Auf Biegen und Knochen brechen – Warum das FC-Vorhaben im Grüngürtel nicht nur dem Klima schadet

Letzte Woche hat der Rat der Stadt Köln, wie zu befürchten war, mehrheitlich für das Ausbauvorhaben des 1. FC Köln im (eigentlich) denkmal- und landschaftsgeschützten Grüngürtel gestimmt. Die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ wird beim zuständigen Oberverwaltungsgericht Münster Klage einlegen.

Ein Armutszeugnis für die Stadt Köln. Der Rat hat -und das ist unannehmbar- die selbstgesetzten Vorgaben nicht ernst genommen, ja sogar missachtet. Warum erklärt man den Klima-Notstand, wenn man zugleich ignoriert, in welcher Klima-Not wir uns alle befinden? Wollte man uns Bügerinnen und Bürger mit der Erklärung des Klimanotstands nur beschwichtigen? Zur Erinnerung: In einer Presseerklärung der Stadt Köln vom Sommer 2019 heißt es: „Der Rat der Stadt Köln hat am 9. Juli 2019 den „Klimanotstand“ erklärt und damit bestätigt, dass die Eindämmung des Klimawandels in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und zukünftig bei allen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist.“

Doch nicht nur das Klima ist in Gefahr. Was auf dem Spiel steht, ist das Wohlergehen der Kinder unserer Stadt. Stattdessen trimmt man sie auf Leistung. Im aktuellen Newsletter der Stadt Köln begrüßt Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Öffnung der Kindertagesstätten: „Die Öffnung der Kitas wird sicherlich eine große Entlastung für die Familien bringen und den Kindern kommt wieder die so wichtige frühkindliche Förderung in den Kitas zugute.“ Es fällt kein Wort der Entschuldigung dafür, was man mit den Corona-Maßnahmen den Kinder zumutet und zugemutet hat.

In unserer geldaufgepumpten, aber geistig völlig verarmten, leistungsorientierten Gesellschaft liegen Geldgier und Sentimentalität eng beieinander. Der Song Running With A Dream war offizielles DFB-Lied von 1997 bis 2013. Der Deutsche Fußballbund erklärte dazu: „Mit diesem Song sollen sich alle unsere Fans identifizieren. Er ist gleichzeitig Ansporn für unsere Jugend, weil er von einem Traum erzählt, der Wahrheit wird – vom Traum einer großen Karriere im Sport, den man sich hart erarbeiten kann.“ (wikipedia)

Doch das DFB-Lied war schon 1997 ein wenig angestaubt. Die Idee dazu hatte angeblich Berti Vogts, ein Rackerer, der immer für den Fußballer stand, der sich hochgearbeitet hatte. Mit Berti Vogts, der mit 12 Jahren seine Mutter und mit 13 seinen Vater verloren hatte, wollte sich kaum jemand identifizieren. Außerdem waren die Bundesliga-Vereine schon damals Geschäftsunternehmen mit immer weiter expandierenden Management- und Marketingabteilungen. Andere Fußballer wurden Vorbilder.

Und ist es überhaupt noch ein Traum, Fußballer zu werden? Natürlich locken Geld und Ruhm, doch selbst für die wenigen, die es in die Bundesliga schaffen, wird der Traum schnell zum Alptraum. Gerade lese ich, dass Leroy Sané nach 10monatiger (!) Verletzungspause in den Profi-Fußball zurückkehrt. Die Spieler müssen konstant eine so hohe Leistung bringen, dass sie gar nicht anders können als „mit vollem Körpereinsatz“ zu spielen. Das geht nicht nur auf die Knochen, sondern auch auch auf die Sehnen und die Bänder (Von den durch Kopfbälle verursachten Gehirn-Schäden mal ganz abgesehen.) Offensichtlich schadet nicht nur das ewig genannte Doping, sondern auch die harte Droge (Selbst-) Optimierung, und das nicht nur im Fußball. https://www.focus.de/kultur/buecher/es-war-die-hoelle-boris-becker-gibt-zu-ich-habe-eine-kuenstliche-huefte_aid_1115879.htmln

Leider ist auch der Frauen-Profifußball nicht nur viel athletischer geworden, sondern auch aggressiver. Ich wollte mir im letzten Jahr ein paar WM-Spiele angucken, habe aber den Fernseher gleich wieder ausgestellt. Der Frauenfußball orientiert sch, je professioneller er wird, immer mehr am Fußball der Männer. Vermutlich trainiert man auch ähnlich. Das ist traurig, denn gerade Fußball spielende Mädchen und Frauen zeigen uns die Schönheit eines der ältesten Ballspiele der Welt. Ich denke da an die türkischstämmige Burcu, eine Straßenfußballerin, die vor sieben Jahren mit meiner Tochter und andere Newcomerinnen beim FC Pesch in der untersten Staffel Fußball spielte.

Mädchen und Jungen können sich selber für ein Probetraining beim 1.FC Köln anmelden (vorausgesetzt, dass Schulzensuren und Body-Mass-Index „stimmen“), doch Burcu brauchte das nicht, denn ein FC-Scout hatte sie entdeckt. Burcu spielte dann erfolgreich beim FC, doch der Konkurrenzkampf war hart, und nach drei(!)maligem Kreuzbandriss war sie mit noch nicht einmal 20 Jahren Sportinvalidin. Der FC will nach eigenen Angaben die Trainingsanlagen bauen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ich denke, Ausbildungszentren, wie sie heute propagiert werden, sind nicht mehr verantwortbar!

Manchmal vergisst man, wie jung die Profifußballer sind. Sie sind hochempfindlich und noch nicht abgebrüht. Sie brauchen ihren Trainer.

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Kiosk in der Nippeser Wilhelmstraße, Montag, 15. Juni 2020. Trainer Gisdol dürfte nach der 2:4-Niederlage so richtig einen auf den Deckel gekriegt haben (zumal die Rats-Entscheidung über den Bau der Trainingsanlagen anstand). Mit den Trainern im Profifußball geht man nicht gerade zimperlich um. Dass Gisdol das so brutal an die Spieler weitergibt (wenn der Express ihn richtig zitiert), geht überhaupt nicht.

 
Corona ist für die jungen Fußballspieler eine große Belastung. Bei Spielern, Trainern und
Betreuern werden regelmäßig Tests durchgeführt. Positiv getestete Spieler bekommen die Rote Karte. Man schickt sie in Quarantäne, auch wenn sie gar nicht krank sind. Der Sportphilosoph Gunter Gebauer betont, dass für die jungen Fußballspieler Geisterspiele eine Zumutung sind. Die Spieler brauchen das Publikum, die Resonanz, sie brauchen den Beifall, aber auch das   Ausgepfiffenwerden. Geisterspiele taugen laut Gebauer auch kaum als „Stimmungsaufheller für die Gesellschaft“.
„Ich bin da sehr skeptisch, dass da echter Spaß aufkommt, wenn 22 Profis in einem menschenleeren Stadion, das 40.000 oder 50.000 Zuschauer fasst, dem Ball hinterherjagen. Das hat was von Gefängnisspielen.“ z.B. https://www.haller-kreisblatt.de/sport/sport_aus_aller_welt/22763063_Sportphilosoph-Fussball-wird-Vorbildrolle-nicht-gerecht.html

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Fan-Artikel: Das FC-Sammelalbum von REWE.  REWE ist nicht nur FC – Sponsor, sondern „offizieller Ernährungspartner des DFB“. Wieder einmal erleben wir den Kölschen Klüngel: „Man kennt sich, man hilft sich.“ (Adenauer) Das Album kostet einen Euro, Sammelbilder sind bei einem REWE-Einkauf über 10 Euro umsonst. Als langjähriger FC-Sponsor macht REWE indirekt auch Werbung für den Ausbau der FC-Trainingsanlagen. Im Vorwort des Albums heißt es: „Kaum eine Stadt fiebert derart intensiv mit ihrem Club. Die Identifikation des Vereins mit Menschen und Stadt kommt nicht zuletzt im für jeden zugänglichen Vereins- und Trainingszentrum mitten im Grüngürtel zum Ausdruck.“ Welcher Kölner Kommunalpolitiker kann da in Corona-Zeiten schon „nein“ sagen, denn als Supermarkt ist REWE systemrelevant…  Die Maske habe ich beim Überqueren der Neusser Straße gefunden. Sie war ziemlich verschmutzt, Auto waren über sie gerollt. Doch anders als unsere Spülmaschine, die gerade jetzt „streikt“, „arbeitet“ die Waschmaschine noch.

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Metzgerei Stock und Gaststätte Brodmühler an der Neusser Straße: Es muss nicht immer Flönz sein.

Aus Respekt vor den Kölner Bürgerinnen und Bürgern: Verhindern Sie die Bebauung der Gleueler Wiese! – Offene E-Mail an Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

morgen entscheidet der Rat der Stadt Köln über die Bebauung der Gleueler Wiese mit Trainingsanlagen des Profi-Fußballvereins 1.FC Köln. Den Bürgerinnen und Bürgern hatte die Stadt Köln im vergangenen Jahr die Möglichkeit gegeben, brieflich oder per Internet Stellung zu nehmen. Ich gehöre zu den über 7000 (!) Menschen, die die Gelegenheit wahrgenommen haben. Uns war zugesagt worden, dass man jedes einzelne Schreiben bearbeiten und beantworten werde, was allerdings angesichts der überraschend hohen Zahl bis ins Frühjahr 2020 hinein dauern könne. Ich warte bis heute auf eine Antwort der Stadt Köln. Offensichtlich hat man mit uns (und unserer Zeit, Geduld, Intelligenz, mit unserer Sorge für das Klima und unserer Liebe zu unserer Stadt) nur gespielt. Setzt die Corona-Krise die Demokratie komplett außer Kraft?

Denn über unsere 7147 Köpfe hinweg hat die Stadt Köln längst Tatsachen geschaffen. Der Kölner Stadtanzeiger schrieb am 11. Mai: „Die Stadtverwaltung hat insgesamt 7147 Stellungnahmen der Bürger zu dem Vorhaben im denkmalgeschützten Äußeren Grüngürtel gesichtet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der FC-Antrag genehmigungsfähig ist.“ Wie kommt die Stadtverwaltung zu „dem Ergebnis“? Hier fehlt jede Begründung!

Mittlerweile weiß ich mehr. Mehr als zwei Drittel der Stellungnahmen waren ausdrücklich gegen die Bebauung. Auf der Internetseite der BI  „Grüngürtel für Alle“ fand ich den Hinweis auf „Die Beschlussvorlage zum Ausbau des Geißbockheims“. https://unsergruenguertel.de/2020/05/12/beschlussvorlage-ist-da/ In Anlage 5.1 dieser „Beschlussvorlage“ finden sich Kommentare der Stadt zu den Stellungnahmen der Bürgerinnen und Bürger. In diesen Kommentaren stellt die Stadtverwaltung auf stur. Man geht in Abwehrhaltung, diskutiert wird nicht. Das Konvolut „Beschlussvorlage“, ein Werk von über 700 (!) Seiten, führt uns vor, wie Verwaltungsdenken funktioniert, wie es politische Leidenschaft neutralisiert und erstickt. Viele gute Ideen werden komplett totgeschwiegen, denn man hat sich nur einige Stellungnahmen herausgepickt. Die Gedanken der Bürgerinnen und Bürger, die in keine bürokratische Schublade passen (auch die von mir gemachten Vorschläge), sind an keiner Stelle erwähnt.

Über vieles könnte man lachen, wenn das Resultat nicht so traurig wäre. Tatsächlich hat die Stadt Köln einen Erdkrötenexperten auf nächtliche Pirsch geschickt. Man kommt zu dem Ergebnis, dass das Vorkommen der Erdkröte für die Bebauung keinen Hinderungsgrund darstellt. Aufgrund des „Mangels an Deckung“ („Deckung“ spielt hier nicht auf die Mann-Deckung beim Fußball an, wohl auch nicht auf die Paarungsverhalten der Erdkröte, sondern auf Unterschlupfmöglichkeiten) besäßen die vorhandenen Spielfelder und auch…

„… die Wiesenflächen keine bzw. nur eine geringe Eignung
als Landhabitat. Insgesamt ist der Wert des
Untersuchungsraums für Amphibien als gering
einzustufen. Eine nächtliche Wanderung der Erdkröte
über die Gleueler Wiese wurde vom Gutachter nicht
beobachtet. Sollten dennoch einzelne Tiere die Gleueler
Wiese zur Wanderung in die Kleingärten oder von dort
zum Decksteiner Weiher nutzen, stellen die neuen
Traningsplätze kein Hindernis dar. Zum einen ist der ca.
46 m breite Korridor zwischen den Trainingsplätzen A 1
und A2 ausreichend breit, zum anderen wird die
Umzäunung der geplanten Trainingsplätze durchlässig
ausgeführt (keine Bandenwerbung)…“
 

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

was ich jetzt schreibe, habe ich Ihnen schon einmal geschrieben, in einer Mail, die Sie wohl nicht erreicht hat… https://stellwerk60.com/2017/03/29/plaedoyer-fuer-eine-weibliche-kommunalpolitik-offene-mail-an-ob-henriette-reker/

Als ich vor knapp vier Jahren (stadtradelnd) an der Gleueler Wiese war, um mir ein Bild vom Bebauungsvorhaben zu machen, bin ich einer Erdkröte begegnet.

An dem Tag im September -es dämmerte bereits- ging ich von der Wiese zurück zum Geißbockheim, wo ich mein Fahrrad abgestellt hatte. Etwa auf Höhe des Waldkindergartens hockte mitten auf dem Weg eine große Erdkröte, ein braungrünes Tier mit unebener, warziger Haut. Sie wirkte furchtlos und unbeeindruckt. Weder nützlich noch essbar noch schön war die Kröte völlig unerwartet einfach nur da – wie im Märchen.

Nach Maßstäben des Weltfußballverbandes FIFA ist die Erdkröte vollkommen wertlos. „Es gibt dich noch“, sagte ich zu der Kröte. „Pass gut auf dich auf.“ Leise fügte ich hinzu: „Ist es nicht gut, dass es die Gleueler Wiese noch gibt?“

Und wenn sie mir nicht geantwortet hat, so hat sie mich doch verstanden.

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Die Aufforderung „Ab in den Park!“ klingt wie der berühmte Befehl, den das Herrchen dem Hund erteilt: „Ab ins Körbchen!“ Ich fürchte, das ist den Werbetextern, die von der Stadt Köln beauftragt sind und auch noch von unseren Steuergeldern bezahlt werden, durchaus bewusst. Oben links auf dem Plakat steht als Verantwortliche „Die Oberbürgermeisterin“.

Wenn man von der Haltestelle „Flora“ aus die Neusser Straße weiter stadteinwärts geht, erreicht man nach etwa 10 Minuten den Inneren Grüngürtel, eine Art Park, der aber leider kaum mehr ist als ein (zugegeben kilometerlanger) Seitenstreifen der Inneren Kanalstraße. Zwischen Neusser und Merheimer Straße wurde dort (gegenüber vom Finanzamt Köln-Nord) erst kürzlich ein großes Stück Wiese platt gemacht und mit Sportplätzen bebaut. Angeblich zum Wohle des Volkes wird auch eine sogenannte „Calisthenics-Anlage“ entstehen. Der Text auf einem Plakat der Stadt Köln, das an der Baustelle aufgehängt ist, liest sich wie eine Fitnessstudio-Werbung: „Calisthenics ist eine neue Form des Ganzkörper-Krafttrainings zur Verbesserung von Körperkontrolle und Beweglichkeit.“ (Die Oberbürgermeisterin)

Hier wird uns ein Eingriff in den öffentlichen Lebens- und Erholungsraum als gute Sache verkauft. Die Sport-Anlage schadet nicht nur dem Klima. Traurig ist es für die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die keinen Garten und auch keinen oder nur einen kleinen Balkon haben. Hier gab es die Möglichkeit, in einer größeren Gruppe Grillfeste zu feiern. Ich habe nie glauben mögen und mag immer noch nicht glauben (weil es zu traurig ist!), was viele gesagt haben: „Die großen Multikulti-Gruppen auf der Wiese sind der Stadt Köln und der Bezirkvertretung Nippes seit jeher ein Dorn im Auge.“

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Nippes im Mai 2020. Sollte ich jemandem, der Deutsch lernt, die Wörter „Verödung“ und „Verrohung“ erklären, würde ich ihm dieses Photo zeigen. Mittlerweile hat man begriffen, dass man zwar Bäume nicht so einfach fällen sollte, doch weiter denkt man nicht, denn baumlose Flächen sind der Bebauungs-Willkür nach wie vor schutzlos ausgesetzt.

Nur drei Tage, nachdem der Kölner Stadtanzeiger davon berichtet hat, dass die Stadt Köln grünes Licht gegeben hat für die Bebauung, titelt die selbe Zeitung: „Corona wird teuer Köln rechnet mit Minus von 240 Millionen Euro bei Gewerbesteuer“.

Die Gewerbesteuer kann die Stadt Köln dem 1.FC nicht erlassen, aber der FC dürfte bei der Stadt mächtig auf die Tränendrüsen gedrückt haben, hat man doch wegen der Geisterspiele weniger Einnahmen. Vielleicht gab es als kleinen Trost die Zusage zur Bebauung der Gleueler Wiese. „Man kennt sich, man hilft sich“ (Konrad Adenauer). Dabei steht der FC Köln finanziell trotz Corona gut da. Anders als bei den Vereinen der unteren Spielklassen ist der Kartenverkauf bei den Erstliga-Vereinen nicht die Haupt- Einnahmequelle. Denn auch Geisterspiele lassen sich per TV übertragen. Und auf dem Sofa sitzend kann man das Kölsch sogar aus Glasflaschen trinken.

Doch was ist mit den Fans, die Dauerkarten haben? Kriegen die ihr Geld zurück? Ich telefoniere mit meinem Pulheimer Schwager Michael, der seit 2005 stolzer Besitzer einer der insgesamt 25.500 FC-Dauerkarten ist. Schlossermeister Michael, 52, ein gebürtiger Kölner, ist mit dem FC schon mehrmals ab- und wieder aufgestiegen. Nie im Leben würde er seine Karte hergeben. Aber er leiht sie uns manchmal.

Im Zusammenhang mit Corona, so erzählte er mir, hatte der FC ihn vor die Alternative gestellt: Entweder könne er das Eintrittsgeld für die Geisterspiele zurück bekommen oder sich einen Artikel aus dem Fan-Shop auswählen. Natürlich will der echte Fan das Geld nicht zurück, es bleibt ja sozusagen „in der Familie“. Michael ist ein großzügiger Mensch und hat sich für einen Fan-Schal entschieden. Darüber hinaus trägt jetzt sein (zur Zeit leerer) Sitzplatz ein Schildchen mit seinem Namen, was regulär 50 Euro gekostet hätte. Nebenbei gesagt: Dass der FC jetzt vor Namensschildchen spielt, macht die Geisterspiele noch geisterhafter.

Ich finde den FC knickrig. Warum hat man den treuesten Fans (zehn und mehr Jahre Dauerkarte) nicht das Geld zurück gegeben und ihnen darüberhinaus Fan-Artikel geschenkt? Das wäre eine großzügige, freundliche Geste. Doch ich fürchte, die Liebe der Fans zum FC wird vom FC nicht erwidert. Michael ist übrigens für die Bebauung der Gleueler Wiese. Er lebt nicht in Köln, ist aber für alles, wofür der FC ist. Liebe macht blind.

Michael, mit dem ich mich ansonsten gut verstehe, hat auch eine FC-Petition pro Bebauung unterschrieben. Da die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ an die 20.000 Unterschriften gesammelt hatte, musste der FC Köln nachziehen. Ebenfalls über 20.000 Unterschriften zu sammeln (laut Stadt Köln sogar 33.482), fiel dem Fuballverein leicht. (Allerdings stammen, was die Stadtverwaltung gerne verschweigt, die allermeisten Pro Bebauungs-Unterschriften von Nicht-Kölnern!). Es ging verdächtig schnell, schließlich ist man mit einem Großteil der über 100.000 zahlenden Vereinsmitglieder vernetzt. Doch allein die Überschrift der FC-Petition ist eine blanke Unterstellung: „Für eine Zukunft am Geißbockheim – Haltet den 1. FC Köln im Grüngürtel“. Das ist unseriös: Niemand -schon gar nicht die BI „Grüngürtel für Alle“- will den FC aus dem Grüngürtel vertreiben!!!

Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind keine Leute, die mal eben nebenher per Klick eine Petition unterschreiben. Bei einer Veranstaltung im letzten Sommer war die Aula des Sülzer Schiller-Gymnasiums brechend voll. Stundenlang wurde dort ernsthaft und sachlich, aber auch leidenschaftlich auf hohem Niveau diskutiert. Alle Vernunft, und das macht das Pro der Stadtverwaltung so unerträglich, spricht gegen die Bebauung. Wer sich kundig machen möchte: https://unsergruenguertel.de/

Zum Bedauern der BI und ihres Sprechers Friedmund Skorzenski bestimmten in der Sülzer Aula die grauen Köpfe das Bild. Überhaupt sind kaum jüngere Menschen gegen die Bebauung aktiv. Ich denke, für die jungen Menschen ist die Gleueler Wiese nur irgendeine. Sie können noch nicht realisieren, dass im Falle einer Bebauung eine kommunale Katastrophe passiert. Sie sind in eine Welt hineingewachsen, in der die Demokratie längst auf dem Spiel steht, aber sie kennen keine andere. Ich selber hätte mit 20 auch noch nicht wirkllich begriffen, was da passiert. Jetzt bin ich 61.

Sehr geehrte Frau Reker, es sind ältere Menschen wie Sie und ich, die sich für den Erhalt der Gleueler Wiese engagieren. Wir Ältere haben schon mehr und andere Erfahrungen gemacht als die jüngeren Menschen. Wir wissen besser als die meisten jungen Menschen, wie sich Verluste anfühlen, was es heißt, Menschen zu verlieren, die uns nah sind. Viele von uns haben noch ein Gespür für Natur: Wir können uns noch an schneereiche Winter erinnern und an regenreiche Sommer. Man musste unsere Obstbäume noch nicht künstlich bewässern. Wir sind dünnhäutig. Gerade uns Älteren tut es weh, mit ansehen zu müssen, dass man (mal eben) atmende Wiesen versiegelt.

Die Wiese darf nicht dem Kommerz geopfert und billig verhökert werden. Sie ist ein Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere. Die Wiese ist -und das macht ihren Wert aus- ein im besten Sinne des Wortes nutzloser, von uns Menschen kaum ausgebeuteter Raum. Aber sie hat einen unschätzbar großen Wert -für unser Klima.

 

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Bushaltestelle „Zonserstr.“ (KVB)  in Nippes. Dass die Stadt Köln uns sagt, was wir wollen sollen, finde ich bevormundend. Dass wir geduzt werden, finde ich unverschämt und respektlos.  Und warum sollen wir Bürger Köln etwas zurückgeben (auch noch als Dank für die entmündigenden Corona-Maßnahmen)? Sollte nicht eher Köln uns Bürgerinnen und Bürgern etwas zurückgeben, die Lebensräume und die Luft zum Atmen?

Ich habe mich im Jahr 1977 dafür entschieden, in Köln zu studieren, weil ich FC -Fan war. Aber meine Zuneigung galt weniger dem damals sportlich sehr erfolgreichen FC als einem außergewöhnlichen Spieler, Herbert Neumann. Dass der FC Köln in der Saison 1977/78 das Double holte -Pokalsieger und Deutscher Meister-, ist meiner Meinung nach vor allem ihm zu verdanken. Herbert Neumann war ein Naturtalent, spielfreudig, intelligent, gewitzt und bewegungsbegabt, ehrgeizig, aber nicht verbissen. Wer sich ein Bild machen möchte, kann ihn sich auf alten Sportschau-Videos angucken. Denn er war was für’s Auge. Die Fußballer trugen damals noch eng anliegende Trikots und kurze Hosen. Neumann hatte – diese Bemerkung sei mir mit 61 Jahren erlaubt- nicht nur ein hübsches Gesicht, sondern schöne Beine. Das ist „verdamp lang her“.

Herbert Neumann hatte Ballgefühl, Fußball spielte er mit einer Art Kinderfreude. Kinder lieben Bälle, sie rollen, sie fliegen, sie springen, Bälle sind lebendig. Werfen und schießen ist schön, aber noch schöner ist es, wenn ein anderes Kind den Ball mit den Händen fängt und zurückwirft oder mit den Füßen annimmt und mit dem Ball aufs Tor zuläuft.
Was ist aus dem Spiel geworden, seitdem es im Profifußball nur noch um Geld geht? Mit dem Bau der Trainingsanlagen steht auch das schöne, uralte Spiel Fußball auf dem Spiel.

Obwohl der Text ziemlich lang ist, möchte ich aus meiner (vermutlich von der Stadt Köln versemmelten) Stellungnahme vom vergangenen Sommer zitieren. Meine „Bespielungs“- Idee für die Gleueler Wiese:

„… Mittlerweile gibt es neue Spiel-Ansätze. Bereits in den 1980er Jahren hatte Horst Wein, Hockeynationalspieler, Hockeynationaltrainer und Ausbilder von Fußballtrainern, ein Spiel namens Funino entwickelt, das nicht Konkurrenz schürt, sondern Spaß und Spielfreude fördert. Es ist vor allem für kleinere Kinder gedacht. Sie spielen nicht mehr auf zwei große Tore, sondern auf vier kleine – ohne Torwart. Ein Sportwissenschaftler und Mediziner, der Erlangener Professor Matthias Lochmann, hat in den letzten Jahren Konzepte für den deutschen Fußball entwickelt. Im DFB wird bereits heiß diskutiert, und es existieren bundesweit Pilotprojekte, auch in Köln. Mehr Informationen: ttps://www.sueddeutsche.de/sport/funino-jugend-fussball-dfb-reform-1.4482630?reduced=truen
Ein Vorschlag an die Stadt Köln: Zwacken Sie für die allerjüngsten FC-Spieler einen Teil der Wiese ab, wo das Gras nicht ganz so hoch wachsen darf wie zur Zeit, aber so, dass der Boden nicht beschädigt wird und die Regenwürmer überleben. Auch den älteren FC-Jugendlichen täte Funino gut – als Trainingsspiel. Liebe Verantwortliche des 1. FC Köln: Lasst eure jungen Spieler wieder spielen, schickt sie nicht auf Kunstrasenplätze, sondern auf die grüne Wiese. Nehmt ihnen das Geld, die Autos und die anderen überzogenen Zuwendungen weg, lasst sie bitte wieder laufen, befreit sie aus den lukrativen Verträgen, befreit sie aus der permanenten Optimierung, aus der übertriebenen sportmedizinischen Betreuung.
Der Großteil der Wiese jedoch möge allen Kölner Kindern gewidmet werden. Das wäre ganz im Sinne Konrad Adenauers, der als Oberbürgermeister der Stadt Köln den Grüngürtel in den 1920er Jahren vor der Bebauung gerettet hat- als grünes Refugium für die Kölner Bürger…“

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

ich möchte Sie an dieser Stelle noch einmal an Ihr Wahl-Versprechen aus dem Jahr 2015 erinnern. Beim Wohnungsbau – so sagten Sie am 2.9.2015 bei der Veranstaltung „Baukulturelle Prüfsteine zur OB-Wahl“- sei es unumgänglich, die Folgen des Klimawandels zu berücksichtigen: „Wir müssen allerhöchsten Wert darauf legen, dass wir die Frischluftschneisen erhalten…“

Die Gleueler Wiese ist eine zentrale Frischluftschneise. In einer Presseerklärung der Stadt Köln im Juli 2019 heißt es: „Der Rat der Stadt Köln hat am 9. Juli 2019 den „Klimanotstand“ erklärt und damit bestätigt, dass die Eindämmung des Klimawandels in der städtischen Politik eine hohe Priorität besitzt und zukünftig bei allen Entscheidungen grundsätzlich zu beachten ist.“ Der Klimanotstand war der Grund dafür, dass Sie im August 2019 dem Kölner Stadtanzeiger sagten: „Ich würde mir wünschen, dass wir im Einvernehmen mit dem FC einen anderen Platz finden.“

Kämpfen Sie für die Erfülllung Ihres Wunsches und verhindern Sie die Bebauung!

Herzliche Grüße, Lisa Wilczok, Stadtschreiberin der autofreien Siedlung Stellwerk 60 in Köln-Nippes, Kapitänin des Stadtradeln-Teams Stellwerk 60 – Team SattelFest in den Jahren 2016-2019 (2016: Zweiter Platz kölnweit in der Kategorie Team mit den meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, tatsächlich 135!)

Elfchen im Sechsten: Die Apotheke hilft

 

Die Apotheke vor Ort ist für viele Menschen ein Stück Heimat.“ (Jens Spahn)

 

Paracetamol

500 mg

Die Apotheke hilft

ist ein schmerzstillendes, fiebersenkendes

Arzneimittel.

 

Das Elfchen des Monats ist diesmal kein wirkliches Elfchen, sondern ein abgeschriebener Satz mit elf Wörtern. Der Satz steht Wort für Wort genau so auf dem Beipackzettel „Gebrauchsinformation: Information für Anwender“ des Schmerzmittels „Paracetamol 500 mg Die Apotheke hilft“. Hersteller: Fair-Med Healthcare.

Vor einem Jahr hat der Apotheken-Großhändler Noweda mit Die Apotheke hilft ein neues Eigenmarkenkonzept gestartet. Die Apotheke hilft ist ein Versuch, die Kunden an die Apotheken vor Ort zu binden. Das ist wichtiger denn je, denn wenn „das E-Rezept kommt“, werden noch viel mehr Patienten ihre Rezepte bei den Internet-Apotheken einreichen. Das mag ja praktisch sein, doch „gesund“ ist es nicht. Das persönliche Beratungsgespräch vor Ort zwischen Apothekerin (meistens ist es ja eine Frau) und Patient oder Patientin ist gerade bei den in der Regel wirkungsvollen, aber auch nebenwirkungsreichen rezeptpflichtigen Medikamenten meiner Meinung nach unersetzbar.

(Zur Erinnerung: Alle noch so gut gemeinte pharmazeutische Beratung hat ihre Grenzen, vor allem dann, wenn es um den Verkauf neuer Medikamente geht, deren Langszeitwirkung niemand kennt. Das Schlafmittel Contergan war vom Pharmakonzern Grünenthal als „sicher“ auf den Markt gebracht, von den Ärzten als „sicher“ empfohlen und von den Apotheken als „sicher“ verkauft worden. Unter den schwangeren Frauen, die es nahmen, waren viele, die den Zweiten Weltkrieg mit seinen entsetzlichen Bombennächten als Kinder oder Jugendliche miterlebt hatten und ihr weiteres Leben lang unter massiven Schlafproblemen leiden sollten. Als Contergan 1959 auf den Markt kam, unterschätzte man (und ignorierte man lange) die möglichen „Nebenwirkungen“, so dass Contergan nicht einmal rezeptpflichtig war.)

Schon jetzt können Rezepte bei den Internet-Apotheken eingereicht werden, allerdings nur per Brief. Wenn demnächst das Rezept digital übermittelt werden kann und man nicht einmal mehr einen Briefkasten ansteuern muss (den man ohnehin kaum noch findet), dürften vor allem die Internet-Apotheken profitieren. Insbesondere Laufkunden, die nur gelegentlich Medikamente kaufen und keine Stammapotheke haben, werden ihre Rezepte im Internet einlösen.

Bis dahin wird sich eine Internet-Apotheke als die Online- Rezeptapotheke empfohlen haben: Marktführer DocMorris, der selbsternannte „Gesundheitsdienstleister“, ein Unternehmen mit Sitz in Heerlen, einer niederländischen Stadt ganz in der Nähe von Aachen. Bereits bevor „Das E-Rezept kommt!“ (DocMorris – Plakatwerbung im April 2020), darf DocMorris in ganz Deutschland so werben, als wäre das E-Rezept bereits eingeführt. Frei nach dem biederwitzigen Motto „Fortschritt stellt sich nicht in Warteschlangen. Jetzt bei DocMorris bestellen!“ schaltet DocMorris die Ampel auf (Plakatfarbe) Grün. Der Versand rezeptpflichtiger Medikamente ist bei DocMorris übrigens kostenlos. Dass das erlaubt ist, wundert mich, denn es verschafft dem Unternehmen einen indirekten Wettbewerbsvorteil gegenüber den ortsansässigen Apotheken. (Meiner Meinung nach müsste man auch auf den kostenlosen Amazon-Buchversand eine Art Schutzgebühr erheben.)

Der Unternehmens-Name DocMorris, der direkt ins Ohr geht, spielt phonetisch mit dem bekannten Namen eines international agierenden Erfolgsunternehmens, des umsatzstärksten Fast-Food-Konzerns der Welt: McDonalds. (DocMoMcDo) Auch als Sponsor ist und war DocMorris aktiv, nicht nur regional (etwa für ein paar Jahre beim Fußballverein Alemannia Aachen), sondern auch überregional. Wenn man dabei mit den großen Parteien liebäugelt, noch dazu im Jahr der Bundestagswahl, erzielt man allerdings nicht nur mediale Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen – bei der Konkurrenz.

So berichtete die Deutsche Apothekerzeitung im Wahl-Jahr 2017: „Die Junge Union Bayern bekam am vergangenen Wochenende viel Aufmerksamkeit, weil sie den Rücktritt von CSU-Parteichef Horst Seehofer forderte. Von dieser Medienpräsenz profitierte auch DocMorris, weil viele Teilnehmer der JU-Landesversammlung in Erlangen „Schlüsselbänder“ um den Hals trugen, auf denen das DocMorris-Logo zu sehen war – auch auf Fotos und im Fernsehen. Dabei gehört die CSU zu den größten Verfechtern eines Rx-Versandverbots.https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-45-2017/docmorris-sponsert-junge-union-bayern  Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn enge Beziehungen zu DocMorris (inklusive diverser medienwirksamer Gockelkriege) unterhält, ist kein Geheimnis.

Vom Koalitionspartner ins Boot geholt zu werden, ist natürlich ebenso wichtig. Die Internet-Nachrichtenseite des Apotheken-Versicherers Aporisk erinnerte im Jahr 2017 daran, dass die „SPD mit DocMorris auf Spargelfahrt“ war. Der Eintritt in die geschlossene Gesellschaft kostete DocMorris kaum mehr als eine Art Trinkgeld, das gerade mal für 600 (geschätzte Teilnehmer-Zahl 2019 laut Tagesspiegel) Portionen Spargel gereicht haben dürfte:

„Das ZDF-Politikmagazin Frontal 21 beschäftigt sich heute Abend mit den Grenzen des legalen Parteisponsorings: Unternehmen und Lobbygruppen könnten gegen Zahlung von 3000 bis 7000 Euro Treffen mit SPD-Ministern, Staatssekretären und Parteifunktionären buchen, heißt es in der Ankündigung. Dazu lägen Frontal 21 Angebote und ein Kostenvoranschlag zu sogenannten Vorwärts-Gesprächen vor. In einer Szene taucht auch DocMorris neben anderen Firmen als Sponsor der traditionellen SPD-Spargelfahrt auf.“ https://aporisk.de/apotheker-nachrichten-politik-48600.html

Ich bin geneigt, die Geschichte als Provinz-Posse abzutun, aber es geht um unser aller Wohl bzw. Unwohl. Höchstwahrscheinlich war das Haupt-Thema der „Vorwärtsgespräche“ schon vor drei Jahren das E-Rezept. Den größten Umsatz erwirtschaften die Apothen nun mal durch den Verkauf rezeptpflichtiger Medikamente. Das E-Rezept könnte auf Dauer dazu führen, dass die ortsansässigen Apotheken nur noch Medikamente verkaufen, die nicht rezeptpflichtig sind. Dazu gehören Mittel gegen leichte und mittelstarke Schmerzen, die keine Apothekenpreise kosten, sondern vergleichsweise billig sind. Beim Verkauf von Paracetamol, Aspirin oder Ibuprofen etwa geht es weniger darum, Geld zu machen. Doch die Apotheker wissen, dass die Leute dort, wo sie rezeptfreie Medikamente kaufen, auch ihre Rezepte einreichen.

Manchmal hat man in der Apotheke eine schöne Begegnung. Eine freundliche junge Apothekerin hat mir, nachdem wir uns trotz Mundschutz gut unterhalten hatten, den Beipackzettel für Paracetamol Die Apotheke hilft geschenkt, ohne dass ich das Medikament (für knapp 2 Euro) kaufen musste. Eigentlich wollte ich ihr eine unangebrochene Schachtel Paracetamol zurückbringen, die ich selber nur wegen des Beipackzettels gekauft hatte, den ich dann blöderweise auch noch verschusselt hatte. „Ich selber nehme Medikamente nur zur Not, obwohl ich in der Apotheke arbeite“, sagte die junge Frau. Ich stimmte ihr zu und ergänzte: „Vielleicht auch, weil Sie in der Apotheke arbeiten.“ Die Tabletten hat sie leider nicht zurück genommen. Die vergammeln jetzt in einer Schublade, weil ich sie nicht in den Müll werfen will. Erst recht will ich es nicht wie die meisten machen: Die Tabletten im Klo runterspülen. Das verpacken die robusten Ratten, aber es schadet dem ohnehin schon schwer verunreinigten Wasser.

Fatal, wie ich finde: Es kann doch nicht angehen, dass es in einem Land wie Deutschland, wo Mülltrennung und Entsorgung einigermaßen gut funktionieren, keine Sondermüllabgabe-Möglichkeit für Medikamente (inklusive „Pille“ und Antibiotika) gibt. Und warum nicht die Abgabe von Restmedikamenten belohnen? Bitte handeln, Herr Spahn!

Auf dem Beipackzettel für „Paracetamol 500 mg Die Apotheke hilft“ steht zig Mal der Zusatz „Die Apotheke hilft“. Er klingt wie eine sanfte Beschwörung. Die damit verwandte Einflüsterung „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ haben wir längst verinnerlicht: Vertrauen Sie uns, wir sind immer für Sie da.

Die Apotheke hilft mutet altmodisch an. Vielleicht haben sich die Werbetexter von Ingeborg Bachmanns berühmtem Gedicht „Reklame“ inspirieren lassen, das von der Umgarnung durch Werbung erzählt. Dass Werbung einmal allgegenwärtig werden und unsere Köpfe komplett besetzen sollte, konnte Ingeborg Bachmann nicht ahnen.

 

Ingeborg Bachmann, „Reklame“ [1956]

Wohin aber gehen wir

ohne sorge sei ohne sorge

wenn es dunkel und wenn es kalt wird

sei ohne sorge

aber

mit musik

was sollen wir tun

heiter und mit musik

und denken

heiter

angesichts eines Endes

mit musik

und wohin tragen wir

am besten

unsre Fragen und den Schauer aller Jahre

in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge

was aber geschieht

am besten

wenn Totenstille

eintritt

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Meine Heimatstadt Bottrop im Corona-Frühjahr 2020.  Die Äskulapnattern sind blank poliert, die „Alte Apotheke“ hat einen neuen Namen und eine junge neue Inhaberin, die bei der Geschäftseröffnung im Jahr 2018 sagte: „Ich habe eine komplett reine Weste.“ (apotheke-adhoc.de)

Der Bottroper „Skandal“ um die „Alte Apotheke“ war kein bloßer Apothekenskandal, sondern brachte allgemeine Missstände im deutschen Gesundheitssystem zutage. Offensichtlich gibt es Blockaden in der Kommunikation zwischen Ärzten, Apotheken, Aufsichtsbehörden und Krankenkassen, die sich normalerweise nicht bemerkbar machen, aber unter Umständen katastrophale Folgen haben. Warum ist den behandelnden Ärzten nicht aufgefallen, dass die Krebsmittel, die der Apotheker Peter Stadtmann zubereitet hatte, gestreckt sein mussten, wo doch die Chemotherapie bei den betroffenen Patientinnen und Patienten nicht anschlug, aber auch nicht die üblichen schweren Nebenwirkungen hatte?

Auch die Aufsichtsbehörden haben im Fall Stadtmann nicht „sauber“ gearbeitet. Wie berichtet wird, haben sowohl im Zyto-Labor der Apotheke als auch in den angrenzenden Räumen keine ausreichenden Hygiene- und Sicherheitskontrollen stattgefunden. Wie kann es angehen, dass in einem Kellerraum des Apothekenhauses abgelaufene Krebsmedikamente „rumfliegen“, so wie bei anderen Leuten vergessene eingelegte Gurken (oder- wie bei mir- Schmerztabletten) vergammeln? Es ist wichtig, dass unsere privaten Keller geschützt sind, aber der Keller einer Apotheke mit Zyto-Labor ist kein privater Keller. Hier geht es um uns alle.

Peter Stadtmann hat ein schweres Verbechen begangen. Viele „seiner Opfer“ hätten durch die „Gabe“ verlässlich und korrekt dosierter, auf sie zugeschnittener Krebsmittel gerettet werden können. Wie viele, kann niemand sagen.

Der Fall verdeckt allerdings die Schattenseite der Chemotherapie. Eine hoch dosierte Chemotherapie ist -so wird suggeriert- das Krebs-Heilmittel schlechthin. Doch genau das ist ein Irrtum. Gerade ältere krebskranke Menschen werden auch dann noch hoch dosiert chemotherapeutisch behandelt, wenn absehbar ist, dass es vielleicht ihr Leben verlängert, aber ihr Leiden nur noch verschlimmert. Mit der Möglichkeit, radikalste therapeutische Mittel ohne großes Zögern einsetzen zu können, maßen sich die Ärzte Macht über Leben und Tod an. Dabei spielen sie (fahrlässig, wie ich finde und miterlebt habe) mit der Hoffnung der Patienten und ihren Angehörigen auf Genesung. Ein weiterer Grund für das verbreitete Zuviel an Therapie ist der satte Gewinn: Mit der Krebstherapie, aber auch mit der vorausgehenden und begleitenden Diagnostik, wird leider viel zu viel Geld verdient.

Als meine Mutter im Jahr 2001 an Lungenkrebs erkrankte, hatte sie einige Kilos abgenommen, aber noch keine Symptome, abgesehen von einem gelegentlichen hartnäckigen Husten. Als sie dann, weil der Husten nicht verschwand, zum Arzt ging, hörte sie schon beim Erstbesuch ein Wort, das ihr (und uns Kindern) nicht mehr aus dem Kopf gehen sollte: „Palliativ.“ Eine knallharte Prognose, die der Arzt -salopp gesagt- meiner Mutter wie nebenbei an den Latz knallte. Während der aggressiven Therapie, die man meiner Mutter dennoch dringend empfohlen hatte (hoch dosierte Chemotherapie und Bestrahlung), verkleinerte sich der Tumor zwischenzeitlich, aber ihr allgemeiner Gesundheitszustand verschlechterte sich dramatisch. Die Nebenwirkungen der Therapie überwogen die positiven Wirkungen bei weitem. Wahrscheinlich als Nebenwirkung der Chemotherapie bekam meine Mutter noch eine Osteoporose und brach sich einen Rückenwirbel, was äußerst schmerzhaft war.

Wohlgemerkt: Alle Ärztinnen und Ärzte haben damals „nur nach Vorschrift“ und in bester Absicht gehandelt. Allerdings sind sie nicht die „Halbgötter in Weiß“, die die Patienten und Patientinnen (darunter meine Mutter) aus ihnen machen. Im Gegenteil: Leider wenden Ärztinnen und Ärzte die aggressiven und unberechenbaren Behandlungsmethoden, die ihnen zur „freien“ Verfügung stehen, oft willkürlich an. Sie wissen, so scheint es, schon lange nicht mehr, was sie da tun. Hinzu kommt, dass die Ärzte im Kontakt mit den Patienten in (unbewusste) Panik geraten. Die Gleichgültigkeit der Mediziner, so habe ich es empfunden, ist bloße Fassade. Die allzu menschliche Angst vor Krebs ist vermutlich bei denen am größten, die jeden Tag mit der Krankheit zu tun haben: Bei den Onkologen.

Eine Bemerkung möchte ich noch zum Schmerzmittel Paracetamol machen, das in niedriger Dosierung sogar für Kinder ab vier Jahren empfohlen wird. Eine im Internet angebotene Variante des Schmerzmittels trägt einen Namen, bei dem jeder an ein Gutenachtküsschen denkt: „Paracetamol bussimed“… Wenn das mal keine Alpträume bringt…

 

+++Eilmeldung: Maske weg, Abstand passé – Menschenmassen am Fühlinger See!+++

 

Nachdem ich meiner Tochter Carla, die zur Zeit unfreiwillig fernstudiert und so oft in Köln ist wie seit dem Abi nicht mehr, am Dienstag den Vorschlag machte, zum Fühlinger See zu fahren, klappten sie und ihre Freundin direkt die Laptops zu und holten die Fahrräder aus dem Schuppen. Am See angekommen, peilten die beiden ein Plätzchen außerhalb des Freibades an.

Ins Blackfoot Beach (seltsamer Name für ein Strandbad, das mit weißem Sand wirbt) wären sie so kurzfristig eh nicht reingekommen. Überhaupt ist Spontaneität zur Zeit nicht angebracht, denn auch im bzw. am Blackfoot Beach ist alles ziemlich verkrampft: Tickets muss man im Internet buchen. Die Besucherzahl ist begrenzt, die Verweildauer befristet. Auf dem Gelände herrscht Maskenpflicht, und der Mund- und Nasenschutz darf nur zum Schwimmen und auf dem eigenen (!) Handtuch abgelegt werden. Dass man trotz dieser Schikanen (unter Dauerbewachung) immer noch 4,80 Euro Eintritt zahlen soll, finde isch happisch.

Normalerweise platzt bei solch einem Traumwetter, wie wir es rund um Pfingsten hatten, das Blackfood Beach –Bad aus allen Nähten, während man außerhalb der Location immer noch einen kostenlosen, wenn auch weniger komfortablen, aber luftigen Platz direkt am See finden kann. Am Tag nach Pfingsten war es allerdings, wie Carla erzählte, genau umgekehrt. Außerhalb des Bades war es auf den Wiesen so voll, dass der allgemein empfohlene Mindestabstand auch nicht annähernd eingehalten werden konnte. Die Stimmung war entspannt, obwohl es anders als im Freibad keine Pommes und Getränke zu kaufen gab. Viele Leute waren nicht zum Schwimmen, sondern zum Sonnenbaden gekommen, darunter die, die auch im Sommer ins Sonnenstudio gehen, aber angesichts der rigiden Corona-Maßnahmen keine Lust auf künstliche Sonne mehr hatten.

Nahtlose Gesichtsbräune ist nicht gegeben, wenn man einen Mund- Nasenschutz trägt, also rissen sich die Leute das Textil vom Gesicht und reckten das bleiche Kinn in die Höh‘. Egal, ob auf dem eigenen Handtuch oder einem anderen – niemand war noch gewillt, eine Maske zu tragen. Carla und ihre Freundin fanden direkt an der Regattabahn eine Stelle, die zwar nicht so schön war, wo sie aber viel Platz hatten und endlich einmal Covid 19 vergessen konnten. Nur ein einsamer Inline-Skater, der auf dem Weg entlang der Regattabahn betont lässig an ihnen vorbei rollte, mit nacktem Oberkörper, aber bekleidetem Mund, erinnerte noch an Corona.

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Deutschland entwickelt sich zum Überwachungsstaat. Das hilft nur eines: „Maske fott, Zäng ussenander!“ Bart Simpson, wir brauchen Jungs wie dich!

 

Leider sind am Fühlinger See auch in diesem Jahr wieder die Raupen des Eichenprozessionsspinners in großer Zahl unterwegs. https://fuehlingen.de/aktuelles/wieder-eichenprozessionsspinner-am-fuehlinger-see  Ähnliches gilt für die Gespinstmotte, die oft mit mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt wird, weil ihre Raupen sich auch in „Prozessionen“ bewegen, die Blätter von den Bäumen und Sträuchern abfressen und Stämme, Äste und Zweige mit einer Art Schleier, einem Gespinst überziehen. Für die Menschen stellen die Raupen der Gespinstmotte keine Gefahr dar. Auch die Gehölze werden nicht nachhaltig beschädigt und treiben in der Regel später im Jahr wieder aus. Unter dem fast zärtlich anmutenden Titel „Die Christos unter den Insekten“ (in Anspielung auf den vor wenigen Tagen verstorbenen Verpackungskünstler) hat NABU NRW im Jahr 2014 einen schönen und informativen Artikel über die Gespinstmotte ins Netz gestellt. https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten/gespinstmotten/index.html

Ich hatte der Nippeser Gespinstmotte, die im Grünstreifen unterhalb der S-Bahn-Trasse aktiv ist, vor genau einem Jahr ein Elfchen gewidmet: https://stellwerk60.com/2019/06/01/elfchen-im-sechsten-raupe-nimmerallein/ Auch wenn die Gespinstmotte „ungiftig“ ist, sollten wir ihr vermehrtes Vorkommen ernst nehmen, denn es ist eine Folge der durch Menschen verursachten, fortschreitenden Klimakatastrophe, die man beschönigend „Klimawandel“ nennt.

Befremden sollten uns die Tierchen nicht. Wie die Gespinstmotte ist auch der Eichenprozessionsspinner kein „Alien“, der erst im Zuge des internationalen Luftverkehrs zu uns gekommen ist. Seine Raupen sind hier heimisch, es gibt sie vielleicht schon (fast) so lange, wie es Eichen gibt. Der schwedische Naturforscher Carl von Linné hat dem Insekt im Jahr 1758 den wohlklingenden botanischen Namen Thaumetopoea processionea gegeben. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners kommen nur auf Eichen vor. So können wir sie erkennen und von „harmloseren“ Schmetterlingstierchen unterscheiden. Eichenprozessionsspinner lieben die Trockenheit. Sie meiden dichte, feuchte Eichenwälder und bevorzugen lichte Eichenwälder und Einzelbäume am Waldrand. Da sich die Raupen des Eichenprozessionsspinners tatsächlich nur auf Eichen tummeln, ist eine Schlagzeile wie „Gefährliche Raupe: Der Eichenprozessionsspinner frisst sich durch Bielefeld“ reichlich übertrieben. https://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/22796945_Diese-gefaehrliche-Raupe-bereitet-sich-massiv-in-Bielefeld-aus.html

Auch vor über hundert Jahren dürften sich Menschen an ihren Härchen verbrannt haben. Und wer sich nach Tagen der Trockenheit draußen aufhielt, von einem Gewitter überrascht wurde und unter einem Baum Schutz suchte, den hat vielleicht nicht der Blitz erwischt, aber ein kleines lästiges Tierchen. So wäre endlich das Rätsel einer alten deutschen Redensart gelöst, die uns erklärt, wo man bei einem Gewitter Schutz suchen soll und wo besser nicht: „Buchen sollst du suchen, vor Eichen sollst du weichen.“

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Titelblatt des Kölner Stadtanzeigers von vorgestern, 4.Juni. Pfingsten dürfte es auch am Rhein rappelvoll gewesen sein. Vermutlich war das Ordnungsamt machtlos, denn der „Sicherheitsabstand“ ist gewiss kaum irgendwo eingehalten worden. Die Schlagzeile „Unterschätzte Gefahr“ ist irreführend, weil jeder „Corona“ assoziiert.  Im Artikel wird jedoch darüber berichtet, wie am Pfingstsonntag an der „Rodenkirchener Riviera“ ein etwa sechs Jahre altes Mädchen beinahe ertrunken wäre, aber von einer beherzten Frau gerettet wurde.             Der Artikel hat einen tadelnden Unterton: „Am Ufer kühlen sich hunderte Menschen ab, halten die Füße in den Fluss, oder gehen mit dem ganzen Körper ins Wasser“. Ich frage mich: Ist das so schlimm? Für den Autor des Artikel schon. Jedes „Betreten“ des Rheins,  so wird suggeriert, ist lebensgefährlich. (Dabei plantschen die Personen auf dem Foto im Innenteil nur, und man sieht kleine Kinder ausschließlich in Begleitung von Erwachsenen). Wirklich geschützt, so sollen wir denken, ist man nur im Hochsicherheits-Freibad.                           An der Stelle, wo das Cover-Foto aufgenommen wurde, würde ich übrigens niemals weit ins Wasser gehen. Denn hier, in unmittelbarer Nähe der Rodenkirchener Brücke, ist das Schwimmen tatsächlich lebensgefährlich. Doch im Kölner Norden, zwischen Cranach-Wäldchen und Niehler Hafen, gibt es sandige Buchten, wo sich das Wasser so staut, dass Eltern ihre Kinder (beaufsichtigt) plantschen lassen können. Dennoch sollte man aufpassen, dass die Kinder nicht zu viel Wasser schlucken. Zwar gibt es mittlerweile viel mehr Kläranlagen als noch vor dreißig Jahren, was der Sandoz-Katastrophe von 1986 geschuldet ist, aber umso mehr Mikroverunreinigungen durch Medikamente, synthetische Hormone („Pille“) und Insektizide.  „Wenn das Wasser im Rhein goldener Wein wär….“ na ja. Trotz alledem ist es für Kinder schön, in der Nähe dieses imposanten Flusses aufzuwachsen. Meine Schwiegermutter Cläre, Jahrgang 1931, eine gebürtige Kölnerin, hat als Kind im Rhein Schwimmen gelernt und bestimmt viel Rheinwasser geschluckt- und war vielleicht deshalb noch im Alter eine leidenschaftliche Schwimmerin.

 

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September 2019: Der schöne Mann fährt, wie er mir erzählte, wenn er Zeit hat und das Wetter gut ist, jeden Tag mit dem Fahrrad zum Rhein, seit Jahren immer an die selbe Stelle, die er gut kennt. Er ist ein sicherer Schwimmer und weiß genau, wo gefährliche Strömungen sind.