Elfchen im Sechsten: „The Great Health Dictator“ (Zweitveröffentlichung aus gegebenem Anlass)

Bill Gates, US-amerikanischer Unternehmer, Programmierer und Mäzen, einer der reichsten Männer der Welt, war schon vor Jahren in die Rolle des Möchtegern-Propheten geschlüpft.
Was hat das das größte Potential in den nächsten 20 Jahren mehr als 10 Millionen Menschen zu töten? Multi-Milliardär und Aktivist Bill Gates sprach mit der US-Webseite „Vox“ darüber, was ihm am meisten Angst macht. Es seien nicht die spektakulären Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche, Super-Erdbeben oder Asteroideneinschläge – und auch nicht ein Atomkrieg, der eingedämmt scheint. Es sei vielmehr der jahrtausendealte Begleiter der Menschheit: die Pandemie.“ (2015) https://m.focus.de/gesundheit/news/wovor-hat-der-milliardaer-angst-bill-gates-warnt-vor-einer-bedrohung-die-schlimmer-ist-als-kriege-und-umweltkatastrophen_id_4711753.html

Diese Einschätzung zeugt weder von Intelligenz noch von Verantwortungsgefühl. Wie kann Gates angesichts der Tatsache, dass allein die tonangebenden Atommächte USA und Russland über Tausende von einsatzbereiten Atomsprengköpfen verfügen, behaupten, dass ein Atomkrieg „eingedämmt scheint“?

Bill Gates, dem sein Reichtum einen vielen zu großen Spielraum einräumt, will Leib und Seele der Menschen unter Kontrolle bringen.

Zunächst schien Gates den afrikanischen Kontinent im Visier zu haben. In einem Interview mit dem Handelsblatt aus dem Jahr 2018 sagt er: „Ich bin optimistisch für Afrika. Viele Dinge, die den Kontinent zurückgehalten haben, wie mangelnde Ernährung, hohe Kindersterblichkeit oder die schlechte landwirtschaftliche Produktivität verbessern sich dank Wissenschaft und Innovationen.“ https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/microsoft-gruender-im-interview-so-sieht-bill-gates-die-zukunft-der-menschheit/23247204.html Während der Corona-„Pandemie“ kam zutage, dass er mit seiner gefährlichen medizinischen Mission auch vor den westlichen Ländern, die ja über ein entwickeltes Gesundheitssystem verfügen und Gates nicht nötig haben , nicht halt macht.

Bill Gates guckt von oben herab auf die Menschen, ohne Liebe und ohne Respekt. Seine Methode der Volkszählung mithilfe modernster Technik, die er im Jahr 2015 beschreibt, erinnert an die Methoden der Treibjagd:

„Was meinen Sie mit Innovationen?
Wir nutzen beispielsweise Satellitenaufnahmen und andere Technik, um die Bevölkerung zu zählen. Die Resultate zeigte ich dem Präsidenten vom Tschad, Idriss Déby: Wie sich die Siedlungen im Grenzgebiet mit Nigeria verändert haben, wo die Kinder und Erwachsenen leben, auf welchen Inseln vom Tschadsee sie sind… Niemand wusste, wie viele Menschen dort wirklich zu finden sind – bis wir kamen. Erstaunlicherweise sind es mehr als angenommen. All diese Informationen sind sehr hilfreich, um am Ende zum Beispiel Kinderlähmung zu bekämpfen oder ein grundlegendes Gesundheitswesen aufzubauen.“ handelsblatt.com, s.o.

Die Wahrheit, so scheint es, ist käuflich. Zumindest für den irrwitzig reichen Bill Gates, der über die Bill und Melinda Gates Stiftung als größter privater Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation WHO großen Einfluss hat. So ist es nicht verwunderlich, dass sich im Jahr 2020 mit dem Corona-Ausbruch seine Pandemie-Prognose „bewahrheitet“. Es ist ganz einfach: Bill Gates, den sein unermesslicher Reichtum zwar euphorisiert, aber zugleich abgestumpft hat, schafft Tatsachen. Der Misanthrop, der sich als Wohltäter tarnt, dämonisiert das Virus, kreiert die „Pandemie“ und setzt die Mär in die Welt, dass man Corona bekämpfen muss und nur mit totaler Kontrolle und knallharten Waffen besiegen kann: Der weltweiten Impfung.

Alle drei Bildschirmfotos sind kopiert aus dem bilderreichen, aufklärenden Film „Können 100 Ärzte lügen“? von Kai Stuht, 2023. Was mich verwundert hat: Obwohl die deutschen Gesundheits-Verantwortlichen von Beginn der „Pandemie“ an eng mit Gates kooperierten, war die Strategie, was die Impfung betraf, schlecht abgesprochen. Während in Deutschland die Mär aufrecht erhalten wurde, dass es hochkompliziert sei, überhaupt „rettende“ Impfstoffe zu entwickeln, war für Bill Gates die Sache längst klar.

***

Mein Elfchen „The Great Health Dictator“ stammt vom 30. November 2021. Aus gegebenem Anlass (drohender WHO-Pandemievertrag und weltweite Gesundheitskontrolle) veröffentliche ich es (inklusive Blogbeitrag) heute, nach zweieinhalb Jahren, ein zweites Mal:

Fast 20 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs schrieb Charlie Chaplin in seiner Autobiografie: „Hätte ich von dem Grauen in den deutschen Konzentrationslagern gewusst, ich hätte ‚Der große Diktator‘ nicht machen können; ich hätte keine Witze über den mörderischen Wahnsinn der Nazis machen können.“ Zitiert nach: https://www.spiegel.de/fotostrecke/charlie-chaplins-hitler-parodie-der-grosse-diktator-fotostrecke-129329.html

Wie gut, dass Chaplin das Ausmaß des Grauens nicht bewusst war, denn so haben wir mit seinem Tonfilm „Der große Diktator“, der von der US-Zensurbehörde zunächst nicht genehmigt werden sollte, da er nicht nur Hitler parodierte, sondern auch die militaristische US-Politik demaskierte, das wohl beeindruckendste filmische Porträt des größenwahnsinnigen, an die Macht gekommenen psychisch gestörten Mannes.

Welche Spiele spielt der Größenwahnsinnige, wenn er alleine ist, wenn kein Mensch ihn stören kann? Die berühmteste Szene des Films zeigt Chaplin’s „Führer“ Anton Hynkel (den niemand anderer als Charlie Chaplin hätte verkörpern können!) in einem tänzerischen Liebesspiel mit der Erde, musikalisch untermalt von der Ouvertüre aus Richard Wagners Lohengrin. Tief erschüttert hebt Hynkel vorsichtig, geradezu zärtlich einen riesigen, mit Luft gefüllten Globus aus einem Gestell, um sich tänzerisch an ihm zu ergötzen. Hynkels Blick ist mild, seine Gesichtszüge werden weich, die Konturen zerfließen (Wie Chaplin das fertiggebracht hat, weiß ich nicht, es ist großartig!). Er balanciert die Erde auf der Fingerspitze, lässt sie los, tippt sie an, lässt sie bis an die hohe Zimmerecke fliegen, um sie dann -entzückt, entrückt- tänzerisch wieder einzufangen. In seiner sentimentalen Selbstfeier bemerkt Hynkel allerdings nicht, dass der Globus nur schweben kann, weil er mit Luft gefüllt ist. So zerplatzt am Ende nicht nur der Ballon. https://www.youtube.com/watch?v=K8sldnvlpvg

Zu unser aller Glück besaß Hitler keine Atombombe. Und zu unser aller Glück war die medizinische Wissenschaft noch nicht so weit fortgeschritten wie heute. Bei der Durchführung ihrer sadistischen Menschenversuche konnten die Nazis noch nicht auf das unüberschaubar große Arsenal medizinischer Mittel zurückgreifen, über das wir heute verfügen. Die modernen medizinischen Techniken hätten den Optimierungs- und Auslesewahn der Nationalsozialisten bedient und weiter beflügelt: Die Techniken der Identifikation von Chromosomen-Anomalien, der künstlichen Befruchtung sowie die Techniken der Genmanipulation („Crispr Cas“).

Wir können uns freuen sei ohne Sorge, denn die Nazis von damals ohne Sorge sei ohne Sorge, die gibt es nicht mehr.

Der große Diktator von heute wäre kein plumper „Hynkel“, sondern ein gebildeter Mann aus gutem Hause, ein höherer Sohn mit Manieren, ein anständiger Familienvater. Um Macht auszuüben, müsste er nicht einmal ein politisches Amt bekleiden. Allein sein unendlicher Reichtum würde ihm Macht verleihen. Er wäre Milliardär, ein Philanthrop, ein Menschenfreund. Mit sanfter Gewalt würde er versuchen, uns Menschen nicht nur psychisch, sondern auch physisch zu manipulieren. Er würde uns glauben machen, dass er es gut mit uns meint.

The Great Health-Dictator

… stelle

ich mir

als Spaßdoktor vor,

mit 1334000000000 Impfspritzen jonglierend:

Tooor!

Schnappschuss vom 2.11.2021. Ich halte meine Kamera auf die Internetseite boerse.de. Was ich fotografiere, ist nicht eine einzelne Werbeanzeige, sondern sind zwei verschiedene Anzeigen, die für kurze Zeit (wie zufällig) nebeneinander auf dem Bildschirm erscheinen. Die moderne Internetwerbung ist weitaus wirkungsvoller als die klassische Werbung in den Printmedien, denn sie arbeitet gezielt mit Zusammenschnitten und beweglichen Bildern – und spielt dabei mit den mehr oder weniger bewussten Phantasien der User.  Hier sehen wie eine Altherren-Phantasie im 21. Jahrhundert: Ein kleines kokettes Mädchen mit einem Sparschweinchen unterm Arm. Rührend, nicht wahr? Das Mädchen trägt ein Flügelhemd, dessen Ärmel man, wenn es geimpft wird, ganz leicht hochheben kann. Als wir kleine Mädchen waren, wurde uns gesagt, dass wir von fremden Männern nichts annehmen dürften. Doch Bill Gates ist kein fremder Mann, und die Millionen kleiner Mädchen impft er -wenn überhaupt- nur in Gedanken… Aber warum finde ich das kleine Mädchen kokett? Ich gucke mir das Bild noch einmal genauer an. Was ich unbewusst aufgenommen hatte, nehme ich jetzt bewusst wahr: Das Mädchen spitzt nicht nur den Mund, sondern drückt ihr Kinn so zusammen, dass es aussieht, als berühre sie ihre Schamlippen. Ich fürchte, der Fotograf hat ihr genau gesagt, wie sie sich anzufassen hat. Diese Werbeanzeige, die seit Wochen auf der Internet-Seite boerse.de für den „Boerse.de-Weltfonds“ wirbt, oberste Zielgruppe: Wohlhabende Rentner, ist meines Erachtens ein Fall von Kinderpornografie. Der Zusammenschnitt beider Werbeanzeigen jedoch (Foto: boerse.de, 2.11.2021) ist nicht nur pornografisch, sondern der Gipfel der Schamlosigkeit.

Er ist kein Geheimnis, dass lange vor Corona weltweit Katastrophen-Szenarien für den Fall einer „Pandemie“ entwickelt wurden. Was fehlte, war die Pandemie. Doch dann „kam“ Corona. Die Krankheit war allerdings nicht so gefährlich wie „erwartet“. Dennoch wurde Corona der Krieg erklärt und von uns allen unter Androhung drakonischer Strafen ein geradezu soldatischer Gehorsam verlangt.

Im Fall von Corona wurde zunächst nicht das physische, sondern das psychische Hackebeilchen ausgepackt, die Angstmacherei (vgl.: „Warte, warte nur ein Weilchen…“). Schon im März 2020 wurde ein internes Papier aus dem Bundesinnenministerium publik, das drastische Maßnahmen zur „Krisenkommunikation“ und Panikmache empfahl: „Es sind schockierende Zahlen, die der interne Bericht „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ durchspielt: 70 Prozent der Deutschen könnten sich mit dem Coronavirus infizieren, mehr als eine Million Bürger könnten sterben, wenn eine „massive Überlastung des Gesundheitssystems“ nicht durch entschlossenes Eingreifen vermieden wird.“ https://www.focus.de/politik/deutschland/aus-dem-innenministerium-wie-sag-ichs-den-leuten-internes-papier-empfiehlt-den-deutschen-angst-zu-machen_id_11851227.html

Hätte sich die Krankheit Corona zumindest als so gefährlich herausgestellt wie etwa die Schweinegrippe, die allerdings viel weniger ansteckend war als vermutet, wären die anfänglichen Maßnahmen unter Umständen sogar gerechtfertigt gewesen. So aber standen die staatlichen Zwangs-Maßnahmen von Beginn an in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr. Aber wir alle kennen das Märchen „Aschenputtel“ und wissen, wie schnell und brutal das, was nicht passt, passend gemacht werden kann. (Zur Erinnerung: Damit ihnen Aschenputtels kleiner Schuh passte, den der verliebte Prinz gefunden hatte, hackten sich des Aschenputtels Stiefschwestern die Zehen bzw. die Hacke ab.)

Mit der Androhung einer Impfpflicht und der Ankündigung der irrwitzigen Kinderimpfung, die noch vor Weihnachten durchgeführt werden soll („Morgen, Kinder, wird’s was geben“), ist endgültig eine Grenze überschritten.

Es reicht!

In einem informativen und bewegenden Video wendet sich der Berliner Arzt Thomas Sarnes an die Politik und zitiert eine alte indianische Weisheit: „Wenn du merkst, dass du auf einem toten Pferd reitest, steig ab.“ https://www.youtube.com/watch?v=phhqpeOwdzY

Elfchen im Fünften: Stell dir vor, es ist Massenimpfung…

HAIG, REAGAN, SCHMIDT – BEKRIEGT EUCH DOCH ZU DRITT…

Diese Parole hatten wir am Vorabend der großen Friedensdemonstration am 10.10.1981 in unserer Kölner WG-Wohnküche kreiert. 250.000 bis 300.000 Menschen demonstrierten damals im Bonner Hofgarten für Abrüstung, ein atomwaffenfreies Europa und insbesondere gegen den NATO-Doppelbeschluss, die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa. Vgl.: https://stellwerk60.com/2022/03/17/haig-reagan-schmidt-bekriegt-euch-doch-zu-dritt-friedensdemo-bonn-1981-verspaetete-gedanken-zum-internationalen-frauentag/

Inspiriert war unsere pazifistische Parole von einer berühmten anderen, die der Hamburger Designer Johannes Hartmann in diesem friedensbewegten Jahr 1981 bekannt gemacht hatte, zunächst als Graffiti, dann als Plakat: „Stell Dir vor, es ist Krieg, und Keiner geht hin.“ Viele Menschen schienen auf diese Parole gewartet zu haben, denn sie spiegelte unser pazifistisch-freiheitliches Lebensgefühl. https://www.spiegel.de/geschichte/graffiti-stell-dir-vor-es-ist-krieg-und-keiner-geht-hin-a-1062067.html

Die Berichterstattung war unaufgeregt und solidarisch. Wir hatten -heutzutage unvorstellbar- die „Tagesschau“ hinter uns, obwohl wir die US-amerikanische Kriegspolitik scharf kritisierten. Der gesellschaftliche Konsens war breit gefächert. Unterstützt von 1000 politischen und kirchlichen Organisationen, hatten die Aktion Sühnezeichen und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden zur Kundgebung aufgerufen. Zu den Rednern gehörten das SPD-Präsidiumsmitglied Eppler, das FDP-Vorstandsmitglied Baum, der vom Ausschluss aus der CSU bedrohte Friedensforscher Mechtersheimer und der Schriftsteller Heinrich Böll. https://www.youtube.com/watch?v=ULo-QOPKYQs

Wir waren jung, hatten Vertrauen in die Politik und fühlten uns durch das „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“ vor staatlicher Willkür geschützt. Autoritäre Macht-Politiker wie der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) und sein bayerischer Amts-Kollege Franz-Josef Strauss (CSU), die gut in die grobschlächtige, gereizte Politik der Jetztzeit passen würden, waren damals die Ausnahme. Trotz des Wissens um die Zerstörungskraft von Atombomben hatten wir die Kraft, spielerisch mit der Bedrohung umzugehen.

Wenn man uns geweissagt hätte, dass zwanzig Jahre später Frauen nicht nur im Musikkorps oder Sanitätsdienst, sondern in den Streitkräften der Bundeswehr Stellung beziehen würden, hätten wir das nicht glauben mögen. Und wenn man uns dann noch erzählt hätte, dass ausgerechnet Ernst Albrechts ehrgeizige Tochter Ursula von der Leyen (CDU) im Jahr 2013 Bundesverteidigungsministerin werden und sich für die Versorgung schwangerer Soldatinnen mit Umstands-Uniformen stark machen würde, hätten wir auf dem Boden gelegen vor Lachen.

In der Umstands-Uniform spiegelt sich von der Leyens Traum vom adretten Krieg. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Genau dieses Lachen, gespeist aus Lebensfreude, Phantasie, einem gesunden, ungeimpften Menschenverstand und politischer Intuition, sollte uns 40 Jahre später mit aller Macht ausgetrieben werden. Denn die politische Obrigkeit würde -mit den Mitteln von Manipulation und Propaganda- von unseren Körpern und unserem Denken in nie gekannter Weise Besitz ergreifen. Corona-Maßnahmen und Massenimpfung waren -ich muss es leider immer wieder sagen- ein Angriff auf Menschenwürde und körperliche Unversehrtheit unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes.

Im März 2024 hielt der Psychologe Dr. Dirk V. Seeling im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Pandemie-Vertrag einen Vortrag „über Kognitive Kriegsführung und wie wir unsere Eigenständigkeit bewahren.“ Machtmissbrauch erleben wir nicht nur in Diktaturen, sondern zunehmend auch in Demokratien. Funktionieren kann das nur mithilfe von Manipulation und Propaganda. Manipulation gelingt dann, wenn Angst erzeugt wird und die Menschen dazu gebracht werden, einer Autorität blind zu vertrauen und sich ihr bedingungslos unterzuordnen. Mithilfe von Experimenten, an denen neben Psychologen immer auch Ärzte beteiligt waren, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in den USA kontinuierlich weiter erforscht, wie man Menschen „umpolen“ kann.

Aber es bleibt Grund zur Hoffnung: Etwa 10% aller erwachsenen (!) Menschen sind manipulationsresistent. Dirk Seeling beschreibt verschiedene sozialpsychologische Experimente, die in den 1960er und 70er Jahren in den USA durchgeführt wurden, etwa das Milgram-Experiment (1961) oder das Stanford-Prison-Experiment (1971). Zwar bezeugen diese Experimente, wie leicht Menschen verbogen werden und sogar dazu gebracht werden können, sich gegenüber Mitmenschen brutal zu verhalten, doch in jedem Experiment, so betonte Dirk Seeling, gibt es diese 10% Menschen, die sich nicht manipulieren lassen.

Eben diese 10%, die den blinden Gehorsam verweigern, sind unter Umständen der „Sand im Getriebe“, dann nämlich, wenn sie den Mächtigen bzw. denen, die sich die Macht angemaßt haben, mit einem NEIN zur Unterwerfung den Spiegel vorhalten. Während der Corona-„Pandemie“ haben wir erlebt, wie zahlreiche Menschen trotz permanenter Androhung harter Sanktionen die Impfung verweigerten und sich selber treu blieben. Stell dir vor…

Stell

dir vor,

es ist Massenimpfung

und 10% geh’n nicht

hin.

Als im November 2021 bekannt wurde, dass sich mit Omikron eine zwar hoch ansteckende, aber deutlich harmlosere Corona-Variante entwickelt hatte, wurden die die politisch und medizinisch Verantwortlichen hochnervös und standen mit dem Rücken zur Wand. Mit klarem Verstand betrachtet, waren die völlig überzogenen Corona-Maßnahmen und die Massenimpfung nicht mehr zu rechtfertigen. Darüber hinaus sollte sich sehr bald herausstellen, dass die Corona-Impfung angesichts der neuen Variante nicht nur praktisch wirkungslos war, sondern die zum Glück seltener gewordenen schwereren Fälle keinesfalls verhindern konnte. „Schon im Januar 2022 zeigte der RKI-Wochenbericht, dass von den dort erfassten 30.914 mit Omikron erkrankten Erwachsenen 83 Prozent geimpft und darunter 26 Prozent sogar geboostert waren. Im Krankenhaus behandelt wurden 72 Prozent Geimpfte. Und unter den gerade mal 20 Omikron-Intensivpatienten lag die Geimpften-Quote bei 68 Prozent.https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/corona-impfung-wirkung-kritik-ungeimpfte-100.html

„Es war eine Frau, die Anfang November 2021 als erste Medizinerin auf die neue Variante und die mit der neuen Variante einhergehenden deutlich leichteren, die Lunge verschonenden Krankheitsverläufe aufmerksam gemacht hatte: Die Allgemeinmedizinerin und Vorsitzende der South African Medical Association (SAMA), Angelique Coetzee… Anfang 2022 erzählt Angelique Coetzee in einem Interview, dass man ihr verboten habe, die Wahrheit zu sagen. „Angesicht des milderen Verlaufs hätten Regierungen „definitiv überreagiert“, meint Coetzee … im Interview mit WELT. Doch zunächst sollte die Nachricht der leichteren Krankheit gar nicht in den Umlauf gelangen. „Mir wurde gesagt, ich solle öffentlich nicht erklären, dass es eine milde Erkrankung sei. Ich wurde gebeten, von derartigen Äußerungen Abstand zu nehmen und zu sagen, es sei eine ernste Erkrankung. Das habe ich abgelehnt.“ https://www.merkur.de/welt/omikron-entdeckerin-corona-variante-afrika-milder-leichterer-verlauf-zr-91341362.html Vgl.: https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/

Menschenfreundliche, das Leben liebende Gesundheitspolitiker (♀︎+♂︎) hätten angesichts der Entwicklung einer harmloseren Variante Jubelsprünge gemacht. Doch das Gegenteil war der Fall. Anstatt mit Freude und Erleichterung reagierte die Politik mit Panik, Aggressivität und blindem Aktionismus.

Im Jahr 1944 schrieb der junge Karl Marx einen aus heutiger Sicht beinahe prophetisch anmutenden Satz: „Man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!“ ( Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, 1844)

Als die „10%“ der versteinerten Gesundheitspolitik „ihre eigne Melodie“ vorsangen, ihr den Spiegel vorhielten, indem sie sich nicht impfen ließen, zwangen sie nicht nur die „Verhältnisse“ zum Tanzen, sondern einzelne Akteure, die nicht willens waren, von ihrem einmal eingeschlagenen Kurs, der ihnen einen gewaltigen Machtzuwachs beschert hatte, abzurücken. Entsprechend war der Tanz der Mächtigen nicht heiter, sondern verzerrt und verkrampft. Eine tragikomisch verdrehte, völlig verunglückte Polit-Pirouette legte der designierte Kanzler Olaf Scholz aufs Parkett. Er „vergaß sein Wahlversprechen, dass es keine Impfpflicht geben werde, und kreierte stattdessen eine Drohung, die er -psychologisch clever- auch noch als Geschenk verpackte, als ein neues „Versprechen“, ein sogenanntes „Impfpflichtversprechen“. (Stellwerk60, s.o.)

Dem „Impfpflichtversprechen“ vorausgegangen war eine primitive Nacht- und Nebelaktion. Ohne dass man die Bevölkerung informierte, wurde Ende November 2021 das Versprechen, dass es keine gesetzliche Impfpflicht geben werde, nach einem knappen Jahr von der offiziellen Seite der Bundesregierung verbannt. (Hinweis: Berliner Zeitung)

Dem damaligen Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, passierte in der ARD-Talkshow Anne Will am 7.11.2021 eine sprachliche Entgleisung, die zugleich Zweifel an seiner Kompetenz als Arzt aufkommen lässt. „Momentan“, so Montgomery, „erleben wir ja wirklich eine Tyrannei der Ungeimpften, die über das Zweidrittel der Geimpften bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren“.

Hier wird -sehr plump- die Wahrheit verdreht. Denn es waren eben nicht die „Ungeimpften“, die der Gesellschaft „diese ganzen Maßnahmen“ aufoktroyierten, sondern -genau umgekehrt- die gesundheitspolitisch Verantwortlichen, die auf unverantwortliche Weise von Beginn der „Pandemie“ an überreagiert hatten. Aufgegriffen wurde die autoritäre Schuldzuweisung u. a. von der zackigen Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), deren kerniges Jawoll! zu Montgomery am 15.11 von der WELT zitiert wurde: „Ungeimpfte dürfen nicht als Minderheit die Mehrheit terrorisieren.“ (welt.de, s.u.)

Doch Montgomery dämonisiert nicht nur „die Ungeimpften“, sondern das zwar hoch ansteckende, aber vergleichsweise harmlose Virus. Anstatt erfreut und erleichtert zu sein, warnt er Ende November 2021 in vermeintlich großer Sorge „vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. „Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.“ https://www.welt.de/gesundheit/article235318166/Frank-Ulrich-Montgomery-fordert-bundesweites-Verbot-fuer-Weihnachtsmaerkte.htmlDie neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery…“

Ein katastrophaler und folgenreicher Denkfehler! Denn hat nicht gerade die Entwicklung der südafrikanischen Variante B.1.1.529  gezeigt, dass es ein Segen war, dass das Virus die Chance hatte zu mutieren? Besonnene Virologen hatten schon in frühen Zeiten der Corona-„Pandemie“ vorausgesagt, dass sich das Virus mit der Zeit abschwächen würde. Plastisch erklärt es Anfang 2021 die Journalistin Ulrike Gebhardt, die sich an den Vortrag einer Professorin für Virologie erinnert: „Viren würden es in ihrer evolutionären Entwicklung darauf „anlegen“, mit ihrem Wirt in ein ausgeglichenes Verhältnis zu kommen. Ein Verhältnis, in dem sich das Virus zwar optimal ausbreiten könne, dem Wirt jedoch möglichst wenig geschadet würde. Daran, dass der Wirt stirbt oder schwer erkrankt auf einer Isolierstation liegt, kann dem Virus nicht gelegen sein. Denn: Tote oder Isolierte sind aus seiner Sicht eine Sackgasse, die Infektionskette bricht ab.“ https://www.riffreporter.de/de/wissen/sars-cov-2-mutation-wird-das-virus-endemisch-und-harmloser-werden Ein hoffnungsvoller Gedanke, der sich mit Aufkommen der Omikron-Variante dann ja auch tatsächlich bewahrheiten sollte.

So schlug das Virus, als es mutierte und „freundlicher“ wurde, der aggressiven Impfpolitik („Impfen, Impfen, Impfen!“) ein Schnippchen. Denn die harmlose Omikron-Variante entwickelte sich eben nicht in Ländern mit hoher Infektions- und Impfrate, sondern dort, wo es deutlich weniger Infektionen gab und auch deutlich weniger geimpft wurde, in verschiedenen afrikanischen Ländern. „Die Omikron-Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 ist wohl anders als bislang angenommen schrittweise über mehrere Monate in verschiedenen Ländern Afrikas entstanden. Forschende haben herausgefunden, dass es schon deutlich vor dem ersten Nachweis von Omikron in Südafrika vor einem Jahr Omikron-Vorläufer auf dem afrikanischen Kontinent gab. Das geht aus einer im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Studie eines internationalen Forscherteams hervor, an der neben zahlreichen afrikanischen Forschenden auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin beteiligt waren.“ https://www.forschung-und-lehre.de/forschung/wie-omikron-entstanden-ist-5223 Dass die Variante, die die Wende brachte, sich dort entwickeln konnte, wo -wie schon Charles Darwin vermutet hatte- die Ursprünge der Menschheit liegen, ist… ein Wunder!

Frank Ulrich Montgomerys Prophezeiung, dass, um weitere Varianten zu verhindern, es nötig sein werde, die Welt noch jahrelang zu impfen, ist nicht nur beschränkt, sondern auch Ausdruck ärztlichen Größenwahns. Glücklicherweise hat sich Montgomerys Allmachtsphantasie nicht durchgesetzt und wird sich hoffentlich niemals durchsetzen. Denn das Vorhaben einer totalen Impfung ist nicht nur unklug, sondern in aller Regel kontraproduktiv, was die Abschwächung eines Virus (und die friedliche Koexistenz von Mensch und Virus) angeht.

In den afrikanischen Ländern, die hier, was irreführend ist, leider tiefrot statt schwachrosa eingefärbt sind, ist -zu unser aller Glück- nur zurückhaltend geimpft worden.

„Sach mal, Lisa, raucht der Ranga Yogeshwar eigentlich immer noch?“ – Eine Begegnung mit der Frau Keuner

„Kuckuck“, sacht meine Nachbarin, die Frau Keuner.

„Ruhe“, sach ich nur. „Ich kann nich mehr, ich… komm nich mehr hoch!“

„Wat turnt sonne Olle wie du auch auf’m Fußboden rum?“

Eigentlich wollte ich nur eingelegte Artischocken umtauschen, weil ich letzte Tage aus Versehen zwei Gläser mit Trüffeln gekauft hab. Aber jetzt knie ich mitten im Aldi auf dem Boden, denn in einem der Regale hab ich im untersten Fach noch Artischocken entdeckt, ganz hinten, ich krieche ins Regal hinein, aber die sind alle mit Trüffeln… Ich muss an die Frau Keuner denken, die sich kaum noch bücken kann, da steht die auf einmal hinter mir. Die hält sich am Gehwagen fest, aber die steht.

Jetzt lacht die auch noch. „Wat bisse so kniepig, Lisa? Aldi hat neuerdings Bio-Artischocken im Sortiment. Die kosten einen Euro mehr, aber sowat von lecker, schön mild, wenig Salz, stehen umme Ecke auf Augenhöhe. Die du gekauft hast, sind ja aus der Gourmet-Serie. Nur weil da Gourmet draufsteht, denkst du natürlich gleich, dat da Feinkost drin is. Ich sach dir, Lisa, Trüffeln locken nicht nur Schweine an. So stellst du dir das Luxusleben vor: Austern, Trüffeln, Kaviar… Und Influencerin in Katar.“

„Ruhe“, sage ich. „Ich hab vergessen, wie’s geht.“

„Hochkommen?“ Die Frau Keuner grinst. „Wenn man jung ist, geht alles wie von allein. Aber wenn du älter bist, wirst du morgens wach, entdeckst deine Hand und denkst: Is ja hübsch, aber wozu war dat Teil nochmal da? Ich meine, du bist ja auch über 70.“

„Nein! Bin ich nicht, noch lange nicht.“

„Dann eben nicht“, sagt die Frau Keuner. „Du kannst froh sein, dass hier heute morgen nicht viel los ist. Aber warum sprichst du nicht einen dieser netten Mitarbeiter an? Alten Menschen helfen die gerne. Dafür ist es jetzt natürlich zu spät. Mein Rat: Rein in den Vierfüßlerstand und paar Meter krabbeln. Schon mal was von der Gelassenheit der Fruchtfliegen gehört? Also, in deinem Rotweinglas schwimmt eine kleine Fliege, du willst sie nicht mittrinken, also holst du sie mit einem Löffelchen raus und setzt sie auf die Tischplatte. Das Tierchen muss noch trocken werden, dann krabbelt es los. Irgendwann fliegt es. So, Lisa, nimm dir ein Beispiel an der Fliege. Die lässt sich Zeit, dabei hat sie keine. So alt werden die Fliegen ja nicht. Du darfst jetzt keinen Dank von ihr erwarten, aber ich sach dir, es ist bestimmt kein Fehler, freundlich zu den Fruchtfliegen zu sein.“

Die Frau Keuner greift nach ihrem Smartphone, wendet sich kurz ab und nuschelt was von 112 und Notfall. Jetzt geht alles ganz schnell. Ich weiß nicht, wie ich auf die Beine komme, aber ich komme.

„Das war die Schock-Methode“, sagt die Frau Keuner. „Hömma, Lisa, pack das Selbstmitleid weg und setz dich zur Wehr. Das hier gibt einen schönen Blog-Beitrag. Du schreibst jetzt nämlich einen.“

„Nein?!“

„Doch… Sach mal, Lisa, raucht der Ranga Yogeshwar eigentlich immer noch?“

„Woher soll ich das wissen? Ich hab den Ranga Yogeshwar seit der Beerdigung meines Mannes nicht mehr gesehen. Das ist fast vier Jahre her.“ Musste die Frau Keuner so laut reden?

„Das war der Titel von dem Blogbeitrag, den du schreibst. Der komplette Titel lautet: Sach mal, Lisa, raucht der Ranga Yogeshwar eigentlich immer noch? Eine Begegnung mit meiner Nachbarin, der Frau Keuner.“ Ich schüttele nur langsam den Kopf.

„Da hört sich doch alles auf! Dass der Ranga Yogeshwar raucht, hast du mir vor ein paar Jahren selber erzählt. Unterbrich mich bitte, wenn was nicht stimmt. Also, dein verstorbener Mann hat mit dem Ranga zusammengearbeitet, und zwar bei der Ideen-Expo in Hannover, dein Mann war ja Geschäftsführer bei dieser Bonner Agentur für Wissenskommunikation. Der Ranga hat es genossen, eine Woche lang mit Leuten zusammen zu arbeiten, deren Visage niemand kennt, die mit dem Fernsehen nichts zu tun haben und auch nichts zu tun haben wollen. Dein Mann war ja intelligent, ein guter Zuhörer, aber nicht auf Konkurrenz aus. Genau der richtige Gesprächspartner für eine Plaudertasche wie Ranga Yogeshwar Und dann haben der Manni und der Ranga abends zusammen gesessen, geredet und geraucht.“

„Doch nur ein paar Zigaretten“, sage ich. „Frau Keuner, ich kann das nicht öffentlich machen, das ist Petzen. Ich mag den Ranga Yogeshwar gerne leiden. Ich war so froh, dass mein Mann endlich wieder jemanden hatte, mit dem er ab und zu rauchen konnte. Haben ja alle aufgehört.“

„Hömma, Lisa, das ist kein Petzen. Wenn ich Leuten erzählt hab, dass der Ranga Yogeshwar raucht, haben die sich immer gefreut. Die haben den Ranga auf einmal richtig gerne gehabt. Außerdem haben das vor elf Jahren schon zwei Kollegen öffentlich gemacht, zwei Wissenschaftsjournalisten. Da hast du mich doch drauf hingewiesen. Der Tweet ist leider mittlerweile gelöscht. Moment…“ Die Frau Keuner reicht mir ihr Smartphone.

Dieser Tweet war über zehn Jahre im Netz, bis er im Sommer 2023 gelöscht wurde.

Ich hatte ganz vergessen, dass ich der Frau Keuner mal das Beweis-Foto geschickt hatte, das sie natürlich überall rumgezeigt hat. Ich schnapp mir zwei Gläser eingelegte Tomaten mit Bärlauch, auch aus der Gourmet-Reihe und zum gleichen Preis. Damit bin ich schnell durch die Kasse. Ich muss hier weg, ich habe schon wieder dieses Rauschen im Kopf, es wird mir alles zu viel.

„Bis dann“, sage ich. „Bis bald, bis übermorgen im Golde Kappes.“

„Stop, Lisa, wir gehen zu zweit zur Kasse. Ich hab schon Plätze reserviert.“

„Anner Kasse?“

Frühjahr 2024, Supermarkt-Kasse im „Land der Dichter und Denker“

Am Rand vom Aldi-Parkplatz sind neben einem Kleinbus mit Düsseldorfer Kennzeichen in der benachbarten Parktasche fünf aufgeklappte Camping-Stühle aufgestellt, rundum eine Kühlbox, die gleichzeitig als Tisch dient. „Die Fahrerin, das ist Dr. phil. Bandura“, sagt die Frau Keuner. „Tiefenpsychologin. Die hat früher mit der Formel1 geliebäugelt. Heute klappert sie mit dem Bus die Supermarkt-Parkplätze ab, sammelt die Rentnerinnen ein, päppelt sie auf und bringt sie nach Hause. Wenn du ständig hörst, dass du zu einer vulnerablen Gruppe gehörst, von zig Krankheiten bedroht bist und knapp vorm Pflegefall, wenn du keine Sparbuch-Zinsen mehr kriegst, wenn du nicht mehr weißt, wie du die Stromrechnung bezahlen sollst oder für deine Beerdigung sparen, dann wirst du überhaupt erst vulnerabel, dann kriegst du wacklige Beine. Und wenn du dann einkaufen gehst und siehst, wie die Preise für Lebensmittel weiter steigen, weil wir alle genötigt sind, diesen irrwitzigen Krieg zu finanzieren, und wenn dann noch die Werbebeschallung dazukommt wie beim REWE in der Nohlstraße, wird dir schwindelig. Nach dem Umbau haben die die Einkaufswagen vor den Eingang verbannt. Den Einkaufswagen muss man jetzt einen Boden-Hubbel hochschieben. Und wenn die älteren Menschen wieder aus dem REWE rauskommen -falls sie wieder rauskommen-, müssen sie den Wagen mit aller Kraft festhalten, damit er nicht den Hubbel runter auf den Parkplatz rollt.“

„Ist mir auch schon passiert“, sage ich leise.

„Du musst nur aufpassen, dass nicht gerade in dem Moment ein PKW mit ukrainischem Kennzeichen vorbeikommt. Sonst bist du ganz schnell…“

„Putin- Versteherin?“, frage ich vorsichtig.

Die Frau Keuner grinst. „Tach, Dr. Bandura“, ruft sie und sagt leise zu mir: „Ich lass euch dann mal alleine.“

„Frau Keuner, Sie können mich doch jetzt nicht…!“

Dr. Bandura bietet mir einen Sitzplatz an, setzt sich zu mir und mustert mich. Sie ist gepflegt, kurz geschnittene graue Haare, blaues Blusenkleid unter dem Trenchcoat, blickdichte Strumpfhose, gut geputzte schwarze Schuhe. Dr. Bandura ist eine von denen, die sofort sehen, dass ich seit Jahren nicht mehr beim Friseur war und dass meine Bluse verschlissen ist. „Du bist also die Bloggerin Lisa“, sagt Dr. Bandura. „Gammelige Erscheinung, maulfaul, aber glasklar im Kopf. Sauintelligent. Messerscharfe Feder. Leider wurde dein Mitgliedsantrag abgelehnt.“

„Ich hab keinen Antrag gestellt“, sage ich nur, aber ich spüre, wie mir das Herz hüpft, denn es konnte sich bei der Gruppierung nur um die Köln-Düsseldorfer Selbsthilfegruppe handeln, Bekannte von der Frau Keuner, ungeimpfte bzw. zwangsgeimpfte Ü60er mit dem entsprechenden Galgenhumor. Ich wollte, ich musste dabei sein!

Dr. Bandura holt zwei Flaschen alkoholfreies Alt aus der Kühlbox und drückt mir eine davon in die Hand. „Du kannst dich bei uns entschuldigen, indem du den Blog-Beitrag schreibst. Du weißt schon.“

„Wofür soll ich mich denn entschuldigen?“

„Du hast Informationen, die für die Öffentlichkeit von Interesse sind, für dich behalten. Du hast verschwiegen, dass der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar, der ja immerhin für das Gesundheitsministerium arbeitet, raucht bzw. geraucht hat.“

„Die paar Zigaretten.“

„Es geht um mehr als um ein paar Zigaretten.“

Dr. Bandura nimmt einen Schluck Bier und tupft sich mit einem Tüchlein den Mund ab. „Diese Info hat mich auf eine interessante Fährte geführt.“ Sie setzt die Flasche ab und reißt eine Tüte Chips auf: „Lass knacken, Lisa.“

„Danke, aber meine Hände sind…“

Dr. Bandura grinst. „Ich versteh, die Fußboden-Nummer.“ Sie lehnt sich im Campingstuhl zurück, trinkt und lässt knacken. Eine Weile schweigt sie. „Je länger ich mich mit der KI beschäftige“, sagt sie dann, „desto mehr liebe ich die gute, alte Suchmaschine. Die tut nicht so, als wüsste sie die Wahrheit. Ich habe der Suchmaschine eine Frage gestellt: Raucht Ranga Yogeshwar?“

„Und?“

„Nicht die eine richtige Antwort, aber 45.000 Einträge“, sagt Dr. Bandura. „Das nenne ich offene Kommunikation. Auf diesem Weg bin ich auf das Rauchernetzwerk gestoßen. Kennst du das Rauchernetzwerk?“ Ich schüttele den Kopf.

„Ausgesprochen scharfsinnige Autoren. In einem Beitrag vom 11.9.2018 erklären sie am Beispiel der Ekelaufdrucke auf den Zigarettenschachteln den Nocebo-Effekt. Lisa, was die schreiben, das übernimmst du bitte so in deinen Blog-Beitrag.“

„Weiß nicht, muss ich mir noch angucken.“

„Du kommst nur deiner Aufklärungspflicht nach“, sagt Dr. Bandura und reicht mir ihr Smartphone.

Der Nocebo-Effekt

„Wenn du weiterlesen anklickst, kommt etwas sehr Interessantes. Ich wiederhole: Wer weiß, wie viel Schaden die immer selbe Leier von den ach so bösen Gefahren des Rauchens in den letzten Jahren bereits angerichtet hat… Und jetzt kommt’s, Lisa. Was die Jungs vom Rauchernetzwerk nach 13 Jahren ausgegraben haben, das setzt du bitte fett markiert in deinen Blog-Beitrag. Also: Das sagte selbst die Wissenschaftssendung „Quarks & Co.“ (WDR, mit Ranga Yogeshwar). Auf deren Webseiten hieß es schon 2005, als reine Textbehauptungen und noch keine Bilder die Tabakschachteln verunstaltet haben: „Möglicherweise löst schon der Warnhinweis Krebs aus. […] Angesichts eines so massiven Noceboeffektes ist es fraglich, ob es wirklich heilsam ist, wenn […] auf Zigarettenpackungen Hinweise über die Risiken des Rauchens stehen. Möglicherweise wecken gerade diese kurzen Sätze in den Konsumenten die Erwartung, tatsächlich an Lungenkrebs zu erkranken. Und das macht die Entstehung eines solchen Krebsleidens möglicherweise nur noch wahrscheinlicher. Schließlich belegen Placebo- und Noceboeffekt, wie extrem wirkungsvoll positive und negative Erwartungen sein können.

„Klingt interessant“, sage ich nur.

„Interessant?“ Dr. Bandura grinst. „Das ist Aufklärung im besten Sinn. Im WDR hatte Aufklärung früher einmal einen hohen Stellenwert. Die scharfe Kritik an den Warnhinweisen auf den Zigarettenschachteln hat vermutlich jemand geschrieben, der als Raucher zu den Betroffenen gehört, vielleicht Yogeshwar höchstpersönlich. Was löst laut Quark& Co den Nocebo- Effekt aus? Eine Todesdrohung. Im Fall der Ekelaufdrucke lautet die unterschwellige Drohung: Wenn du nicht an Lungenkrebs sterben willst, hör auf zu rauchen. Und dann…“ Dr. Bandura trinkt noch einen Schluck.

„Und dann?“

„16 Jahre später, im Sommer 2021, als es längst die ersten Impfdurchbrüche gibt und das Vertrauen in die Impfung Brüche kriegt, ist es ausgerechnet Nocebo-Spezialist Ranga Yogeshwar, der noch einmal für die Corona-Impfung wirbt und sehr direkt eine Todesdrohung ausspricht: „Wenn du nicht an Covid-19 sterben möchtest, lass dich impfen!“ https://www.facebook.com/bmg.bund/videos/wenn-du-nicht-an-covid-19-sterben-m%C3%B6chtest-lass-dich-impfen-ranga-yogeshwar-erkl/541281913761767 Unser smarter Wissenschaftsjournalist setzt den Nocebo-Effekt ein, um die Menschen zur Impfung zu bewegen, aber die Leute bemerken es nicht… Veröffentliche bitte das, was ich sage, genau so in deinem Blog.“

„Das ist ein schwerer Vorwurf, das veröffentliche ich nicht.“

„Beruf dich auf mich“, sagt Dr. Bandura. „Außerdem sind das alles Fakten. Das Werbe-Filmchen mit der Todesdrohung steht nach fast drei Jahren genau so noch im Internet, auf der Facebook-Seite des Bundesministeriums für Gesundheit, und auf YouTube kann man sich das komplette Video angucken, dabei ist alles, was da behauptet wird und ohnehin nur eine Halbwahrheit war, wissenschaftlich längst überholt. Das ist Panikmache unter dem Deckmantel der Gesundheitsaufklärung.“

Die Frau Keuner hat ihre Runde gedreht und ist wieder zu uns gestoßen. Nimmt eine Flasche Kölsch aus der Kühlbox, setzt sich und prostet mir zu. „Sag mal, Lisa. Haben deine Eltern dir damals gedroht?“ Ich schüttele langsam den Kopf.

„Nie?“

„Nie.“

Die Frau Keuner grinst: „Deshalb ist nichts aus dir geworden. Sag mal, weinst du?“

„Wie süß“, sagt Dr. Bandura. „Menschen, die in der Kindheit nicht von den Eltern bedroht werden oder wurden, sind vom Aussterben bedroht. Lisa, du bist aufgenommen.“

Jetzt bricht es aus mir heraus: „Der Ranga Yogeshwar ist doch ein guter Mensch, er hat den Brief an Olaf Scholz mit verfasst und erstunterschrieben. Er hat sich schon vor Jahren gegen das Social Freezing ausgesprochen.“

Dr. Bandura seufzt. „Aber warum wird er nicht aktiv? Mit seinem Wissen, seiner Intelligenz und seinem Einfluss müsste er sich noch einmal klar und deutlich gegen Waffenlieferungen aussprechen und was gegen die Ekelaufdrucke auf den Zigarettenschachteln tun.“

„Was die Impfung angeht, macht er uns Todesangst“, sagt die Frau Keuner. „Er droht mit dem Tod.“

„Oh ja, er droht mit dem Tod“, wiederholt Dr. Bandura.

„Das tun doch andere auch“, sage ich schnell.

„Nur nicht so brillant“, sagt Dr. Bandura. „Man kennt sich, man hilft sich, hat schon Konrad Adenauer gesagt.“ Tippt auf ihrem Smartphone herum. „Kurz nach der Bundestags-Wahl 2021 empfiehlt sich Yogeshwars Freund Karl Lauterbach mit einer Todesdrohung für das Amt des Bundesgesundheitsministers. Ich zitiere aus dem Stern: ‚Lauterbach betonte erneut die Bedeutung von Impfungen. „Klar ist aber, dass die meisten Ungeimpften von heute bis dahin entweder geimpft, genesen oder leider verstorben sind, denn das Infektionsgeschehen mit schweren Verläufen betrifft vor allem Impfverweigerer“, sagte der SPD-Politiker.'“ https://www.stern.de/gesundheit/corona–karl-lauterbach-fuerchtet-tod-vieler-ungeimpfter-30876252.html

„Er droht mit dem Tod“, sagt die Frau Keuner.

„Das veröffentliche ich nicht“, sage ich. „Außerdem ist das keine Todesdrohung. Juristisch nicht“.

„Aber ethisch“, sagt Dr. Bandura. „Medizinethisch. Der Missbrauch des Nocebo-Effekts war übrigens schon im 19. Jahrhundert bekannt. Ich bin kürzlich auf einen gern zitierten Schlüsselsatz in der Gründungsschrift der ‚American Medical Association‘ von 1847 gestoßen: „Das Leben eines Patienten kann nicht nur durch die Handlungen eines Arztes verkürzt werden, sondern auch durch seine Worte oder sein Verhalten.“ Zitiert nach: https://www.aerzteblatt.de/archiv/62781/Arzt-Patienten-Kommunikation-Verbesserung-des-Heilerfolgs-durch-die-richtigen-Worte

„Da fehlt noch einer“, sagt die Frau Keuner.

Jens Spahn, damaliger Geschäftsführender Minister im Übergang. Er muss das Wort „Impfverweigerer“, das zwischen den Zeilen steht, nicht einmal mehr offen aussprechen…

„Jau, und dann bewahrheitete sich was anderes“, sagt Dr. Bandura. „Nicht Wenn du nicht an Covid-19 sterben möchtest, lass dich impfen!, sondern…“

Die Frau Keuner grinst. „Lass dich impfen, wenn du deinen Job nicht verlieren willst.“

Elfchen im Vierten: Aufklärungs-KI entlarvt Pornografie!

Menhire“, schreibt Bernward Wember, emeritierter Professor für Medienwissenschaft, „sind rätselhafte Steine. Große stehende Steine, hoch und sehr geheimnisvoll. Das bretonische Wort Menhir bedeutet Langer Stein. In der Bretagne stehen viele einsame Exemplare alleine in der Landschaft und sie verraten nichts über ihre Funktion. Archäologen haben viel geforscht, um die Bedeutung der Menhire zu klären, aber sie fanden nicht die eine, allgemeingültige Interpretation. Es gibt sehr unterschiedliche Erklärungen.https://www.menhire-bretagne.de/

Zum Beispiel besage eine Theorie, „dass die hohen Steinsäulen den Himmel berühren, um magische Kräfte der Götter auf die Erde zu bringen“. Eine „politische Theorie sieht in dem großen Stein die Machtdemonstration eines Stammesfürsten“ wieder eine andere (soziale) Theorie „sieht in dem Menhir einen eregierten Phallus, der als sexuelle Darstellung Fruchtbarkeit und Fortpflanzung der Menschen symbolisieren soll.“ (Wember, s.o.)

Der größere der beiden Menhire von Karangosquer (bei Pont-Aven) ist etwa 5,5 m hoch und steht -ganz in der Nähe einer Landstraße- im lichten Wald. Auf den ersten Blick hält man ihn für ein Einzel-Exemplar, aber in 130 m Entfernung befindet sich -tiefer im Wald- ein zweiter, 3,50 Meter hoher Menhir.
In aller Regel ist bei Menhir-Paaren die „Sicht“ zwischen den beiden „Partnern“ frei. Dass die beiden Menhire im Wald stehen, war vermutlich nicht immer so und von den Baumeistern „nicht so geplant“, wie ein Foto aus dem Jahr 1902 nahe legt. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Menhir_de_Kerangosker_1902.jpg

Große, allein stehende Menhire sind, so denke ich, immer Männlichkeitssymbole und Demonstration von männlicher Potenz und Muskelkraft. Von starken Männern des Neolithikums (= Jungsteinzeit ab 5.500 v. Chr.) und der Kupferzeit wurden sie mit ausgeklügelter Technik oft über weite Strecke transportiert und unverrückbar aufgerichtet.

Mit der Sesshaftwerdung der Menschen, die vor gerade einmal 10.000 Jahren begann, übernahmen die Männer die Herrschaft. Sie waren nicht mehr bereit, sich unterzuordnen und die naturgegebene weibliche Autorität anzuerkennen. Muskelkraft wurde zum Aushängeschild der Macht. Unerträglich muss es für die Männer gewesen sein, dass die Frauen, die ja näher an der Natur sind, sich nicht mehr ausschließlich der Mutterschaft widmeten, sondern Gesellschaften gründeten. Während der Neolithischen Revolution setzte sich das Patriarchat weltweit überall da mit aller Macht und Härte durch, wo es entwickelte Matriarchate mit gewachsenen Strukturen gab. „Der Sieg des Patriarchats war einer der gründlichsten in der Menschheitsgeschichte.“ (Christoph Türcke, SEXUS UND GEIST, Philosophie im Geschlechterkampf)

„Männliche „Stärken“ wie Muskelkraft, Kampfbereitschaft und Wehrhaftigkeit spielten eine immer größer werdende Rolle, denn das Eigentum war entstanden und „musste“ verteidigt werden. Fortan war die Geschichte mitsamt all ihren Institutionen, Erfindungen und kulturellen Errungenschaften immer auch eine Geschichte brutaler Kriege, der primitiven und brachialen Waffengewalt…“ Doch was war davor? „Warum hat die zwar gefahr-, aber dennoch relativ friedvolle vorpatriarchale und vormatriarchale Epoche nicht eher geendet, was hat die steinzeitliche Welt so lange in der Balance gehalten? Warum hat der Gebrauch von Werkzeugen und Waffen nicht zur Selbstzerstörung geführt? … Entscheidend war die Liebe zum Leben: Das Gespür für Natur, die Ehrfurcht vor der weiblichen Gebärfähigkeit und die Einbettung des menschlichen Daseins in den göttlichen Kosmos…“ https://stellwerk60.com/2022/07/09/elfchen-im-siebten-schoepfungswonne/

Trotz ihrer imposanten Größe muten die Menhire noch geradezu romantisch an. Zärtlich-ironisch werden sie in „Asterix und Obelix“ „Hinkelsteine“ genannt. Interessanterweise sind sie dort gut erhalten und werden dort bis heute verehrt, wo die Zeit ein bisschen stehengeblieben zu sein scheint, in der Bretagne. Hier ist nach Stilllegung des Kernkraftwerks Brennilis im Jahr 1985 (noch vor der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl) kein einziges Atomkraftwerk mehr in Betrieb. Auf fast allen Schnellstraßen beträgt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit angenehme 110 kmh.

Und doch dürften auch Menhire primitive Männerphantasien angeregt haben: Wenn wir diese schweren Steine transportieren und aufstellen konnten, sind wir gewiss zu mehr in der Lage. Wie lassen sich die steinernen Giganten in Wurfgeschosse verwandeln?

Aus ihrer Symbolhaftigkeit gerissen und ortlos geworden, können große Objekte eine nicht zu bändigende Zerstörungskraft entwickeln. Der Bau von „leistungsstarken“ Bomben und Raketen markiert das Ende jeglicher Ehrfurcht vor der göttlichen Schöpfung. Und mögen sich heutige politische Akteure auch „bekennende Christen“ nennen: Die Atombombe ist gottlos.

In den Diskussionen der 80er und 90er Jahre kamen kluge Zeitgenossen zu der Erkenntnis, dass die Okkupation der Erde und des Alls eine andere Inbesitznahme spiegelt, die des menschlichen Körpers, insbesondere des pränatalen Raums. In den WG-Bücherregalen stand damals ein Buch von Barbara Duden, Medizinhistorikerin und Pionierin der Körpergeschichte, das mich tief beeindruckt und nachhaltig sensibilisiert hat: „Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Mißbrauch des Begriffs Leben“, 1991

Die Autorin stellt dar, wie sehr Medizin-Technik und Gesetzgebung der Nachkriegszeit das Erleben von Schwangerschaft verändert haben. Als „schwanger“ soll sich die Frau nicht dann empfinden, wenn sie in sich hineinhört, Veränderungen wahrnimmt und irgendwann Kindsbewegungen verspürt, sondern dann, wenn Ultraschall-Bilder belegen, dass ein Kind in ihr heranwächst. Die Visualisierung der Leibesfrucht ist eine Störung der Mutter-Kind-Symbiose, denn fortan beobachtet die Mutter ihr Kind. Der Mutterleib ist kein Schutzraum mehr, sondern „öffentlicher Ort“.

Neue Mess-Instrumente wurden entwickelt, Tests und Durchleuchtungs-Verfahren verfeinert. Während der „Pandemie“ war ich wegen der versuchten Inbesitznahme meines Körpers von Beginn an alarmiert. Aber betroffen war ja nicht nur mein eigener Körper. Wir erlebten eine welthistorisch nie dagewesene Verletzung unserer leiblichen Integrität, eine medizinische Überrumpelung und Okkupation aller Leiber, insbesondere durch die Impfung.

Doch was macht eigentlich eine Impfung per Spritze so heikel? … Mit einer Hohlnadel durchsticht Medizinerin oder Mediziner die Haut, dringt in den Muskel ein und spritzt eine Flüssigkeit in den Muskel. Das muss nicht unbedingt schmerzhaft sein, ist aber eine Grenzüberschreitung. Aus juristischer Sicht sind Injektionen gemäß § 223 StGB grundsätzlich eine Körperverletzung. Zudem ist die Injektionsspritze -mehr noch als das Stethoskop- Symbol ärztlicher Macht. Darüber hinaus hat das Verabreichen einer Spritze aggressiv-sexuelle Momente. Medizinisch sind Injektionen vielfach unumgänglich, sie gehören zum ärztlichen Alltag. Ärzte realisieren jedoch viel zu selten, dass das, was für sie Alltag ist, für den Patienten eine unangenehme Ausnahme bedeutet. Insbesondere bei der Behandlung von Kindern ist äußerste Vorsicht geboten.  https://stellwerk60.com/2022/11/30/dopp-elfchen-im-elften-kinder-die-was-wollen/

„Dringend verboten werden müsste die öffentliche Zurschaustellung des Impfakts – insbesondere zu Werbezwecken. Die Vorführung stellt nicht nur den Menschen in seiner Verletzlichkeit bloß, sondern verhöhnt das ärztliche Ethos.
Wie in einer Wiederholungsschleife werden und wurden wir -insbesondere auf dem Höhepunkt der Corona-Impfeuphorie- selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Darstellungen von Impfungen konfrontiert. Auf diese Weise wird eine unserer primitivsten Gefühlsregungen genährt, der Voyeurismus. Mit Aufklärung hat das nichts mehr zu tun.“
(s.o.)

Da ich die öffentliche Zurschaustellung des Impfakts als widerlich, menschenverachtend und pornografisch empfinde, habe ich damals in die Suchmaschine hintereinander und ohne Satzzeichen drei einschlägige Begriffe eingegeben: Abbildung Corona-Impfung Pornografie. Damals wurde ich nicht direkt fündig, heute schon, denn mir wurde kürzlich ein Link eingespielt, der bezeugt, dass die Corona-Impfung schon im Jahr 2021 auf den Porno-Portalen angekommen war. Das klingt dann so:

Wie „Vice“ berichtet, greifen immer mehr Pornos das Thema der Covid-Schutzimpfung auf. Darstellerin Porsha Parker etwa verpasst ihrem Publikum in einem Clip namens „Cum Vaxx“ ein gesalzenes Jaukerl. Als Impfstoff-Ersatz fungiert darin richtigerweise – ihr habt es schon erahnt – Sperma.Auf Plattformen wie Pornhub finden sich währenddessen Videos mit einschlägigen Titeln wie „Astra Peneca: Effective on all variants of rock“ oder „Is your sperm a COVID-19 vaccine, Boss? I will get it!“ https://k.at/entertainment/corona-impfung-pornos/401469886

Schätzt mich die KI als eine Person ein, die das sehen will?

Für das widerwärtig-verstörende Foto zeichnet die als seriös geltende dpa (Deutsche Presseagentur) verantwortlich. Die impfende Hand trägt einen schwarzen Kunststoff-Handschuh, die klobige Linke hat den Handschuh lässig übergestreift. Im Hintergrund sehen wir einen mit einer roten Tischdecke abgedeckten Tisch, auf dem eine Sektflasche steht. Läuft hier eine Sado-Maso-Porno-Nummer?
Die eingeblendete Bonprix-Werbung spielt Lackleder-Stiefel ein, High Heels mit Impfspritzen-spitzen Absätzen, das schwarze Kleidchen in der Mitte sieht von weitem wie ein (hechelnder) schwarzer Deutscher Schäferhund aus.
Ich bin angewidert, denn was ich zu sehen bekomme, ist menschenverachtend.
Ich habe die Szene am 9.1.2022 aus einem Impf-Werbespot abfotografiert (um Minute 47). Der kleine Werbe-Film Film ist immer noch aufrufbar: https://web.de/magazine/politik/scholz-impfpflicht-versprechen-halten-36497656 Die flankierende Werbung ist natürlich eine andere.

Damals jedoch war es eben diese pornografisch aufgeladene Werbung, die mich aufhorchen und genauer hingucken ließ. Daher möchte ich mich bei der Künstlichen Intelligenz bedanken, denn schließlich ist sie es, die mir am 9.1.2022 die vielsagende Collage von „Information“ und Werbung zugespielt hat. Manchmal wird ausgerechnet sie, die KI, ohne es beabsichtigt zu haben, zur Aufklärungs-Spezialkraft:

Eine

Spezialistin für

♂︎♂︎♂︎-Phantasie, eine Aufklärungs-KI,

entlarvt Scholzens „Impfpflicht-Versprechen“ als

Pornografie

Doch was war eigentlich das „Impfpflicht-Versprechen“?

Als Ende November 2021 längst durchgesickert war, dass sich eine neue, harmlosere Corona-Variante entwickelt hatte, die die Impfung der Massen in Frage stellen könnte, wurden unsere Spitzenpolitiker so nervös, dass Olaf Scholz sein Wahlversprechen, dass es keine Impfpflicht geben werde, vergaß. Stattdessen kreierte er „eine Drohung, die er -psychologisch clever- auch noch als Geschenk verpackte, als ein neues „Versprechen“, ein sogenanntes „Impfpflicht-Versprechen“. (stellwerk60.com, s.o.)

Überhaupt wurde die Impfung als gute Gabe verpackt. Wir sollten sie nicht als Überrumpelung, sondern als Befreiung, Erlösung, als Rettung und Wohltat empfinden. Hier arbeitet die Politik mit den Mitteln einer primitiven Werbepsychologie. Der Staat tut uns weh, aber er meint es gut mit uns, denn er will uns ja nur helfen. Er dringt in unsere Körper ein, aber er meint es gut mit uns, denn er will uns ja nur schützen. Aber die sanfte Gewalt ist gefährlich, denn wir erleben nicht nur eine Glorifizierung einer in die Irre geleiteten Schulmedizin, sondern die Verhöhnung der Sexualität in ihrer lebensbejahenden Mannigfaltigkeit. Auf diese Weise werden Kinder und Jugendliche an pornografische Bilder gewöhnt und in sado-masochistische Körperwahrnehmungen und Verhaltensmuster eingeübt.

Aufmarsch der Boxershorts: Trauerredner Macron macht (unfreiwillig!) Werbung für Herrenunterwäsche!

Bei der Trauerfeier für den Ende 2023 verstorbenen CDU-Politiker Wolfgang Schäuble am 22.1.2024 gehörte der französische Präsident Emmanuel Macron zu den geladenen Gästen. In seiner Rede, die er weitgehend auf Deutsch hielt, sagte er: „Deutschland hat einen Staatsmann verloren, Europa hat eine Säule verloren, Frankreich hat einen Freund verloren.“

Als ich abends ins Internet guckte, um mir die Rede noch einmal anzuhören, begegnete mir Erstaunliches: Acht Sechsertrupps Männer-Unterhosen kamen mir -Macron flankierend- via Bildschirm entgegen: ein Aufmarsch der Boxershorts.

Aus der Internet-Werbung ist die Künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr wegzudenken. Was die Warenwerbung betrifft, funktioniert das dann so: Ich brauche keinen Katalog mehr durchzublättern, muss in kein Geschäft mehr gehen, denn die KI nimmt mir das ab und präsentiert mir, wofür ich mich interessiere, d.h., was ich angeklickt habe, etwa die aktuellen Tchibo-Angebote.

Man darf die KI nicht überbewerten, denn sie hat ein schlichtes Gemüt. Manchmal jedoch kreiert sie eindrucksvolle Collagen – so wie hier. Durchschaut die KI Macron? Weiß sie, dass der Mann zeigen muss, dass er ein Mann ist und kein Schuljunge mehr? Wir alle kennen die Geschichte. Emmanuel Macron lernte Brigitte Trogneux während seiner Schulzeit in Amiens kennen – sie war seine Französisch- und Theaterlehrerin, er ihr hübscher, kulturinteressierter Schüler. Macron musste die Schule verlassen, blieb aber Brigitte -wie man sagt- immer treu. Seit 2007 ist er ihr Ehemann.

Wie so viele Menschen fand ich die Liebesgeschichte einmal rührend und nett. Sie klingt ganz anders als die Skandalgeschichten früherer Präsidenten, vielleicht aber zu nett, zu rund, zu perfekt. Mittlerweile stimmt sie nicht mehr. Brigitte und Emmanuel wirken nicht wie ein Liebespaar, sondern wie Mutter und (verbitterter) Sohn. Macron, der mit Brigitte keine Familie mehr gründen konnte, muss als Präsident den Vater der Grande Nation rauskehren. Und dieser Familienvater ist sehr autoritär.

Nur wenige Tage vor der Trauerfeier für Wolfgang Schäuble hat Macron -kurz nach der Regierungsumbildung- während einer Pressekonferenz in Paris für verschärfte staatliche Erziehungsmaßnahmen plädiert. Bereits 2019 hatte Frankreich den bislang freiwilligen einmonatigen „Universellen Nationaldienst“ für junge Menschen zwischen 15 und 17 Jahren eingeführt, der ab 2026 verpflichtend sein soll. Jetzt aber will Macron noch einen Schritt weiter gehen. „Nationale Regeln zum Umgang mit Bildschirmen, Schuluniformen, Staatsbürgerkunde und Pflichtdienst an der Nation – mit diesen Themen dürfte Macron vor allem konservative Wähler angesprochen haben. Es gehe um »zivile Wiederaufrüstung«, erklärte Macron. »Frankreich muss Frankreich bleiben«, sagte er auch und griff damit einen Wahlkampfslogan des rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Éric Zemmour auf.https://www.spiegel.de/ausland/emmanuel-macron-buhlt-um-konservative-waehler-a-db1d40ba-4544-4e37-8562-b6bda102bd39

Einen Monat später dachte ich, dass die KI, die, während Macron redete, Sechsertrupps Männerunterhosen aufmarschieren ließ, vielleicht doch eine Hellseherin ist. Denn Ende Februar sollte Macron bei einer Ukraine-Hilfskonferenz sagen, dass ein russischer Sieg in der Ukraine unbedingt verhindert werden müsse und er den Einsatz von Bodentruppen durch sein Land nicht ausschließe.

Doch warum bekomme ausgerechnet ich Unterwäsche-Werbung zugespielt, obwohl ich nie… Oder doch? Nun, die Lösung ist einfach: Meine Töchter, die wissen, was ihrer Mutter gefällt, hatten mir zu Weihnachten 3 Paar Socken (Tedi, 3 Euro) geschenkt. Ich mag aktuelle Scherzartikel, weil sie etwas über den geistigen Zustand der mittlerweile völlig verrohten und durchgeknallten Spaßgesellschaft erzählen.

Einkleiden für den nächsten Lockdown

Als ich „Strümpfe Scherzartikel Apollo“ in die Suchmaschine eingab, wurden mir „Fröhliche APOLLO Herrensocken“ angezeigt. Manche zeugten von ganz anderen Männerphantasien. Sie waren mit Astronauten und Raketen bedruckt und wurden angeboten als Space Rockets Motiv Socken Raketen + Astronauten Weltall dunkelblau mit viel Baumwolle, doch leider fand ich keine einzige Socke mit Spritzen, Masken und Fieberthermometern.

So stieß ich auf die Herren-Unterwäsche-Marke „Snocks“.

Das ist weder sexy noch sexistisch, sondern einfach nur albern. Moderne Werbung funktioniert so. Angesagt sind primitive Kalauer und blöde Reime, am besten aufgepeppt mit ein bisschen Pimmel-Prosa, so wie hier.

Doch apropos Gurke: Ich gehe davon aus, dass bei Macron die Unterhosen in Reih und Glied im Kleiderschrank stehen.

Elfchen im Dritten: Steinmeier, Frank-Spalter

Während der Pandemie zeigte sich, wie verengt und gönnerhaft der Blick von Politik-, Medien- und Wissenschafts-Prominenz auf Kunst und Kultur ist. Angela Merkel hatte bereits im Dezember 2020, als Kinos, Theater und andere Kultureinrichtungen im Zuge des sogenannten „Lockdown Light“ schon seit Wochen geschlossen waren, materielle Hilfe angekündigt und lobhudelnd gesagt: „Uns fehlt, was die Künstler uns dort sonst geben und was nur sie uns geben können.“ https://www.sn.at/kultur/allgemein/angela-merkel-uns-fehlt-was-die-kuenstler-uns-sonst-geben-96650659

Ist denn die Kunst ein Konsumartikel? „Was Frau Merkel sagt bzw. von ihren Textern diktiert bekommt, das klingt, als würde uns der Künstler seine Kunst servieren wie der Sterne-Koch sein Menu. Wir schlagen uns im Nobelschuppen den Bauch voll und lassen uns satt und edelfischzufrieden nach Hause kutschieren.“ https://stellwerk60.com/2021/10/17/all-the-worlds-a-stage-but-we-are-only-impf-potatoes/

Bereits am 1.10.2020 – zwei Tage vor dem Tag der Deutschen Einheit- hatte man unter dem Motto „Vereint und füreinander da“ neben anderen PR- und systemrelevanten Personen, darunter der Virologe Christian Drosten und die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, den Pianisten Igor Levit geehrt. Der sehr begabte, aber leider auch sehr gefällige Mainstream-Pianist hatte bereits einen Tag, nachdem aufgrund der „Pandemie“ alle öffentlichen Konzerte ausgesetzt worden waren, von seiner Wohnung aus per Twitter ein erstes Hauskonzert gestreamt. Diesem ersten Konzert sollte zwei Monate lang täglich ein weiteres folgen. (Wer sich ein Bild von Igor Levit machen will, der möge Harald Welschers differenzierte und scharfsinnige Stellungnahme zur Ordensverleihung lesen: deutschlandfunkkultur.de/bundesverdienstkreuz-fuer-igor-levit-ein-meister-der-100.html)

Genau ein Jahr später fand am 1.10.2021 unter dem Motto „Kultur ist Lebenselixier für alle“ wieder eine Ordensverleihung statt. Diese Veranstaltung „zum Tag der Deutschen Einheit“ war ausschließlich „Kunstschaffenden“ gewidmet. Im Rahmen der Verleihung sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Diese Ordensveranstaltung soll deshalb auch ein Zeichen sein: Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Zweige unserer Kultur nach der Corona-Krise verdorren oder absterben.“ https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html

Hier tritt der Bundespräsident als Retter und Bewahrer „unserer Kultur“ auf. Eine hübsche staatsmännische Geste, aber hat nicht ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier durch die Ordensverleihung für ein nachhaltiges „Verdorren“ gesorgt und maßgeblich dazu beigetragen, dass ein herausragendes Kunst-Projekt nach 25 Jahren gescheitert ist?

Anfang des Jahres 2024 wurde bekannt, dass Mitgründer Tobias Morgenstern das „Theater am Rand“ in Zollbrücke (Märkisch-Oderland) verlassen hat. Vorausgegangen waren schwere Meinungsverschiedenheiten der beiden Theatergründer, die sich insbesondere an den staatlichen Corona-Maßnahmen entzündet hatten. „Den Gründern sollte im Jahr 2021 das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Kurz davor wurde die Verleihung des Ordens an Morgenstern abgesagt. Eine Sprecherin erklärte dazu, es seien „konkrete Hinweise“ bekannt geworden, dass Morgenstern der Querdenker-Szene angehöre, hieß es damals von einer Sprecherin des Bundespräsidialamts.https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2024/01/tobias-morgenstern-verlaesst-theater-rand-zollbruecke-unterschiede-politik-haltung.html „Konkrete Hinweise“ klingt wie „sachdienstliche Hinweise“, die „jede Polizeidienststelle entgegen nimmt“. In diesem Fall heißt der Polizeioberwachtmeister Frank-Walter Steinmeier.

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes (ausschließlich!) an Thomas Rühmann dürfte dann endgültig einen Keil zwischen die beiden Gründer getrieben haben. Frank Walter Steinmeier hat also -man kann es nicht anders sagen- im Jahr 2021 zwei Theatermacher gegeneinander ausgespielt. Dabei klang es wie ein Nach-Wende-Märchen: Im äußersten (aus westlich-bornierter Perspektive „kulturarmen“) Osten der Bundesrepublik Deutschland haben zwei in der DDR geborene Künstler vor 25 Jahren das „Theater am Rand“ gegründet und mit großem Erfolg einen abwechslungsreichen und anspruchsvollen Spielbetrieb aufgebaut.

Dass Thomas Rühmann nicht nur „Rühmann“ heißt, sondern seit 1998 in der Arztserie „In aller Freundschaft“ die Hauptrolle Dr. Roland Heilmann spielt, fand Steinmeier wohl chic. Steinmeier liebt die Darstellung, vor allem dann, wenn er selber der Darsteller ist. Seine Lieblingsrolle: Großer Staatsmann.

Peinlich wird es, wenn sich der Präsident volksnah gibt. In dem Zusammenhang hat sich das PR-Team Steinmeier schon manchen Fauxpas geleistet, z.B.: https://stellwerk60.com/2021/02/02/eine-peinliche-pr-panne-steinmeiers-fuchs-lebt-nicht-erst-neuerdings-in-bellevue-sondern-war-schon-unter-gauck-medien-liebling/

Hingegen ist der Präsident, wenn er vor geladenen Gästen seine Reden hält, in seinem Element. Frank-Walter Steinmeier wird, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen, gerne salbungsvoll. In seiner Rede vom 1.10.2021 greift er (bzw. sein Redenschreiber, vermutlich Wolfgang Silbermann, damaliger Leiter der Abteilung Strategische Kommunikation/Rede im Bundespräsidialamt) tief in die Trickkiste der manipulativen Rhetorik.

Zunächst schwört Steinmeier seine Hörerschaft auf ein Gemeinschaftsgefühl ein, um anschließend freudvoll zu spalten: Er treibt einen Keil zwischen die „vielen verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern“, von denen die „lebendige Demokratie“ „gemeinsam getragen wird“, und die, die „wie geblendet, ja gefangenwirkenvon einem Kult des Irrationalen.“ In der schaurig überladenden Rede klingt das dann so:

In diesen Tagen erleben wir, wie zerbrechlich der Zusammenhalt in unserem Land ist, wie schnell Risse entstehen, ja: wie dünn der Firnis der Zivilisation tatsächlich ist. Wir erleben, dass eine kleine Minderheit von Menschen, die die Existenz des Virus leugnen oder seine Gefährlichkeit bestreiten, an den Rand der Gesellschaft rückt, sich entfremdet und wie geblendet, ja gefangen wirkt von einem Kult des Irrationalen. Wir erleben, dass sektiererische Gruppen sich radikalisieren und das wichtigste Prinzip unserer Demokratie missachten: Das Prinzip, Konflikte gewaltfrei, in friedlicher, respektvoller Diskussion zu lösen und Entscheidungen mit Mehrheitsbeschluss zu finden.“ https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/10/211001-Ordensverleihung-TdDE.html

Diese Rede ist nicht respektvoll, denn sie klärt nicht auf, sondern reproduziert und zementiert Vorurteile. Andersdenkende jedweder Couleur werden in einen Topf geworfen, Menschen, die das Virus leugnen, werden gleichgesetzt mit denen, die denken, dass das Virus niemals so gefährlich war, wie uns weisgemacht wurde. Zu Letzteren zähle ich mich. Von den Corona-Leugnern, die es ja wirklich gibt und denen ich auch manchmal begegnet bin, distanziere ich mich ausdrücklich. Wir haben versucht, miteinander ins Gespräch zu kommen, aber es war unmöglich.

Eine Frage bleibt: Warum war Frank-Walter Steinmeier, wenn er es für „das wichtigste Prinzip unserer Demokratie“ hält, „Konflikte gewaltfrei, in friedlicher, respektvoller Diskussion zu lösen“, so respektlos, Tobias Morgenstern erst ein- und dann wieder auszuladen?

Immerhin war das Team Steinmeier so schlau, Thomas Rühmann nicht am 1.10.2021 das Verdienstkreuz zu überreichen. Da die Solo-Verleihung während der „Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit“ öffentliche Aufmerksamkeit und gewiss auch Unmut erregt hätte, wurde sie auf später verschoben.

Ich persönlich finde es unverzeihlich, dass Thomas Rühmann nicht dem Beispiel der Künstlerin Hito Steyerl, die ebenfalls am 1.10. geehrt werden sollte, gefolgt ist und den Orden abgelehnt hat. Er hätte ja sagen können, dass er, was Corona betrifft, grundsätzlich anderer Meinung sei als sein Kollege Tobias Morgenstern, dass er aber gemeinsam mit Morgenstern das „Theater am Rand“ aufgebaut habe und sich dementsprechend nicht alleine für eine gemeinsame Lebensleistung ehren lassen wolle.

Ich sitze auf der Bank vor dem Nippeser Alnatura-Supermarkt. In letzter Zeit bin ich schnell erschöpft und muss, wenn ich einkaufen gehe, immer wieder Pausen einlegen. Die menschenfeindliche, höchst riskante und gefährlich unkluge bundesdeutsche Kriegs- und Gesundheitspolitik nagt an meiner Lebensfreude.

Zwei ziemlich alte Frauen setzen sich zu mir und nehmen mich -was mich irritiert- in die Mitte. „Das kommt davon, wenn man sich nicht an den Rand setzt“, sagt die eine und lacht.

„Ich kann auch gehen“, sage ich leise.

Die beiden Frauen rücken noch näher an mich heran. „Sie gehören wohl zu denen, die den Corona-Sicherheitsabstand insgeheim gut fanden“, sagt die eine.

„Ich halte gerne Abstand“, sage ich. „Aber nicht auf Befehl.“

„Weinen Sie?“, fragt die eine.

„Es ist, weil…“, fange ich an. Und dann platzt es aus mir heraus. Ich erzähle ihnen von der Preisverleihung und davon, wie sehr sich Steinmeier darin gefällt, Bundesverdienstkreuze zu verleihen und sich aufzuführen wie eine pädagogisch über-ambitionierte Grundschul-Lehrkraft, die Fleißkärtchen verteilt...

„Da passt das Kraftwort Lehrkraft“, sagt die Frau, die rechts neben mir sitzt. „Aber so neu ist die staatliche Bevormundung ja nicht.“

„Die Lage hat sich zugespitzt“, sage ich. „Während Corona waren wir alle im Umerziehungslager.“

„Aber Mädchen, da sind wir doch immer noch drin“, sagt die Frau, die links neben mir sitzt. „Nur bemerken die Menschen das nicht, denn wir haben alle Freiheiten. Wir können kaufen, was wir wollen, reisen, wohin wir wollen.“

***

Mein Elfchen des Monats ist diesmal der Mini-Dialog dieser beiden ziemlich alten, trotz alledem optimistisch und munter gestimmten Frauen.

„Dieser

Bundespräsident, wie

hieß der noch,

Frank-Walter?“ „Nee, Frank-Spalter doch.“

„Och.“

Angesichts der Tatsache, dass Corona weniger gefährlich war als behauptet, muteten die harten staatlichen Maßnahmen von Beginn an tragikomisch an.
Ein Heidelberger Spielplatz nach Wiedereröffnung unter Auflagen im Mai 2020. Früh übt sich, was ein Spitzel werden wird. Während der „Pandemie“ wurden bereits kleine Kinder, deren Sozialverhalten sich gerade erst entwickelt, gegeneinander ausgespielt. Mich erinnern die staatlichen Maßnahmen an die autoritären Erziehungsmethoden der 1960er Jahre.
Im katholischen Kindergarten wurden wir zum Petzen angehalten. Wenn wir beobachtet hatten, dass ein Kind etwas „Böses“ getan hatte, z.B. ein anderes geschubst, mussten wir auf das „böse“ Kind zeigen und laut singen: „Das wird gemeldet für… den Peter/die Elisabeth.“ Wenn die Erzieherin -durch unseren „Gesang“ angelockt- nicht selber kam, sind wir zu ihr gegangen und haben gepetzt. Wir waren fies, meinten aber, das einzig Richtige zu tun. Schließlich wurden wir für’s Petzen gelobt.
Körperkontakt vermeiden“, „Kein gemeinsames Essen und Trinken“ (Spielplatz, s.o.): Die kalten staatlichen Maßnahmen mit ihren Nähe-Verboten haben, so erzählte mir eine Grundschullehrerin, dazu geführt, dass viele Kinder nicht mehr mit anderen Kindern teilen können, sondern sich zunehmend berechnend verhalten.

Große Kunst: Das Meisterwerk „Allesdichtmachen“ und seine hoffnungsvolle, utopische Botschaft

Vielen Menschen sagt ein untrügliches Gespür für Machtmissbrauch, dass wir mit den staatlichen Corona-Maßnahmen überrumpelt wurden.

Tatsächlich war das interne Strategie-Papier aus dem Bundesinnenministerium zur Eindämmung der Corona-Krise vom 22. März 2020 so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für Menschenführung in pandemischen Zeiten. Dieses Schriftstück war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, aber am 1. April 2020 hatte das gemeinnützige Portal „Frag den Staat“ dankenswerterweise das vollständige, 17 Seiten lange Papier veröffentlicht.  In diesem Papier wurde ein Worst-Case-Szenario entwickelt, das auf Prognosen sogenannter Fachleute aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft und Politik beruhte. Vgl.: https://stellwerk60.com/2023/10/31/elfchen-im-zehnten-man-muss/

Auch Gesundheitspsychologen und PR-Spezialisten, die wissen, dass und wie man Menschen mit Drohungen gefügig macht, dürften an der Ausarbeitung beteiligt gewesen sein. So ungeheuerlich es klingt: Uns Bürgerinnen und Bürgern sollte ganz bewusst via “Schockwirkung” Todes-Angst eingejagt werden. Auf der Grundlage dieses Strategie-Papiers, das der Rechtfertigung der völlig überzogenen staatlichen Maßnahmen diente, verpflichtete man uns während der „Pandemie“ -unter Androhung demütigender Sanktionen- zu einem bedingungslosen Gehorsam.

Nur klafften der heraufbeschworene Worst Case und die Realität schon bald auseinander, denn das Virus war bei weitem nicht so bedrohlich, wie man uns weismachen wollte. Doch anstatt sich zu entschuldigen und den eingeschlagenen Kurz zu korrigieren, hielt die Staatsführung geschlossen an ihrer Schreckens-Version fest, was, wie wir wissen, katastrophale Auswirkungen hatte, insbesondere für die Kinder.

Dieses Papier ist durchdrungen von Angst, aber nicht von der Angst vor Corona, auch nicht von der Sorge der Verantwortlichen um die Menschen, sondern von der Sorge der medialen, politischen und wissenschaftlichen Elite um die eigenen, mit nichts mehr zu rechtfertigenden, aber ins Monströse gewachsenen Privilegien.

Gearbeitet wurde bei der Erstellung -fernab jeglicher Moral- mit den Mitteln der „Schwarzen Pädagogik“ (Terminus: Katharina Rutschky). Mit der Liberalisierung der Erziehung und der Abschaffung von körperlicher Züchtigungen, insbesondere der Prügelstrafe, schien die Schwarze Pädagogik überholt zu sein, doch sie kehrt derzeit mit Wucht zurück und hat in der neoliberalen, autoritären Gesellschaft der Gegenwart Hochkonjunktur.

Dabei ist ihr Gedankengut primitiv. Der „Struwwelpeter“, zentrales Werk der Schwarzen Pädagogik, „arbeitet mit simplen Tricks. Wenn die Kinder nicht gehorchen, drohen die schlimmsten Strafen, bis hin zu Verstümmelung oder Tod. Und diese Strafen -das erzählt uns der „Struwwelpeter“- haben sich die Kinder auch noch selber eingebrockt.“ https://stellwerk60.com/2023/01/31/elfchen-im-ersten-der-schneidge-mit-der-scher/ Im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen wurde jedoch nicht „nur“ Kindern mit schwerer Bestrafung gedroht, sondern uns allen.

Doch dann, Ende April 2021, als ich das Gefühl hatte, dass fast alle Mitmenschen Mitläufer oder völlig verblödet sind und dass die Kunst nur noch gefällig ist, als ich die Hoffnung fast aufgegeben hatte, fand ausgerechnet im geldverblendeten Biederland Deutschland etwas statt, womit nicht mehr zu rechnen war: Große Schauspielkunst. Unter dem Hashtag #allesdichtmachen taten sich etwa 50 teils prominente deutschsprachige Schauspieler ♀︎+♂︎, darunter Tatort-Stars) zusammen, brachten eine ganz andere Perspektive ins Spiel und öffneten den Blick für die irrationalen Abgründe der bundesdeutschen Corona-Politik. Initiator war -in Zusammenarbeit mit einigen Schauspielern- der Drehbuchautor und Regisseur Dietrich Brüggemann.

Die dramatische Idee, die als roter Faden die meisten Beiträge durchzieht, ist so einfach wie genial: Die (Selbst)- Darstellung der „Identifikation mit dem Aggressor“ (Terminus: Anna Freud).

Wir kennen die „Identifikation mit dem Aggressor“ vor allem aus dem privaten Kontext: Weil die geschlagene Frau panische Angst hat, hält sie den schlagenden Mann („Wenn ich nur wollte, könnte ich dich töten, aber ich schone dich, also sei lieb zu mir…“) bei Laune. Um ihn nicht noch mehr zu verstimmen, sagt sie JA , macht ihm Geschenke, lächelt, schweigt, nimmt ihn nach außen in Schutz, bedient ihn und opfert ihm ihre physische und psychische Gesundheit.

Während der „Pandemie“ wurde uns permanent die Identifikation mit dem Aggressor abverlangt, ein freudvolles JAWOLL zu den autoritären Zumutungen, auch zu den meines Erachtens körperverletzenden medizinischen Maßnahmen Maskenpflicht, Corona-Tests und Impfung.

In ihren kurzen Videos führen die Akteure kein Stück des Absurden Theaters auf, sondern -satirisch überspitzt- ihr eigenes Leben vor, das mit der „Pandemie“ ins Absurde abgerutscht ist. In den etwa ein- bis zweiminütigen Spots stellen sich die Akteure kurz namentlich vor und erzählen uns ihre Corona-Geschichte.

Als ein schönes Beispiel sei das Video der Schauspielerin Nadine Dubois genannt. Nadine Dubois steht vor einer weiß getünchten Wand, einer weißen Gardine. Weiß ist auch das ärmellose Hemd, das sie trägt. Wir hören sanfte, beruhigende Musik und Vogelgezwitscher. Nadine Dubois sagt: „Hallo… Ich bin Nadine Dubois, ich bin Schauspielerin, und ich schütze mich und andere, indem ich zu Hause bleibe. Das kann ich mir zum Glück leisten. Es gibt ja auch für alles Lieferdienste. Die kommen dann hier her und bringen mir Sachen, damit ich nicht raus muss. Und es gibt zum Glück die Müllabfuhr und Wasser und Strom… So viele Menschen da draußen krempeln die Ärmel hoch und packen mit an, damit ich hier sitzen und andere schützen kann… Das finde ich gut. Nicht gut finde ich, wenn diese Menschen dann am Wochenende rausgehen aus ihren kleinen, dunklen Wohnungen und sich in den Park setzen. Dann gehe ich auf meinen Balkon, mache davon Fotos und schreibe auf Twitter, dass sie schrecklich egoistisch sind… Und dann gehe ich auf meine Dachterrasse, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen und fühle mich gut, weil ich mich und andere schütze… Bleiben Sie gesund und machen Sie’s genauso.“

Text und Darstellung sind großartig. Ein Kunstgenuss! Unbedingt angucken: https://www.youtube.com/watch?v=9_8qOybNDoU

Vermutlich hatten sich die Schauspieler erhofft, verstanden zu werden (auch von den politisch Verantwortlichen), wachzurütteln und Beifall zu bekommen. Das war naiv, doch ohne Naivität wäre diese wunderbar kompromisslose Ensemble-Arbeit wohl nie entstanden oder harmlos ausgefallen. Die Öffentlichkeit hatte nicht die Größe, sich auseinanderzusetzen. Autoritäre Charaktere machen gerne biedere Scherze, aber sie können nicht über sich selber lachen.

So waren die Reaktionen überwiegend böse. Medien und Politik konterten -ohne dass man sich tiefer auseinandersetzte- mit den immergleichen 08/15 – „Argumenten“. Den Akteuren wurde vorgeworfen, Coronaleugner zu sein und der AFD nahe zu stehen. Das war aggressiv und völlig aus der Luft gegriffen, ebenso wie der Vorwurf, die Schauspieler hätten kein Mitgefühl für die Todkranken auf den überfüllten Intensivstationen, die es -nebenbei gesagt- nie gegeben hat (bis auf ein paar Ausnahmen in Ostdeutschland), was die Gesundheitspolitiker damals schon wussten, aber wohlweislich verschwiegen haben.

Eine der aggressivsten Reaktionen, die wohl höhnisches Gelächter ernten sollte, kam von Adolf Winkelmann. „Der Dortmunder Regisseur Adolf Winkelmann bezeichnete die Aktion gegenüber den WDR als „überflüssig“. Sie verwundere ihn aber nicht. „Das sind ja Schauspieler, die wir kennen und die uns immer Texte von klugen Autoren vortragen“, sagte er. „Das, was da jetzt im Netz steht, passiert, wenn man Schauspielern das Drehbuch wegnimmt.“ https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/alles-dicht-machen-corona-kritik-kampagne-100.html

Es ist kein Zufall, dass es nicht Literaten oder bildende Künstler waren, die den Hashtag #allesdichtmachen kreierten, sondern Schauspieler. Gute Schauspieler lernen ja nicht nur den Text auswendig. Sie besitzen eine besonders große Menschenkenntnis, denn sie betrachten die Figuren nicht nur, sondern verkörpern sie und müssen, wollen sie deren Innenwelt begreifen, mit Haut und Haar in sie schlüpfen. Sie verleihen ihr ihre Stimme, ihre Sinne, ihre Bewegungen und ihre Verstand. Gute Schauspieler haben ein Gespür dafür, was zwischen den Personen passiert, für Macht und Ohnmacht, dafür, wie Menschen fertiggemacht und gedemütigt werden.

Wohl alle kennen eines der größten dramatischen Kunstwerke in deutscher Sprache, das Fragment „Woyzeck“ von Georg Büchner. Es erzählt die Geschichte des Soldaten Woyzeck, der erniedrigt, getreten, betrogen und am Ende hingerichtet wird, weil er die tötet, die ihm die Nächste ist, seine Geliebte. Gedemütigt wird Woyzeck auch als Opfer eines brutalen medizinischen Menschenversuchs, der nicht nur dramatische Fiktion ist, sondern unter der Leitung des Chemikers Justus von Liebig (1803-1873) im Jahr 1833 tatsächlich stattgefunden hat. „Ein berühmter Neurologe war Zeuge des wohl ersten Experiments zur Frage, ob Hülsenfrüchte Fleisch ersetzen können. Nach seiner Schilderung musste der Proband drei Monate lang Erbsbrei essen – und nichts als Erbsbrei. Der kommerzielle Hintergrund der Studie: Gelänge es teures Fleisch durch Trockenerbsen zu ersetzen, so könnte man das Militär und das Proletariat viel billiger verköstigen.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/im-erbsenwahn-100.html

Dem Autor des DLF-Beitrags „Im Erbsenwahn“ verdanke ich ein Aha-Erlebnis. Udo Pollmer schreibt: „Versuche am Menschen waren damals normal. Niemand wäre auf die Idee gekommen, Ernährungsfragen am Tier zu testen – gab es doch genug Menschen, die entweder aus Armut mitmachten oder die dazu gezwungen werden konnten. Der Tierversuch kam erst auf, als das Leben eines Menschen mehr Wert hatte als das Leben einer Ziege.

Was heißt das für die Jetztzeit? Schließlich sind Menschenversuche wieder Gang und Gebe. Das bedeutet aber nicht, dass das Leben eines Nutztiers wieder mehr Wert hat als das Leben eines Menschen. Es bedeutet vielmehr, dass vor einer immer weiter in die Irre abdriftenden Wissenschaft alle Kreaturen, Mensch und Tier, gleich (=gleichgeschaltet) sind.

Um Woyzecks Innenwelt zu bebildern, lässt Büchner „die Großmutter“ draußen vor der Tür den Kindern ein Märchen erzählen.

Es war einmal ein arm Kind und hat kei Vater und keine Mutter war Alles tot und war Niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es ist hingangen und hat gerrt Tag und Nacht. Und wie auf der Erd Niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s ein verwelkt Sonneblum. Und wie’s zu den Sterne kam, warn’s klei golde Mücken, die warn angesteckt wie der Neuntöter sie auf die Schlehe steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und gerrt, und da sitzt‘ es noch und ist ganz allein.“

Dieses Märchen, das vom Sterntalermärchen inspiriert ist, ist absolut trostlos. Während das Mädchen im Sterntalermärchen selbstlos handeln kann, weil es an Gott glaubt, hat das Kind im „Woyzeck“ nicht nur beide Eltern verloren, sondern Glaube, Liebe und Hoffnung. (Der reale Soldat Johann Christian Woyzeck (1780-1824), Vorbild für die Dramenfigur, musste mit acht Jahren den Tod der Mutter und mit 13 Jahren den des Vater verkraften.)

Heutzutage würde Büchner die Geschichte anders erzählen. Das Kind kommt in die staatliche Fürsorge, wird eingekleidet, ernährt, medizinisch betreut. Es weiß nicht, dass es keine Eltern mehr hat.

Lächele, dann lächeln die Leute zurück. DU BIST NICHT ALLEIN. Und sollte einmal ein arm Kind sagen, dass der Mond „ein Stück faul Holzist, nimm es nicht ernst, es hat nur schlecht geträumt. DU BIST NICHT ALLEIN. Du kannst dir einen neuen Mond kreieren, kauf dir neue Materialen und…

Und sollte man dir erzählen, dass die Erd ein umgestürzter Hafen ist, dass die Meere wärmer werden und über die Ufer treten, dann darfst du das nicht glauben. DU BIST NICHT ALLEIN. Kauf dir ein Ticket für die weite Welt, setz dich in den Flieger und…

Der Schutz des Kinderglücks vor dem staatlichen Zugriff – Wie die schwedischen Grundschulen unbeabsichtigt zur Corona-„Kontrollgruppe“ wurden

Im Frühjahr 2021 wurden die staatlichen Corona-Maßnahmen weiter verschärft. Die bundesdeutsche Obrigkeit verordnete uns nicht nur Masken, sondern drang immer weiter in unsere Körper vor. Unsere Bäuche – so mussten wir realisieren- gehörten uns nicht mehr. Zum Jahreswechsel 2020/21 begann man weltweit mit der Corona- Impfung älterer Prominenter. Nachdem Netanjahu im Dezember 2020 heldenhaft den Anfang gemacht hatte („Eine kleine Spritze für einen Mann und ein großer Sprung für die Gesundheit von uns allen“), folgten u.a. Queen Elizabeth (Januar 2021), Didi Hallervorden (Januar 2021), Papst Franziskus (Januar 2021) und das schwedische Königspaar Carl Gustav und Silvia (Januar 2021).

Carl Gustav hatte kurz zuvor in seiner Weihnachtsansprache den schwedischen Sonderweg, der auf Eigenverantwortung der Menschen anstatt auf staatliche Restriktionen setzte, radikal in Frage gestellt.

In der Ansprache, die am kommenden Montag in voller Länge ausgestrahlt werden soll, nannte der König die Corona-Strategie des Landes „gescheitert“. Er beklagte eine „hohe Zahl von Toten, und das ist schrecklich“. Eine solch politische Einmischung des Königs und dann noch in dieser Schärfe ist für das Land ungewöhnlich. Schwedische Kommentatoren nahmen sie als weiteres Zeichen für den Ernst der Lage.“ khttps://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-schweden-koenig-1.5151678

In dieser Rede fällt -soweit ich das einschätzen kann- kein Wort zu den Kindern. Das Herzstück des schwedischen Sonderwegs bleibt in der Ansprache unerwähnt. Wir erinnern uns: Schwedische Kindertagesstätten und Grundschulen (das sind in Schweden Gesamtschulen bis Klasse 9) blieben während der gesamten „Pandemie“ offen. Dass Carl Gustav diese Tatsache in seiner Weihnachtsansprache unerwähnt lässt, ist unverzeihlich. Er hätte dem mutigen und besonnenen Chef-Virologen seine Anerkennung aussprechen und sich bedanken müssen. Meiner Meinung nach müsste man Anders Tegnell den Medizin-Nobelpreis verleihen.

O-Ton SWR, Rede Carl Gustav:

https://stellwerk60.com/wp-content/uploads/2024/03/Corona-in-Schweden_-Der-Sonderweg-ist-gescheitert.mp3

Carl Gustav hätte dem mutigen und besonnenen Chef-Virologen seine Anerkennung aussprechen und sich bedanken müssen. Meiner Meinung nach müsste man Anders Tegnell den Medizin-Nobelpreis verleihen.

Natürlich war die Entscheidung des Virologen klar durchdacht und abgesichert. Schon zu Beginn der „Pandemie“ hatten Studien, die sich mittlerweile längst bewahrheitet haben, die Vermutung nahegelegt, dass Kinder weder schwer erkranken noch maßgeblich zum Infektionsgeschehen beitragen. Ich weiß noch, dass ich vor Freude geweint habe, als ich einen Beitrag auf spiegel.online las: https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-kinder-infizieren-sich-offenbar-genauso-haeufig-werden-aber-nicht-krank-a-72e2a605-5865-4d23-81b1-c1c4f453d659

So wurden die schwedischen Grundschulen -ohne dass es beabsichtigt gewesen wäre- während der „Pandemie“ zu einer Art „Kontrollgruppe“. Denn im Vergleich realisierten wir, dass die Kinder der schwedischen „Kontrollgruppe“ nicht schwerer und häufiger erkrankten, dass sie keinerlei Nachteile hatten, sondern weitgehend das große Glück des normalen Alltags (inklusive Sport, Schwimmen, Spielen, Freunde treffen) genießen konnten.

Angesichts dessen wirkt nahezu grotesk, was deutsche Kinder haben erdulden müssen: „Die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler im Land hatten seit Beginn der Pandemie bis zu diesem Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen sogenanntes Homeschooling, Wechselunterricht oder andere Unterrichtsformen, weil Schulen zu oder nur zum Teil geöffnet waren. Das sind 67 Prozent der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021.https://www.merkur.de/politik/oecd-mehr-als-180-tage-gestoerter-unterricht-in-corona-zeit-zr-90985918.html

Und selbst als man im Frühjahr 2021 die Schulen wieder zum Präsenz- bzw. Wechselunterricht öffnete, war die neue Freiheit schwer erkauft. Etwa zeitgleich mit den kostenlosen Bürgertests, die wir letztendlich alle teuer bezahlt haben, wurden in NRW Selbsttests für Schülerinnen und Schüler verpflichtend, natürlich „kostenlos“:

Bilanz nach der Corona-Zeit in Schulen und Kitas: 3,5 Milliarden Euro für Schnelltests, die man hätte besser investieren können, so die Kritik der Partei „Lobbyisten für Kinder“. Viele Tests liegen noch in den Depots der Bundesländer. Die Summen kamen demnach zwischen März 2021 und Sommer 2022 der Corona-Zeit zustande. Das Infektionsschutzgesetz des Bundes hatte es den Ländern ermöglicht, anlasslos Kinder und Beschäftigte in Schulen und Kitas auf das Coronavirus testen zu lassen.“ (Fettung von mir) https://www.welt.de/politik/deutschland/article247420370/Pandemie-Folgen-Mehr-als-3-5-Milliarden-fuer-Corona-Tests-in-Schulen-und-Kitas.html

So viel zu den ökonomischen Folgen. Nicht wirklich messbar sind die Folgen der psychischen Verwundungen, die den Kindern zugefügt wurden.

Weil Ich nach wie vor nicht fassen kann, wie der medizinische Eingriff PCR-Test banalisiert wird, habe ich -zur Erinnerung- größere Teile aus meinem Blog-Beitrag vom 30.6.2022 kopiert und hier eingefügt. https://stellwerk60.com/2022/06/30/in-dem-moment-als-karl-lauterbach-mit-dem-aufzug-steckenblieb-bekam-ich-corona/:

Die deutsche Gründlichkeit machte nicht einmal vor Kleinkindern halt. Unten stehende Info-Grafik, die demonstriert, wie ein Abstrich für den PCR-Test genommen wird, wurde gleich zweimal -zur Bebilderung zweier verschiedener Artikel- in der „Apotheken-Umschau“ veröffentlicht, im November 2020 und im Juni 2021. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/coronavirus/corona-nachweis-die-testverfahren-im-ueberblick-724147.html

Mithilfe moderner Info-Grafiken werden heutzutage komplexe medizinische Themen bildlich dargestellt, damit sie auch für den Laien verständlich sind, doch viele dieser Bilder sind verstörend und schamverletzend. Sie werfen einen fragwürdigen Blick in Körperinnenräume und manipulieren unsere Wahrnehmung. Hier wird der unangenehme, tief in den Kopf eindringende Abstrich für den PCR-Test banalisiert und der Eingriff zu einer Lappalie heruntergespielt:

Eine grenzüberschreitende Abbildung eines grenzüberschreitenden Eingriffs. Medizinisch legitimiert dringt „der Arzt“ mit dem „Stäbchen“ in ein Kind ein…  So tief, bis es nicht mehr weiter geht: Bis zum Anschlag. Auf der Grafik bleibt „der Arzt“ unsichtbar, was den Vorgang umso unheimlicher macht. Wir sehen Marie (wie ich sie nenne), ein tapferes, gehorsames, allzeit bereites  PCR-Mädel. Marie, die mich an die  beliebte Mädchen-Comic-Figur „Conni“ erinnert („Conni lernt Radfahren“, „Conni macht Mut in Zeiten von Corona“…), gibt es nicht wirklich, denn Marie ist am Computer entworfen.  Zunge, Gaumen und Rachen sind farblich abgestimmt auf Maries rosafarbenes Hemdchen und das hellrote Haarband. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet, sie schaut fast versonnen. Ihr zartes Köpfchen ist wie gemacht für den Abstrich.                                                         Ich finde diese Grafik entsetzlich. Für kleine Kinder sind Abstriche für den PCR-Test eigentlich unzumutbar, zumal ihnen Corona kaum etwas anhaben kann. Aber auch durch weniger invasive Abstriche, wie sie routine- und regelmäßig an den Schulen durchgeführt wurden, erleiden Kinder seelische Verletzungen, psychische Mikro-Traumata, die Narben hinterlassen.                                         Diese Info-Grafik ist nicht nur widerlich, sondern untergründig pornografisch – unter dem Deckmantel der Medizin. Ich stelle mir gestörte Männer vor, deren sadistisch-perverse, voyeuristische Gelüste hier Nahrung finden und auf einen Klick immer wieder neu angestachelt werden: Aufgespießt. Auch wenn die Grafik zweckdienlich ist,  finde ich, dass sie aus dem Netz genommen werden müsste. Solche Bilder sind gefährlich.

…“

Die Info-Grafik suggeriert, dass der menschliche Hals-Nasen-Ohrenbereich wie geschaffen ist für den PCR-Test. Das klingt praktisch, ist aber irreführend und kaschiert die Brutalität des medizinischen Eingriffs. Da Corona Kindern nicht viel anhaben kann, war der routinemäßig (bei positivem Ergebnis des Schnelltests) durchgeführte PCR-Test eine schwere Körperverletzung. Corona (insbesondere die Omikron-Variante) ist für Kinder harmlos!

Warum war Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nie in der Lage, eine mehr als nur oberflächliche Selbstkritik zu üben und Fehler einzugestehen? Warum hat er nie nach Schweden geschaut, wo die Grundschulen nie geschlossen waren, es aber keinen dramatischen Corona-Ausbruch gegeben hat? Warum hat er nie den Versuch unternommen, Schul-Kindern nicht nur per Impfspritze (was ich als absolut grenzüberschreitend empfunden habe!), sondern mitfühlend nahe zu kommen? https://stellwerk60.com/2021/12/28/wie-suess-oezlem-tuereci-biontech-malt-ein-kleines-herzchen-in-das-goldene-buch-der-stadt-koeln-gedanken-zum-fest-der-unschuldigen-kinder/

Karl Lauterbach -und das macht ihn gefährlich- hat sich während der „Pandemie“ krampfhaft an ein Papier geklammert, das zur Richtschnur der Maßnahmen-Politik der Bundesregierung werden sollte und der Rechtfertigung völlig überzogener Maßnahmen diente. Im Panik machenden, ein Worst-Case-Szenario heraufbeschwörenden „Strategiepapier des Bundesinnenministeriums“ mit dem Titel „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ heißt es zu den Kindern:

„‚Kinder werden kaum unter der Epidemie leiden“: Falsch. Kinder werden sich leicht anste-
cken, selbst bei Ausgangsbeschränkungen, z.B. bei den Nachbarskindern. Wenn sie dann ihre Eltern anstecken, und einer davon qualvoll zu Hause stirbt und sie das Gefühl haben, Schuld daran zu sein, weil sie z.B. vergessen haben, sich nach dem Spielen die Hände zu waschen, ist es das Schrecklichste, was ein Kind je erleben kann.'“
https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/

Hier wird die Wirklichkeit grotesk verzerrt. Lauterbach macht mir Angst. Und ist unserem Bundesgesundheitsminister überhaupt zu trauen, wenn er noch im August 2022 ungestraft vor der „Durchseuchung einer ganzen Generation“ (der Kinder) hat warnen dürfen?

Elfchen im Zweiten: Fott domet!

Die Stadt Köln hat seit Frühjahr 2022 ein neues Logo. Angeblich hatten Meinungsumfragen und eine professionelle Markenanalyse ergeben, dass das bisherige Erkennungszeichen „nicht mehr zeitgemäß“ sei.

Seltsam: Abgesehen davon, dass „Meinungsumfragen“ eine einseitige Angelegenheit sind, dass sie die Menschen manipulieren, ihnen eine Meinung in den Mund legen und tatsächliche Auseinandersetzungen und Diskussionen im Keim ersticken, hat niemand, mit dem ich geredet habe, etwas von „Meinungsumfragen“ und einer „professionellen Markenanalyse“ mitbekommen.

Das Ziel laut Stadtverwaltung: „eine proaktive, über alle Kanäle hinweg wiedererkennbare und zeitgemäße Außenkommunikation“. Also gab es eine Ausschreibung, auf die sich laut Stadt Köln mehrere Agenturen beworben haben. Als Siegerin ging die Agentur „Boros“ hervor, die ein neues Corporate Design entwickelte, darunter auch das neue Stadtlogo. Es soll „zukünftig als Signet einer modernen Metropole klar, prägnant, wiedererkennbar und crossmedial einsetzbar sein“, heißt es in der Pressemitteilung.https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/koelner-stadtlogo-wird-zum-streitfall–der-dom-ist-weg-31742656.html

Mit dem neuen Logo sind wir Bürgerinnen und Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt und überrumpelt worden. Die Pressemitteilung des Amts, die herauskam, als da neue Logo längst abgesegnet war (Montag, 28. März 2022, 14:44 Uhr), ist unterschrieben von Pressesprecher Alexander Vogel (FDP). https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/24468/index.html

Links das alte, rechts das neue Stadtlogo. Eine öffentliche Diskussion, die endlich einmal Stadtverwaltung und Bürgerschaft miteinander ins Gespräch hätte bringen können, hat es ebenso wenig gegeben wie die Erstellung eines differenzierten Stimmungsbilds. Ich bin mir sicher, dass die meisten Kölner Bürgerinnen und Bürger, hätten sie mitbestimmen können, zwar für eine Verschlankung des Logos (z.B. Wegfall des roten Strichs am linken Bild-Rand), aber unbedingt für eine Beibehaltung der Domspitzen gestimmt hätten.

Angenommen, ich hätte einen kurzen Disput mit einem Mitarbeiter des Amts für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Köln.

„Warum“, frage ich ihn, „hat die Stadt Köln eine ortsfremde Agentur beauftragt, ein neues Logo zu entwerfen, und warum wurde der Dom aus dem Logo entfernt?“

„Et es wie et es“, sagt der Mann, grinst und zitiert nach §1 noch §6 des „Kölschen Jrundjesetzes“:

„Der

Kölner Dom?

Kenne mer nit,

bruche mer nit, fott

domet.“

Kamelle, Schull- und Veedelszöch 2024

Der Kniefall der Kölner Politik vor den Unterhaltungs-Promis

Die Dokusoap-Serie Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie, die seit 2011 von RTL Zwei ausgestrahlt und seit 2015 von Familienvater Robert Geiss produziert wird, präsentiert uns den Familienalltag der Millionärs- Familie Geiss, zu der neben den Unternehmer-Eltern Carmen und Robert die mittlerweile erwachsenen Töchter Davina und Shania gehören. Diese Geissens sind konsumsüchtig, haben aber kein Problem damit. Sie leben in einer Kunstwelt und reisen, wohin sie wollen, sie kaufen, was sie wollen, egal, ob es teure Klamotten sind oder Autos oder Immobilien. Dabei machen sie erst gar nicht den Versuch, gebildet zu erscheinen, was ja schon fast wieder sympathisch ist. Die Geissens machen Werbung für Tourismus- und Autoindustrie, für die Corona-Impfung, vor allem aber für sich selber: Die Geissens. Bei RTL Zwei sind sie gut aufgehoben.

Doch längst sind Die Geissens auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk angekommen. Spätestens seit im August einige Folgen des Podcasts von Hazel Brugger und Thomas Spitzer im Nobel-Hotel „Roberto Geissini“ in Saint Tropez aufgenommen und über SWR3 ausgestrahlt wurden, gilt es als gut, die Geissens gut zu finden. https://www.swr3.de/podcasts/1-plus-1/die-geissens-und-hazel-thomas-strapse-wendler-helikopterfluege-100.html“ Auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker outete sich als Fan. Im vergangen September war folgende EXPRESS-Schlagzeile zu lesen: Die Geissens“ Bei Roberts Eltern flattert Brief aus Köln ein – von OB Reker persönlichhttps://www.express.de/promi-und-show/die-geissens-koelner-ob-reker-schickt-brief-an-roberts-eltern-1-641015

Natürlich geht es völlig in Ordnung, dass Kölns OB Reker Robert Geissens Kölner Eltern im September 2023 zum 60. Hochzeitstag gratuliert hat, aber muss man das gleich an die Presse-Glocke hängen? Ich fürchte, Frau Reker muss, denn der Artikel ist Teil eines engmaschigen medialen Small Talks, der aktuell fast panisch betrieben wird und die Menschen ablenken soll von kommunalen und globalen Katastrophen.

Dennoch schmerzen solche Freundlichkeiten, denn auf der anderen Seite entzieht sich Frau Reker jeglicher Kritik von Seiten der Bürgerinnen und Bürger. Sie bedankt sich sehr freundlich bei Menschen, die ihr zum Geburtstag oder zu Weihnachten gratulieren, während sie sogar vorsichtig kritische, sachliche Briefe und Mails -wie ich immer wieder höre und selber erlebt habe- unbeantwortet lässt. Wahrscheinlich werden kritische Zuschriften grundsätzlich unter der Ausrede Hater-Post abgelegt.

Dass die Hochachtung vor prominenten Kunst- und Kulturschaffenden schnell „tragisch“ verläuft, mussten wir in Köln erfahren. Die Kölner Oper, eröffnet im Jahr 1957, war im Laufe der Jahrzehnte für sanierungsbedürftig erklärt worden. Daher begann man (noch vor Amtszeit Reker) im Jahr 2012 mit der Sanierung, die nach drei Jahren abgeschlossen sein sollte. Doch schon kurz nach Beginn traten erhebliche Baumängel zutage. Mittlerweile -nach fast zwölf Jahren- sind Oper und Schauspielhaus immer noch nicht wieder eröffnet, während sich die Kosten fast verdreifacht haben.

Die äußerst bilderreiche, gründlich recherchierte WDR-Dokumentation „Warum die Kölner Oper immer teurer wird“ bringt Erstaunliches zutage. https://www.ardmediathek.de/video/die-story/das-trauerspiel-der-koelner-oper-ein-sanierungs-desaster/wdr/ Die Dokumentation erzählt, dass die Stadt Köln völlig naiv der künstlerischen Leitung von Schauspiel und Oper die Umsetzung eines Millionen-Bauprojekts anvertraut hat.

Verantwortlich für die gesamte Sanierungsmaßnahme sind: Die Bühnen der Stadt Köln. Als Bauherr. Sie sollten also über einen baufachlichen Sachverstand verfügen, um die Baumaßnahme kompetent managen zu können. Beim Richtfest später setzen sich die Bauherren dieses Großprojektes groß in Szene… So traten drei Laien ohne jeglichen Bausachverstand an, ein Megaprojekt zu leiten.“

Was wir erleben, ist ein Kniefall der Politik vor der „Hochkultur“. Für verknöcherte Bürokraten sind teuer bezahlte Intendanten nicht nur Kunstschaffende, die zu unserer Unterhaltung und Erbauung beitragen, sondern Magier.

Zur Haushaltslage der Stadt Köln äußerte sich Henriette Reker am 16.12.2023 im Express mit folgenden Worten: „Wir müssen lernen zu priorisieren, das Geld wird knapper. Allerdings müssen wir solche Priorisierungen besser erklären, damit die Menschen sie verstehen.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind also zu doof zu kapieren, warum die Sanierung der Oper, obwohl sie sich so lange hinzieht und immense Kosten verursacht, weiterhin absolute Priorität hat. Wahrscheinlich bin ich auch zu doof zu kapieren, dass die Stadt Köln, um ihren Haushalt zu sanieren, asoziale, menschenverachtende Maßnahmen ergreifen muss. https://web.de/magazine/regio/nordrhein-westfalen/schimmel-kakerlaken-kaputte-heizung-stadt-koeln-erhoeht-mieten-gefluechtete-39355402

Auch während der „Pandemie“ waren wir nach Ansicht von Experten zu doof zu begreifen, was gut für uns ist, insbesondere die Corona-Impfung. Anlässlich einer Impfwoche im September 2021, einer Werbeaktion pro Corona-Impfung, kam auch Lothar Wieler zu Wort, damaliger Präsident des Robert Koch-Instituts. „Nach Wielers Angaben gibt es keine genauen Erkenntnisse darüber, welche Menschen sich nicht impfen lassen wollten. Sie gehörten offensichtlich teilweise bildungsferne Schichten an und zählten zum Umfeld der Corona-Leugner. Die Informationskampagnen müssten in Sprache und Form so gestaltet werden, dass sie alle Menschen erreichen.“ (Ich habe mir erlaubt, den bildungsfernen Grammatikfehler –bildungferne(n) Schichten– nicht zu korrigieren.) https://www.wz.de/politik/spahn-setzt-auf-impfungen-an-sportplaetzen-und-fussgaengerzonen_aid-62622253.

Dass „Bildungsferne Schichten“ ein soziales Unwort ist, darauf hatte das Armutsnetzwerk schon im Jahr 2013 aufmerksam gemacht. https://stellwerk60.com/2019/06/27/rehabilitation-eines-unworts/ Obwohl der Hinweis in den darauf folgenden Jahren in zahlreichen Feuilleton-Artikeln aufgegriffen wurde, hat der Begriff überlebt und feiert seit der „Pandemie“ sogar eine Neubelebung.

Kamelle: In diesem Jahr war die Kinderoper Köln zum ersten Mal mit einer eigenen Fuß-Gruppe bei den Schull-und Veedelszöch dabei. Das „Wurfmaterial“ glänzte durch eine hübsche Verpackung: Die Pastelltöne entzücken, die Grafik ist niedlich, aber leider missglückt. Warum hat man dem Vogel den Schnabel kupiert, warm darf er nicht zwitschern?

Die Kinderoper Köln hat einen engagierten Förderverein. Auf der Internet-Seite der Kinderoper schreibt der Vorsitzende Hansmanfred Boden: „Die Kinderoper Köln ist keine elitäre Institution für Besserverdienende. Der Förderverein kümmert sich u. a. darum, dass gerade Kinder aus ärmeren oder bildungsfernen Schichten an unserer Kultur teil­haben können: Für Schüler*innen oder Schulklassen, deren Eltern sich eine solche Nebenausgabe nicht leisten können, bezahlen wir als Förderverein die Eintrittskarten.“ (Fettung von mir) https://www.oper.koeln/de/foerderverein-der-kinderoper-zu-koeln

Das ist gut gemeint, doch leider dünkelhaft und von oben herab. Kinder lieben das Musiktheater. Aber wer bestimmt eigentlich, was „unsere Kultur“ ist?

Es gibt in Köln einige kleine Theatergruppen, die anders als die Kinderoper nicht subventioniert werden, aber richtig gutes Musiktheater für Kinder anbieten. Mein Vorschlag: In Zusammenarbeit mit der Stadt Köln möge der Förderverein ermöglichen, dass alle Kölner Kinder nicht nur die Kinderoper, sondern die Aufführungen verschiedener Ensembles besuchen können.