Corona-Elfchen: Klammheimliche Freude eines Halsbandsittichs

Wir

Haben uns

Aus dem Käfig

Befreit. Ihr seid bereitwillig

Käfigbereit

 

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Keine Kondensstreifen am tiefblauen Corona-Himmel. In der Birke sitzt aufrecht ein Nachfahre der unten porträtierten, freiheitsliebenden Halsbandsittichin.

Die Halsbandsittiche, die in Europa als Wildvögel leben, sind sogenannte „Gefangenschaftsflüchtlinge“. Sie stammen aus Asien oder Afrika, sind dort von Menschen eingefangen und nach Europa verschleppt worden. Ihrer Schönheit wegen brachte sie Alexander der Große vor 2300 Jahren aus Asien nach Griechenland. Das Wort „Halsbandsittich“ täuscht, denn es klingt so, als könne man den Vogel an die Leine legen. Doch Papageienvögel sind freiheitsliebend. Auch den Vorfahren der rheinischen Halsbandsittiche ist es irgendwann gelungen, sich aus den Käfigen und Volieren zu befreien. Der Ausbruch der Kölner Papageienvögel könnte sich folgendermaßen zugetragen haben:

 

Ein Kölner Papageienzüchter besaß ein Halsbandsittichpaar. Doch nach ein paar Jahren legte das Weibchen immer weniger Eier. „Die schöne Dame ist zu faul zum Brüten“, dachte der Züchter und kaufte einen Brutofen. Aber jetzt paarten sich die Sittiche gar nicht mehr. Also wollte der Züchter die Vögel töten und ausstopfen. Aussetzen wollte er sie nicht, denn dann würden die Leute sich an der Schönheit der Vögel ergötzen, ohne auch nur eine Mark bezahlt zu haben.

„Du bist eine einzige Enttäuschung“, sagte der Züchter zum Weibchen. „Dabei fand ich dich mal schön. Aber du kannst nicht einmal singen.“ Die Sittichin erschrak, denn sie ahnte nichts Gutes. „Das tut mir leid“, sagte sie. „Aber ich würde mich freuen, dir ausgestopft in voller Schönheit zur Verfügung zu stehen. Darf ich dir fliegend meine Federn zeigen? Ich flieg auch gerne alleine.“ Der Züchter rümpfte die Nase: „Dann scheißt du mir das Haus ein, und ich hab kein Klopapier mehr.“ Die Sittichin hatte eine Idee: „Trag den Käfig nach draußen.“ Der Züchter hob den schweren Käfig auf eine Schubkarre. Draußen öffnete er die Käfigtür. Die Sittichin flog aus, und obwohl die Versuchung groß war, kam sie zurück, denn sie wollte das Männchen nicht alleine lassen. Außerdem war sie ihm nicht nur treu, weil kein anderes da war.

„Ich hab schon Schöneres gesehen“,  sagte der Züchter. „Das lässt sich ändern“, entgegnete das Halsbandsittichweibchen. „Wie du weißt, paaren sich mein Männchen und ich schon lange nicht mehr. Aber am Schönsten fliege ich immer noch dann, wenn ich mein Männchen dabei haben kann.“ Der Züchter öffnete die Käfigtür…

 

 

 

 

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