Warum ist es am Rhein so grün…

Wer wie ich die anhaltende Trockenheit kaum noch erträgt, wen die Hitze grantig macht, dem empfehle ich eine Tour zum Rhein (mit dem Fahrrad oder mit der Linie 13 bis Slabystraße).
Letzten Sonntag überraschten uns hinter der Mülheimer Brücke grünes Gras und eine riesige Herde heiter weidender, unbeirrt köttelnder, selig blökender Schafe. Wo es sich so munter grasen lässt, dürften die Halme noch richtig saftig sein.
Sind hier die Wiesen feuchter als woanders, weil sie immer wieder überflutet werden? Oder streift verdunstendes Rheinwasser das Gras? Ich weiß nicht.
  
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…
Im Loreley-Gedicht von Heinrich Heine fließt der Rhein ruhig dahin, ist die Luft „kühl“. Der Schiffer im kleinen Schiffe kann nur in Wehmut entbrennen, weil die Sonne nicht knallt.
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Keine Fata Morgana


Loreley-Gedicht von Heinrich Heine

Die Loreley
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.

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