Elfchen im Siebten: Danke!

Das Elfchen des Monats ist diesmal ein Fünfchen:

 

  1. GACK    2. SACK

       3. PACK    4. ZACK!

        DANKE!

 

Abgeschrieben habe ich das muntere Fünfchen von einem Wiener „Hundekotsackerl“:

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Ein Hundekotsackerl der Wiener Straßenreinigung https://www.wien.gv.at/umwelt/ma48/sauberestadt/hundekotsackerl/index.html. Die Stadt Wien tut viel für den Ruf, eine der saubersten Städte der Welt zu sein. Offensichtlich (s. Internetseite) mit Erfolg. Diese Hundekotsackerl, die man in ganz Wien kostenlos aus 3600 Hundekotsackerlspendern ziehen kann, sind ein schönes Beispiel dafür, dass die Leute den Hundekot viel lieber entfernen, wenn sie aus der Entsorgung ein humorvolles Spiel machen können. Hier werden die Hundehalter, die sich ja in aller Regel verantwortlich fühlen, ernst genommen. Es wird nicht mit einer fetten Geldstrafe (die es natürlich im Fall der Nichteinhaltung der „Spielregeln“ auch in Wien gibt) gedroht, sondern freundlich „DANKE!“ gesagt. Ich sage: „Danke, Stadt Wien!“

 

Meine Tochter und ihre Freundin haben am 23. Juni hier in Köln eine Internet-Klausur (Uni Heidelberg, Klinische Psychologie) geschrieben – unter Corona-Bedingungen. Das war ein bisschen albern, denn es war eher eine Schein- bzw. Fakeklausur. Die beiden hätten nicht nur schummeln und voneinander abschreiben, sondern irgendwen beauftragen können, an ihrer Stelle vor dem Computer zu sitzen. Da sie Schummeln hassen und wochenlang gepaukt hatten, fühlten sie sich nicht ganz ernst genommen. Auch die sonst übliche Erleichterung nach der Klausur fiel aus – und das Feiern mit den Mitstudentinnen. Wie dem auch war: Am nächsten Tag verabschiedeten sich die beiden von meinem Mann und mir und reisten nach Wien.

Die Freundin meiner Tochter ist am Wiener Stadtrand aufgewachsen, im 23. Bezirk. Bei einem Ausflug zum nahe gelegenen privaten Badeteich im Seepark Vösenberg, einer aus dem Boden gestampften Wohnanlage des Bauträgers AURA, erlebten die Freundinnen am 26. Juni ein schweres Gewitter mit einem heftigen Hagelschauer. Der Hagel fiel nicht in Körnern, sondern in Kugeln, von denen einige nicht wirklich rund waren…

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Unter „tischtennisballgroßen Hagelkörnern“ habe ich mir immer etwas anderes vorgestellt, keine stacheligen Gebilde… Teile des Gartens der Wiener Großmutter wurden durch die  „Geschosse“ verwüstet, Blüten und Blätter zerstört. Für meine erschrockene Tochter waren die Hagelgebilde allerdings auch kleine Eis-Skulpturen, was sie getröstet hat. Mit etwas Phantasie lässt sich schrecklich Schönes entdecken: Eine Ente, ein Hase, zwei Finger: PEACE…

 

Das Versagen der aktuellen Klimapolitik zeigt sich auch darin, dass es keinerlei ernsthafte Bemühungen gibt, unsere Kinder zu schützen und ihnen eine Zukunft zu sichern. Wo bleibt da die Empathie, wo das Verantwortungsgefühl? Schon jetzt gibt es keinen Winkel auf der Erde, den die menschengemachte Klimakatastrophe nicht trifft. Aber noch trifft es uns nicht gleichermaßen. Wir satten Menschen der westlichen Welt können es uns noch bequem machen, das Dach erneuern und die Klimaanlage hochdrehen. Das ist himmelschreiend ungerecht. Wir müssen die Notbremse ziehen. Raus aus der wohltemperierten gesellschaftlichen Schockstarre, jetzt!

Ein Gedanke zu „Elfchen im Siebten: Danke!

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