Elfchen im Achten: Wer nicht schnüffeln darf, wird…

Hunde, die ja bekanntermaßen gerne schnüffeln, fangen sich schnell Zecken ein. Bei unserem Hund Freki (10) sitzen sie mit Vorliebe im Gesicht. Manchmal, so denke ich, kann eine Maul- Nasenbedeckung gute Dienste leisten, denn…

… mit Maske wär das nicht passiert:

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Mai 2020: Die Zecke an Frekis Schnauze, die noch deutlich dicker wurde, bevor sie abfiel, sollte bis jetzt (13.8.) im Kopfbereich die einzige bleiben.

 

In den Jahren 2018 und 2019 war vor allem der Bereich rund um Frekis Augen betroffen (vgl. Blogbeiträge „Zeckenkrieg“ und „Der Zeckenindikator“).

 

P1030152 Juli 2018

Juli 2019:

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Zecken, zupfreif. Ich habe sie damals nicht entfernt, sondern gewartet, bis sie abgefallen sind (Die „Therapie“ ist nur beim Hund zu empfehlen!). Wenn die Zecken neben dem Auge sitzen, darf man den Hunden nicht zu nahe kommen. Sie knurren, denn sie fürchten um ihr Augenlicht. Die Hunde wissen: Wenn der Mensch die Zecke herauszieht, kann es schnell zu Entzündungen kommen.

An Borreliose können auch Hunde schwer erkranken. Das passiert allerdings sehr selten, wie mir Frekis Tierärztin erzählte. Achtung: Menschen sollten sich nach Waldspaziergängen immer nach Zecken absuchen und die Tierchen, deren Stich man anders als den Stich der Wespe nicht spürt (damit man sie beim Saugen nicht stört), so schnell wie möglich entfernen…  Ich fand gerade einen Text, der plastisch erzählt, warum: „Borreliose wird nicht durch den Einstich der Mundwerkzeuge der Zecke in die Haut übertragen, vielmehr findet die Borreliose-Übertragung erst gegen Ende der Blutmahlzeit statt. Nach circa 24 Stunden steigt das Infektionsrisiko deutlich an, da nach dieser Zeit die Blutmahlzeit in der Regel abgeschlossen ist. Wenn die Zecke satt ist, würgt sie nämlich etwas Mageninhalt in die Wunde des Opfers, und mit ihm vorwiegend das Bakterium Borrelia burgdorferi.“ https://www.drseitz.de/schwerpunkte/borreliose-therapie/borreliose-infektionsweg.html

Da aufgrund des „Klimawandels“ die Winter immer wärmer und kürzer werden, werden die Zecken früher im Jahr aktiv und bleiben es länger. Dennoch wird die Gefahr überschätzt. „Das Risiko zu erkranken“, so schrieb ich vor einem Jahr an dieser Stelle, „ist gar nicht so hoch, wie man denkt. Zwar tragen (je nach Gebiet) bis zu 30 % der Zecken Borrelien in sich, aber nur 2,6 bis 5,6% der gebissenen Menschen entwickeln Antiköper dagegen. Lediglich 0,3 bis 1,4% der von einer Zecke Gebissenen erkranken tatsächlich an Borreliose (Zahlen: Robert-Koch-Institut, Stand: 14.2.2018)“ Tückisch ist die Borreliose allerdings wegen der möglichen Spätfolgen. Manche Menschen, die Antikörper entwickeln, haben zunächst keinerlei Symptome, werden aber Jahre später ernsthaft krank.

Das Thema „Zecken“ zieht immer. Gewohnt reißerisch hatte Ende Mai 2020 die Bild-Zeitung Zecken-Alarm geschlagen:

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In diesem Jahr hat die mediale Coronoia andere Katastrophen-Schlagzeilen in den Hintergrund gedrängt, wo sie dennoch gewirkt haben. Gefährlich sind Horror-Meldungen wie diese, weil sie nicht nur maßlos übertrieben sind, sondern untergründig dazu beitragen, die Corona-Panik noch weiter anzufachen. „Sie stechen so früh wie nie!“ ist übrigens Unsinn: Als die Bild-Zeitung Ende Mai drohte, waren die Zecken schon seit mindestens zehn Wochen aktiv. Hund Freki hatte bereits im März eine erste Zecke im Fell.

 

Kaum jemand, mit dem ich ins Gespräch komme, hat noch Angst vor dem Corona-Virus. Aber die meisten Menschen haben Angst, drakonische Strafen bezahlen zu müssen, den Job zu verlieren etc. Daher tragen alle die Maske, ob fertig gekauft, selber genäht, gehäkelt, gestrickt, zusammengeheftet. Wir sehen bescheuert aus und bedecken die untere Gesichtshälfte mit kleinen Stoffteilen, die vermutlich nichts weiter sind als Scherzartikel. Wir tragen uns mit unleserlichem Namen in die Listen ein, die in den Cafés ausliegen, was niemanden interessiert.

Aber wir alle sind angespannt. Gereizt sind insbesondere die völlig überforderten Menschen in „systemrelevanten“ Berufen. Im Supermarkt begegne ich täglich Verkäuferinnen und Verkäufern, die man vor Monaten noch „gefeiert“ hat. Jetzt sind sie dazu verdonnert, die Regale wieder alleine aufzufüllen, ohne die Mitarbeit der für kurze Zeit eingestellten Hilfskräfte, und von morgens bis abends eine Maske zu tragen. Die Regale sind wieder gut bestückt und die Kunden undankbar und grantig wie eh und je.

Weil ich keine Gesichtsmaske dabei hatte, wurde ich am Tag der Beerdigung des Leichnams meines Mannes früh am Morgen aus dem REWE an der Nohlstraße geworfen. Eine seltsame Erfahrung, wenn man Stammkundin ist und immerhin 61. In Ermangelung einer Maske riss ich mir eine kleine Obsttüte von der Rolle, klemmte mir den Plastiklappen hinter die Ohren, schritt in den Laden und wurde direkt zurückgepfiffen: Halt! Eine zweite maskierte Verkäuferin kam dazu: Halt! Ich ging weiter und stammelte einen Satz wie: Mein Mann wird heute beerdigt, ich muss noch ein paar Zutaten einkaufen für den Brunch. Man holte Verstärkung, diesmal einen ebenfalls älteren männlichen Kollegen mit FC Köln-Maske (Aufdruck: Zesamme stark blieve), verfolgte mich durch den Laden und schrie im Verein: Raus, raus, raus! Ich stellte ein Glas Mayonnaise aufs Kassenband. Nichts da, raus, raus, raus! Ich brach in Tränen aus. Kein Erbarmen: Raus, raus, raus!

Wenn wir eine Maske tragen müssen bzw. einen Maulkorb, spannt uns das an. Wir sind nicht nur schlecht gestimmt, sondern auch (latent) aggressiv. Kluge Hunde wissen das. Ihnen widme ich mein Elfchen des Monats.

 

 

Weise

Hunde warnen:

Wer nicht schnüffeln

Darf, wird erst richtig

Scharf

 

 

 

 

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