Wer will mit durch Kölle fahren?

 
Stellwerk 60 wurde gebaut auf dem Gelände eines alten Eisenbahn-Ausbesserungswerks. Wo Züge gewartet wurden, waren (und sind!) die Schienen nicht weit. Die S-Bahn fährt vorbei und sammelt am nahen Nippeser S-Bahnhof die Fahrgäste ein. Hinter den S-Bahn-Gleisen gibt es allerdings noch weitere Gleise, auch für den Güter-Verkehr. Ich wohne in Bahn-Nähe, habe mich aber längst an den dröhnenden Lärm der Güterzüge, die ab und an vorbeidonnern, gewöhnt. Doch wenn ich ihn auch kaum noch höre: der Sound der Schiene wird mir für immer im Ohr sein.
 
Am Sonntag, 11.9., gibt es die Gelegenheit zu einer Bahn-Reise in die Vergangenheit. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals lädt das nur selten geöffnete Rheinische Industriebahn-Museum auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Nippes im Stadtteil Köln-Longerich zu einem Besuch ein.  Man kann dort das Museum (Eintritt frei!) besichtigen, das unter anderem uralte Eisenbahnen beherbergt. Weitere Informationen gibt es auf der Web-Site www.rimkoeln.de, auch folgende schöne:
 

Ein besonderer Höhepunkt sind Rundfahrten mit historischen Eisenbahnfahrzeugen über die Strecke der denkmalgeschützten Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn durch den Kölner Stadtwald nach Frechen. Besser bekannt auch als die Klüttenbahn.

Die Ticketpreise je Rundfahrten belaufen sich pro Person (ab 14 Jahre): In der 2 Klasse auf 12 Euro bzw. in der 1. Klasse auf 16 Euro. Kinder bis 14 Jahren fahren kostenfrei mit.

 

Team „Stellwerk 60 – SattelFest“ ist am Sonntag dabei. Treffpunkt: 13h an der Mobilitätsstation.

Bis nach Longerich dürften wir mit dem Rad etwa 20 Minuten brauchen. Dort haben wir genügend Zeit, das Museum zu besichtigen, und um 15 heißt es:

Wer will mit durch Kölle fahren?  Rückankunft gegen 16.30.
Anmelden kann man sich nicht, aber Marcel Kleppe, 1.Vorsitzender des RIM, versprach mir am Telefon, dass jeder einen Platz finden werde.
Kapitänin Annette wird voraussichtlich leider nicht mit dabei sein.
 
Herzliche Grüße und Ahoi, Teamkapitänin Lisa

Da simmer dabei: Stadtradeln 2016

 
Zwischen dem 5. und 25. September nimmt Köln zum ersten Mal am Projekt Stadtradeln teil.
Da simmer dabei: Stellwerk 60 – SattelFest, offenes Team der autofreien Siedlung Köln-Nippes.
Stadtradeln ist eine moderne Variante der friedlichen Groß-Demonstration: Wir Kölner zeigen, dass uns ein Leben ohne Auto richtig in Bewegung bringt.
Für die meisten Bewohner der Autofreien Siedlung ist das Auto die Notlösung, innerhalb der Stadt fahren wir am liebsten per Bahn, Bus oder Fahrrad. Interessant wird sein, einmal die mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer zu zählen. Über den Zeitraum von drei Wochen notieren wir alle Kilometer, die wir erradeln (auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen, zum Kino, Theater, zum Rhein etc.), und präsentieren das Ergebnis im Internet.
 
Das Ziel von Stellwerk 60 – SattelFest ist es, eine große Teilnehmergruppe auf die Beine zu stellen bzw. auf den Sattel zu setzen und gemeinsam auf möglichst viele Kilometer zu kommen.
Nicht nur Bewohner der autofreien Siedlung, sondern auch Freunde, Verwandte, Sympathisanten und alle Kölner Grünschützer können sich der Gruppe anschließen.
Auch unsere großen und kleinen Kinder können mitradeln -per Laufrad, per Dreirad, per Zweirad. Bei der Fahrt mit dem Tandem werden alle Kilometer doppelt gezählt.
Geplant sind überdies gemeinsame Wochenend-Radtouren zum Thema Grünschutz. Unter anderem wollen wir Entdeckungsfahrten unternehmen ins denkmalgeschützte Kölner Grün, insbesondere in die von Bebauung bedrohten historischen Anlagen des Inneren und Äußeren Grüngürtels.

Teamkapitäninnen sind Annette Dauberschmidt und Lisa Wilczok.

Hier meldet man sich an und erhält weitere Informationen:

 

 

Wat is dat denn?

Supermarkt-Platzhirsch REWE ist allein am Nippeser Teilstück der Neusser Straße gleich dreimal vertreten. Hier tragen Lebensmittel der Eigenmarke „Feine Welt“gerne exotisch klingende Namen: Ein Schoko-Brotaufstrich heißt bei REWE nicht einfach „Nutella“, sondern „Dunkles Geheimnis“, und ein schlichtes (leckeres!) Speiseeis „Sanfte Verführung“. Aber nicht nur sprachlich steht REWE für ein Zuviel, sondern auch beim Beitrag zu unser aller Verpackungsmüll.

Was also bedeutet die Aktion „REWE schafft die Plastiktüten ab“? Wird bei REWE jetzt an Verpackung gespart? Mit Frischhalte-Dosen ausgerüstet betrete ich die Filiale. Doch im Verkaufsraum ist alles wie immer. In der Gemüseabteilung gibt’s abreißbare Plastiktüten für Obst und Gemüse. Das Wochen-Angebot lockt mit Rinderrouladen, keimfrei auf Saugeinlagen gebettet und lebensmittelecht schaumstoffverpackt.

Erst an der Kasse bemerke ich eine Veränderung. Statt Plastiktragetaschen gibt es nur noch Papiertüten und Pappkartons. Offenbar ist „REWE schafft die Plastiktüten ab“ Augenwischerei. Korrekt müsste die Aktion heißen: „REWE schafft die Plastik-Tragetaschen ab“ oder „REWE macht die Kassen plastiktaschenfrei“ . Diese schlichte Wahrheit lässt sich allerdings nicht gut verkaufen.

Im dunklen Abseits des Ladenlokals mache ich eine Entdeckung. Neben dem Feuerlöscher sind zweiteilige Papp-Behälter mit rotem REWE-Aufdruck zu einem Turm aufgebaut.

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„Spaghetti-Kürbis, 1.99€“

Ich sehe weder Produktbezeichnung noch Preis, nehme einen Doppel-Karton, gehe zurück zur Kasse und frage, was das darstellen soll.

„Wat is dat denn?!“ Die Kassiererin ist gerade aus dem Urlaub zurück und weiß nicht Bescheid. Auf meine Bemerkung „Könnten Fahrrad-Satteltaschen sein“ und den Hinweis, dass es in der Nähe eine autofreie Siedlung mit entsprechender Kundschaft gibt, zuckt sie die Schultern und schüttelt den Kopf: „Es regnet so viel, da geht das doch direkt kaputt.“ Auch die Kollegin kann nicht weiter helfen, weiß aber, dass die Kartons erst wenige Wochen zuvor kommentarlos geliefert wurden. Auf meine Frage nach dem Preis zieht sie den Scanner über den Strichcode und lacht: „Spaghetti-Kürbis, 1.99€“.

Der Fahrradflüsterer

Die Freude am Fahrrad…
….hält nur so lange an, wie das Rad keinen Platten hat.
Man sollte meinen, dass die Bewohner einer autofreien Siedlung, die ja fast alle Radfahrer sind, zumindest einfache Reparaturen hinkriegen, aber…
Der Versuch, einen porösen Schlauch zu flicken, ist ähnlich quälend, lästig und vergeblich wie der Versuch, einen Garn-Faden in ein schmales Nadelöhr einzuführen, wenn man über 50 ist und die Lesebrille verlegt hat. Denen, die ihn immer noch nicht haben, sei vor allem fürs Hinterrad der verdickte Mantel empfohlen, „unplattbar“, wie auf einem Schild vor dem „Nippeser Radlager“ steht, wo es den Mantel zu kaufen gibt.
Kürzlich hatten wir ein echtes Problem: Bei einem Sturm, der das Neu-Ehrenfelder Albertus-Magnus-Gymnasium umtoste, war das nachlässig geparkte Tourenrad unserer Tochter umgekippt und der Kettenkasten auseinander gebrochen. Was tun, wenn das Rad über zehn Jahre alt ist, ein niederländisches Fabrikat, das längst nicht mehr hergestellt wird – und kein Fahrrad-Händler in Nippes oder Ehrenfeld weiß Rat bzw. kann einen passenden Ersatz-Kasten besorgen?
Die Lösung: bicycle recycle. Das heißt: Noch vorhandene Einzelteile einsammeln, Löcher in den Kunststoff bohren, Kabelbinder durchziehen und so gekonnt zusammenzurren, dass die Summe der Teile wieder einen kompletten, schmucken Kettenkasten ergibt.
Da das nicht meine Idee war, sondern die eines kreativen Fahrrad-Monteurs, der noch improvisieren kann, hier der Text seiner Visitenkarte:
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Der Fahrradladen mit den Knallerpreisen
Velodrom
Fahrrad-Meisterwerkstatt
Weißenburgstraße 21
Ecke Neusserstr./gegenüber Agneskirche
50670 Köln-Neustadt Nord
Telefon 0221 – 738 726
„Wir reparieren alle Fahrräder“
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Kosten der Kettenkasten-Rekonstruktion: 15€.