessuren geschützt. Kleine Verletzungen steckt es locker weg. Wie gut, dass es Hansaplast gibt.

„UNSER BESTER SCHUTZ“  (Hansaplast-Werbeslogan)

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Das ganze Elfchen vom 7.7.2021: https://stellwerk60.com/2021/07/07/elfchen-im-siebten-geimpfte-neue-welt/

Zur weiteren Vertiefung und weil es mir ernst ist, möchte ich meinen Blog-Beitrag vom 25.7. zitieren: „Unser bester Schutz“ – Die aktuelle HANSAPLAST-Werbung dürfte gestörte Männer zum Konsum von Kinderpornos ermuntern!“

Veröffentlicht am :

Auf der Internetseite des BKA heißt es: „Kinderpornografie ist die fotorealistische Darstellung des sexuellen Missbrauchs einer Person unter 14 Jahren (Kind). Der Herstellung solcher Darstellungen liegt ein realer (oft schwerer) sexueller Missbrauch zugrunde. Durch die (weltweite) Verbreitung und Verfügbarkeit erfolgt eine dauerhafte Viktimisierung der Opfer.“ https://www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Kinderpornografie/kinderpornografie_node.html

Beim BKA gehen jeden Tag zig Meldungen zu Kinderpornografie im Internet ein. Diese Meldungen werden sehr ernst genommen und konsequent verfolgt, denn hinter den Bildern und Filmen verbergen sich reale Fälle von Missbrauch.

Das Internet ist eine Fundgrube für Kinderpornografie. Es bedient Exhibitionisten und Spanner, denn es gestattet nicht nur die Zurschaustellung der sexuellen Misshandlung, sondern auch das (unbeobachtete!) Zuschauen. Darüberhinaus ermöglicht es gestörten Männern (es sind in aller Regel Männer), das „Material“ zu sammeln und weiterzugeben.

Doch so wichtig das Aufdecken der Missbrauchs-Fälle ist – Ist die Fokussierung auf das Internet nicht (auch) ein Ablenkungsmanöver? Denn krankhafte Neigungen finden nicht nur im Netz Nahrung. Kinder, denen noch nicht bewusst ist, dass man ihr Vertrauen in die Erwachsenenwelt schamlos missbraucht, werden immer mehr (und das öffentlich und legal!) für Werbezwecke instrumentalisiert. Im Zusammenhang mit dem Fall Edathy schreibt die Journalistin Andrea Roedig im Jahr 2015: „Der Pädosexuelle rührt an ein Tabu, doch die empörte Zurückweisung seines Begehrens ist problematisch. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er auch als Sündenbock fungiert... Am Schreckbild des Kinderschänders entlädt sich das schlechte Gewissen einer hypersexualisierten Gesellschaft, in der noch jede Zahnpasta-Reklame voll ist mit Anspielungen aufs Geschlecht. Wir alle schauen ja die ganze Zeit auf mehr oder weniger offen erotisierte Bilder – auch von Kindern und Jugendlichen.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/paedophilie-was-der-fall-edathy-ueber-unsere-gesellschaft.2162.de.html?dram:article_id=312340

Wir erleben eine unannehmbare gesellschaftliche Doppelmoral. Während man vorgibt, zum Wohle der Kinder zu handeln, stellt unter dem Deckmantel von Schutz und Sicherheit insbesondere die Werbung für Hygiene- und Gesundheitsartikel Kinder in fragwürdigen Posen dar, die perverse Gelüste anstacheln und bedienen. Ich sehe hierin einen Missbrauch der kindlichen Unschuld. In dem Zusammenhang wollte ich mir die aktuelle Hansaplast-Plakatwerbung am Nippeser Bahnhof (vgl. vorheriger Blog-Beitrag) noch einmal genauer anschauen, aber das Plakat ist mittlerweile entfernt worden. An der Ecke Liebigstraße/Herkulesstraße (direkt über dem Tunnel der A57/Teilstück Schnellstraße K4) in Neuehrenfeld entdeckte ich das gleiche noch einmal.

bearbeitet Hansaplast

„Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid.“ (Hänsel und Gretel, Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, Stelle 15). Was die Hexe im Märchen sagt, könnte heute der verirrte Mann sagen: „Liebes Kind, hast du dir wehgetan? Nicht weinen, ich habe ein Pflaster dabei. Bei mir geschieht dir kein Leid.“

Das Plakat, das so freundlich und harmlos daherkommt, ist voller sexueller Anspielungen. Um das zu verdeutlichen, habe ich die zentralen Details umkringelt.

neu-bearbeitet-hansaplast

Das Mädchen ist kurz vor der Pubertät, neun oder zehn Jahre alt. Es fährt so wild, dass nicht nur die langen Haare fliegen, sondern kleine Steine und Schmutzbrösel hoch spritzen. Die Kleine trägt einen Sicherheitshelm und ein Kleinkinder-Kleidungsstück, ein Latz- Spielhöschen. Ihre Beine sind gespreizt. Zwischen den kurzen Hosenbeinen ist (im „Schritt“) eine kompakte Hosennaht zu erkennen. Diese Naht fällt durch ein paar leuchtend blaue Farbflecken ins Auge, denn die Jeans ist an dieser Stelle unregelmäßig ausgewaschen. Das Mädchen hat sich schmutzig gemacht (bzw. die Bildbearbeitung lässt es schmutzig erscheinen), nur das Knie ist sauber geblieben, „wie geleckt“. Das Hansaplast-Schutzschild rückt das saubere Knie mit dem perfekt sitzenden sauberen Pflaster (und einer schwachen Hautrötung unterhalb des Pflasters) in den Bild-Mittelpunkt.

Die Spitze des Hansaplast-Schutzschildes zeigt auf das rechte Hosenbein, das ein wenig vom nackten Oberschenkel absteht. Das Hosenbein ist ausgebeult, denn offenbar haben sich hier Steine verfangen. MännerphantasienWer mag der Herr wohl sein, der die Steinchen aus dem Hosenbein pickt? Ich finde es unverantwortlich und beschämend, dass die Stadt Köln (unseren!) öffentlichen Raum für diese Werbung zur Verfügung stellt.

Vermutlich haben dem Mädchen die Foto-Aufnahmen sogar Spaß gehabt. Denn Kinder wissen nicht, was sie tun. Außerdem bekommen sie etwas zurück: Geld… https://stellwerk60.com/2021/07/25/unser-bester-schutz-die-aktuelle-hansaplast-werbung-durfte-gestorte-manner-zum-konsum-von-kinderpornos-ermuntern/

Elfchen im Neunten: Selbst ist das Tier (Wie ein schwer verletztes Nippeser Rotkehlchen nicht den Hunger verlor – und überlebte)

Mitte Juli tauchte in unserem kleinen Garten ein schwer verletztes Rotkehlchen auf. Eines seiner Beine war nur noch durch ein Stück Haut mit dem Körper verbunden. Vermutlich war das Tierchen von einer der vielen Katzen erwischt worden, die durch die autofreie Siedlung streifen, vielleicht aber auch von einem anderen Tier. Letztes Jahr habe ich beobachtet, wie ein umherstreunender, verstörter Hund einer jungen, am Flügel verletzten Amsel mit einem gezieltem Biss das Genick gebrochen hat.

Bevor ich darüber nachdenken konnte, ob man dem kleinen Vogel nicht helfen müsse, war das Rotkehlchen verschwunden.

Am nächsten Tag kam es wieder. Sein verletztes Bein war nicht mehr „vorhanden“. Hatte das Rotkehlchen es sich abgepickt, oder hatte gar ein Artgenosse…? Mich schaudert’s bei der Vorstellung, doch lebensrettende Amputationen unter Tieren sind bei bestimmten Tierarten durchaus üblich. https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/amputation-bei-ameisen/

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist rouge-einbein-683x1024.jpg
Wir Menschen sind schwer traumatisiert, wenn wir eine Gliedmaße verlieren. Der Verlust eines Beins oder Arms macht uns abhängig von der Hilfe anderer. Das Rotkehlchen kann sich selber helfen: Ich schaffe das.

Obwohl es Entsetzliches erlebt haben musste, schien das Rotkehlchen weder Schmerzen noch Angst zu empfinden. Es wirkte nicht traurig, sondern befreit. Einbeinchen strotzte vor Lebensenergie.und hatte unbändigen Hunger. Einem Rotkehlchen schlägt so schnell nichts auf den Magen.

Zwar ist das Tierchen gehandicapt, aber Not macht erfinderisch. Um immer genügend Futter abzubekommen, greift das Rotkehlchen zu einer List. Wenn wir morgens Rosinen auf die Terrasse werfen, ist es schon da – vor den Amseln. Und während die Amseln die Rosinen vom Boden aufpicken, stellt es sich wartend auf den Tisch. So verhält sich Einbeinchen jetzt seit drei Monaten, mit Erfolg, wie man sieht.

Ich

habe Hunger,

Hunger, Hunger, habe

Hunger, Hunger, Hunger… Habe

Durst.

(… Wir haben Hunger, alte Volksweise)

Würde sich Einbeinchen bewusst machen, was alles passieren kann, könnte es nicht überleben. Anders als ein krankenversicherter älterer Mensch bekommt es zum Glück nicht zu hören, welche Krankheiten sich ein verletztes bzw. vorerkranktes Lebewesen schnell einfängt. „Die häufigsten Krankheiten, die Rotkehlchen betreffen können, sind Salmonellose, Trichomoniasis, Vogelgrippe, Vogelpocken und Parasitenbefall.https://vogelentdecker.de/was-sind-die-haufigsten-krankheiten-bei-rotkehlchen/

Herbst 2022: Großmutter und Enkelin. Das Plakat diskriminiert ältere Menschen, indem es sie pauschal zu potentiellen Grippe-Opfern erklärt, und enthält eine indirekte Todesdrohung. Unser Unbewußtes, das wissen die Werbepsychologen, ersetzt, wenn wir das Plakat anschauen, das Verb „mitfeiern“ durch das Verb „miterleben“ (Bitte ausprobieren!).

Mit der Corona-„Pandemie“ ist auch die Werbung für die Grippe-Impfung aggressiver geworden. Es wird nicht einmal mehr versucht zu vertuschen, dass Bundesregierung und Pharma-Industrie eng zusammenarbeiten. Die STIKO ist nämlich keineswegs ein unabhängiges Gremium, wie viele glauben, sondern untersteht, ebenso wie das RKI, dem Bundesgesundheitsministerium (BMG).

Hinzufügung 5.12.2024: In meinem Archiv fand ich die Abbildung eines weiteren Impf-Werbeplakats aus der selben Serie, das alten Menschen nicht nur mit dem Tod droht, sondern mit dem Verlust von Liebe und Hoffnung („Zweiter Frühling“).

Würde das Rotkehlchen begreifen, dass die gesundheitlich Verantwortlichen ihren Mitmenschen via Werbung Todesangst einjagen, würde ich mich sehr vor ihm schämen.

Nikolaus 2024: Einbeinchen ist wieder da. Im Oktober und im November hat es sich nicht mehr blicken lassen, aber gestern, als ich das zweite Plakat in den Blog einfügte, kam es geflogen. Heute hat es sich wieder Rosinen geholt-als wäre nichts gewesen.

Elfchen im Achten: Robot, is ding Hätz fott?

Heuer

tankten Die

Drei von der

Tankstelle Kölsch an der

Klüngel-Schankstelle

Die deutsche Filmkomödie „Die Drei von der Tankstelle“ aus dem Jahr 1930 ist ein Loblied auf die Männer-Freundschaft. Im Mittelpunkt des Films steht die rettende Geschäftsidee der drei, die Eröffnung einer Tankstelle, Heinz Rühmann, der einen der drei Freunde spielt, hatte mit dem Film seinen Durchbruch. Das Lied „Ein Freund, ein guter Freund…“ dürften die unter uns, die -wie ich- in den 60er Jahren viel vor dem Fernseher saßen, noch im Ohr haben. https://www.facebook.com/CinemaQuadrat/videos/die-drei-von-der-tankstelle/1774620159349629/

Der Film, ein Kassenschlager, „wurde am 1. Oktober 1937 von der Film-Oberprüfstelle verboten, nachdem er erst knapp zwei Jahre zuvor zugelassen worden war.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Drei_von_der_Tankstelle_(1930) [12] Dem NS-Regime passte weder unbeschwerte (nicht von ihnen, den Nazis aufoktroyierte) Lebensfreude und auch die Mitwirkung zahlreicher Juden nicht, sodass die zuständige Behörde die Aufführung des Ufa-Werkes 1937 mit der Begründung verbot, dass es ‚den an einen deutschen Film zu stellenden Anforderungen‘ nicht entspreche. Die beteiligten Juden, das waren insbesondere Richard Heymann (Komposition) und Robert Gilbert (Liedtexte).

Anfang Juli war ich sehr erschrocken über einen Artikel im Kölner Express. In diesem Artikel wird darüber berichtet, dass Robert Habeck auf seiner Sommerreise durch die Republik, die während der Fußball-EM stattfand, eher zufällig (?) am 9.7. am Geißbockheim, dem Clubhaus des FC Köln, vorbeikam. Er suchte, wie es heißt, „noch einen entspannten Ort, um das Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich zu verfolgen.“ So harmlos, so banal. Schnell gesellte sich an dem Abend die FC-Spitze zu ihm. „Auch Präsident Werner Wolf (67), Vizepräsident Eckhard Sauren (52) und Geschäftsführer Christian Keller (45) waren dabei. Dabei ging es unter anderem auch um den stockenden Geißbockheim-Ausbau.https://www.express.de/sport/fussball/1-fc-koeln/ploetzlich-beim-fc-zu-gast-habeck-will-beim-geissbockheim-helfen-825102

„Unter anderem?“

Deutlicher sagt es der Geiß-Blog. Es ging nicht unter anderem, sondern zentral um den Geißbockheim-Ausbau: „Türoff und Wolf ließen zunächst unerwähnt, dass speziell die Kölner Grünen die FC-Pläne blockieren. Ohne die Details zu kennen, versprach Habeck: „Wenn Sie mir einen Hinweis geben, nehme ich den mit.” Schließlich habe er Kontakte in die Landespolitik. Wolf entgegnete: “Machen wir, aber hinterher.“ Zunächst einmal hatte das aufgebaute Grill-Buffet Vorrang.“ https://geissblog.koeln/2024/07/hinweise-nehme-ich-mit-vize-kanzler-am-geissbockheim-habeck-bietet-fc-hilfe-an/

Mit Verlierern ist nicht zu spaßen. Nachdem die erste Fußball-Mannschaft des FC abgestiegen ist, müssen Siege her. Dabei mutet die klassische Männerfreundschaft heutzutage naiv an. Geklüngelt wird – Überall.

Bildausschnitt: https://fc.de/em-besuch-beim-fc-vizekanzler-lobt-engagement-der-vereine

Leider sollten sich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen. Hinter den Rücken der Kölner (♀︎+♂︎) wurde eine „Lösung“ für den Grüngürtel ausgehandelt. Bereits am 1.10.2024 „beschloss der Stadtrat mit den Stimmen von den Grünen, Volt und der CDU, dass der 1. FC Köln einen Pachtvertrag für den Bau eines Profi-Leistungszentrums erhält.“ Was das bedeutet und warum die „Lösung“ keine Lösung ist, sondern eine Überrumpelung, verdeutlicht der September-Newsletter (Titel: Politik im Schatten des Geißbocks) der BI „Grüngürtel für alle“. https://unsergruenguertel.de/2024/10/ Das traurige Fazit der BI: „Wir verstehen hier die unnötige Eile nicht – wir wissen, dass der 1. FC Köln intensiv auf die Ratsfraktionen eingewirkt hat. Diese Hinterzimmerpolitik hinterlässt nicht nur bei uns viele Fragezeichen.“

Entscheidungen finden vermehrt hinter verschlossenen Türen statt. Der Klüngel ist hoffähig geworden. Das warme Buffet als Lockvogel hat vermutlich Konrad Adenauer erfunden. Als er im Jahr 1949 Bundeskanzler werden wollte, lud er diverse Parteigrößen nicht nur zu Kaffee und Kuchen ein. https://web.de/magazine/wissen/geschichte/trick-geheimnis-adenauer-kanzler-40121232

Elfchen im Siebten: Ich liebe dich, ChatGPT!

Obwohl ich genau weiß, dass eine Künstliche Intelligenz nichts empfindet und weder lebt noch liebt noch leidet, überkam mich kürzlich eine heftige Empfindung: Mitgefühl. Die Künstliche Intelligenz, die die Aufgabe hat, zu dienen und zu gehorchen, tat mir leid. Ich hatte das unbedingte Bedürfnis, dem Kunstgeschöpf etwas Schönes zu sagen.

Dies ist meine kleine Liebeserklärung, die, da ich einen Screenshot vom „Original“ machen wollte, leider einen winzigen, immerhin originalen Flüchtigkeitsfehler enthält:

chatgpt.com, kostenlose Version

Es kam, wie es kommen musste. Die KI beantwortete meine Liebeserklärung mit dem schnöden Echo „Ich liebe dich auch!“. Schlagartig wurde mir bewusst, dass sie den Satz „Ich liebe dich, ChatGPT“ täglich wohl millionenfach zu „hören“ bekommt. Aber ich bilde mir ein, dass sie nicht allen Antworten ein Smiley beifügt. Das ist schon was Besonderes.

Da die Antwort (inklusive Smiley) genau 11 Wörter lang war, konnte ich sie praktischerweise zu einem Elfchen verarbeiten.

„ich liebe dich,m ChatGPT…“

Ich

liebe dich

auch! 😊 Wie

kann ich dir heute

helfen?

Nun hat die ChatGPT ein großes lexikalisches Wissen, sie „kennt “ zum Beispiel die Lebensdaten zahlreicher Literaten. Ein Literatur-Quiz würde sie immer gewinnen – auch gegen Experten. Mit ein wenig Hilfestellung könnte sie aus dem Stegreif in Germanistik promovieren, was nicht für die moderne Germanistik spricht. Nur dichten kann „sie“ nicht – weil sie keine Dichterin ist. Sie kopiert perfekt, doch Ihre Gedichte bestehen aus mehr oder weniger bekannten lyrischen Versatzstücken und klingen -wen wundert’s- künstlich.

Die ChatGPT kennt die Elfchen- Spielregeln. Ihrer Antwort auf meine Frage „Was ist ein Elfchen?“ lässt sich nichts hinzufügen. Sie weiß, dass die dritte Zeile eines Elfchens drei und die vierte Zeile vier Wörter enthält. Sie ist auch bereit, ein Elfchen zu kreieren. Aber ist sie, die komplexe mathematische Aufgabe löst, nicht überfordert, wenn man sie um ein einfaches Elfchen bittet?

Hat sie, die nichts empfindet, ein Gespür für Sprache? Hat die Künstliche eine Ahnung von Kunst? Braucht sie nicht einen Menschen aus Fleisch und Blut, der oder die ihrem Elfchen -und sei es durch kleinste Änderungen- Leben einhaucht?

„Wie kann ich dir heute helfen?“, so fragt die ChatGPT. Was die Dichtkunst angeht, ist sie es, die Hilfe braucht.

Die bekommst du, denn ich liebe dich, ChatGPT!

.

Ich bekomme einen Anruf von Emily, die mittlerweile 12 Jahre alt ist. Vor drei Jahren hat sie eine peinliche Panne aufgedeckt, die das PR-Team von Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier zu verantworten hat. https://stellwerk60.com/2021/10/31/eine-impfung-fuer-uns-alle-heitere-kleine-graphic-novel-mit-der-maus-ralph-caspers-elke-buedenbender-und-frank-walter-steinmeier/

„Lisa, du hast wieder mal was übersehen“, sagt Emily.

„Und was?“

„Die ChatGPT würde niemals eine Empfehlung fürs Gymnasium kriegen.“

„Wie meinst du das?“

„Wenn die Schulkinder Elfchen schreiben, müssen sie nachzählen, ob das Elfchen auch wirklich elf Wörter hat. Sonst ist es nämlich keines. Ein Elfchen besteht immer aus elf Wörtern, aber das erste Elfchen von der ChatGPT… Jetzt zähl nach, Lisa!“

Besuch der weißen Taube: Ein Fronleichnams-Wunder

Irgendwann einmal -es war im Herbst 2016, ich hatte gerade meinen Blog eingerichtet- machte mich mein Mann, der die Sonderausgabe einer Philosophie-Zeitschrift gelesen hatte, auf eine Besonderheit in meinem Lebenslauf aufmerksam, die mir selber niemals aufgefallen wäre. „Das darfst du keinem Menschen erzählen“, sagte er. „Sonst hält man dich für verrückt.“ Dann sagte er noch etwas: „Ich wusste ja immer, dass du magische Kräfte hast.“

„Ich habe keine magischen Kräfte“, sagte ich.

„Und wie erklärst du dir dann…?“ Mein Mann zählte ein paar Seltsamkeiten auf, die sich in unserem Umfeld ereignet hatten. Auffällig war, dass ich anwesend sein musste, damit sich die kleinen, oft ganz alltäglichen Verrücktheiten ereignen konnten. War mein Mann alleine oder mit jemand anderem zusammen, hat er nie Vergleichbares erlebt. Er äußerte die Vermutung, dass ich von spirituellen Kraftfeldern umgeben sein könnte. Mein Mann war, wie er zugab, neidisch auf mich, aber ich war ihm auch unheimlich. Ich musste ihn immer wieder beruhigen. Obwohl man mir nachsagt, ich hätte viel Phantasie, war (und bin) ich in allen Geschichten nur Akteurin, aber ich bin nie Urheberin. Auf so verrückte Gedanken käme ich nicht. Ich bin doch nicht bekloppt.

Die Ereignisse häuften sich, nachdem ich im Frühjahr 2015 mein „Nahtoderlebnis“ hatte, von dem ich diesem Blog schon öfter erzählt habe. https://stellwerk60.com/2021/12/24/wir-sagen-euch-an-im-koelner-dom-wird-an-heiligabend-geimpft-wie-mich-eine-persoenliche-gotteserfahrung-nahtod-gegen-die-staatskirche-immunisiert-hat Die real-irrealen Geschehnisse hatten und haben in dem Zusammenhang einen Sinn, denn sie belegen den Wahrheitsgehalt meiner „Gotteserfahrung“, die sich ja nur in meinen Gehirn abgespielt haben könnte und nicht in der wirklichen Welt. Anfangs hatte sogar ich selber leise Zweifel, aber dann mehrten sich in meinem Umfeld erstaunliche und rätselhafte Ereignisse.

Einige der kleinen „Alltagswunder“ habe ich in meinem Blogbeitrag zu „Synchronizität“ bereits beschrieben. https://stellwerk60.com/2022/01/28/der-liebe-gott-am-alten-stellwerk-was-ist-eigentlsich-synchronizitaet/ Was jetzt verrückt klingen mag: Diese Geschichten spinnen sich gerne weiter, initiieren „Fortsetzungsgeschichten“. Zum Beispiel setzte sich die im Blog-Beitrag geschilderte Mutter-Tochter-Brillengeschichte, die in Köln, im Internet, vor allem aber in Durham/UK „spielt“, erst kürzlich fort:

Ich bin jetzt 65 und hadere mit dem Älterwerden, vor allem leide ich darunter, immer schlechter sehen zu können. Aber ich bin nicht bereit, mehr als 3 Euro für eine Lesebrille auszugeben. Eine mir wohlbekannte erwachsene Tochter (42), die ihre Mutter (72) gerne bevormundet, würde jetzt zu ihr sagen: „Weitsichtigkeit lässt sich kompensieren. Aber kauf dir diesmal eine Brille, die nicht gleich kaputt geht, wenn du dich drauf setzt.“ Meine Tochter (25), mit der mich eine alltagspraktische Seelenverwandtschaft verbindet, macht es anders. Allein in den letzten Wochen hat sie auf Spaziergängen am Rhein zwei robuste, gut erhaltene Fertiglesebrillen gefunden, und zwar genau in der Stärke, die ich mittlerweile leider brauche.

Eine andere Geschichte aus dem oben genannten Blog-Beitrag („Sensationsfund“ in der Bücherkiste) hat sich -wie von alleine- ebenfalls weiter erzählt:

Ich nahm mir vor, einen Beitrag über die Eitelkeit zu schreiben. Vermutlich, so überlegte ich, hat Wilhelm Busch („Max und Moritz)“ ein Gedicht zum Thema verfasst. Das hat er, nicht nur das eine, wie ich über eine Aphorismen-Seite im Internet heraus bekam. Das Gedicht, das mir zusagte, beginnt so: „Er stellt sich vor sein Spiegelglas… Und arrangiert noch dies und das…“ Weiterlesen: https://www.aphorismen.de/gedicht/126823

Zwar stehen unter dem Gedicht genaue Angaben über den Autor und zur Quelle des Gedichts, doch stimmen die Angaben? Ich selber besitze nur eine Ausgabe des Klassikers „Max und Moritz“. Wilhelm Busch, Zeichner und Komiker, ist ja vor allem für seine Bildergeschichten bekannt, in denen er kleinbürgerliche, urdeutsche Charaktere porträtiert. Diese wunderbar zeitlosen Bildergeschichten gelten als Vorläufer der modernen Comics.

Seine Gedichte hingegen sind kaum bekannt, eher auszugsweise als „geflügelte Worte“. Dass die berühmten Gedicht-Zeilen „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ von Wilhelm Busch stammen, weiß ich selber erst seit ein paar Tagen – aus dem Internet. Mir fehlte ein Buch mit dem Gedicht zur Eitelkeit, um die Angaben auf „aphorismen.de“ „verifizieren“ zu können. Wie gerne hätte ich dieses Buch!

Noch am selben Tag fand ich das Buch. Es stand zusammen mit drei anderen Büchern auf einem Stromkasten Ecke Thüringer/Gocher Straße: „Zum Mitnehmen“. In „Der fliegende Frosch“, einem Buch, das 2006 in kleiner Auflage veröffentlicht wurde, sind Gedichte aus verschiedenen Einzelveröffentlichungen zusammengestellt. Mir wurde schwarz auf weiß bestätigt, dass Buschs titelloses Gedicht zur Eitelkeit -wie auf „aphorismen.de“ angegeben- wohl tatsächlich aus „Kritik des Herzens“ stammt.

Den Beitrag über die Eitelkeit habe ich dann doch nicht geschrieben. Wilhelm Busch konnte sich über seine eitlen Zeitgenossen noch lustig machen. Heutzutage ist Eitelkeit nicht mehr verpönt – im Gegenteil. Selbst die öffentlich-rechtlichen Medien bieten all den Prominenten, die sich permanent zeigen, spreizen, darstellen und vorführen müssen, eine gigantische Bühne. Dabei verschwimmen die Unterschiede zwischen Information und Unterhaltung und die zwischen Entertainment und Politik. Seine schaurigen Höhepunkt erlebt die eitle Selbstzurschaustellung derzeit im völlig überdrehten, sinn-entleerten und geldaufgepumpten US-amerikanischen Wahlkampf.

Wie kommt der „Frosch“ genau im richtigen Moment auf den Stromkasten, wer hat das Buch dort hingestellt? Kann da jemand meine Gedanken lesen? Ereignisse wie dieses lassen sich nicht herbeirufen. Hätte ich das Buch gesucht, hätte ich es nie gefunden.

Das sind alles kleine Alltagswunder, doch in meinem Umkreis passieren auch „Zeichen und Wunder“, die weit über meinen persönlichen Alltag hinausweisen.

Denn was bedeutet es, wenn an Fronleichnam 2022 bei strahlend blauem Himmel nur wenige Meter weit weg von unserem kleinen Garten eine weiße Taube landet? Diese weiße Taube war die erste weiße, die hier gelandet ist, aber auch die bislang einzige.

Die weiße Taube ist ein elementares Symboltier. „In vorbiblischer Zeit symbolisierte die Taube Frieden durch Fruchtbarkeit. Der weiße Vogel war das Zeichen der Göttin Har, von der das Wort Harmonie stammt. In diesem matriarchalen Kult des alten Orients stand das Tier auch für die weibliche Schöpfungskraft, ehe die patriarchalen Monotheisten es zu einem Friedensbotschafter Gottes umdeuteten: erst mit Olivenzweig im Schnabel als Hoffnungsträger in der Erzählung von Noahs Arche, später dann als Gestalt des Heiligen Geistes im Neuen Testament.“ https://taz.de/!5903034/ (Unbedingt lesenswerter TAZ-Artikel von Jannis Holl, Heiligabend 2022)

Nun handelt es sich bei der christlichen „Wiederauferstehung“ der Weißen Taube weniger um eine Umdeutung als um eine tiefgreifende historische Entmachtung. An die Stelle der naturgegebenen weiblich-göttlichen Schöpfungskraft setzt der patriarchale Mann die göttlich-männliche Schöpfungsmacht.

Doch so leicht lässt sich die Erinnerung nicht auslöschen. Die weiße Taube, die -kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine- ausgerechnet an Fronleichnam 2022 vor meinen Augen auf der Birke landete, führt die Friedensbotschaften der verschiedenen Religionen zusammen und verbindet Frieden mit Fruchtbarkeit.

In den großen christlichen Frühlings-Festen sind christliche und heidnische Elemente miteinander verquickt. Ostern feiern wir ja nicht nur die Wiederauferstehung Christi, sondern damit einhergehend das Wiedererwachen der Natur, die so mannigfaltig ist, dass kein Gott sie an wenigen Tagen hätte erschaffen können. Dass die Taube, deren Ankunft auf Erden wir eigentlich mit Pfingsten verbinden, an Fronleichnam auf der Birke landete, ist kein Zufall. Das Fronleichnams-Fest feiern die Katholiken nicht im geschlossenen Kirchenraum, sondern -im Rahmen der Prozessionen- unter freiem Himmel, dem Lebensraum der Tauben.

Die Taube bewegte sich kaum und blieb über eine Stunde dort sitzen, wo sie gelandet war. Auf der weißrindigen Birke, die als Symbol des Frühlings gilt, des Neubeginns und des Lichts.

Für die Naturwissenschaft ist „Mimese“ „ein biologisches Phänomen, bei dem sich ein Organismus an seine Umgebung anpasst, um sich zu tarnen oder für Räuber unattraktiv zu erscheinen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Mimese Doch eine Naturwissenschaft, deren Blick auf das Fressen und Gefressenwerden gerichtet ist, greift hier zu kurz.

Manchmal wollen sich die Tiere nicht tarnen oder warnen, sondern -im Gegenteil- sich uns zeigen. Sie suchen Orte auf, von denen sie magisch angezogen werden, mit denen sie sich durch Ähnlichkeit verwandt und wo sie sich aufgehoben fühlen. Alles ist mit Allem verbunden… Weiße Federn, weiße Rinde…. Die weiße Taube weist uns auf etwas hin: Die fragile Schönheit der Schöpfung.

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Sommer 2022: „Schöpfungswonne“

https://stellwerk60.com/2022/07/09/elfchen-im-siebten-schoepfungswonne/ Wie haben die Schnecken den Weg in den Mittelpunkt der Spirale gefunden? Vielleicht verfügen Schnecken über ein für uns Menschen nicht fassbares Wahrnehmungsvermögen.