Elfchen im Zwölften: Morgen, Oma, wird’s was geben…

Digitaler Stolperstein: Voller Entsetzen über die Brutalität politisch legitimierter medizinischer „Maßnahmen“ erinnere ich mich in tiefer Trauer an meine nie gekannte liebe Großmutter Steffi, geboren am 19.3.1898 in Ludgierzowitz/Hultschin, tschechisch Ludgerovice, polnisch Ludgierzowice, aufgewachsen in Bottrop/Ruhrgebiet. Mutter von fünf Kindern. Diagnose: „manisch-depressiv“. „Verstorben“ am 13. Dezember 1933 auf der psychiatrischen Station eines Essener Krankenhauses, elf Tage vor dem Familienfest Weihnachten. Offizielle Todesursache: „Kopfgrippe“

*************

Morgen, Oma, wird’s was geben, morgen werden wir…

… Uns

Freu’n, einmal

Werden wir noch

Wach, heißa, dann ist

Impfungstach!

Vielleicht werden in deutschen Altenheimen demnächst Lieder wie dieses erklingen, dann nämlich, wenn sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines mobilen Impfteams angekündigt haben, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heimes sowie Bewohnerinnen und Bewohner gegen Corona zu impfen. Dass ärztliches Personal in die Einrichtungen kam um zu impfen, damals gegen die Pneumokokken, hatten wir im Frühjahr 2020 schon einmal.

Ich zitiere (inklusive „Corona-Elfchen“) aus meinem Blog-Beitrag „Zweites Corona-Elfchen: Coronoia… War es nicht fahrlässig von Angela Merkel, sich in Erwartung des Höhepunkts der Krise noch gegen Pneumokokken impfen zu lassen?“ vom 27. März:

„… Eine Epidemie aufgrund eines unerforschten Erregers ist oft schon vorbei, bevor ein verlässlicher Impfstoff entwickelt ist. Oder sie ist weniger dramatisch, als man uns vormacht. Den sogenannten Experten, die das Gegenteil behaupten, können und dürfen wir nicht vertrauen.

Vor allem alte Menschen sind der ärztlichen Willkür schutzlos ausgeliefert. So hörte ich gestern von einer Zwangsmaßnahme in einem Seniorenheim. Mit dem schlichten Satz „Wir tun euch was Gutes“ kamen Mitarbeiter einer Gesundheitsbehörde zu den alten Menschen, um sie gegen Pneumokokken zu impfen. Niemand hat sich dagegen gewehrt. Die alten Menschen waren froh, überhaupt Zuwendung zu erfahren.

Ich musste an das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ denken: „… So klopfte jemand an die Hausthür und rief: Macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von Euch etwas mitgebracht…“

In

Traurigen Zeiten

Trägt der Böse

Wolf einen weißen Kittel

Coronoia*

Die treffende Wort-Neuschöpfung  „Coronia“ fand ich heute Nacht auf der klugen Internetseite des Münchener Kinderarztes Dr. Steffen Rabe: https://www.impf-info.de/82-coronoia/314-coronoia.html …“

Obwohl ich über 60 Jahre alt bin, würde ich mich niemals gegen Corona impfen lassen. Ich habe keine Angst vor Corona, denn ich vertraue auf mein starkes Immunsystem. Mir muss niemand attestieren, dass ich gesund bin. Ich meide Arztpraxen, habe aber leider keine guten Zähne. Deshalb muss ich (Generation Betthupferl) öfter, als mir lieb ist, zum Zahnarzt.

Über die Kinderkrankheiten, die ich hatte, möchte ich an anderer Stelle schreiben. So ist meine bisherige Krankheiten-Lebensgeschichte schnell erzählt: Vor sechsunddreißig Jahren hatte ich meine letzte und einzige Blasenentzündung, vor 41 Jahren meine letzte und einzige Mandelentzündung. Vor sechs Wochen hatte ich nach dem Zurückschneiden unserer Buchenhecke meine bislang einzige Bindehautentzündung, die ich auf Hinweis meiner Tochter mit Schwarzem Tee „therapiert“ hab. Ich bin im Winter zwei- bis dreimal erkältet, aber nicht schwer. In aller Regel läuft mir nur die Nase, die allerdings sehr. Vermutlich hatte ich schon unzählige andere Krankheiten, bin aber nicht zum Arzt gegangen. Mitmenschen, die es nicht gut mit mir meinen, sagen: „Warte, balde… erwischt es dich auch.“

Ich schütze mich gegen Kälte und Regen, ernähre mich gut, trinke Kaffee und Rotwein, esse nur selten Fertiggerichte, aber täglich frischen Salat. Ich verzehre weder Hormone noch Vitamine noch Nahrungsergänzungsmittel. Ich mag zwar Vollmilchschokolade, aber keinen Kuchen, was mein Mann immer bedauert hat. Ich vertrage fast alles, nur keine Chemie. Auf synthetische Süßstoffe reagiere ich mit Bauchkrämpfen und Durchfall. Nachdem ich mit der oben erwähnten Mandelentzündung zum Arzt gegangen bin, wo man mir ein Antibiotikum verschrieb, hatte ich eine schwere Penicillin-Allergie. Mein Kopf war furchterregend „elefantös“, und meine Ohren waren so dick angeschwollen, dass sie sich nicht mehr zusammendrücken ließen. Ich weiß noch, wie ich vor dem Spiegel stand – und heulen und lachen musste.

Ich habe im ganzen Leben so viele Tabletten zu mir genommen wie andere Menschen an einem einzigen Tag schlucken müssen. Mit achtzehn habe ich (zum Glück nur) drei Monate DIE PILLE genommen, einen Medikamentenrest, den meine Mutter, damals (1976) schon 51, noch in der Schublade hatte.

Wohlgemerkt: Ich bin keine Hardlinerin, was Impfungen angeht. Wenn eine Krankheit die Menschen in Not bringt, hat der Staat, sofern es einen zuverlässigen und sicheren Impfstoff gibt, die Pflicht, die Menschen zu impfen. Ich, Jahrgang 1958 wie Ursula von der Leyen, habe es noch miterlebt: Unter dem pfiffigen Motto „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“ sind alle westdeutschen Kinder in den 1960er Jahren in der Schule gegen Polio geimpft worden. Was weniger bekannt ist: Die Massenimpfung haben wir dem Kalten Krieg zu verdanken. Nachdem in der DDR im Jahr 1961 die erste Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff eingeführt wurde, der in den USA entwickelt, aber in der UdSSR produziert worden war, stand die Bundesrepublik Deutschland massiv unter Druck.

Anders als zur Tetanusimpfung, bei der wir eine Spritze bekamen, was wir (nicht zu Unrecht) als Überrumpelung empfanden, sind wir Kinder gerne zur Polio-Impfung gegangen. Das Stück Zucker wurde uns anders als die Hostie nicht auf die Zunge gelegt. Wir nahmen es in die Hand und steckten es uns selber in den Mund (zumindest war es in Bottrop so). Es fühlte sich so an, als würden wir uns selber impfen.

Vieles spricht gegen die Corona-Impfung. Zum einen glaube ich, dass die Impfung nicht nur die Abwehr-, sondern auch die Selbstheilungskräfte blockiert. In meinem Fall hieße das, die Impfung würde eine leidlich gesunde, optimistische, wenn auch ältere Menschen-Frau, deren Körper sich schon oft selber geheilt hat, zu einer bedürftigen machen.

Zum anderen weiß niemand, ob die Impfung nicht eventuell schwere Nebenwirkungen auslöst, die erst nach Jahren auftreten können. So ist insbesondere die Massen-Impfung riskant, denn die gefährdet uns alle. Ich zitiere aus meinem Blog-Beitrag „Der ideale Patient – Plädoyer für die Abschaffung des Präpkurses“ vom 19.10.2019:

„…. Richtig dramatisch wird es, wenn eine „neue“ Krankheit auftaucht. Während der Schweinegrippen-Krise 2009 sind die Gesundheitsorganisationen weltweit in Panik geraten. Auch die deutsche Gesundheitspolitik hat damals die Besinnung verloren. Trotz vielfacher Warnungen wurden gigantische Mengen des ungeprüften Impfstoffes Pandemrix geordert. „Die Bundesländer hatten 34 Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix vom Pharmakonzern Glaxosmithkline abgenommen und dafür circa 280 Millionen Euro bezahlt. Am Ende ließen sich während der bis dato größten Impfaktion aber erheblich weniger Menschen immunisieren als angenommen.“ https://www.aerzteblatt.de/archiv/115575/Schweinegrippe-Uebrig-gebliebene-Impfdosen-werden-vernichtet

Die Impfung wurde bundesweit empfohlen, aber von den Bürgern kaum angenommen. Gott sei Dank, denn die Impfung hatte und hat erhebliche Nebenwirkungen. Bis heute sind alleine in Deutschland mehr als hundert meist junge Menschen an Narkolepsie erkrankt (viele von ihnen erst nach Jahren!). Die Pandemie ist jedoch ausgeblieben, Pandemrix-Dosen im Wert von 20 Millionen Euro mussten vernichtet werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben damals eine unrühmliche Rolle gespielt, indem sie in Sondersendungen für die Impfung geworben haben. Was, muss man sich fragen, wird bei einer „echten“ Pandemie passieren?…“

Interessanterweise hat damals ausgerechnet Alexander Kekulé, den wir alle als Corona-Experten erleben, die Impfung mit Pandemrix empfohlen und gewiss viele Menschen dazu bewegt, sich impfen zu lassen: „Virotole Alexander Kekulé rät gesunden Erwachsenen zur Impfung – trotz auch von ihm geäußerter Kritik an dem von den Bundesländern bestellten Impfstoff. Die Nebenwirkungen seien nicht viel anders als zum Beispiel bei einer Tetanus-Impfung, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle im Deutschlandradio.

Erstmals gebe es die Chance, „so eine Influenza-Welle wirklich durch eine Impfung zu begrenzen“, meinte er. Auch er selbst werde sich impfen lassen, mit Pandemrix. Bevor er allerdings seine drei kleinen Kinder impfen lasse, werde er „warten was sich noch tut in den nächsten Wochen“. https://www.sueddeutsche.de/politik/schweinegrippe-aufregung-um-zwei-klassen-impfung-1.36055#

Eine fahrlässige Empfehlung, wie wir erleben sollten. Wir können, so müssen wir folgern, auch den Empfehlungen der anerkannten Virologen nicht vertrauen. Hinzu kommt, dass es sich bei der Corona-Impfung um eine „komplett neue Impftechnologie“ handelt. Die Impfstoffe sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Es werden keine („bösen“) Viren gespritzt, sondern „nur“ die genetischen Informationen. Allerdings muss gesagt werden, dass gerade genetische Informationen, in den menschlichen Körper gespritzt, d.h. in uns hinein losgelassen, letztendlich unberechenbar sind.

Ich habe meine Informationen über „mRNA-Impfstoffe“ aus dem einleitenden Trailer zur Hart aber fair-Talksendung „Operation Impfung: Ist sie gut, ist sie sicher, wer bekommt sie wann?“ am 30. November. https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/video-so-funktionieren-die-corona-impfstoffe-102.html

Leider war die Sendung selber nicht aufklärend, sondern eine Propagandasendung pro Impfung. Pflichtgemäß wurde zwar auf mögliche Nebenwirkungen hingewiesen, doch trug die vermeintliche Selbstkritik letztendlich nur zur Verschleierung bei. Dabei heißt es im Trailer wortwörtlich: „Sollten es diese Impfstoffe auf den Markt schaffen, wären es die ersten mRNA-Impfstoffe, die für den Menschen zugelassen werden.“ Offensichtlich will man nicht nur Geld scheffeln, sondern Wissenschafts-Geschichte schreiben, und genau das ist fatal. Korrekt hätten wir Fernseh-Zuschauer folgendermaßen aufgeklärt werden müssen: „Die Wissenschaftler/innen tun ihr Bestes, nur leider wissen sie schon längst nicht mehr, was sie da tun.“ Und noch etwas hätte diskutiert werden müssen: Ist es tatsächlich nötig, die Massen zu impfen? Initiiert man mit der groß angelegten Impfung nicht einen hochriskanten globalen Menschenversuch? Meiner Meinung nach sollte man, wenn überhaupt, nur Risikopatienten impfen.

Was ich völlig unannehmbar finde, ist das mediale Spiel mit Heilserwartungen. Monatelang lautete die zentrale Schlagzeile: Wann ist es soweit? Wir wurden süchtig gemacht auf eine Erlösung, die in diesem Fall als Impfspritze daherkommt.

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Spiegel-online: Verballhornung des berühmten Ausschnitts aus Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“, zu sehen an der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Die abgebildeten Hände sind die linke Hand von Adam (links unten) und die rechte von Gott (rechts oben). Auf dem originalen Fresko sind die Hände etwa auf einer Höhe. Keiner der beiden hält etwas in der Hand. Adam sitzt da in lässiger Pose, das Bein angewinkelt, den Arm aufgestützt.  Michelangelos Adam ist völlig relaxt – ganz anders als sein angespanntes Gegenüber: Michelangelos Gott. Ein vieldeutiges Fresko, das schon unzählige Male interpretiert worden ist. Hier jedoch (vgl. auch Spiegel-Titel Heft 44/20) wird ihm eine plumpe Eindeutigkeit übergestülpt. Die Grafik hat den Bild-Ausschnitt gedreht bzw. gekippt. Das fällt nicht auf, denn der computertechnisch hinzugekommene Riss im Putz, der aussieht, als käme ein Blitz vom Himmel, ist fast senkrecht. (Nebenbei bemerkt: Der Riss erinnert mich auch an die Setzrisse im Wandputz unseres Reihenhauses.) Eine geschickte optische Täuschung, denn aus veränderter Perspektive  scheint es, als hockte Adam völlig erschöpft auf dem Erdboden: Adam, ein Hänger, ein verlorener Junkie in Erwartung der erlösenden Heroindosis.

Wann ist es soweit? fragen kleine Kinder, die es nicht erwarten können, Geburtstag zu haben. Aber vor allem fragen sie es vor Weihnachten. Es ist so schön, dass an Weihnachten -so habe ich es als Kind empfunden- nicht nur man selber, sondern jeder Mensch Geburtstag hat.

Mein Mann und ich haben die gemeinsam verbrachte Vorweihnachtszeit immer sehr genossen, vor allem, als die Kinder noch klein waren. Wir haben gebastelt, gebacken, die Wohnung geschmückt. Unsere Kinder haben Adventskalender geliebt und -so aufgeregt sie auch waren- geduldig ein Törchen nach dem anderen geöffnet. Und sie haben die Tage gezählt bis zum Wiedersehen mit ihren Verwandten. Weihnachten ist das Fest der Gegenseitigkeit. Wir teilen uns festliche Mahlzeiten und tauschen Geschenke. In diesem Jahr fällt -amtlich verordnet- mit dem Verbot von Weihnachtsmärkten, Glühwein-Ständen und „Lebendigen Adventskalendern“ auch die kollektive gesellschaftliche Vorfreude aus. Die maßlosen „Maßnahmen“ sind nicht nur ein massiver Angriff auf unsere Freude, sondern auch auf unsere Vorfreude.

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Wann ist es endlich soweit? Diesen Adventskalender hat meine Tochter Carla im Jahr 2008 für uns Eltern gebastelt. Da war sie neun Jahre alt und gerade von Köln-Neuehrenfeld ins zwei Kilometer weit entfernte Nippes umgezogen. Ein Umzug ist für Kinder immer auch ein kleiner Heile-Welt-Untergang. Unsere Kinder mussten zum Glück nicht die Schulen wechseln. Überhaupt ist es für Kinder, die klare Orientierungen brauchen, wichtig, dass möglichst alles so bleibt, wie es ist. Im Jahr 2020 ist nichts mehr so, wie es war. Doch (nicht nur) Kinder brauchen, wie wir alle wissen, Rituale. Nachdem Halloween und die Feste zu  Sankt Martin und Nikolaus schon nicht wie gewohnt stattgefunden haben, gibt es auch Weihnachten nur in der Light-Version.

Aber die Frage Wann ist es soweit? ist älter als Weihnachten. Ursprünglich, so denke ich, wurde sie nicht einmal ausgesprochen. Eigentlich berührt die Frage nicht die Geburt Jesu Christi, sondern die Geburt eines jeden Menschen. Denn die Frage Wann ist es soweit? ist eine Frage an die schwangere Frau, die ein geheimes, weitgehend unbewusstes Wissen in sich trägt über die Entstehung des Menschen. Die Frau, die, um Leben zu geben, ihr Leben riskiert, flößte tiefen Respekt ein. Heute ist „der Mutterleib als öffentlicher Ort“ (Barbara Duden) wissenschaftlich „erforscht“, vermessen. Der ärztliche Blick ist zunehmend respektlos. Und an die Stelle der Frage Wann ist es soweit? tritt ein lapidares „Für wann bist du ausgerechnet?“

Bei der gnadenlosen Durchleuchtung des Mutterleibs hat man Gott allerdings ebenso wenig gefunden wie bei der Erforschung des Alls. Wie auch? Das Göttliche wäre nicht das Göttliche, ließe es sich wissenschaftlich aufspüren.

Doch bei der Rettung der Welt wird die Wissenschaft eine zentrale Rolle spielen. Es waren Wissenschaftler, die die Gefahr der Erderwärmung erkannten und das Ozonloch entdeckten. Aber es sind auch Wissenschaftler, die sich immer mehr erlauben, Gott zu spielen und über unser Leben, Gebären und Sterben zu entscheiden. Wir müssen miterleben, was die klügsten Köpfe des 20. Jahrhunderts – allen voran der sprach- und gedankengewaltige Theodor W. Adorno („Dialektik der Aufklärung“) -vorhergesehen haben: Dass Aufklärung in ihr Gegenteil umschlägt.

Die Behauptung, dass all das, was wir derzeit erdulden müssen, zu unserem Wohl geschehe, ist eine sentimentale Anmaßung. Im Wikipedia-Beitrag zu Hybris fand ich ein treffendes Zitat: „Die Hybris, die uns versuchen läßt, das Himmelreich auf Erden zu verwirklichen, verführt uns dazu, unsere gute Erde in eine Hölle zu verwandeln.“ (Karl Popper)

Traurig ist: Anders als im Frühjahr 2020 werden mittlerweile auch in Deutschland viele Todesopfer registriert, deren Tod „mit Corona in Zusammenhang“ gebracht wird. Auffällig ist, dass es die meisten Toten in Bayern gibt, insgesamt wurden hier seit Beginn der Aufzeichnungen 5483 Todesfälle gemeldet (nachgetragene Zahl vom 18.12.). Das sind deutlich mehr als im Bundesland NRW (5075 gemeldete Todesfälle am 18.12., Quelle: JHU CSSE COVID-19 Data), das mit knapp 18 Millionen Einwohnern nicht nur das bevölkerungsreichste Bundesland ist, sondern mit 526 Einwohnern je Quadratkilometer unter den Flächenstaaten auch der am dichtesten besiedelte. Zum Vergleich: In Bayern leben etwas mehr als 13 Millionen Menschen – aber nur 186 Einwohner pro Quadratkilometer. Dass ausgerechnet in Bayern, wo der autoritäre Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seit Beginn der Krise ohne Erbarmen den bundesweit härtesten Corona-Kurs fährt, besonders viele Menschen sterben mussten und müssen, lässt aufhorchen.

Dabei hatte man sich kürzlich noch mit einer hübschen Broschüre gefeiert. In der vom Bayerischen Innenministerium herausgegeben Schrift mit dem Titel „92 Tage Katastrophenfall: Corona-Pandemie in Bayern“ heißt es:

„Der Erfolg Bayerns bei der Bewältigung der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 fiel nicht vom Himmel. Er ist das Ergebnis deutlicher Führung mit klaren Strukturen, unendlicher Einsatzbereitschaft der vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie der Bereitschaft der Menschen, zusammenzuhalten und Geduld zu haben. (JOACHIM HERRMANN, MdL, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration)

Natürlich dürfte es insbesondere Markus Söder nicht entgangen sein, dass die Zahl der Menschen, deren Tod mit einer Corona-Infektion im Zusammenhang gebracht wird, in Bayern extrem hoch ist. Doch anstatt sich endlich zu mäßigen, hat er mit noch größerer Härte reagiert. Auf einer Sondersitzung am 6. Dezember hat Ministerpräsident Markus Söder erneut für ganz Bayern den Katastrophenfall ausgerufen, der am 9. Dezember in Kraft getreten ist und vorerst bis zum 5. Januar 2012 gelten soll. Das ist meines Erachtens vollkommen unverantwortlich. Etwas ist was faul im Freistaat Bayern.

Leider ist der kernige Markus Söder über Bayern hinaus tonangebend. Am 13. Dezember werde ich in den kommenden Jahren nicht nur an den gewaltsamen Tod meiner Großmutter Steffi denken, sondern auch an den totalen Lockdown, der heute, am 13. Dezember 2020, über ganz Deutschland verhängt wurde

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