Selbst ist der Mensch – Alle Corona-Genesenen haben sich selber geheilt!

Im Internet lese ich folgendes:

In der Corona-Krise hat Gesundheitsminister Jens Spahn einen Dankesbrief an alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Land geschrieben. In dem Schreiben, das FOCUS Online vorliegt, würdigt der Minister den „außergewöhnlichen Einsatz“ der Mediziner – und verspricht weitere Verbesserungen.

„Bereits jetzt lässt sich feststellen, dass keine Virusinfektion in den letzten 100 Jahren ähnliche gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen hatte“, heißt es in dem auf den Freitag datierten Schreiben. Das Gesundheitssystem erlebe eine zentrale Belastungsprobe. „Sie als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bilden den ersten Schutzwall, den unser Gesundheitssystem im Kampf gegen das Virus aufbietet“, schreibt Spahn (CDU) weiter…“  https://www.focus.de/gesundheit/news/corona-krise-spahn-schreibt-dankesbrief-an-aerzte-sie-bilden-den-ersten-schutzwall_id_11796468.html

An diesem Beispiel wird man den Schülerinnen und Schülern der Zukunft einmal vorführen können, wie politische Propaganda funktioniert, wie Sprache benutzt wird, um ein verzerrtes Bild von der Wirklichkeit zu entwerfen und Menschen zu manipulieren. Das Problem ist, dass es sich bei dem Text nicht um einen historischen Brief handelt, sondern um ein öffentliches Schreiben aus unserer Gegenwart, und zwar um einen Brief des Gesundheitsministers der Bundesrepublik Deutschland.

Der DUDEN definiert Populismus als eine „von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen“. Spahn agiert populistisch, er dramatisiert die gesellschaftliche Lage, indem er eine Katastrophe heraufbeschwört. Laut Spahn sind wir alle in größter Gefahr: Die Infektion mit Corona, so konstatiert Spahn bereits am 20. März, wird unvergleichliche gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen haben. Dabei ist Spahn fahrlässig ungenau. Ist es überhaupt die Virusinfektion selber oder ist es nicht vielmehr der gesellschaftliche Umgang mit dem Virus, der diese Folgen hat?

Was ich vor über 40 Jahren im Deutschunterricht („Analyse politischer Reden“) gelernt habe: Typisch für die Konstruktion eines Feindbildes ist, dass das Andere, das Fremde (in diesem Fall das Virus) zum Bösen erklärt wird. Diesem Bösen stellt man ein positives Selbstbild gegenüber. Mehr noch: Wie man das Böse dämonisiert, so verklärt man das Gute, denn das Gute (in diesem Fall die Ärztinnen und Ärzte) hat die Aufgabe, das Böse zu bekämpfen und aus der Welt zu schaffen. Um ein primitives Schwarz-Weiß-Denken sprachlich zu unterfüttern und staatliche Zwangsmaßnahmen zu legitimieren, benutzt  die politische Propaganda gerne Begriffe, die aus dem Militärischen stammen: „…  Sie als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bilden den ersten Schutzwall, den unser Gesundheitssystem im Kampf gegen das Virus aufbietet…“

Allerdings unterläuft Spahn in der Hitze des Gefechts ein sprachlicher Fauxpas. Er benutzt (vermutlich unbewusst) eine zentrale Vokabel aus der DDR-Propaganda: Schutzwall. Mit dem Begriff Antifaschistischer Schutzwall wurde der Bau der Berliner Mauer schöngeredet und die massive Freiheitsberaubung vertuscht. Von Seiten der DDR-Obrigkeit hieß es eben nicht: Wir haben die Mauer gebaut, um euch Bürger davon abzuhalten, weiterhin massenhaft nach Westdeutschland abzuwandern, sondern: Die Mauer ist zu eurer Sicherheit, wir haben sie gebaut, um euch vor dem kapitalistisch-faschistischen Westen zu schützen.

Der Umgang mit Corona ist der vorläufige Höhepunkt einer rigiden Gesundheitspolitik, die uns Bürgern Schutz und Sicherheit vorgaukelt, aber uns zunehmend entmündigt. Zugleich erleben wir den Höhepunkt der mehr als fragwürdigen Politik unseres Gesundheitsministeriums, das sich in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schon seit Jahren anschickt, Leib und Leben der Bürger immer mehr unter staatliche Kontrolle zu bekommen. „Gesundheitliche Aufklärung“ bedeutet hier: Man aufoktroyiert den Menschen -altmodisch ausgedrückt- einen gesunden Lebenswandel. Hauptangriffspunkte der Gesundheitsaufklärer sind: Rauchen, Alkoholkonsum, ungeschützter Sex, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Der Begriff „Aufklärung“ verschleiert, was eigentlich passiert: Das Gesundheitsministerium ist nicht objektiv, sondern betreibt eine fragwürdige Eigenwerbung. Diese moderne Werbung für den rundum gesunden Menschen empfinde ich als menschenverachtend, denn sie spielt anders als die herkömmliche Produktwerbung nicht nur mit unseren Bedürfnissen, sondern rührt an unsere Ur-Ängste wie die Angst vor schweren Krankheiten und die Angst vor dem Tod. Nicht annehmbar fand und finde ich, dass im Jahr 2015 im Rahmen einer (äußerst kostspieligen) Werbeaktion für die „Organspende“ fast 70 Millionen Organspendeausweise wie „aus heiterem Himmel“ von den Krankenkassen an die Bürgerinnen und Bürger verschickt wurden. So wurde die „Spende“ von Organen augenzwinkernd herunterspielt und der fragwürdige Eingriff der Organ-Entnahme banalisiert – als wäre der Organspendeausweis so etwas wie ein Ausweis für den öffentlichen Nahverkehr.

Vo den Werbemaßnahmen profitiert nicht nur die Pharma-, sondern auch die Wellness- , die Kosmetik- , die Fitness- sowie die gesamte Lifestyle-Industrie. Schönheitschirurgen und Kieferorthopäden reiben sich die Hände.

 

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„FÜR EUCH“, Werbung für die Bild-Zeitung, Nippes, Kempener Straße. Autofahrer, die dem weißen Pfeil folgen, kommen zum Vinzenz-Hospital. Die Bild-Zeitung wirbt mit Krankenschwester Manuela, der man als Dank für ihren Auftritt einen (illegalen?) Friseur-Termin verschafft haben dürfte! Kesse Frisur… Die Litfass-Säule ist eine, die sich dreht. Auf solchen Litfass-Säulen kann man Werbetafeln so platzieren, dass sie miteinander korrespondieren. „Bewegt sich“ Schwester Manuela nach links, erscheint eine Werbetafel von DocMorris, einer Internet-Apotheke mit Sitz im niederländischen, grenznahen Heerlen, die eine  überwiegend deutsche Kundschaft bedient undzunehmend mit den Apotheken vor Ort kooperiert. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran: „Weg mit dem Papierkram, das E-Rezept kommt.“

 

Indem Jens Spahn die Ärztinnen und Ärzte verklärt, verschweigt er die Wahrheit. Eine Infektion mit dem Virus ist medizinisch nicht behandelbar. Spahn gaukelt uns vor, dass die Schul-Medizin die Menschen heilt, aber es gibt keinerlei Medikamente. Nur die schwer betroffenen, in aller Regel an einer Vorerkrankung leidenden Menschen müssen im Krankenhaus behandelt und unter Umständen künstlich beatmet werden. Die Ärzte  können nicht viel tun. Sie können nicht einmal Antibiotika veschreiben, was viele Ärztinnen und Ärzte viel zu gerne tun, denn es handelt sich nicht um eine bakterielle, sondern um eine Virusinfektion.

Jeder kann die Infektion selber behandeln, aber so, wie man einen grippalen Infekt behandelt, und zwar mit sogenannten „Hausmitteln“: Warm halten, nicht in den Regen gehen (hierzulande derzeit kein Problem), heiße Brühe schlürfen und -vor allem bei Fieber- viel trinken.

(15.30h: Gerade kommt Nachbarin Margarita vorbei, um sich unser Handschleifgerät auszuleihen, denn sie möchte ihren Fahrradschuppen anstreichen. Margarita ist Heilpraktikerin, sie teilt sich auf dem Gelände von Stellwerk 60 eine Praxis mit drei Hebammen, einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin sowie einer weiteren Heilpraktikerin. Die Mundschutz-Pflicht findet sie mehr als fragwürdig. Zur Stärkung des Immunsystems und zur Virus-Abwehr empfiehlt Margarita Tee und weitere Produkte aus Pflanzenteilen der Zistrose Cistus Cretus. Ich schwinge mich gleich aufs Rad und werde im Reformhaus Dahmen fündig. Man verkauft dort Zistrosentee aus der Türkei für günstige 3,00 Euro/100g.

Eines ist gewiss: Alle von einer Corona-Erkrankung Genesenen haben sich selber geheilt!

Menschen haben ungeheuerlich große Selbstheilungskräfte. Wir können (zum Glück) kaum in uns hineingucken, aber wie Selbstheilungsprozesse verlaufen, erzählt uns unsere Haut. Jeder Mensch heilt sich da täglich, wenn auch nur von kleinen Wunden.

Dokumentation einer kleinen, alltäglichen Selbstheilung:

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Sonntag, 3.4.2020: Am Freitagabend habe ich mir beim Gemüseschnibbeln in den Daumen geschnitten. Es hat schnell aufgehört zu bluten. Ich brauchte kein Pflaster, was mich beim Kochen und beim späteren Töpfe-Spülen und gründlichen Ausreiben der Fischpfanne auch viel zu sehr gestört hätte. Jetzt, zwei Tage später, habe ich eine kleine „klaffende“ Wunde.

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23.4.:  Die Wunde ist längst zugewachsen. Ein feiner weißer Streifen erinnert noch an den Schnitt. Dort, wo sie verwundet war, ist die Haut leicht gerötet und verdickt. Etwas Erstaunliches passiert: Eine Haut-Falte, die durchtrennt war, rekonstruiert sich. Hätte ich die Selbstheilungskräfte des Axolotl, könnte ich mir den Daumen abhacken, und er wüchse wieder nach. Diese Kräfte hat kein Mensch, aber die Wiederherstellung der Hautfalte empfinde ich dennoch als Wunder.

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