Wie man Kindern Halbwahrheiten einimpft – Die fragwürdigen Werbeauftritte der öffentlich-rechtlichen MAUS

Die Maus kennen wir alle. Eigentlich mag ich die Kinder- „Sendung mit der Maus“. Da werden an jedem Sonntagmorgen Lach- und Sachgeschichten erzählt, pfiffige Fragen gestellt und pfiffige Antworten gegeben. Alltagsfragen werden behandelt, z.B.: „Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta?“ Für meine Kinder hat die Maus (wie überhaupt das Fernsehen mit Ausnahme der Simpsons und Lolle) eine nur untergeordnete Rolle gespielt. Der Sonntag war Familientag mit ausgedehntem Frühstück, Sonntagsspaziergang oder Ausflügen ins Kölner Umland. Niemand wäre auf die Idee gekommen, den Fernseher einzuschalten.

Tatsächlich ist „Die Sendung mit der Maus“ auf unterhaltsame Weise informativ – auch für Erwachsene, die sich gerne mit den Kindern zusammen die Sendung anschauen. So erzählt meine Schwägerin, dass sie ihre Prüfung zur Floristin einfach fand, weil sie mit ihrer Tochter zusammen regelmäßig vor der „Sendung mit der Maus“ saß und gut informiert war. Auch ich bin gestern „schwach geworden“, denn am Wahlsonntag wurde eine sehenswerte Episode ausgestrahlt. Kindern und Erwachsenen wird „kinderleicht“ und anschaulich erklärt, wie das Wählen funktioniert. Aber eben leider nur, wie der Wahlvorgang (zwischen Ankreuzen und Auszählen) abläuft. So war der Beitrag -überspitzt gesagt- eine Gebrauchsanleitung zur Bundestagswahl.

Früher, als es das Fernsehen noch nicht gab, bestimmte die Kirche das Leben. Wie ein deutsches Sprichwort sagt: Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf. Die Leute saßen noch nicht vor dem Internationalen Frühschoppen (später Presseclub), sondern gingen nach der Sonntagsmesse zum Frühschoppen in die nahegelegene Kneipe. Heute bezahlen die Familien Rundfunkgebühren statt Kirchensteuern (manche auch beides)- und gestalten den Sonntag nach den Terminvorgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Mit Maus fang an, mit Tatort hör auf, das ist der beste Sonntags-Verlauf. Nur ist der Tatort mittlerweile so fahl und brutal, dass die Leute froh sind, wenn das Wochenende vorbei ist.

Vor allem Kinder mögen die Maus. Wie ihre Eltern vertrauen sie ihr und sind fest davon überzeugt, dass die Maus ihnen keinen Unsinn erzählt und keinerlei Hintergedanken hat. Doch ist das wirklich so? Tatsächlich ist die Maus auch eine Marke. „Trotz mittlerweile zahlreicher Nachahmer bleibt seriöse Wissensvermittlung eine Sache des Originals: Die Maus ist die führende Wissensmarke in Deutschland und zu einer echten Ikone geworden.“ https://wdr-mediagroup.com/en/markenportfolio/die-maus/basisinformationen/

In einem klugen Artikel auf „Übermedien“ mit dem schönen Titel „Das Würstchen mit der Maus“ entzaubert die Journalistin Anna von Garmissen die beliebte Fernseh-Figur: Die WDR mediagroup, 100-prozentige Tochtergesellschaft des WDR, „… kümmert sich um die kommerziellen Tätigkeiten des Senders. Die Maus gehört zu ihren wichtigsten Marken im Merchandising- und Lizenzgeschäft. Sie ziert Geschirr und Gummistiefel, Taschenlampen und T-Shirts, Rucksäcke, Radios und Regenschirme…https://uebermedien.de/53092/das-wuerstchen-mit-der-maus/

Damit jedoch nicht genug. Die Maus, so schreibt Anna von Garmissen, die als Beleg ihrer Beobachtungen Bofrost-Katalogseiten abfotografiert hat, greift darüberhinaus in die Nahrungsgewohnheiten der Kinder ein: „Eine der Maus-Lizenznehmerinnen ist die Firma Bofrost. Seit rund drei Jahren sind die Maus und ihre Freunde, der blaue Elefant und die gelbe Ente, Markenbotschafter für Europas größten Direktvertrieb von Tiefkühlkost und Speiseeis… Die Gerichte mit der Maus heißen „Bauernhof-Suppenspaß“, „Kartoffel-Flummis“, „Regenbogenreis“ oder „Hähnchen Tic Tac Toe“. Man könnte auch Nudelsuppe, Kartoffelklöße, Reispfanne und Hähnchenbrust sagen.“ (ebd.)

Doch die Maus macht nicht nur Produktwerbung. Sie wirbt nicht nur für „Kartoffel-Flummis“, sondern auch für die deutsche Wissenschaftspolitik. Ärgerlich und peinlich kann es werden, wenn die Maus leibhaftig auf Veranstaltungen auftritt, wenn also ein Mensch in das orangefarbene pelzige Kostüm schlüpft, das zwar stets erneuert wird, in dem der Akteur aber trotzdem schwitzt.

Ende 2019 hatte die Maus einen besonderen Auftritt. Kurz bevor er den Wissenschaftsjournalisten Ralph Caspers mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnete, verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Maus in Schloss Bellevue den „Maus-Verdienstorden“. Zu sehen war der kleine Werbefilm für die deutsche Bundespolitik (na, wo wohl?) in der „Sendung mit der Maus“. Zum Fremdschämen:

So verkrampft diese Vorstellung ist, wirkt sie doch beinahe lässig gegenüber den Werbe-Auftritten der Maus im Jahr 2021. Der Anlass für diese Auftritte war der 50. Geburtstag der Maus. Genauer gesagt: Am 7. März 2021 wurde die erste „Sendung mit der Maus“ ausgestrahlt. Seither werden „runde Geburtstage“ der Maus groß gefeiert. Und selbst im Corona-März 2021, als größere private Familienfeste verboten waren, fiel der 50. Geburtstag der Maus nicht aus. Im Gegenteil: Zahlreiche Prominente gratulierten- natürlich nur im streng kontrollierten Rahmen. In geschlossener Gesellschaft wurde nicht nur für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geworben, sondern vor allem auch für die staatlichen Corona-Maßnahmen.

Ein streng abgeschirmter und hübsch ausstaffierter Schauplatz für den Auftritt der Maus war wiederum Schloss Bellevue. Und wieder einmal traf die Maus in Begleitung von Ralph Caspers unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der natürlich unbedingt gratulieren wollte.

Auf einer facebook– Seite fand ich folgendes Video: https://nn-no.facebook.com/Bundespraesident.Steinmeier/videos/904710250286182/?so=permalink&rv=related_videos

Ich habe mir das Video angeguckt und war erschrocken und entsetzt. Frank-Walter Steinmeier wendet sich „an die Kinder, die uns jetzt zuschauen.“ Doch anstatt dass sich der Präsident der Bundesrepublik Deutschland endlich bei den Kindern für das entschuldigt, was sie mitgemacht haben (Maske, Schulschließungen, Kontaktverbote, Abstandsregeln, Corona-Tests, Quarantäne), bedankt er sich auch noch dafür, dass sie mitgemacht haben. Und dabei hatten die Kinder keine andere Wahl.

Wer mag sich dieses Gesülze noch länger anhören? Warum räumen unsere Spitzenpolitiker nicht endlich schwere und schwerste Fehler ein? Warum gibt es an unseren Schulen immer noch die Maskenpflicht? Warum wird an den Schulen getestet und Kindern ab zwölf Jahren eine mehr als fragwürdige Impfung empfohlen?

Wann wird endlich realisiert, dass in Schweden die Kinder vor Panikmache geschützt und vor schweren psychischen, aber auch physischen Schäden bewahrt wurden, indem die Grundschulen (bis einschließlich Klasse 9) unter halbwegs normalen Bedingungen geöffnet blieben?!!! Auffällig ist, dass die Inzidenz in Schweden gegenwärtig (25.9.201) bei nur 43,6 (Deutschland: 61,4) liegt, obwohl (oder weil?) mittlerweile alle Schulen geöffnet sind und die Grundschulen immer geöffnet waren.

Das oben erwähnte Video habe ich abfotografiert und die Fotos zu einer kleinen graphic novel zusammengestellt. Dazu später mehr…

Die große Feier ist vorbei, doch die Maus macht weiter auf WDR2. In der Radio-Sendung „Frag doch mal die Maus“ beantwortet „sie“ Kinderfragen. In der Sendung vom 30.8.2021 stellt die siebenjährige Merle aus Wuppertal, deren Mutter sich gegen Corona hat impfen lassen, eine kluge Frage, auf die sie leider eine beschränkte Antwort bekommt: „Was ist immun?“

In diesem Beitrag, der immerhin anderthalb Minuten lang ist, wird die natürlich erworbene Immunität nicht einmal erwähnt. Verschwiegen wird, dass uns eine durchgemachte Infektion vor Corona schützt. Verschwiegen wird auch, dass Menschen, die Corona hatten, wenn überhaupt, dann in aller Regel beim zweiten Mal nur leicht erkranken. Diese wichtige Information verdanke ich der Lektüre des folgenden Artikels: https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/corona-sind-wir-nach-einer-infektion-immun/

Stattdessen wird die Impfung als die Möglichkeit einer Immunisierung angepriesen. In der Ausschließlichkeit widerspricht die Information auch den wissenschaftlichen Tatsachen und hat mit seriöser Wissensvermittlung nichts mehr zu tun. In Minute 1.16 heißt es betont lässig: „…Wer immun ist, zum Beispiel nach ner Impfung, der oder die ist relativ sicher vor der Krankheit. Zumindest ist es unwahrscheinlicher, dass es einen schwerer erwischt.“ Das ist zwar nicht falsch, aber allenfalls die halbe Wahrheit. https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/frag-doch-mal-die-maus/immun-100.html

So macht man den Kindern Angst. Für viele Erwachsene mag die Impfung sinnvoll sein, aber doch nur für die wenigsten Kinder. Wie schön ware es, wenn die Maus die Kinder beruhigen würde. Das ist in diesem Fall ganz einfach: Sie müsste ihnen nur die Wahrheit sagen:

Liebe Merle, es gibt einzelne Menschen, die schwer an Corona erkranken, und manche haben Spätfolgen oder sterben sogar daran. In aller Regel sind das ältere Menschen, die bereits schwere Krankheiten haben und Tag für Tag Medikamente nehmen müssen, die wiederum schwere, schwächende Nebenwirkungen haben. Für diese Menschen ist die Corona-Impfung unter Umständen sinnvoll.

Es gibt Krankheiten, die sind so schlimm, dass es sehr wichtig und gut ist, Impfungen zu entwickeln, etwa die Kinderlähmung. Corona aber ist für Kinder in aller Regel ungefährlich. Die meisten Kinder merken es nicht einmal, wenn sie Corona haben.

Impfungen können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, die manchmal nach Jahren erst ausbrechen. Diese Nebenwirkungen können bei Kindern sogar schlimmer sein oder häufiger auftreten als bei Erwachsenen, wie wir bei der Schweinegrippe-Impfung vor zwölf Jahren gesehen haben. Das Schreckliche ist, dass die Eltern, die damals ihre Kinder haben impfen lassen, ihnen etwas Gutes tun wollten, sie schützen. Wir sollten aus dieser Erfahrung lernen: Kinder dürften nicht voreilig geimpft werden. Über eventuelle Spätfolgen der Corona-Impfung wissen wir nichts.

Lieb Merle, deine Mutter hat sich bestimmt auch deshalb gegen Corona impfen lassen, weil sie dich schützen will. Aber vermutlich wäre das nicht nötig gewesen, denn die meisten Kinder dürften bereits immun sein. Vielleicht bist auch du geschützt, ohne es zu wissen. Stell dir vor: Ihr Kinder seid durch eure Kinderkräfte vor einer Krankheit geschützt, die die ganze Erwachsenen-Welt derzeit in Atem hält! Dass das so ist, grenzt an ein Wunder.

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 Windpockennarben-Selfie. Wer genau hinguckt, entdeckt über meinem verdeckten linken Auge (rechter Bildrand) einen kleinen roten Kringel. Hierbei handelt es sich um eine Windpocken-Narbe. Die Windpocken kriegten damals fast alle. In die proppenvolle erste Volksschulklasse, in die meine Zwillingsschwester und ich Ostern 1965 kamen, gingen 56 Kinder. Im Klassenzimmer war’s eng, aber geschadet hat uns das nicht – im Gegenteil. Die Welt war voller Kinder. Was für ein Glück!                                                                                                                                                                         Ich weiß nicht mehr genau, wie alt ich war, als meine Geschwister und ich die Windpocken hatten. Nicht alle auf einmal. Doch ich weiß noch genau, dass meine Mutter ungeduldig wurde. Da sie nicht berufstätig war, konnte sie es sich zwar leisten, sich (zum Teil nacheinander) um alle ihre vier Kinder zu kümmern, aber das zehrt natürlich an den Nerven, vor allem dann, wenn ein Familienfest zu platzen droht. An genau dem Tag, als wir den runden Geburtstag einer meiner Großtanten feiern wollten, hatte ich noch eine einzige verkrustete Windpocke – ausgerechnet im Gesicht. Ich weiß noch, wie meine Mutter sagte: „Wir könnten ja versuchen, die Kruste vorsichtig abzukratzen.“ Von diesem „Eingriff“ stammt meine Windpockennarbe. Wir fuhren gut gelaunt zum Familienfest. Dass ein Kind mit einer letzten verkrusteten Windpocke nicht mehr ansteckend ist, wussten wir nicht. Eine Windpocken-Impfung -wie sie heutzutage „angeboten“ und von der STIKO empfohlen, aber von Stiftung Warentest(!) angezweifelt wird- ist vielleicht praktisch, mehr aber auch nicht. 

GroKo stoppen! Teil 2: Der Titel schützt vor Torheit nicht – Karlimpf in allen Gassen Prof. Auflauerbach

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Mediziner, Gesundheitsökonom und Bundestagsabgeordneter (SPD), liebt es, den Menschen auf bzw. unter die Pelle zu rücken, und das im wahrsten Sinne des Wortes. So half Lauterbach nach anfänglichen Protesten im April in einem Leverkusener Impfzentrum aus. Der Ort war nicht zufällig ausgesucht. Im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV ist Lauterbach Direktkandidat der SPD für den Deutschen Bundestag.

Am 21. August wagte dann der prominente Direktkandidat in peinlicher Selbstüberschätzung einen zweiten Wahlkampf-Auftritt als Impfarzt, der allerdings blamabel enden sollte. Der Impfbus mit dem Team rundum Lauterbach stand vor dem Leverkusener Stadion, wo Bayer 04 Leverkusen gegen den VFL Mönchengladbach spielte. Nach all den freundlichen Briefen, die er tagtäglich bekommt, hatte Lauterbach gehofft, dass die Leute in Scharen kommen, weil sie es prickelnd finden, wenn ihnen der Kandidat höchstpersönlich die Impfspritze setzt.

Doch der erwartete Ansturm blieb aus. Ein beleidigter Lauterbach twitterte am 21.8. folgendes:

„… Karl Lauterbach@Karl_Lauterbach 21. Aug Heute hat das Impfteam Leverkusen vor dem Bayer Stadion geimpft. Wir hatten weitaus weniger Impfinteressenten als erwartet. Was war passiert? Finde den Fehler…“

„Finde den Fehler“ – das klingt wie eine Arbeitsaufgabe für Grundschüler. Nun gut, ich mache mit, doch ich finde keinen Fehler, denn was Lauterbach passiert ist, war kein „Fehler“, sondern richtig doof. Tatsächlich hatte Lauterbach nicht begriffen, dass zum Fußball-Bundesliga-Spiel ja nur genesene oder bereits vollständig geimpfte Zuschauer zugelassen waren („2G“). Aber wer kommt schon zur Stadion-Impfung, wenn er anschließend nicht mal ins Stadion kommt? Ich denke, Freikarten hätten das Impfinteresse deutlich erhöht.

Den Nutzen von Freikarten oder anderen Belohnungen (warum nicht Halver Hahn als schmackhafter, aber preiswerter Lockvogel?) scheint Lauterbach nicht zu begreifen. Vermutlich denkt der Mann, die Impfung ist Geschenk genug. Es kann aber auch sein, dass der angeblich knickrige Lauterbach befürchtet, den Köder aus eigener Tasche zahlen zu müssen.

Eine vergleichbar lächerliche Idee eines Weekend-Pieks hatte Lauterbach vor zwei Monaten schon einmal. „SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schlägt vor, dass „nicht nur in Arztpraxen und Impfzentren, sondern auch in Ausgehmeilen“ geimpft wird. Das sagte er im Gespräch mit Business Insider: „Es muss Freitags- und Samstagsabends mobile Impfstationen an belebten Plätzen geben, wo sich viele Leute treffen, auch vor Bars und Clubs“, so Lauterbach weiter. Man müsse mit den Impfungen dorthin, wo die Menschen seien.https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/zuerst-spritze-dann-feiern-karl-lauterbach-plaediert-fuer-mobile-impfstationen-vor-bars-und-clubs-b/

Mit seinem Vorschlag ist Lauterbach zum Glück nicht durchgekommen. Wer hat schon Lust, frisch geimpft, aber leicht angeschlagen und sich unfrisch fühlend feiern zu gehen und nicht einmal mit Freibier belohnt zu werden? Schon damals hätte Lauterbachs doofer Tweet gut gepasst : „Wir hatten weitaus weniger Impfinteressenten als erwartet. Was war passiert? Finde den Fehler…

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Karl Lauterbach: Damals noch mit leeren Händen, heute mit Impfspritze in der Hand.                                                          Lauterbach wettert: Kölner Glühwein-Anarchie – So titelte am 7.Dezember 2020 der Kölner EXPRESS. Völlig aufgebracht war Karl Lauterbach wegen der sogenannten „Glühwein-Wanderungen“, die im Kölner Stadtgebiet kurz vor dem Lockdown (13.12.) noch stattfinden konnten, am Nikolaus-Sonntag ins Kölner Belgische Viertel gestürmt, denn die Menschen wanderten nicht nur von Glühwein-Ausschank zu Glühwein-Ausschank, wie es die Stadt Köln „erlaubt“ hatte, sondern blieben zwischendurch stehen, d.h. sie standen Glühwein trinkend in Grüppchen zusammen, ohne immer den „Sicherheitsabstand“ einzuhalten. War das schon fast ein Verbrechen? Für Lauterbach nicht nur fast.

Sogar aus medizinischer Sicht ist die auflauernde Impfung, wie ich sie leider nennen muss, mehr als fraglich. Schließlich wirkt die Corona-Impfung erst mit mehrwöchiger Verzögerung. Welche Phantasien hat Lauterbach, was lässt ihn von mobilen „Impfstationen an belebten Plätzen“ träumen? Missgönnt er den Mitmenschen die Lebensfreude? Ist nicht die Impfung von tausend Menschen auf einen Stich, wie ich die Aktion leider nennen muss, eine volkserzieherische Zwangsmaßnahme?

Entsetzt bin ich, wenn ich lese, dass Lauterbach, was die Schulen betrifft, weiterhin für harte Maßnahmen plädiert. Die Gefahr, die er heraufbeschwört, ist die drohende „Durchseuchung der Kinder“.

In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk am 26.8.2021 (einen Tag, nachdem am 25. August die Mehrheit im Deutschen Bundestag gegen die Stimmen aller Oppositionsparteien die „epidemische Lage“ zum fünften Mal verlängert hatte) brachte der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), seinen Unmut zum Ausdruck. Er hält den den Begriff „Durchseuchung“ für „propangandistisch“. Ich kann mich dem nur anschließen. Unbedingt lesen: https://www.deutschlandfunk.de/nrw-familienminister-stamp-zu-covid-verlaeufen-risiken-fuer.694.de.html?dram:article_id=502222

Joachim Stamp, der kein Impfgegner ist, hatte einen „Tag der Eigenverantwortung“ vorgeschlagen, und zwar den 3.Oktober (Tag der deutschen Einheit) 2021. „Danach sollten die staatlichen Beschränkungen von Bürgerrechten enden.“

Der NRW-Familienminister macht sich große Sorgen um das Wohlergehen der Kinder. Er hatte sich vor dem 25.8. mit zahlreichen Fachleuten unterhalten, insbesondere mit Kinderärztinnen und Kinderärzten: „Es wird ja der Politik immer vorgeworfen, wir würden uns nicht an die Wissenschaft halten. Ich finde, bei der Beurteilung der Risiken für Kinder, da ist doch die wichtigste Wissenschaft die Pädiatrie, das was die Kinderärztinnen und Kinderärzte sagen. Die sagen uns, dass die Risiken durch die Beschränkungen viel, viel höher sind.“ (s.o.) 

Kinder können sich nicht wehren. Ihre Eltern sind gezwungen, auch gegen den eigenen (Eltern)-Willen Maßnahmen zu akzeptieren, die in der kindlichen Psyche großen Schaden anrichten können. Diese Maßnahmen überschreiten nicht nur Körpergrenzen, sondern entmündigen die Kinder und zwingen sie zu einer Art soldatischem Gehorsam.

Wir erleben eine rücksichtslose, gleichgültige Corona-Politik. Dass es auch anders geht, zeigen uns die Schweden, wo alle Schulen ohne Einschränkungen geöffnet sind. Impfungen für 16jährige werden in Schweden nicht generell empfohlen, sondern nur für Jugendliche mit bestimmten Erkrankungen. Man hat aus den Erfahrungen mit der Schweinegrippe-Impfung und ihren katastrophalen Folgen und Spätfolgen (Narkolepsie) gelernt.

Manchmal denke ich, dass es das Werk der großen Schriftstellerin Astrid Lindgren ist, das in den Herzen der Schweden Spuren hinterlassen hat. Astrid Lindgrens Bücher speisen sich aus einer tiefen Liebe zum Leben, zu allen irdischen Geschöpfen und aus einer unumstößlichen Achtung vor den Kindern.

Medizinische Maßnahmen als Mittel zur Unterwerfung einzusetzen, ist verwerflich. Seinen entsetzlichen Höhepunkt hatte dieser Wahnsinn in den 1950er und 60er Jahren, als Heimkinder, die keine schützenden Eltern hatten, vielerorts in Deutschland systematisch gequält, ruhig gestellt, misshandelt und (auch für pharmazeutische Studien und Experimente) missbraucht wurden. Zum Einsatz kam hierbei medizinisches Gerät, insbesondere die handliche Injektions-Spritze. „In einer Art Verteidigungsschrift an den Essener Caritas-Direktor bestritt Strehl zwar die Anwendung solcher „Kotzspritzen“, doch zeigen die Quellen ein anderes Bild. Neben den zeitgenössischen Unterlagen berichteten auch verschiedene Heimbewohner über die Verabreichungspraxis solcher Spritzen, die Strehl bei Stationsvisiten offenbar immer bei sich trug, um renitente Kinder bei Bedarf direkt sedieren zu können.https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMI17-20.pdf

Mit „Strehl“ ist der Mediziner Waldemar Strehl (1916-1988) gemeint, der im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht gedient hatte und von 1955 bis 1969 im Essener Franz-Sales-Haus tätig war, einem katholischen Behindertenheim. „… Über den missbräuchlichen Einsatz von Medikamenten in Heimen der Nachkriegszeit haben der Historiker Uwe Kaminsky und die Ethikerin Katharina Klöcker von der Ruhr-Universität Bochum am Donnerstag eine Studie veröffentlicht. Am Beispiel des Franz Sales Hauses zeichnen sie nach, wie in den 1950er und 1960er Jahren die Bewohner mit Medikamenten diszipliniert wurden. Damit nicht genug: Der damalige Anstaltsarzt Waldemar Strehl testete an den Minderjährigen neue Präparate – in Überdosis…“ https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-08-27/zur-strafe-eine-kotzspritze-studie-zeigt-medikamentenmissbrauch-einem-nachkriegsheim

… Ich kann an dieser Stelle nicht weiterschreiben, weil ich erst einmal tief durchatmen muss… Beim Googeln musste ich feststellen, dass Waldemar Strehl in meiner Heimatstadt Bottrop geboren wurde und an „meiner Schule“ Städtisches Jungengymnasium Bottrop (später Heinrich-Heine-Gymnasium) Abitur gemacht hat, an eben dem Gymnasium, wo mein Großvater Josef Verron zu der Zeit Lateinlehrer war…

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Vom Blitz getroffen, pardon… Ich habe das Plakat (mehr schlecht als recht) von der illustren Seite leverkusen.com abfotografiert. Damals hat es jemand auf der Solinger Straße in Leverkusen aufgenommen. Das Plakat stammt aus dem Wahlkampf 2017. Lauterbach war bis 2001 Mitglied der CDU, wechselte dann aber in die SPD. Lauterbach machte zu der Zeit Karriere an der Universität zu Köln.  „1998 wurde Lauterbach Direktor des neu gegründeten Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) an der Universität zu Köln; damit war auch seine Berufung als Professor verbunden. Dort ist er aufgrund seines Bundestagsmandats beurlaubt.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Lauterbach                                                                                  Lauterbach wollte und will Bundesgesundheitsminister werden, das ist sein Traum. Dafür musste er zunächst einmal Bundestagsabgeordneter werden. Es war schlau von Lauterbach, nicht nur zur SPD zu wechseln, sondern sich den Wahlkreis Leverkusen- Köln IV zu sichern, denn der geht traditionell an die SPD. Als Direktkandidat ist Lauterbach bereits 2005, 2009, 20013 und 2017 in den Bundestag gewählt worden. Lauterbach ist auf das Direktmandat angewiesen. Über die Landesliste in den Bundestag zu kommen, dürfte Lauterbach im Jahr 2021 kaum gelingen, denn die Partei hat ihn lediglich auf Platz 23  gesetzt.                                                                                              Zurück zum Wahlkampf 2017. Ein Job muss reichen. Mit diesem Plakat wollte sich Lauterbach bei den Wählerinnen und Wählern anbiedern, denn in Leverkusen und im Kölner Nordosten leben viele Menschen, die mehrere Jobs brauchen, um sich überhaupt über Wasser zu halten. Lauterbach schwimmt oben und verdient bestens, doch der Professorentitel schützt vor Torheit nicht. Dass die Parole „Ein Job muss reichen“ doppeldeutig ist, dürfte vielen Menschen aufgefallen sein, nur Lauterbach nicht. Lauterbach hat viele Jobs, nicht nur im Bundestag. Als Professor ist er lediglich beurlaubt, er veröffentlicht populärwissenschaftliche Bücher und tritt als Redner auf. Ich sage nur: „Lieber Herr Prof. Lauterbach, bitte bescheiden Sie sich. Nehmen Sie sich selber ernst: Ein Job muss reichen.“

Elfchen im Neunten: „MAKE OUR PLANET GREAT AGAIN“ – „MACHT EUCH DIE ERDE UNTERTAN“

Emmanuel Macron kam der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen vermutlich nicht ungelegen. Vor dem Hintergrund des Ausstiegs kann er umso mehr den Weltklima-Retter mimen. Gemessen am reichlich beschränkten Donald Trump, der (in Klima-Fragen vergleichbar etwa mit der AFD-Politikerin Alice Weidel) nach wie vor nicht begreifen will, dass der „Klimawandel“ von Menschen verursacht ist, wirkt Macron geradezu klug und vernünftig. Das ist natürlich nur relativ, denn, wie (leicht abgewandelt) ein Sprichwort sagt, das Erasmus von Rotterdam zugeschrieben wird: Unter den blinden Männern ist der einäugige Mann König.

Der Ausstieg kam allerdings für niemanden überraschend, denn Trump löste hiermit ein Wahlversprechen ein. Dennoch nahm Macron die offizielle Ankündigung des Ausstiegs zum Anlass, sich am 1.6.2017 vermeintlich tief erschrocken und enttäuscht mit einer „persönlichen“ Botschaft an die Weltöffentlichkeit zu wenden. In dieser Rede tritt Macron gut gepudert als smarter Klima-Missionar auf, der Experten anheuert: „Allen Wissenschaftlern, Ingenieuren, Unternehmern und Bürgern, die von der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten enttäuscht sind, möchte ich sagen, dass sie in Frankreich ein zweites Heimatland finden werden. Ich sage ihnen: Kommen Sie, und arbeiten Sie hier mit uns! Lassen Sie uns gemeinsam an konkreten Lösungen für unser Klima arbeiten.“ (Video Make Our Planet Great Again, deutschsprachige Untertitel)

Doch Macrons Wortwahl lässt aufhorchen. Die gut einstudierte Rede endet mit einem Satz, den sich Macron publikumswirksam für den Schluss aufbewahrt hat: Make Our Planet Great Again. Unüberhörbar spielt der Satz auf Trumps berühmte Parole Make America Great Again an. Nur ist es nicht nur die eine Nation, die Macron wieder großartig machen will, sondern etwas viel Größeres: die ganze Erde. Was aber stellt sich Macron unter einem „großartigen Planeten“ vor? Will Macron die aufgebrachte Natur beschwören? Angesichts von so viel Schwulst wird mir ganz angst und bang.

Make Our Planet Great Again zeigt einmal mehr eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Präsidenten der Atommächte Frankreich und USA. Beide, der aktuelle Präsident Frankreichs und der ehemalige der USA, lieben die Macht, die Selbstfeier, den Prunk, und beide lieben die prachtvolle Macht-Demonstration. Zur Erinnerung: Nur sechs Wochen nach der Ankündigung des Ausstiegs sind Donald und Melania auf Einladung von Macron anlässlich des Nationalfeiertags nach Frankreich gereist, um am 14.Juli 2017 der Militärparade beizuwohnen.

Leider ist man auch hierzulande von Macrons großmäuliger Parole begeistert. Make Our Planet Great Again ist Leitsatz einer französisch-deutschen Wissenschafts-Kooperative:
„… Das vom BMBF mit 15 Millionen Euro geförderte und auf fünf Jahre (2018–2022) angelegte Förderprogramm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung Make Our Planet Great Again geht auf eine Initiative des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zurück…“ Weiterlesen: https://www.bmbf.de/SharedDocs/Publikationen/de/bmbf/pdf/bildung-und-forschung-als-schluessel-fuer-eine-nachhaltige-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=2

In der Wissenschaft herrscht weitgehend Konsens darüber, dass der Klimawandel menschenverursacht ist. Vertiefende Studien und die Entwicklung von Lösungen mögen sinnvoll sein, aber vor dem Hintergrund eines politischen Immersoweiter hat die Forschung auch eine Alibi-Funktion, denn sie dient unseren Politikern dazu, mit gereinigtem Gewissen weiterzumachen wie bisher: Zu verprassen, zu vergeuden und den Planeten, den Macron wieder „great“ machen will, hemmungslos auszubeuten.

Um den Planeten wieder „great“ zu machen, setzt Macron auf die vermeintlich saubere Atomenergie. Das ist, wie wir wissen, höchst riskant. Die Situation ist verfahren. Frankreich deckt den nationalen Energiebedarf vorrangig mit Atomstrom. Die französische Regierung hat unlängst -anstatt den Ausstieg einzuleiten- die Laufzeit der AKWs sogar auf fünfzig Jahre verlängert. Tatsächlich ist -und da reibt sich Macron die Hände- die Erzeugung von Atomkraft mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar, denn das zentrale Ziel des Abkommens ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad, und die Emissionen sind beim Betrieb von Kernkraftwerken gering.

Dass man die Gefahren wider besseres Wissen herunterspielt, ist unannehmbar. Dass jedoch die französische Regierung versucht, Atomkraft als „nachhaltig“ zu verkaufen, um an EU-Fördermittel zu kommen, ist höhnisch und schamlos gegenüber den Menschen, deren Lebensräume durch die Zerstörungskraft der Atomenergie nachhaltig vernichtet wurden. Ich denke an die Opfer der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima, aber insbesondere auch an die Opfer der französischen Atomversuche in Französisch-Polynesien. Die Zerstörung ihres Lebensraums hat die französische Politik in Kenntnis (!) der katastrophalen Folgen bewusst in Kauf genommen.

Es müsste jetzt endlich die Notbremse gezogen werden. Zunächst und zuallererst müsste man an den Auswüchsen ansetzen und die Privilegien der Mächtigen kappen und diese Personen auf den Erdboden zurückholen, dann wäre schon viel gewonnen.

Es gäbe viele klimapolitische Sofortmaßnahmen. Nur ein paar, die mir spontan einfallen: Stopp der Formel 1, virtuelle Ersatzrennen, aber auch Verlegung in Carrerabahn-Hallen bei gleichzeitiger Öffnung der Rennstrecken für Seifenkisten… Nichtinbetriebnahme des Weltraumbahnhofs (netter, verniedlichender Begriff!) in der Nordsee… Keine weitere Eroberung des Weltalls… Olympia dem Amateursport zurückgeben… Gipfeltreffen digital stattfinden lassen: Stopp des internationalen Schaulaufens der Politiker (inklusive des Großen Fressens, der Kaffee-Kränzchen mit der Queen etc…)

Macron, Kofürst von Andorra und Ehrenkanoniker von St. Johannes im Lateran, müsste unbedingt auf den Boden geholt werden. Er möge seine Dienstreise-Freude drosseln und aufs Homeoffice umsteigen. Darüber hinaus müssten seine Bezüge reduziert werden, denn die sind enorm. „Das Gehalt des französischen Staatspräsidenten betrug seit einer Erhöhung im Herbst 2007 – um 170 Prozent – wie das des Premierministers brutto 240.000 Euro im Jahr.[8] Darüber hinaus erhält er jährlich ein Budget in Millionenhöhe, über welches keine Rechenschaft abgelegt werden muss; dazu gehören zum Beispiel freie Kost und Logis im Palast oder Feriendomizile.[9 …“ https://de.wikipedia.org/wiki/Staatspr%C3%A4sident_(Frankreich)

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Ende August 2021 machen wir -ich älterer Mensch und vier junge Studentinnen zwischen 25 und 20 (darunter meine beiden Töchter)- Urlaub in der Nord-Bretagne. Wir sind mit dem Auto unterwegs. Von uns bin ich die einzige, die einen Führerschein hat. Mit knapp 63 habe ich mir (auch wegen Corona und der unerträglichen Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln) zum ersten Mal im Leben ein Auto zugelegt.

Als Siebensitzer ist das alte Auto groß genug für fünf Personen + Hund, aber auch für die vorwiegend mit bunten Second-Hand-Klamotten und Büchern prall gefüllten Koffer, die so schwer sind, dass ich sie nicht tragen kann. Immerhin brauche ich zum Autofahren noch keine Brille. Auf gut Wetter-Glück habe ich für zwei Wochen eine Ferienwohnung in Ploumanac’h gemietet, einem Ortsteil von Perros-Guirec. Mein Optimismus wird belohnt, die Regenjacken bleiben unausgepackt.

Meistens scheint die Sonne, aber an kaum einem anderen Tag ist der Himmel so unwirklich blau wie am 27. August.

Der Zufall will es, dass ausgerechnet ich, die ich mir so viele Gedanken um den Sonnengott gemacht habe, ausgerechnet hier, wo ich ihn nicht erwartet hatte, bei strahlendem Sonnenschein Macron begegne. Natürlich nicht leibhaftig… Wir sind mit dem Auto auf dem Weg ins schöne Städtchen Lannion, aber die Smartphone-Navi spinnt und leitet uns um nach Perros-Guirec. So geraten wir auf die Küstenstraße zwischen dem „Plage de Trestaou“ und dem „Plage de Trestignel“. Der Straßenrand ist von Menschen gesäumt, die aufs Meer gucken.

Wir stellen das Auto am Plage de Trestignel ab, gehen die Straße hoch und mischen uns unter die Leute: Man erwartet die Flugshow der Patrouille de France, der Kunstflugstaffel der französischen Armee.

Es ist schon faszinierend, wenn am heiteren Himmel mit einem Mal die Flugzeuge auftauchen, Muster bilden und Formationen. Doch alles ist nur Schöner Schein und Schall und Rauch, denn die künstlich erzeugten bunten Wolkenstreifen verpuffen sehr schnell. Dennoch ist die Wahrnehmung nachhaltig manipuliert: Noch Stunden später sollte ich in jeder Möwe den Starfighter sehen

Hybris

schmiert den

Himmel an: Make

Our Planet Great Again

TRICKolore

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Befleckungslust: Dem Himmel den blau-weiß-roten Stempel  aufdrücken, ohne alle Demut zeigen, wer der Herr auf dem Planeten ist:  La Grande Guerre Contre La Nature.

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Soll hier eine Corona-Impfspritze dargestellt werden?

Make Our Planet Great Again… Irgendwann bemerke ich, dass die Parole einen Satz aus dem Alten Testament in sich trägt, Gottes Auftrag an den Menschen: „Macht euch die Erde untertan.“ (Gen 1,28) Beide Sätze (oder sind es nicht eher Schlachtrufe?) haben acht Silben. Die Betonung ist jeweils auf der ersten, der vierten und sechsten Silbe. Der Satzbau ist weitgehend analog, und die Botschaft von Make Our Planet Great Again spielt überdeutlich auf das „Original“ an. Da es den Satz „Macht euch die Erde untertan“ so nur in der deutschsprachigen Bibelübersetzung gibt, ist zu befürchten, dass die Werbetexter, die für Macron arbeiten, ihn bewusst genau so formuliert haben, weil sie einen sprachlichen Köder brauchten für die Verantwortlichen im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die ja auch direkt angebissen haben.

Macron fehlt meines Erachtens alle Demut gegenüber der Schöpfung. An dieser Stelle möchte ich den deutschen Wissenschaftsjournalisten Horst Stern (1922-2019) zitieren, der die Zeitschrift natur mitgründete und bis 1984 deren Herausgeber und Chefredakteur war. Anlässlich seines 90. Geburtstags im Jahr 2012 hat die Zeitschrift natur noch einmal Horst Sterns allererstes Editorial abgedruckt:

„Es darf gedacht werden in NATUR. Nicht nur die Hybris, auch die Hoffnung liegt ja in unserem Denkvermögen begründet. Ich bin sicher: Es wird sich in unserem parasitären Umgang mit der Natur nur dann etwas zum Besseren ändern, hin zu ihrer Schonung durch die Erkenntnis unserer Mitgeschöpflichkeit, wenn der rational gefasste, argumentativ bewiesene Gedanke politisch mehrheitsfähig wird, daß wir Menschen im Kreis der pflanzlichen und tierischen Gestalten nicht grundsätzlich anders, sondern nur grundsätzlich andersartig sind: daß unser Verwandtschaftsgefälle hinunter zu einer Kolibakterie beweisbar kürzer ist als das hinauf zu einem Gott, für dessen Ebenbild wir uns halten. Wir sind als Art biologisch unentrinnbar ein Teil der Natur – lebend an ihr Leben, leidend an ihr Leiden, sterbend an ihr Sterben gebunden.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Stern