Nä, wat is dat schön! Frühlingserwachen aus dem Alptraum IMPFPFLICHT

Es wird in Deutschland keine allgemeine Corona-Impfpflicht geben!

Weder der Gesetzentwurf von AMPEL-Abgeordneten für eine Impfpflicht ab 60 noch der Entwurf der UNION, der unter anderem den Aufbau eines zentralen Impfregisters vorsah, erhielt am 7.4.2022 im Bundestag eine Mehrheit. Da auch Masken- und Testpflicht weitgehend zurückgenommen wurden, fühle ich mich aktuell relativ sicher vor weiteren Angriffen auf meine leibliche Unversehrtheit, auf meine Würde und mein Glücksempfinden. Wir Ungeimpften sind noch einmal davongekommen.

Nach wochenlangem Gefeilsche und Geschachere sollten laut Gesetzentwurf einer Gruppe aus den Reihen der AMPEL „nur noch“ Menschen über 60 zur Impfung verpflichtet werden. Dieser vermeintlich kleinste gemeinsame Nenner war ein Lockangebot an die CDU/CSU, deren Mitglieder die AMPEL-Gruppe brauchte, um die allgemeine Impfpflicht überhaupt noch in irgendeiner Form durchdrücken zu können.

Vielleicht hatte man nach Griechenland geschielt, wo am 16.1.2022 eine Impfpflicht für Menschen über 60 in Kraft getreten ist. Im Falle der Verweigerung einer Impfung mussten ältere Griechen im Monat Januar 50 € und seit Februar monatlich 100 € Strafe bezahlen. Diese Strafzahlungen sind zwar aktuell ausgesetzt worden, könnten aber im Herbst wieder aktiviert werden. https://taz.de/Senioren-Impfpflicht-in-Griechenland/!5843964/ (Kleine Anmerkung zum Begriff „Senioren-Impfpflicht“, der im ansonsten guten und informativen TAZ-Artikel durchgehend verwendet wird: Im Zusammenhang mit der Corona-Impfung wirkt der Zusatz „Senioren“ verharmlosend und beschönigend. Es klingt, als sei die „Senioren-Impflicht“ eine staatliche Zuwendung, heiter-neckisch nach dem Motto: Erst kam die Senioren-BahnCard – Jetzt kommt die Senioren-Impfpflicht. „Alten-Impfpflicht“ zu sagen, wäre korrekt, das brächte die Eiseskälte der staatlichen Hygienemaßnahme auch sprachlich auf den Punkt.)

Für jüngere Menschen mag eine Impfpflicht „über 60“ wie eine Entschärfung klingen, aber für mich naturgemäß nicht, denn ich bin 63 und gehöre allein deshalb auch laut RKI zu den „vulnerablen Gruppen“. Als wäre Älterwerden nicht schon beschissen genug, sollten ausgerechnet die Älteren zu einer Impfung verpflichtet werden, die sich längst als medizinischer Flop entpuppt hat. Zudem stellt schon der Wunsch nach einer Alten-Impfpflicht uns ungeimpfte Ältere unter den unausgesprochenen Generalverdacht, dass wir durch unser „Trotzverhalten“ (Ranga Yogeshwar) gegenüber der Impfung eine „Überlastung des Gesundheitssystems“ lächelnd in Kauf nehmen.

(Was Ranga Yogeshwar betrifft, möchte und muss ich mich korrigieren. Den Ausdruck „Trotzverhalten“ habe ich aus seinem Mund nicht gehört, aber den in diesem Zusammenhang pseudowissenschaftlichen Begriff „Trotzreaktion“. Mit oberlehrerhafter Attitüde begründete Yogeshwar in der ZDF-Talkshow Maybritt Illner am 13.1.2022, warum er ein „Skeptiker der Impflicht“ ist: „Das Ziel muss sein, dass sich die Menschen impfen lassen, aber durch eine Pflicht erzeugen wir so etwas wie eine Trotzreaktion.“ https://www.zdf.de/nachrichten/video/politik-illner-yogeshwar-corona-impfpflicht-100.html)

Die Wahrheit ist: Unter den Ungeimpften -auch den älteren- gibt es viele, die das Gesundheitssystem kaum oder gar nicht belasten, weil sie nur selten zum Arzt gehen und Krankheiten -solange das geht- mit Hausmitteln auskurieren. Ich zum Beispiel habe (immer noch) keine schweren chronischen Krankheiten und schlucke daher auch keine harten Medikamente. Die Pharma-Industrie verdient kaum etwas an mir. Meine Skepsis gegenüber Medikamenten beschert(e) mir -so denke ich- ein verlässlich arbeitendes Immunsystem. So gerne es manche hätten: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit Corona auf die Intensivstation komme und das Gesundheitssystem belaste, ist äußerst gering.

Die Grippe hatte ich noch nie, und In den zwei Corona-Jahren hatte ich nicht einmal einen Schnupfen. Mein verzweifelter, tragikomisch anmutender Versuch, mich bei meiner Tochter, die im Sommer „Delta“ hatte, anzustecken, misslang. Ich war damals enttäuscht, denn ich wollte das Genesenen-G. Die Gesundheitsbürokratie stellt aber nur der Person einen Genesenennachweis aus, die einen positiven PCR-Test vorweisen kann. Meine Immunität, die durch eine persönliche Erfahrung bewiesen und durch ein zeitgleiches negatives Testergebnis gesundheitsamtlich belegt ist, wird amtlich dennoch nicht anerkannt.

Mit 63 bin ich 20 Jahre älter als ein 43 Jahre alter Mensch, aber genauso viele Jahre jünger als der 83jährige. Richtig alt bin ich noch nicht, aber meine leise knirschenden Knie erweisen sich allmählich als nur bedingt Reihenhaus- tauglich. Mehr als noch vor zwanzig Jahren habe ich eine Ahnung davon, wie sich „alt“ anfühlt. Ich kann nicht mehr rennen, allenfalls traben. Daher traue ich mich kaum noch, etwa auf Höhe von Alnatura die ampelarme Neusser Straße zu überqueren. Noch kann ich mich wehren, doch eher verbal. Hochbetagte, schwer Kranke und Gebrechliche können sich, wenn man sie angreift, meistens gar nicht mehr wehren. Das dürfen sie aber auch nicht, denn sie sind in aller Regel auf die Hilfe anderer angewiesen.

Die sehr alten Menschen in den Pflegeeinrichtungen sind neben den Kindern die Hauptleidtragenden einer meines Erachtens inhumanen Corona-Politik. Selbst die Menschen, die doppelt geimpft waren, hat man in Sicherheitsverwahrung genommen und monatelang so behandelt, als stellten sie eine Gefährdung für sich und andere dar. In einer Erklärung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann vom 12.6.2021 liest sich das so:

„Gerade die Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen und ihre Angehörigen haben besonders unter den Kontaktbeschränkungen in der Pandemie gelitten. Es ist nicht akzeptabel, wenn Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht infiziert sind und bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügen, in Einzelzimmer-Quarantäne müssen. Das ist nicht nachvollziehbar und widerspricht der geltenden Rechtslage. Ich möchte, dass diese Menschen ihre geliebten Angehörigen jederzeit sehen können. Mit den Impfungen erhalten die Menschen in den Pflegeeinrichtungen auch ihre Freiheit und Selbstbestimmung zurück.“ https://www.land.nrw/pressemitteilung/corona-pandemie-freiheiten-fuer-bewohnerinnen-und-bewohner-der-stationaeren

Wenn Laumann Anfang des Jahres 2021, als die alten Menschen in den Heimen reihenweise doppelt geimpft wurden, diese Erklärung abgegeben hätte, wäre das in Ordnung gewesen. So aber kam sie Monate zu spät und war daher nichts weiter als ein gönnerhaftes Gesülze, das lediglich der Selbstbeweihräucherung dient. Der letzte Satz ist eine hohle Behauptung, denn mit den Impfungen hatten die Menschen keinesfalls „ihre Freiheit und Selbstbestimmung“ zurück. Sie mussten, auch wenn sie doppelt geimpft waren, im Falle eines „Corona-Ausbruchs“ unmittelbar in Einzelzimmer-Quarantäne. Gemeinschafts-Aktivitäten wie z.B. Singkreise oder Spielnachmittage fanden ebensowenig statt wie gemeinsame Mahlzeiten. Warum hat sich Laumann nie bei den Menschen entschuldigt?

Doch warum ähneln die Altenheime ein Jahr später immer noch Hochsicherheitstrakten? Warum erlässt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am 1. April 2022 (kein Aprilscherz!) eine 13 (!) PDF-Seiten lange Allgemeinverfügung über „Besondere Schutzmaßnahmen vor Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus in Einrichtungen der Pflege, der Eingliederungshilfe und der Sozialhilfe.“? https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/220401_coronaaveinrichtungen.pdf

Während die allgemeine Impfpflicht im Bundestag abgelehnt wurde, gilt für die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime längst eine indirekte Impfpflicht. „… 5.1. Vor der Aufnahme neuer Bewohnerinnen oder Bewohner ist von den Einrichtungen darauf
hinzuwirken, dass ihnen ein Impfangebot gemacht wird. Ist dies vor der Aufnahme nicht
möglich, so muss es umgehend nach der Aufnahme nachgeholt werden.“
(PDF MAGS, s.o.) Selbst dann, wenn sie doppelt geimpft und geboostert sind, stehen die alten Menschen auch heute noch unter permanenter, zermürbend bedrohlicher Corona-Aufsicht.

Und warum verpflichtet man ausgerechnet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegebereich zur ohnehin fragwürdigen Corona-Impfung? Wir wissen doch, wie wichtig körperliche Nähe ist, gerade auch für alte Menschen. In der Regel sind es die Ungeimpften, die das Virus nicht dämonisieren und keine übertriebene Berührungsscheu haben. Und eben diese Menschen sind es, die den alten Menschen Mut machen und Zuversicht spenden. Die „einrichtungsbezogene Impfpflicht“, ein Angriff auf die Würde, das Glücksempfinden und die Lebensfreude, müsste schnellstmöglich aufgehoben werden!

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, weitgehend geimpft und geboostert, also fein raus, haben am 7.4. 2022 ohne Fraktionszwang abgestimmt, individuell, allein „nach Wissen und Gewissen“. Eine Anmaßung, wie ich finde, denn betroffen sind nicht die durchgeimpften Abgeordneten, betroffen bin ich. Was ist mit meinem Gewissen? Bin ich unwissend oder gar gewissenlos, weil ich ungeimpft bin?

Wäre es zur Alten -Pflichtimpfung gekommen, hätte ich mir von Karrieristinnen und Karrieristen, die in viel zu großer Zahl steuerfinanziert und bestens situiert im Bundestag sitzen, die Corona-Impfung vorschreiben lassen müssen, etwa von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Kühnert, halb so alt wie ich, ist ein stets bildschirmschön gestylter, ambitioniert frisierter Polit-Shooting-Star, der nach einem abgebrochenen Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft vier Jahre lang im Callcenter von MyToys.de gearbeitet und dort sein Wissen (und Gewissen!) erworben hat.

Doch seit Omikron wächst auch unter den geimpften Mitbürgerinnen und Mitbürger die Skepsis, was die Corona-Politik betrifft. Schon vor der Entscheidung im Bundestag -die Spatzen pfiffen es von den Dächern- befürworteten immer weniger Menschen eine allgemeine Impfpflicht.

Am Tag nach der Entscheidung, die Stimme des Volkes:

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Diese Grafik habe ich am Tag nach der Abstimmung, Freitag, 8.4.2022, von web.de abfotografiert.                                          In Paragraph 5 des Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern.“ Ja, wir haben Meinungsfreiheit, aber unsere Meinung hat keinerlei politisches Gewicht. Sie interessiert nur diejenigen, die gewählt werden oder/und uns etwas verkaufen wollen. Als Mitglieder von Zielgruppen werden wir permanent unserer eigenen Meinung beraubt, ohne dass wir es spüren. Wie leicht man Meinungen manipulieren kann, weiß die Werbebranche, die so boomt wie noch nie. Nur scheinbar fragt man nach unserer Meinung. In Wirklichkeit horcht man uns aus, zapft uns an, legt uns Meinungen in den Mund. Zu vorgefertigten Aussagen können wir nur noch JA oder NEIN  anklicken und manchmal eine Nicht-Meinung wie KEINE AHNUNG.

Dadurch dass man die Impfpflicht zur Abstimmung im Bundestag freigab, wurde ein Eingriff von großer Tragweite banalisiert. Schlimmer noch: Man verlieh den „Volksvertreterinnen“ und „Volksvertretern“ Macht über mein, über unser Leben!

Entsetzt bin ich über die Politik der GRÜNEN, die ich seit Jahrzehnten wähle, auch weil die GRÜNEN den „Klimawandel“ schon früh realisiert und nie geleugnet haben, dass er menschenverursacht ist. Jetzt habe ich politischen Liebeskummer: Bis auf sechs Menschen haben alle Abgeordneten der GRÜNEN, die sich fast alle an der Abstimmung beteiligt haben, gehorsam für den Antrag der Gruppe um Janosch Dahmen und Heike Baehrens (Impfpflicht ab 60, Ende offen) gestimmt.

Auch die Kölner Kandidatin Katharina Dröge, die ich aus alter GRÜNEN-Treue bei der Bundestagswahl 2021 gewählt habe (Wahlkreis Köln III, Stadtbezirke Ehrenfeld, Nippes und Chorweiler), gab der Gruppe um den gesundheitspolitischen Sprecher der GRÜNEN, Janosch Dahmen, ihr Ja-Wort. Frau Dröge ist in Münster geboren. Den Kölnern sei gesagt: das westfälische Wort „dröge“ bedeutet das Gleiche wie das kölsche Wort „drüsch“ = „trocken“, „langweilig“, „leidenschaftslos“. Ob Frau Dröge wirklich drüsch ist, weiß ich allerdings nicht.

Was gegen Liebeskummer helfen kann: Sich ebenfalls trennen, realisieren, dass die Trennung überfällig war. Bei der NRW-Landtagswahl am 15.5. werde ich nicht mehr die GRÜNEN wählen. Und wenn die leidenschaftliche Sahra Wagenknecht auch nicht für den Landtag in Nordrhein-Westfalen kandidiert, ist meine Wahl dennoch eindeutig.

Ein Tipp zur Abstimmung über die Impfpflicht: Man kann das genaue Abstimmungsergebnis auf der Internet-Seite des Bundestags nachlesen: https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=767

Von Seiten der Bundesregierung wurde die Abstimmung über die Impfpflicht zu einer Art Chefsache erklärt. Bundeskanzler Olaf Scholz beorderte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, die in Brüssel an NATO-Beratungen über den Ukraine-Krieg teilnahm, eigens nach Berlin zurück, damit sie pflichtgemäß (und hochsymbolisch!) ihr Ja-Wort zur Impfpflicht abgeben konnte.

Wie kann die GRÜNEN-Politikerin Annalena Baerbock so wenig Gespür für Natur haben, dass sie noch in der harmlosen Omikron– Variante den Feind wittert, der mit einer Impfpflicht bekämpft werden muss?

Nun geht es in der Bundespolitik wohl kaum um Gespür, allenfalls um Kalkül. Dabei berührt die Abstimmung über eine Impfpflicht Grundfragen unserer Existenz: Leben und Tod, Gesundheit, Krankheit, Heilung, Glaube, Liebe, Hoffnung… Ich persönlich finde die Tatsache, dass über eine massive Verletzung der leiblichen Autonomie und der menschlichen Würde per Stimmzettel abgestimmt wird, ethisch verwerflich. Pragmatisch, so als handele es sich um die Freigabe eines Autobahnabschnitts.

Ich denke, Annalena Baerbock weiß, dass Omikron weniger gefährlich und eine Impfung nicht mehr gerechtfertigt st, denn sie ist intelligent. Nur passt Skepsis nicht ins Konzept bzw. den Koalitionsvertrag. Dass Omikron relativ harmlos ist und die Impfung offensichtlich ein Flop, stellt nämlich die gesamte Gesundheits- und Forschungspolitik unserer Bundesregierung in Frage.

Ein Beitrag auf der Internet-Nachrichten-Seite des VDI (Verein deutscher Ingenieure) brachte es Ende 2021 auf den Punkt: „Die künftige Regierung übernimmt das Ruder in einer Zeit, in der das Coronavirus weniger denn je im Griff zu sein scheint. Die Pandemie zu besiegen, sei vordringlichste Aufgabe, heißt es deshalb im Koalitionsvertrag... Der Kampf gegen Corona wird vornehmlich Aufgabe der SPD sein, die das Ressort Gesundheit übernehmen wird. In der Krise sieht die Koalition aber auch die Chance, Deutschland zum weltweit führenden Biotech-Standort zu machen. Die Entwicklung des ersten mRNA-Impfstoffs habe das Potenzial deutscher Forschung sichtbar gemacht.https://www.vdi-nachrichten.com/wirtschaft/politik/koalitionsvertrag-die-reaktionen-der-branchen/

„Wir haben Lust auf Neues“, steht laut VDI im Koalitionsvertrag. Ein hübscher, aber leider verharmlosender Satz, vermutlich aus der „Feder“ von Werbetextern, die an anderer Stelle Texte und Bilder für die neuen Kollektionen der Modeanbieter kreieren. Nun, ich habe auch „Lust auf Neues“, auf neue Schuhe zum Beispiel. Emanuel Macron hat, wie wir wissen, auch „Lust auf Neues“, zum Beispiel auf neue AKWs. Wenn Machthaber sie verspüren, kann „Lust auf Neues“ gefährlich werden, insbesondere in den Bereichen Atomkraft, Rüstung und Biotechnologie.

Ein allgemeine Impfpflicht hätte es deutlich erleichtert, die „Erfolgsgeschichte“ rundum das Unternehmen Biontech weiter zu spinnen, denn Biontech ist abhängig von den Einnahmen durch den Impfstoff. „Da sich BioNTechs Krebs-Therapeutika allerdings noch in Studienphasen befinden, ist das Unternehmen bis auf Weiteres auf Impfstoff-Einnahmen angewiesen. Diese wiederum hängen in hohem Maße vom Fortgang der Pandemie, einer möglichen Impfpflicht in manchen Ländern und den Entwicklungen konkurrierender Hersteller wie ModernaValneva oder Novavax ab.https://www.boerse.de/geldanlage/BioNTech-Aktie-Kennt-die-Mainzer-Erfolgsgeschichte-eine-Fortsetzung-von-Miss-boersede/33680711

Angesichts der Abschwächung des Virus, der mangelhaften Wirksamkeit der Impfung und der ernstzunehmenden Nebenwirkungen ist ein weiterer Kniefall der Politik vor dem Unternehmen Biontech, wie wir ihn hier in Köln hautnah miterleben mussten, kaum noch vorstellbar. (Vgl.: https://stellwerk60.com/2021/12/28/wie-suess-oezlem-tuereci-biontech-malt-ein-kleines-herzchen-in-das-goldene-buch-der-stadt-koeln-gedanken-zum-fest-der-unschuldigen-kinder/) Dennoch wird die Corona-Politik von Merkel & Co fortgesetzt, wird munter weiter Impfstoff eingekauft und werden nach wie vor gesunde 5-12jährige Kinder geimpft.

Dass die Impfpflicht nicht mehr droht, haben wir nicht der politischen Einsicht, sondern einer politischen Dummheit zu verdanken. Warum konnten die Abgeordneten von GRÜNEN und SPD, nachdem der Antrag aus den eigenen Reihen abgelehnt worden war, nicht dem Antrag der Union zustimmen? So hätte man sich -was die Impfpflicht betrifft- alle Türen offen halten können!

Stattdessen misstraut man sich. Derzeit bekriegen sich die Parteien, wie man es schon lange nicht mehr erlebt hat. Köpfe rollen, etwa der von Familienministerin Anne Spiegel, oder sollen rollen. https://www.tagesschau.de/eilmeldung/anne-spiegel-ruecktritt-101.html Warum wird in einer Zeit, da die Kriegspolitik von Olaf Scholz (SPD) unbedingt kritisch hinterfragt werden müsste, in alten Akten gewühlt, warum hat die Süddeutsche Zeitung Dokumente ausgegraben, die die Vermutung nahe legen, dass der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) in den 50er Jahren die SPD hat bespitzeln lassen? https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/deutschlands-watergate-wie-adenauer-die-spd-ausspionieren-liess-e506616/?reduced=true

Eben jener Konrad Adenauer hat einmal einen Satz gesagt, der oft zitiert wurde und wunderbar auf die derzeitige Situation passt: „In der Politik geht es nicht darum, recht zu haben, sondern recht zu behalten!“

Zurück zur Impfpflicht… Ich finde es immer wieder höchst erstaunlich, dass es noch Kinderärztinnen und Kinderärzte gibt, die nicht jede von der STIKO empfohlene Impfung für jedes einzelne Kind empfehlen und Impfungen grundsätzlich mit den Eltern absprechen. Das ist riskant, denn Kinderarztpraxen sind alles andere als Goldgruben, und gerade mit den Mehrfach-Impfungen lässt sich viel Geld verdienen. Einer dieser mutigen Ärzte ist Dr. med. Steffen Rabe, Sprecher des Vereins „Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung“.

Steffen Rabe ist ein glänzender Autor und scharfsinniger Beobachter der Corona-Politik. Dass er auch künstlerisch begabt ist, wusste ich bis vor kurzem, als ich unten stehendes Video entdeckte, noch nicht.

Elfchen im Dritten: Olaf muss niesen

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an einen TV-Werbespot, mit dem vor etwa fünfzig Jahren für WICK Formel 44 -Hustensirup geworben wurde: Olaf ist Zirkusakrobat. Husten kann er sich nicht leisten, denn er muss während der Aufführung über ein Drahtseil balancieren. Dabei steht ihm ein zweiter Akrobat auf den Schultern, der wiederum eine Akrobatin geschultert hat.

Jetzt gibt es einen Notfall: Olaf sitzt kurz vor der Vorstellung hustend in der Kabine. Zum Glück hat sein männlicher Mitarbeiter WICK Formel 44 besorgt. Eine Mitarbeiterin flößt Olaf den Husten-Sirup ein, eine andere tätschelt dem starken Mann beruhigend die Glatze: „Wirst sehen Olaf, das wirkt schnell.“ Im September 2020 hat „Ein Kanal“ den Spot dankenswerterweise auf YouTube ins Netz gestellt.

Der gut gemachte kleine Film, der einer gewissen Selbstironie nicht entbehrt, ist in puncto Wissenschaftlichkeit bzw. Pseudowissenschaftlichkeit ein Vorläufer bzw. Vorreiter heutiger Pharma-Werbung, denn die medizinischen Experten werden nachgeplappert. „Geht bis tief in die Bronchien…“, weiß Olafs Kollege, während die offenbar neurowissenschaftlich geschulte Kollegin die Ergänzung parat hat: „… Und beruhigt die Hustenzentrale im Gehirn.“

Die Werbung machte WICK bekannt, hatte aber noch eine andere Wirkung. Wir Kinder hatten, wenn wir irgendwo den Namen „Olaf“ hörten, direkt den Spot vor Augen. Für die Olafs unter unseren Mitschülern war das doof, sie wurden ausgelacht, nur weil sie „Olaf“ hießen. Noch heute muss ich bei „Olaf“ immer an „Olaf hat Husten“ denken. Dass der schöne Zirkusakrobat eine entfernte Ähnlichkeit mit Bundeskanzler Olaf Scholz hat, ist reiner Zufall.

Das politische Drama, das wir derzeit erdulden müssen, ähnelt einem Drahtseilakt. Nur findet der Tanz über dem Abgrund nicht im Zirkuszelt statt. Und wenn unser aller Bundes-Olaf auch nicht hustet, heißt das noch lange nicht, dass er nicht niesen muss.

Mein Elfchen des Monats März ist einem Menschen-Floh gewidmet, dem es gelungen ist, aus dem Flohzirkus (einer brutalen und dazu noch ulkig-unterhaltsamen Tiervorführung, die es immer noch gibt!) auszubrechen.

Olaf muss niesen…

Denn

flohgemut kroch

der entflohene Zirkusfloh

ins Nasenloch und lachte

noch

„HAIG, REAGAN, SCHMIDT – BEKRIEGT EUCH DOCH ZU DRITT“ (Friedensdemo Bonn, 1981) – Die Gleichberechtigung wird durch eine Wehrpflicht für Frauen ad absurdum geführt

Was viele nicht wissen: So etwas wie das „Turbo-Abi“ hat es in Westdeutschland vor über vierzig Jahren schon einmal gegeben, Stichwort: „Kurzschuljahre“. Konkret sah das so aus: Meine Zwillingsschwester und ich sind Ostern 1965 eingeschult worden. Als wir im Sommer 1968 nach drei Jahren und vier Monaten aufs Gymnasium kamen, hatten wir zwei volle Schuljahre (1. und 4. Klasse) und zwei Kurzschuljahre (2. und 3. Klasse) hinter uns. Die Verkürzung unserer Grundschul- (damals Volksschul-) Zeit hing damit zusammen, dass der Schuljahres-Beginn in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern vom Frühjahr auf den Sommer verlegt worden war.

Bis ich vor ein paar Tagen auf spiegel.de einen in bester alter Spiegel-Manier geschriebenen Artikel vom 16.1.1966 entdeckte, hatte ich keine Ahnung davon, wie chaotisch die bildungspolitische „Entscheidungsfindung“ damals verlief – unter Ausschluss der betroffenen Lehrer, Eltern und Schüler, die nur wenige Monate vor dem Beginn des Schuljahrs 1966/67 kurzfristig informiert und undemokratisch überrumpelt wurden. Das Sagen hatten -ebenso wie heute- sogenannte „Experten“. https://www.spiegel.de/politik/grenze-des-ertraeglichen-a-b9e98a3d-0002-0001-0000-000046265355

Der Artikel liest sich wie eine Tragikomödie. Laut lachen musste ich, als ich las, was den Abiturienten drohte, die -um das Zeugnis der Reife zu erhalten- trotz der Kurzschuljahre 13 komplette Jahre „abzusitzen“ hatten. Da zwei ihrer 13 Schuljahre um jeweils vier Monate verkürzt werden sollten, stand an, die Oberprima (Klasse 13) um insgesamt acht Monate zu verlängern. Ob es wirklich dazu kam, ist mir nicht bekannt: „Und überall in der Bundesrepublik wird ausgerechnet die Oberprima, die zahlreiche Experten für überflüssig halten, zur wichtigsten Klasse des Gymnasiums: mit 20monatiger Dauer… Angesichts dieser Perspektiven lobte Kultusminister Orth die Presse: »Die habbe geschribbe, daß mer verrückt sin.«“ (spiegel.de, s.o.)

Ende der 1960er Jahre gab es aber auch viele vernünftige Reformen: Die Volksschul-Zeit wurde auf neun Jahre verlängert, Grund- und Hauptschule lösten die Volksschule ab, die erste Gesamtschule wurde eröffnet, und endlich wurde Englisch an allen weiterführenden Schulen Unterrichtsfach. Aber das Kernstück der Schulreformen war die Koedukation.

Während meine Zwillingsschwester zusammen mit zwei Freunden auf das erst 1967 gegründete Bottroper Vestische Gymnasium kam, beschlossen meine beste Freundin und ich, auf das Städtische Jungengymnasium zu wechseln, dessen Sexta ein Jahr zuvor für Mädchen geöffnet worden war. Unsere Eltern hatten nichts dagegen. Unsere beiden Brüder gingen schon auf die Schule, kamen in die Obertertia und waren positiv aufgefallen, was natürlich von Vorteil war.

Vermutlich waren unsere Brüder, die gedacht hatten, uns zumindest in der Schule los zu sein, ziemlich bedient. Schwer bedient war der Freund meiner älteren Schwester, ein attraktiver, aber leicht blasierter Oberprimaner, der später einmal Schönheitschirurg werden sollte. Es fühlte sich (und kam) gut an, einen Bekannten und noch dazu eine Art Schwager in der Oberprima zu haben. So suchte ich den Schulhof nach ihm ab und ließ ihn in keiner Pause in Ruhe: „Huhu, Hans-Leo, hier bin ich!“

Dass den Mädchen der Zugang zur „höheren Bildung“ nicht weiter verschlossen blieb, hatte vor allem ökonomische Gründe. Durch die Koedukation sollte nicht nur die Chancengleichheit hergestellt, sondern die „Ausschöpfung gesellschaftlicher Begabungsreserven“ sicher gestellt werden.

Zum Glück waren unsere Lehrer nicht ökonomisch gestimmt. Am Tag unserer Einschulung in die Sexta wandte sich Klaus Kayser, Lehrer für Religion und Geschichte und späterer Leiter des Gymnasiums Laurentianum in Arnsberg, in einer Ansprache an die angehenden Sextaner und insbesondere an uns Sextanerinnen. Endlich seid ihr Mädchen da, so etwa sagte es Herr Kayser, ihr selber werdet durch den gemeinsamen Unterricht mit den Jungen ein bisschen frecher, was gut ist. Aber noch viel wichtiger ist etwas anderes, denn ihr Mädchen habt eine Aufgabe. Die Jungen sind viel zu wild. Ihr werdet sie erziehen und dazu bringen, dass sie sich in Zukunft vernünftig verhalten.

Nachdem ich das gehört hatte, fand ich es noch aufregender, als Mädchen auf ein Jungengymnasium zu gehen, auch wenn die Bezeichnung nicht mehr ganz stimmte. An die genauen Zahlen kann ich mich leider nicht mehr erinnern, aber im Schuljahr 1968/69 dürften neben 140 Jungen 15 Mädchen die Sexta besucht haben. Doch erst im Jahr 1971 wurde der Name der Schule korrigiert, die übergangsweise „Städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen“ hieß.

Mein Abitur-Jahrgang 1977 war dann der erste am Bottroper „Heinrich-Heine-Gymnasium“. Dass die Schule schließlich so hieß, verdankte sich einer Kooperation von Lehrern und Schülern. Die Schulpflegschaft (Elternvertretung) hatte den Vorschlag der Lehrer, die Schule „Heinrich-Heine-Gymnasium“ zu nennen, abgelehnt und dem Rat der Stadt Bottrop den öden, nichtssagenden Namen „Stadtgymnasium“ vorgeschlagen. Die beiden Schülervertreter hatten zwar für „Heinrich-Heine“ gestimmt, waren aber in der Versammlung der Schulpflegschaft klar in der Unterzahl. Niemand hatte die anderen Schülerinnen und Schüler gefragt! Das holten wir nach. Unsere Schülerzeitung „Holzwurm“ rief eine Sondersitzung ein. In einer Blitzaktion sammelten wir am nächsten Tag 1250 Unterschriften pro „Heinrich-Heine“, die wir ins Rathaus brachten. Wir hatten Erfolg und machten eine wichtige Erfahrung: Gemeinsam sind wir stark!

Ich hatte eine angenehme und freie Schulzeit zwischen Penne und PISA. An meiner Schule gehörte ich zum ersten Jahrgang, der in den Genuss (!) der Oberstufenreform kam. Ich konnte Chemie und Physik abwählen und mich meinen Lieblingsfächern Deutsch, Geschichte, Philosophie und Biologie (Evolution!) widmen. Einige unserer Deutsch- und Geschichtslehrer waren von den gesellschaftskritischen Schriften aus dem Umkreis der Studentenbewegung inspiriert. So lernten wir zu hinterfragen, analysierten Werbetexte und politische Reden, und einige von uns wurden leidenschaftlich querdenkende Demokraten.

Lehrer und Schüler respektierten sich gegenseitig. Unsere Lehrerinnen und Lehrer hätten sich dagegen gesträubt, geschlechtsneutral als „Lehrkräfte“ bezeichnet zu werden, wie es heutzutage gender-korrekt vielerorts üblich ist. Und sie hätten es unannehmbar gefunden, mithilfe von Werbe-Bildern, die an Zahnpasta-Reklame erinnern (lauter lächelnde Lehrkräfte!), auf eine locker-flockige und respektlose Weise für den Lehrer- Beruf gewonnen zu werden. So zumindest versucht es seit ein paar Jahren das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Per Du macht man da den Lehrer zum Deppen. O-Ton Das Bildungsportal:

„Interessierst du dich für das Grundschullehramt oder das Lehramt an Berufskollegs? Du möchtest Lehrerin oder Lehrer für sonderpädagogische Förderung werden? Oder möchtest du an weiterführenden Schulen unterrichten? Auf diesen Seiten findest du alle Informationen zu den verschiedenen Lehrämtern und über den Lehrerberuf allgemein: Voraussetzungen, Jobaussichten und den Ablauf der Ausbildung.“ https://www.lehrer-werden.nrw/

Heute schmücken sich die Gymnasien mit den wohlklingenden Namen großer Geister, doch erleben wir seit Jahrzehnten eine zunehmende Austreibung des Geistes aus den Schulen und eine Entmündigung von Lehrern und Schülern. Egalisierende internationale Vergleichstests wie PISA, der zunehmende Leistungsdruck, das Hochschrauben des Numerus Clausus, das Zentralabitur und das völlig undurchdacht eingeführte und wieder abgeschaffte „Turboabi“ (G8) haben zu Verödung und Verarmung geführt.

Mit den Corona-Maßnahmen wurde und wird die Schule endgültig zum Spielball einer lebensfernen, ökonomisch orientierten Bildungspolitik. Mit dem Online-Lernen auf Sicherheits-Abstand wurde der autoritäre Frontalunterricht wieder eingeführt. Corona-Tests, Maskenpflicht und die Andienung der Impfung sind grenzüberschreitend. Tiefgreifender als die in meiner Schulzeit noch üblichen schallenden Ohrfeigen verletzen die Maßnahmen die körperlich-seelische Autonomie der heranwachsenden jungen Menschen, denen Corona in aller Regel nicht viel anhaben kann. Mehr als funktionieren sollen Schüler und Schule nicht. Unsere Kinder haben keine andere Chance, als zu gehorchen.

Ein altes deutsches erzieherisches Sprichwort droht(e) „ungehorsamen“ Kindern mit körperlichen Züchtigungen: „Wer nicht hören will, muss fühlen!“ An die brutale Struwwelpeter-Pädagogik knüpfen die Corona-Maßnahmen an, was sich in einer EXPRESS-Schlagzeile vom 15.4.2021 spiegelt: „Wer sich nicht testen lässt, muss nach Hause“.

Mittlerweile ist die Koedukation selbstverständlich. Doch noch zu meiner frühen Schulzeit wurden Jungen und Mädchen nur in der Volksschule gemeinsam unterrichtet. Die Schulen, an denen man höhere Bildungsabschlüsse erwarb, waren in der Regel streng nach Geschlechtern getrennt. Das sollte lange Zeit vor allem den Männern zugute kommen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts -und nachdem Frauen jahrzehntelang dafür gekämpft hatten- konnten die ersten Mädchen auf einem eigens eingerichteten Mädchengymnasium Abitur machen und anschließend studieren.

Ich stelle mir vor, Mädchen und Jungen würden immer noch getrennt unterrichtet, aber der Ruf nach Koedukation würde lauter. Irgendwer würde fragen: Warum sollen wir die Koedukation einführen? Eine vorstellbare Antwort: „Ich glaube, das wird zu einer besseren Stimmung und mehr Effektivität führen.“

Diese hübsch klingende Antwort wurde im Jahr 2017 wirklich gegeben. Sie stammt allerdings nicht von einem Bildungspolitiker, sondern von einem immer noch amtierenden Verteidigungsminister, und das Thema ist nicht die Koedukation, sondern die Wehrpflicht für Frauen, die in Schweden im Jahr 2017 zeitgleich mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht neu eingeführt wurde. „… Nun will Schweden wieder auf eine umfassende Landesverteidigung setzten. Dazu braucht es die allgemeine Wehrpflicht als Grundbaustein. Die sich gern als feministisch bezeichnende rot-grüne Regierung erhofft sich durch die Wehrpflicht für Frauen auch eine ausgewogenere Armee. Auch sei ein gemischter Arbeitsplatz attraktiver. „Ich glaube, das wird zu einer besseren Stimmung und mehr Effektivität führen“, sagte Verteidigungsminister Hultqvist dem Radio Schweden.https://www.morgenpost.de/politik/article209807259/Schweden-fuehrt-Wehrpflicht-wieder-ein-auch-fuer-Frauen.html

Dass in Schweden die Wehrpflicht für Frauen eingeführt wurde, wusste ich nicht. Ich muss gestehen, dass es mich enttäuscht und erschreckt, denn ich sympathisiere mit dem Land, wo man es geschafft hat, die Kinder vor den völlig überzogenen, allerorts üblichen Corona-Maßnahmen zu schützen. Die große schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren wäre -da bin ich mir sicher- gegen eine Wehrpflicht für Frauen gewesen.

Eine ausgewogenere Armee, … ein gemischter Arbeitsplatz, … eine bessere Stimmung, … mehr Effektivität… Laut Peter Hultqvist, der auch unter Schwedens neuer Ministerpräsidentin Magdalena Andersson Verteidigungsminister ist, sind Frauen offenbar dazu da, den Männern den Krieg zu versüßen. Doch die Armee ist eben kein „Arbeitsplatz“ wie jeder andere. Der vermeintliche Frieden schlägt -wie wir gerade erleben- schnell in sein Gegenteil um. Erschreckend ist, dass diese Haltung sich auch noch „feministisch“ nennt. Mit einer Wehrpflicht für Frauen wird die „Gleichberechtigung“ ad absurdum geführt, denn im Falle eines Krieges hätten die Frauen nicht nur die gleichen „Rechte“, sondern auch die gleichen grausamen Pflichten wie die Männer: Sie wären dazu verpflichtet zu töten.

Noch wird diese entsetzliche Vorstellung auch in Deutschland, wo es Berufssoldatinnen gibt, verdrängt. Vielen Menschen fehlt die Phantasie, sich den Krieg vorzustellen, doch aktuell ist er näher gerückt. Aber wie würde die Öffentlichkeit reagieren, wenn Soldatinnen der Bundeswehr bei militärischen Einsätzen ums Leben kämen? Bis jetzt sind die Todesopfer fast ausschließlich Männer, wie ich auf Wikipedia lese: „Seit 1992 kamen bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr 115 Bundeswehrangehörige (Soldaten) nach Angaben der Bundeswehr (Stand Februar 2022) ums Leben. Davon fielen 37 durch Fremdeinwirkung und 22 starben durch Suizid.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Todesf%C3%A4lle_der_Bundeswehr_bei_Auslandseins%C3%A4tzen

Der Wikipedia-Beitrag enthält eine Liste: „Todesfälle der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen durch Unfälle, natürliche Ursachen, Suizidhöhere Gewalt oder Feindeinwirkung.“ In dieser Liste wird nur eine einzige verstorbene Frau erwähnt, und diese Frau ist nicht bei einem Unfall oder durch „Fremdeinwirkung“, sondern durch Suizid ums Leben gekommen. Auffällig und erschreckend ist, wie viele Soldaten sich das Leben nehmen. Würde man die Namen der Soldatinnen und Soldaten erwähnen, die die „Auslandseinsätze“ zwar überlebt haben, aber traumatisiert sind, entstünde eine endlos lange Liste.

Außenministerin Annalena Baerbock dürfte sich ihr Amt ganz anders vorgestellt haben. Vermutlich hat sie von Dienstreisen geträumt, von Fotoshootings, Festessen und anderen Anlässen, sich in chicen Klamotten zu zeigen. Durch den Krieg in der Ukraine wurde sie jedoch schnell vom Laufsteg herunter auf den Boden geholt. Ernst genommen wird sie nicht wirklich. Vom meines Erachtens irrwitzigen Vorhaben des Bundeskanzlers, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufzurüsten, wurde Baerbock angeblich überrascht, vor allem wusste die Außenministerin wohl nichts von der horrenden, in keiner Weise zu rechtfertigenden Höhe der Summe. https://web.de/magazine/politik/russland-krieg-ukraine/habeck-baerbock-scholz-100-milliarden-plan-ueberrascht-36650002 Dieser Alleingang unseres Bundeskanzlers erinnert mich an einen der Vorgängerregierung, nämlich daran, „dass die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem damaligen Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) kurz vor der Amtsübergabe am 8. Dezember den Verkauf von drei Kriegsschiffen und 16 Luftabwehrsystemen genehmigt hatte. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unterrichtete den Bundestag erst einen Tag vor der Wahl von Olaf Scholz zum Kanzler darüber – aber ohne den Wert der Ausfuhren zu nennen.“ https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-12/ruestungsausfuhren-waffenexporte-merkel-scholz?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Unter dem Deckmantel „Sicherheit“ wird weiter aufgerüstet und Angst geschürt, dabei müsste weltweit konsequent abgerüstet werden. Warum nicht Frieden wagen- gerade angesichts des Kriegs in der Ukraine? Sehr lesenswerter Artikel des Ökonomen Tilman Brück, ehemaliger Leiter des Friedensforschungsinstituts SIPRI: https://www.deutschlandfunkkultur.de/krieg-ukraine-pazifismus-noch-zeitgemaess-100.html

Beim Aufräumen ist mir kürzlich ein 40 Jahre altes Foto in die Hände gefallen: „HAIG, REAGAN, SCHMIDT – BEKRIEGT EUCH DOCH ZU DRITT“ – Diesen Spruch hatten wir am Vorabend der großen Friedensdemonstration am 10.10.1981 im Bonner Hofgarten in unserer WG-Wohnküche kreiert. 250.000 Menschen demonstrierten damals für Abrüstung, ein atomwaffenfreies Europa und insbesondere gegen den NATO-Doppelbeschluss, die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa.

Für uns war das Lachen über den Aufrüstungs-Wahnsinn ein Mittel, uns nicht ohnmächtig zu fühlen.

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Am Rande der Bonner Friedensdemo. Der blondgelockte dreijährige Junge, dem ich gerade aus der Regenjacke helfe, ist mein späterer Stiefsohn Andreas, der mit seinem Vater zusammen in unserer Wohngemeinschaft lebte. In der WG war Andreas gut aufgehoben. Ich fand es chic, einen Freund zu haben, der alleinerziehender Vater war. Noch chicer fand es meine Mutter, die sich wünschte, dass dieser verantwortungsvolle junge Mann einmal ihr Schwiegersohn werden möge. Nach einigen Umwegen sollte es knapp 18 Jahre später dazu kommen. Alleinerziehende Väter bekommen -so habe ich es erfahren- viel mehr Unterstützung als alleinerziehende Mütter. In unserer WG fühlten sich alle für Andreas verantwortlich. Mit kleinen Kindern zusammen haben auch ernste Erwachsene wieder den Mut zu spielen- so wie hier. Ohne Andreas hätte ich mich wohl kaum getraut, Kriegsbemalung zu „tragen“. Foto: Hans Manfred Schmidt

MEIN ENGEL – Das Wunderkind Wiktoria

An ganz alltäglichen Orten begegne ich in den letzten Jahren Menschen, die real sind („aus Fleisch und Blut“) und die doch aus einer Anderwelt zu stammen scheinen. Einer dieser Menschen, die mich an Märchenfiguren erinnern, ist das Mädchen Wiktoria.

Begegnet bin ich ihr im Frühherbst 2019 im Kölner Handwerkerinnenhaus -am Tag der Offenen Tür. Zur Erinnerung: In den Zeiten vor Corona öffneten an bestimmten Tagen Ateliers und Werkstätten ihre Türen auch für Besucher, die dort normalerweise keinen Zutritt haben. Jeder war willkommen, es gab weder Test- noch Impfausweis- noch irgendwelche Einlasskontrollen. Die offene Tür war ein über die Stadt oder das Land verstreutes kulturelles Ereignis abseits der Groß-Events. Wie großartig, gastfreundlich und großzügig das war, weiß ich erst heute. Denn auch wenn die Veranstaltungen nach wie vor so heißen und der Eintritt nichts kostet: Den „Tag der offenen Tür“ gibt es nicht mehr.

Im Handwerkerinnenhaus hatte man an dem Tag einen kleinen Basar aufgebaut. An einer Handvoll Ständen wurden Töpfer-Arbeiten verkauft und andere schöne, originelle, von Hand gefertigte Dinge, die man „Kunsthandwerk“ nennt.

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Die Grenzen zwischen Kunsthandwerk und Kunst sind fließend. Im nordholländischen Dorf Groet vermietet die Familie Bakker ein Ferienhaus. Dieses Haus ist ein inspirierender, eigensinnig ausgestatteter Ort. „Hausherr“ Jaap Bakker gehört zu den bildenden Künstlern, die sich ihre Kinderphantasie bewahrt haben.  Welches Kind träumt nicht davon, einmal einen Schatz zu finden? Doch das ist gar nicht so einfach. So beträgt etwa die Wahrscheinlichkeit, in einer Auster eine Perle zu finden, 1:35.000. https://www.fewo-in-holland.de/blog/austernperle-finden Der Mangel an Perlen in Nordsee-Austern brachte Jaap Bakker auf die tierfreundliche Idee, Austernschalen zu einer Nordseerose zusammenzufügen, sie miteinander zu verleimen und zu guter Letzt drei Perlen in die Mitte der Blüte zu setzen. Da Jaap Bakker die Blume in kleiner Stückzahl gefertigt und für ein paar Euro an seine Feriengäste verkauft hat, bin ich stolze Besitzerin einer echten Groeter Nordseerose.


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„Höhlenkunst“

Am Tag der offenen Tür 2019 präsentierte das Handwerkerinnenhaus auch Arbeiten, die Schülerinnen und Schüler einer Förderschule in Jülich hergestellt hatten. Das hing mit dem Hauptanliegen des Hauses zusammen, der Förderung junger Mädchen. Das Kölner Handwerkerinnenhaus hat eine eigene Werkstatt und „ist ein Lern- und Bildungsort, an dem Mädchen und Frauen neue Fähigkeiten und Stärken an sich entdecken und ihre Berufschancen und -perspektiven erweitern.“ https://www.handwerkerinnenhaus.org/

Im Kunstunterricht hatten die Jülicher Jugendlichen kleine, zerbrechliche Drahtgebilde gebastelt und in Einmachgläser gesteckt. Die Einmachgläser wurden dann bei hoher Temperatur eingeschmolzen und die Drahtgebilde auf diese Weise „eingerahmt“ und „haltbar“ gemacht. Wiktoria, die die Jülicher Schule besucht, war mit ihrer Lehrerin da. Die Lehrerin bemerkte mein Interesse und erzählte mir, wie Wiktoria arbeitet.

Wiktoria nimmt ein Stück Draht in die Hand. Sie hat keinen Plan und überlegt nicht lange, sondern fängt an. Der Draht hat Anfang und Ende. Zwischen ihren Fingern kommt er in Bewegung, entsteht eine Figur. Manchmal ist es eine Tierfigur, aber am liebsten formt Wiktoria Engel, mal heitere, mal nachdenkliche Engel. Das Stück Draht ist nie zu kurz und nie zu lang, es reicht immer genau aus. Wenn der Draht aufgebraucht ist, ist die Figur fertig. Irgendwann fing Wiktoria an, Engel zu formen, sie tut es einfach, denn sie kann nicht anders.

Mich erinnern ihre Engel an die von Paul Klee. Der Maler Paul Klee (1879-1940) hat sein Leben lang Engel gezeichnet, die meisten davon im Jahr 1939. Im Jahr, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, begann Klees letztes Lebensjahr. Indem er die Zwischenwesen zeichnend sichtbar machte, konnte Paul Klee der Hölle für Momente entrinnen. „Seine Engel hat er in der Zwischenwelt ‚geschaut‘, sagt Paul Klee. Für ihn liegt zwischen irdischer Welt und höchsten geistigen Welten eine Zwischenwelt. Und Klee ist überzeugt, da Einblick zu haben.“ https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/morgenandacht/paul-klee-und-seine-engel-10795

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Für acht Euro kaufe ich ein „Mängelexemplar“. Der Aufhänger ist abgerissen, aber MEIN ENGEL ist luftig und heiter. Die Flügel sind ausgebreitet wie Arme: Lass dich umarmen. MEIN ENGEL ist weiblich, ein Mädchen. MEIN ENGEL hält den Kopf gerade, so dass der Heiligenschein nicht herunterfallen kann. MEIN ENGEL streut rostige Brösel. Die sind nicht hübsch, aber auch für was da: Wer genau hinschaut, entdeckt ein flauschiges Küken.

Auch Wiktorias Engel scheinen aus einer Zwischenwelt zu stammen. Die Lehrerin, die sehr aufgeregt ist, zeigt mir einen Ordner mit Fotos der Arbeiten Wiktorias. Ihre Engel sind ausdrucksstark und berührend. Wenn ich sage, dass ich „erschüttert“ war, ist das nicht übertrieben. „Ich wage es kaum zu sagen“, sage ich zur Lehrerin. „Aber es ist so, als hätte Wiktoria eine göttliche Eingebung.“ Die Antwort: Ein Nicken.

In diesen traurigen Zeiten ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen -vor allem Frauen- Schutzengel ins Fenster stellen. Es gibt getöpferte, genähte, gemalte, es gibt geschmackvolle, austauschbare, kitschige, es gibt pausbäckige und magere Engel. Sie alle stehen für die Hoffnung und für die Sehnsucht nach einer friedlichen, besseren Welt.

In ihren Sternstunden vermag die Dichtkunst, Engelsenergien spürbar zu machen. So verleiht der Lyriker Joseph von Eichendorff (1788-1857) im Gedicht „Mondnacht“ seiner Seele (Engels)-Flügel:

„… Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
..“ (Dritte Strophe)

Wiktorias Lehrerin zeigt mir das Foto eines Engels, der den Kopf gesenkt hält. Sie bittet Wiktoria, mir zu erklären, warum der Engel traurig ist. Wiktoria redet leise. „Der Engel klagt Gott an“, sagt sie. „Es ist so viel Unrecht in der Welt. Warum guckt Gott zu, warum lässt er den Krieg geschehen, warum greift Gott nicht ein, wenn Menschen gemobbt werden?“

Ich habe lange darüber nachgedacht. Ich glaube, Gott* greift schon ein, aber anders, als wir denken, selten im „Direktgang“. So stattet Gott Menschen mit der Gabe aus, Menschen den Spiegel vorzuhalten. Menschen mit dieser Begabung werden oft ausgegrenzt. Vermutlich wird auch Wiktoria ausgegrenzt und gemobbt, denn sie hat eine „Lese- und Rechtschreibschwäche“ und geht (oder ging) auf eine Förderschule.

Woran erkennt man einen Engel? Das Merkmal der Engel, das sind die Flügel. Doch wer nur auf die Flügel achtet, wird den Engel übersehen. Meine Begegnung mit Wiktoria hat meinen Glauben an die kosmischen Engelsenergien genährt – und meine Hoffnung auf eine bessere, friedliche Welt.

*Wie schon einmal geschrieben, meine ich mit „Gott“ nicht den monotheistischen Vatergott. Diesen begreife ich zwar nicht als „falsch“ oder erfunden, aber als Einengung und Vereinseitigung eines weitaus umfassenderen Göttlichen.

Elfchen im Zweiten: Adieu, AHAmpelmann!

An den Schaltern von Commerzbank und Sparkasse KölnBonn kann man weder Briefmarken kaufen noch Päckchen aufgeben. Bei der Postbank ist das anders. Ihre Filialen ähneln, auch wenn die Beratungsräume mit Teppichboden ausgelegt sind, Gemischtwarenläden, und das gefällt mir.

Dass ich mein Postbank-Konto trotz der relativ hohen Gebühren behalte, ist reine Nostalgie. Als es die Postbank noch nicht gab, sondern Postscheck- bzw. Postgiroämter, bot die Post Sparbücher an, die ordentlich verzinst waren und mit denen man sogar in den Postämtern kleiner südfranzösischer Ortschaften ohne Gebühren Francs abheben konnte.

In den frühen 80er Jahren studierten wir Geisteswissenschaften, hatten viel Zeit und reisten am liebsten mit dem Fahrrad. Es war ganz einfach: Irgendwann im Spätsommer, wenn es uns nach Südfrankreich zog, radelten wir zum Kölner Hauptbahnhof, kauften günstige Rückfahrkarten und gaben unsere Fahrräder auf, die weder versichert noch verpackt werden mussten. Ein paar Tage später fuhren wir mit dem Zug den Fahrrädern hinterher. Das war nicht ohne Risiko. Einmal sind die Fahrräder erst drei Tage nach uns im Bahnhof von Lyon angekommen. Aber das war uns egal, denn so lernten wir, bevor wir uns ins Umland aufmachten, Lyon kennen.

Meistens hatten die Fahrräder nach dem Transport ein paar kleinere Kratzer, aber auch das störte uns kaum, denn die Fahrräder waren nicht neu. Meins hatte nicht einmal eine Gangschaltung und taugte kaum für die Berg-Etappen. Weil ich nicht besonders sportlich bin, kam es mir recht. So schob ich das Rad, hatte ein paar Momente für mich und lauschte den Grillen. Wir hatten Zelt und Schlafsäcke dabei und in den Satteltaschen Bücher, die an der Uni nicht gelesen wurden, Werke mit wohlklingenden Titeln: „Die Dialektik der Aufklärung“, „Männerphantasien“ und „Geschichte und Eigensinn“ (je 1,2kg!). Wir waren jung, stark, naiv, verliebt, hatten noch gute Nerven- und Postsparbücher.

Irgendwann wurde nicht nur das klassische Postsparbuch abgeschafft, sondern auch die Möglichkeit, ein Fahrrad preiswert und ohne großen Aufwand nach Frankreich zu verschicken. Vermutlich hat es dermaßen viele Schadensersatz-Forderungen gegeben, dass es sich für die Bahn nicht mehr rentiert hat.

Wie in den Bahnhofs-Gebäuden herrscht auch in den Räumen der Post ein zunehmend ruppiger, unwirscher Ton – sofern es diese Räume noch gibt. Die Deutsche Bank, der die Postbank gehört, hat angekündigt, bis Ende 2023 von derzeit 750 Filialen weitere 200 zu schließen. Vor allem in den Innenstädten greifen die „Sparmaßnahmen“. In Köln sollen in Kürze die Filialen am Kartäuserwall (Südstadt) und am Sudermannplatz (Agnesviertel) dichtmachen. Wie lange die Nippeser Postbank-Filiale erhalten bleibt, ist derzeit unklar, denn auch für die verbleibenden 550 Geschäftsstellen soll es lediglich eine Standortgarantie bis Ende 2024 geben.

Die Nippeser Filiale wird vielleicht deshalb (noch) nicht geschlossen, weil sie mitten in Nippes ideal liegt. Die Räume selber sind nicht mehr zeitgemäß. Um in den Schalterraum zu gelangen, muss man eine Treppe hochsteigen. Dennoch ist die Filiale gut besucht. Vor Weihnachten standen die Leute sogar bis auf die Straße Schlange, nicht nur wegen der Abstandsregeln. Da der Briefmarkenautomat monatelang kaputt war, wurden auch die in die Schlange verbannt, die nur eine Briefmarke brauchten.

Irgendwann wurden Ordnungskräfte eingestellt, die die Einhaltung des Corona-„Sicherheitsabstands“ überwachten. Eine der Ordnungskräfte war ein hektischer junger Mann, der sich verhielt, als sei er staatlich geprüfter „Hüppekästchen“ -Schiedsrichter. Er pfiff alle Leute zurück, die es wagten, die rote Linie bzw. das rote Klebeband auch nur um wenige Zentimeter zu übertreten.

Der kleine hübsche Mann bewegte sich, als zöge eine unsichtbare Hand an einer mit all seinen Gliedern einzeln verbundenen Strippe. Sein Hampeln trug nicht zur Entspannung bei, im Gegenteil. Einmal geriet ich, als ich ein Päckchen aufgeben wollte, mit dem Mann aneinander. Es war Samstagmittag, seit zehn vor eins hatte ich in der Schlange gestanden und war in der Schlange stehend die Treppe hochgestiegen. Um Punkt ein Uhr, genau in dem Moment, als ich an der Reihe gewesen wäre, den Schalterraum zu betreten, schloss die Post. Die Leute, die vor mir waren, kamen noch dran. Sie kamen auch noch raus. Nur ich…

Der Hampelmann stellte sich in den Zugang zum Schalterraum, stemmte die Beine in den Boden und legte die Arme an. Er ließ mich nicht vorbei und verlagerte sein Gewicht mal auf den linken, mal auf den rechten Fuß. Ich konnte nicht anders: Ich nahm ihn vorsichtig bei den Schultern und versuchte, ihn zur Seite zu schieben. Er wehrte sich nicht, sagte nur leise: „Hilfe, Hilfe“. Die Hilfe bekam er. Und was bekam ich (ab)? Das erzähle ich ein andermal…

Aktuell hat sich die Lage entspannt, aber wohl nur, weil Weihnachten vorbei ist und die Leute weniger Briefe und Pakete verschicken. Für die Postbank ist Corona einmal mehr ein Vorwand, die Zahl der Kunden zu reduzieren. Jetzt, in der Karnevalszeit, darf nur eine (!) Person den Schalterraum betreten. Das ist -ich kann es nicht anders sagen- ein Schlag in den Nacken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post. Denn so nagt der „Schutz vor Corona“ langsam, aber sicher am aktuell noch bis Juni 2023 bestehenden Kündigungsschutz.

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Nachtrag 7. März 2022: Mit einem Sicherheitsabstand von ein paar Tagen ist diese Info, die vermutlich jederzeit spontan eingeblendet werden kann, kurz nach Aschermittwoch wieder ausgetauscht worden. 

In dem Zusammenhang konnte man auch die Sicherheitskräfte entlassen. Dort, wo der Hampelmann stand, wenn er mal stand, steht jetzt mitten im Weg eine Ampel. Doch auch die spielt manchmal verrückt, und auch die wird irgendwann abgeschafft werden. Ob zusammen mit der gesamten Filiale, wissen wir nicht.

Den kleinen hübschen Mann habe ich nicht mehr wiedergesehen, was ich schon ein bisschen bedaure.

Adieu, AHAmpelmann!

Jetzt

ist hier

eine Ampel an,

denn fort ist der

AHAmpelmann

***

Allen, die meinen Blog von außerhalb Deutschlands besuchen, schulde ich eine Erklärung: Was ist AHA?

Wenn sich auch die Hygiene-Regeln weltweit ähneln dürften, ist doch die neckische AHA-Formel typisch deutsch. Plakat des Bundesministeriums für Gesundheit: Mit der AHA-Formel durchs Jahr!

aha

 

„Durchs Jahr“ klingt bedrohlich, hat doch 2022 erst gerade begonnen. Bei der Internet-Recherche stelle ich zu meiner Beruhigung fest, dass das Plakat schon ein Jahr alt ist, und zwar von Januar 2021. Ich will mit AHA nicht durch noch ein Jahr. Und ein „AHAlle Jahre wieder“ wäre entsetzlich.

Wer AHA schon spießig findet, dem sei gesagt: Es geht noch zwangsvergnügter. Ich schätze den Humor der Wiener Stadtverwaltung und insbesondere die Wiener Hundekotsackerl, aber OIDA

„Die Stadt Köln möge allen 2000 Menschen, denen abgelaufener Impfstoff verabreicht wurde, Schmerzensgeld zahlen!“ – Offene Mail der Frau Keuner an Dr. Johannes Nießen, Leiter des Gesundheitsamts der Stadt Köln

Ich bin gerade dabei, für’n kleines Mittagessen Kartoffelreste in die Pfanne zu schnibbeln, Pommes Sarladaises mit viel Knoblauch und glatter Petersilie, lecker, da klingelt’s.

„Tach“, sacht meine Nachbarin, die Frau Keuner.

„Tach“, sach ich. „Aber ich hab überhaupt keine Zeit.“

„Aber ich.“ Die Frau Keuner drückt sich samt Gehwagen an mir vorbei ins Haus. „Hömma, Lisa, kennste mich noch? Seitdem ich dir erzählt hab, dass ich geimpft bin, guckst du mich nicht mehr an.“

„Ich halt mich eben an die AHA-Regeln“, sage ich. „Und ich müffel neuerdings nach Knoblauch. Seit Corona…“

„Dat riech ich“, unterbricht mich die Frau Keuner. „Bissken eng hier. Aber wenn du auch stinkst, kannst du mich immer noch angucken.“

„Wissen Sie“, sage ich schnell, „warum die Pommes Sarladaises „Sarladaises“ heißen?“

„Ach, Schätzchen“, sagt die Freu Keuner und singt: „Ich war noch niemals in New York, ich war schon zweimal in Sarlat… Hömma, Lisa, lenk nicht schon wieder ab, ich sach dir, du kannst es dir leisten, nich geimpft zu sein. Du hast ein Reihenhäusken, bissken piefig, aber Eigenheim. Jetzt hast du sogar ein Auto, und dat als Bewohnerin der autofreien Siedlung. Sach mir bloß nich, dat du die alte Kiste vorm Schrottplatz gerettet hast und dat die bei dir ihr Gnadenbrot fristet. Guck nicht so pikiert, dat hast du der Gerda erzählt.“

„Ich kenn keine Gerda.“

„Red keinen Quatsch“, sagt die Frau Keuner. „Mit über 60 kennt jede eine, die Gerda heißt. Aber sag, kennst du eine Anna, eine jüngere mit zwei kleinen Kindern?“ Ich zucke die Achseln.

„Dann hast du der Anna die Story erzählt.“

Bevor ich „nein“ sagen kann, hat die Frau Keuner auch schon den Gehwagen abgestellt und ist -wie auch immer- über Hütehund Freki gestiegen, der quer im Flürchen liegt und den Zugang zum Wohnzimmer versperrt. „Wat seh ich da? Da steht ja immer noch der kaputte Stuhl, den du schon vor drei Monaten auf den Sperrmüll getan hast. Zurückgeholt, wa?“ Ich schieb der Frau Keuner, bevor die den Halt verliert, schnell einen intakten Stuhl hin.

Die Frau Keuner setzt sich, aber stänkert immer noch: „Wie sieht dat denn hier aus, wie kann man in dem Zustand Gäste empfangen?“

„Welche Gäste?“, frage ich leise.

„Nette Leute wie mich“, sagt die Frau Keuner. „Und mach jetzt nicht einen auf einsam und allein. Die Gerda hat mir da wat anderes erzählt. Hömma, Lisa, du kannst dich hier verbuddeln, Silberfischchen füttern, Müll ansammeln, lecker kochen, dich bemitleiden und Wein saufen. Zur Zeit vergammeln viele gute Stuben. Noch musst du dich auch nicht impfen lassen. Meinst du, ich hätte das freiwillig getan? Ich hab von allen Seiten Druck gekriegt. Du kannst es dir leisten, deinen Job zu verlieren, denn du hast keinen. Ist ein echter Luxus, sich die Plörre nicht in den Arm drücken zu lassen.“

„Frau Keuner, ich…“

„Komm mir nicht mit irgendwelchen faulen Ausreden“, sagt die Frau Keuner. „Aber du kannst alles wieder gut machen. Ich hab heute morgen eine Mail an den Kölner Gesundheitsamtsleiter geschickt, an den Dr. Johannes Nießen. Der Nießen ist der, der neben noch zwei Kölnern seit zwei Monaten in Lauterbachs Corona-Expertengremium sitzt. Kölscher Klüngel, dat sach ich dir. Im Internet steht keine Mail-Adresse vom Gesundheitsamt. Ich konnte also meine Mail nur an stadtverwaltung@stadt-koeln.de schicken. Dat kann ich vergessen. Also wirst du meine Mail heute noch auf deinem Blog öffentlich machen. Du setzt dich jetzt an den Rechner. Wenn du den Freki an die Seite schiebst und mir mein Wägelchen bringst, bin ich weg.“

Die Frau Keuner richtet sich langsam auf und hält sich am Tisch fest. „Du kannst dir gerne wat zu essen machen, aber danach machst du dich an die Arbeit. Und wenn ich nachher wiederkomm, dann stoßen wir mit lecker Kölsch auf Omikron an. Omikron ist der Game Changer. Dat haben die nur noch nich begriffen. Wie kann die Stadt Köln denn so blöd sein, jetzt, wo halb Europa schon das Ende von Corona feiert, den Zoch zu stutzen. Hömma, Lisa, der Zoch kütt in diesem Jahr ins Rheinenergie-Stadion. 2G+ und 11,11 € Eintritt.“ Die Frau Keuner schluckt und reibt sich die Augen. „Omikron ist unsere Rettung. Und nachher… Nachher singen wir die schönen neuen Lieder: Mamor, Stein und Impfnadel bricht… Oder kennst du das? Am Sonntag will mein Süßer mit mir boostern gehen… Jetzt guck nicht so bedient. Bis dann, ja?“

***

An dieser Stelle veröffentliche ich die Mail der Frau Keuner. Der Wortlaut ist weitgehend unverändert. Ich habe allerdings, nachdem ich alle Zahlen überprüft und die gewagten Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft hatte, einige Belege und Links hinzugefügt. Darüberhinaus habe mir erlaubt, ein paar kleine Rechtschreibfehler zu korrigieren. Auch wenn ich die Mail unterstütze, gibt sie doch ausschließlich die Meinung der Frau Keuner wieder. Die beiden RKI-Tabellen, die die Frau Keuner ihrer Mail angehängt hat, habe ich mitsamt Erklärung an passender Stelle eingefügt…

***

Köln, 10.2.2022

Sehr geehrter Herr Dr. Nießen,

gestern bin ich mit einer Nippeser Mitbürgerin ins Gespräch gekommen, die eine Einladung zur vierten Impfung gekriegt hat. Sie gehört zu den über 2000 (!) Menschen, die zwischen dem 26. Dezember 2021 und dem 5. Januar 2022, also an den kurzen Tagen zwischen den langen Rauhnächten, hier in Köln versehentlich mit einem abgelaufenen Impfstoff der Marke Moderna geimpft wurden.

Was passiert ist, haben die Betroffenen -so unglaublich das klingt- erst Tage später nicht persönlich, sondern aus der Presse erfahren: Im gefrorenen Zustand wäre der verabreichte Impfstoff noch bis zum Juni 2022 „haltbar“ gewesen, doch zwecks Verwendung war er aufgetaut worden. Nur hatten die Impf-Dienstleister viel zu viel aufgetaut, denn es waren bei weitem nicht so viele Impfwillige gekommen, wie man gedacht hatte. Was für eine Schlamperei!

Jeder Kölner hat da direkt das beliebte Lied vom Jupp Schmitz im Kopp. Die Geschichte: Einmal im Monat wird in einem Verein Erbsensuppe gekocht. Diesmal ist sie besonders lecker, nur leider hat sich der Wirt vertan und zu viel gekocht. Deshalb schnappt sich der Vereinspräsident das Mikrophon und ruft laut in den Saal:

Es ist noch Suppe da, es ist noch Suppe da… Wer hat noch nicht, wer will noch mal…

Vielleicht war an dem Tag noch Suppe da, weil es Erbsensuppe war, die schmeckt ja aus dem Groß-Bottich irgendwie immer nach Suppenküche. Es geht auch lecker. Herr Dr. Nießen, vielleicht kennen Sie das österreichische Speiselokal Essers im Stadtteil Neuehrenfeld. Dort serviert man an jedem ersten Donnerstag im Monat köstliche Backhendl im Korb, Salat dazu, aber nichts anderes. Das Hendl-Essen ist beliebt. Es ist aber auch sehr lecker! Was ist schon der ostdeutsche Broiler im Vergleich zu einem Steirischen Backhendl? Damit Wirtin Iris planen kann, müssen sich die Gäste Wochen im Voraus anmelden und dabei genau angeben, mit wie vielen Hendl-Essern sie kommen. Man kann dann immer noch absagen. Kommt man aber am Hendl-Tag mit einer Person bzw. Hendl-Esserin weniger als angemeldet, wird das überzählige Hendl berechnet. Man kann es direkt verspeisen oder im Hendl-Sackerl nach Hause mitnehmen. Die Iris vom Essers achtet sehr genau auf Frische und weiß um die Salmonellen-Gefahr. Sie ist nicht nur eine tolle Wirtin und Sommeliere, sondern auch eine gute Geschäftsfrau. Würde sie so schlecht wirtschaften wie die Bundesregierung, könnte sie den Laden dichtmachen.

Wie kann man aber auch so bescheuert sein, über unsere Köpfe hinweg diese gigantischen Mengen Impfstoff zu ordern? „Die Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie insgesamt mehr als 660 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bestellt, die bis 2023 ausgeliefert werden sollen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler hervor, die dem ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ vorab vorliegt. Darunter sind rund 367 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, 120 Millionen Dosen von Moderna, aber auch mehrere Millionen Dosen der Impfstoffe Novavax, Valneva und des Herstellers Sanofi. Die bestellten Vakzine haben nach Angaben der Bundesregierung einen Gesamtwert von rund 12,5 Milliarden Euro.“ https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/impfdosen-117.html

Was ich nicht verstehe: Warum hat die Bundesregierung nicht für den Fall, dass sich das Corona-Virus abschwächen sollte, mit den Pharmaunternehmen eine Art Rücktrittsversicherung abgeschlossen? Angesichts der harmlosen Variante Omikron müsste die Bundesregierung zum Wohle des Volkes schnellstmöglich von den Bestellungen zurücktreten, was aber offenbar nicht möglich ist, denn laut „den Lieferverträgen ist Deutschland verpflichtet, die gesamte bestellte Menge Impfstoff abzunehmen.“ (tagesschau.de, s.o.) Aber vielleicht will die Bundesregierung nicht zurücktreten, sondern immer und ewig singen:

Es ist noch Impfe da, es ist noch Impfe da, wer hat noch nicht, wer will noch mal…

Es ist wie in diesen fiesen Familien: Der Teller muss leer gegessen werden. Aber den Impfstoff kann man ja nicht essen, da muss jemand kommen, der… Doch wohin jetzt mit den Mengen? Der beste Ort, Impfstoffe zu verknappen, ist der menschliche Körper. Kaum gab es die Impfung, wurde ja mächtig auf die Tube gedrückt bzw. auf den Impfspritzen-Kolben – und hinein damit. „Impfen, was das Zeug hält!“ – das forderte schon Anfang 2021 Karl-Josef Laumann, CDU, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Dnn was sagt der Kölner? „Was fott es, ess fott.“

Es ist noch Impfe da, es ist noch Impfe da, wer hat noch nicht, wer will noch mal…

Doch was mir am meisten stinkt, Herr Dr. Nießen, das ist die Anbiederung der Stadt Köln an die Bürgerinnen und Bürger. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wurde im April 2021 gegen Corona geimpft, und zwar mit Moderna, denn Astrazeneca kam für sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage. Das war eigentlich Rechtfertigung genug, doch Frau Reker setzte noch eins drauf: Um ja nicht den Anschein zu erwecken, sie würde sich als was Besseres fühlen und den Kölnern was wegnehmen, ließ sie sich demonstrativ mit einer Restdosis impfen. https://www.t-online.de/region/koeln/news/id_89838366/koeln-henriette-reker-mit-restdosis-gegen-corona-geimpft.html

Ich persönlich nehme ja gerne Reste zu mir, aber nicht öffentlich und auch nur dann, wenn es sich um Nahrungsmittel handelt. Da riechen und schmecken wir meistens, wenn was schlecht und vergammelt ist. Und wenn man was Schlechtes gegessen hat, kann man noch immer versuchen zu kotzen. (Übrigens hätte die Nippeser Betroffene auch fast gekotzt). Bei einem Impfstoff geht das schlecht.

Herr Dr. Nießen, ich erlaube mir, Sie zu zitieren: „Wir schließen eine gesundheitsschädliche Wirkung durch den verabreichten Impfstoff aus. Was die Wirksamkeit angeht, lassen Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen den Schluss zu, dass auch nach Verabreichung eines wenige Tage zu lang aufgetauten Impfstoffs ein unverminderter Impfschutz besteht.“ https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/corona-lage-koeln-39

Doch wie können Sie eine gesundheitsschädliche Wirkung durch den Impfstoff, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten ist, ausschließen, wo wir doch wissen, dass auch eine Impfung mit „frischem“ Corona-Impfstoff in vielen Fällen gesundheitliche Schäden hervorruft? Außerdem kann niemand die gesundheitsschädliche Langzeit-Wirkung eines abgelaufenen Impfstoffs ausschließen, wo wir nicht einmal wissen, wie ein frisch aufgetauter Corona-Impfstoff langfristig wirkt.

Und diese Kölner „Panne“ ist auch noch zu einer Zeit passiert, als längst klar war, dass die Omikron– Variante zwar ansteckender, aber deutlich harmloser ist. Ich persönlich bin zweifach geimpft, werde mich aber nicht boostern lassen. Liebend gerne würde ich Ihnen Ihre Reste abnehmen, aber nicht diese. Ich hab mir die Statistiken des RKI angeguckt und kann nur sagen, dass man insbesondere älteren Menschen von einer sogenannten „Auffrischimpfung“ -und sei es auch frisch aufgetauter Impfstoff- dringend abraten müsste.

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2022-02-03.pdf?__blob=publicationFil

Tabelle 3 bezieht sich auf alle Varianten, Tabelle 4 ausschließlich auf Omikron. Man kann nicht nur herauslesen, wie viel harmloser die Omikron-Variante ist, sondern auch, dass die Impfung kaum schützt. Für Omikron gilt: Menschen über 60 sterben, seit Omikron dominant ist, deutlich seltener an Corona, aber Ältere mit Auffrischimpfung sterben sogar häufiger als nur doppelt Geimpfte.

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Aber es werden uns nicht nur abgelaufene Impfdosen als „Auffrischung“ verabreicht, sondern auch „abgelaufene“, d.h. veraltete Informationen als frische Nachrichten serviert. Auf Ärzteblatt.de wurde am 4.2.2022 ein Artikel veröffentlicht, der sich auf Daten vom 4.12.2021 bezieht. So etwas ist nicht nur wissenschaftlich inkorrekt, sondern irreführend. Denn mittlerweile, zwei Monate später, hat Omikron (Gott sei Dank) alles auf den Kopf gestellt.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/131575/CDC-Geboosterte-sterben-97-Mal-seltener-an-COVID-19?rt=27a1e265edbe7b41181e070a386e17af

Im Zusammenhang mit dem Kölner Skandal erinnere ich mich an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Während die Menschen in der DDR zunächst überhaupt nur aus den West-Medien von dem Unfall erfuhren, wurde eine mögliche Gesundheitsgefahr von den bundesdeutschen Verantwortlichen zunächst heruntergespielt. „Die sowjetischen Behörden vermelden den Unfall erst am 28. April, nachdem Schweden und Finnland stark erhöhte Strahlenwerte gemessen haben. Obwohl wenig über das Ausmaß des Unfalls bekannt wird, gibt sich die Bundesregierung gelassen: In einem Fernsehinterview mit der Tagesschau erklärt Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann (CSU), dass eine Gefährdung der deutschen Bevölkerung „absolut auszuschließen“ sei. Es gebe keinen Anlass zu handeln. Eine Gefahr bestünde nur im Umkreis von 30 bis 50 Kilometern rund um den Reaktor.https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Tschernobyl-Katastrophe-Wie-Deutschland-reagiert-hat,tschernobyl230.html

Auch damals entstand ein „Entsorgungsproblem“: Wohin mit den verstrahlten Lebensmitteln? „In den Wochen nach dem Unglück gab es in der DDR plötzlich ein reichhaltiges Angebot an Gemüse; es war jenes, das den Ostblocklieferanten vom Westen nicht abgekauft wurde.[112] Da viele Bürger aufgrund der über westliche Radio- und Fernsehprogramme empfangenen Warnungen diese Angebote nicht einkauften, wurde dieses Obst kostenlos in Kindergärten und Schulen verteilt.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl Mit „Rücksicht auf den sozialistischen Bruderstaat“ wurden die gesundheitlichen Gefahren nicht nur heruntergespielt, sondern verleugnet. Die „großzügige“ Beschenkung der Kinder mit vermutlich kontaminierten Lebensmitteln ist verwerflich, eine Propaganda-Maßnahme, die bei mir nur Entsetzen hervorruft. Wahrscheinlich war die Gabe sogar gut gemeint, „denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Gut gemeint ist sicherlich auch die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren, die man derzeit trotz Omikron immer noch in der Lanxess-Arena anbietet.

Sie, Herr Dr. Nießen, haben ja schon im Dezember lautstark Werbung für die Kinderimpfung gemacht: „Der Start der Kölner Kinder-Impfaktion in der Lanxess Arena ist am Freitag reibungslos verlaufen. Bis einschließlich Dienstag werden dort rund 4000 Dosen des speziell für Kinder dosierten Impfstoffes von Biontech an Fünf- bis Elfjährige verimpft. Johannes Nießen, Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, betonte die Wichtigkeit der Aktion: „Die Kinder sind eine große Bevölkerungsgruppe, bei der die Inzidenz deutlich zu hoch ist. Deswegen ist es unheimlich wichtig, mit den Impfungen zu starten, um insgesamt einfach möglichst viele Menschen zu impfen.“https://www.ksta.de/koeln/lanxess-arena-so-verlief-der-start-der-koelner-kinder-impfaktion-39314860?cb=1645033932697&

Nach wie vor gibt es keine allgemeine Empfehlung der STIKO für die Impfung von Kindern dieser Altersgruppe. Kinder mit einem umstrittenen Impfstoff zu impfen, nur weil die Inzidenz unter Kindern „deutlich zu hoch ist“ und „um insgesamt einfach möglichst viele Menschen zu impfen“, finde ich persönlich furchtbar.

Es ist noch Impfe da, es ist noch Impfe da, wer hat noch nicht, wer will noch mal…

Zum Schluss eine dringende Bitte:

Ich habe die Summe, die die Bundesregierung für die Corona-Impfstoffe bezahlt, auf die Impfung aller Kölnerinnen und Kölner (von 0 bis…) umgerechnet. Bei einer Million Einwohnern wären das 156 Millionen Euro, die wir alle bezahlen! Dagegen sind 1 Million Euro ein Witz. Als kleine Entschuldigung möge die Stadt Köln daher allen 2000 Menschen, denen abgelaufener Impfstoff verabreicht wurde, ein Schmerzensgeld von mindestens 500€ zahlen!

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Frau Keuner, Köln-Nippes

***

Elfchen im Ersten: Das Corona-Sicherheitsdreieck ist da, AHA!

Das

Corona-Sicherheitsdreieck ist

da! Um 93%

senkt es die Ansteckungsgefahr.

AHA!

Während wir uns mittlerweile wieder an den Kassen knubbeln, werden wir in den Supermärkten nach wie vor dazu angehalten, Abstand von- und zueinander zu halten. Im Nippeser Alnatura, wo ich Stammkundin bin, nötigt man uns immerhin nicht mehr, einen Einkaufswagen zu nehmen. Das gefiel mir schon deshalb nicht, weil die Griffe der Wagen für jeden Kunden einzeln frisch desinfiziert wurden und oft klebrig waren.

Noch vor einem Jahr hieß es, der Einkaufswagen sei eine Art Schutzschild und gewähre aufgrund seiner komfortablen Länge den erforderlichen Sicherheitsabstand zum Vordermann bzw. zur Vorderfrau, so dass die Ansteckungsgefahr reduziert werden könne.

Das war albern, denn wir stellten und stellen, kaum sind wir im Laden, den Einkaufswagen irgendwo ab, um zügig zwischen den Gängen hin- und herlaufen zu können. Wer klammert sich schon an den sperrigen Einkaufswagen? Vielleicht der angespannte Karl Lauterbach (falls er sich noch traut, einkaufen zu gehen). Und der auch nur in Sorge um den Einkaufswagen-Chip bzw. den sauer verdienten Euro. Lauterbach sei gesagt: Alnatura stellt die Einkaufswagen chiplos zur Verfügung, da könnte er endlich einmal loslassen.

Auf die Fragwürdigkeit der 1,5 m-Abstandsregel machte am 6. November 2021 eine Gruppe junger Performance- Künstlerinnen aufmerksam. Ausgestattet mit einem selbstgebauten gleichseitigen Corona-Sicherheits-Dreieck, bestehend aus drei hölzernen Leisten von jeweils 1,5 m Länge, wandelten die jungen Frauen schweigend durch den Nippeser Alnatura– Biosupermarkt. Große Kunst zwischen Broccoli, Lauch und Olivenöl!

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Für Unruhe sorgte der unangekündigte Auftritt beim Verkaufspersonal. So wollte eine Alnatura– Mitarbeiterin den Künstlerinnen das Fotografieren verbieten. Dieses Verbieten ist aber meines Wissens verboten, denn in  den videoüberwachten Verkaufsräumen muss es den Kunden erlaubt sein, Fotos zu machen.

Zuvor hatten die Künstlerinnen vergeblich versucht, im benachbarten REWE in den Verkaufsraum vorzudringen. Hier jedoch hatten sich die Gänge als zu eng erwiesen. Der Nippeser Alnatura-Bio-Supermarkt hingegen ist im Sommer 2021 maßnahmengerecht umgebaut worden. Ladenlokal und Verkaufsfläche wurden deutlich vergrößert und die Gänge, wie man sieht, so großzügig verbreitert, dass bei zukünftigen Pandemien die Sicherheitsmaßnahmen zügig umgesetzt werden können. AHA! 

Unpraktisch wäre es, wenn es Gegenverkehr gäbe, wenn zwei Corona-Sicherheitsdreiecke mit jeweils drei an den drei Ecken befestigten Personen einander entgegen kämen. Probleme könnte es auch beim Besuch eines mehrstöckigen Einkaufszentrum geben. Wenn die Personen die Rolltreppe benutzten, könnten sie zwar eine Ecke hochklappen, um nebeneinander zu passen, doch das Nebeneinander würde den Abstand aufheben und so wiederum das Ansteckungsrisiko erhöhen. Außerdem würde die an der hochgeklappten Ecke befestigte Person bei der Aktion in der Luft baumeln! Personen mit Corona-Sicherheitsdreieck sei daher -und man vermeide jeglichen Gegenverkehr!- die Benutzung des Treppenhauses empfohlen.

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Treppenhaus mit pinkfarbenen Wänden im Einkaufszentrum The Galleries, Washington/UK, September 2020.  Doch Vorsicht: Zwei Corona-Sicherheitsdreiecke passen nicht nebeneinander auf die Treppe. (Kleiner Hinweis: Das Treppenhaus war, auch wenn es anders rüberkommt,  gründlich geputzt. Die Flecken auf dem Foto rühren ausschließlich von meiner defekten Kamera her, die ich nach der Reise gegen ein gleiches, aber intaktes Gebrauchtmodell (Ebay) austauschen musste.)

Ich bin mir sicher, dass sich der österreichische Schriftsteller Ernst Jandl an der Performance der jungen Künstlerinnen ergötzt hätte. In Erinnerung an den Rechts-Links-Jongleur und sprachgewaltigen Experten für die Verkehrte Welt schreibe ich daher erneut ein

Ernst Jandl-Gedächtnis-Elfchen:

Mit dem Colona-Dleieck im Tleppenhaus eines noldengrischen Einkaufszentlums

Volsicht:

Was Sichelheit

velschafft, setzt reidel

den Rinksvelkehl außel Klaft!

Volsicht!

Wie süß: Özlem Türeci (BIONTECH) malt ein kleines Herzchen in das GOLDENE BUCH DER STADT KÖLN – Gedanken zum FEST DER UNSCHULDIGEN KINDER

Heute, am 28. Dezember, feiern die katholische und die evangelische Kirche das Fest der Unschuldigen Kinder. Das Fest erinnert an einen Massenmord: König Herodes, so überliefert das Matthäus-Evangelium, hat von Sterndeutern erfahren, dass der Messias geboren wurde. Aber wo? Ein Stern weist den Weg nach Bethlehem. Herodes wittert seine Chance: Um den neugeborenen Konkurrenten um die Macht auszuschalten, lässt er in Bethlehem „prophylaktisch“ alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten.

Doch Jesus ist, als die Kinder ermordet werden, mit seinen Eltern längst auf der Flucht nach Ägypten. Ob der Kindermord tatsächlich stattgefunden hat, bleibt umstritten. Aber wir alle kennen die schreckliche Geschichte und haben uns schon als Kinder darüber gefreut, dass Jesus gerettet wurde. Doch was ist mit den ermordeten Kindern? „Die Alte Kirche hat sie als Zeugen für Christus heiliggesprochen.“ https://www.katholisch.de/artikel/1867-klage-als-befreiung Der Kindermord ist entsetzlich. Aber ist es nicht ebenfalls grausam, dass das frühe Christentum diese namenlosen Kinder kollektiv zu Märtyrern erklärt und ausgerechnet ein Massenmord (und nicht ein Überleben aller) die Existenz Christi bezeugen soll?

Der Druck und die Geschwindigkeit, mit der die Bundesregierung die Corona-Impfung der Kinder vorantreibt, lässt mich an den Furor des Königs Herodes denken. Meines Erachtens ist diese Impfung, deren Langzeitfolgen niemand einschätzen kann, äußerst fahrlässig. Wir wissen längst, dass Kinder in aller Regel nur leicht an Corona erkranken. Dennoch werden in Deutschland auch die 5- bis 11-Jährigen seit dem 13. Dezember geimpft. Dass eine reduzierte Menge verabreicht wird, ändert nichts an der Tatsache, dass man den Kindern einen mRNA-Impfstoff injiziert. Hinzu kommt, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer, den die Bundesregierung zwecks Kinderimpfung geordert hat, gegen die neue Omikron-Variante nicht einmal besonders gut wirkt, allenfalls -wie es heißt- gegen schwere Verläufe, die bei Kindern selten sind.

Völlig inakzeptabel ist daher, dass Karl Lauterbach im Rahmen einer Kinder-Impfaktion im Zoo von Hannover am 17.12.2021 selber Hand angelegt hat. Ausgerechnet bei seinem ersten Außen-Auftritt als neuer Bundesgesundheitsminister hat Lauterbach vor laufender Kamera öffentlichkeitswirksam zwei vorab ausgewählte Kinder („Frida“ und „Fritz“) geimpft. Und das, obwohl die STIKO bislang nur eine eingeschränkte Impfempfehlung herausgegeben hat! Ein Vertrauensbruch gegenüber der STIKO und eine absolute Grenzüberschreitung, wie ich finde. https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/bei-besuch-in-hannover-bei-impfaktion-fuer-kinder-darf-auch-lauterbach-zur-spritze-greifen_id_26197580.html

Um die Inbrunst zu unterstreichen, mit der Lauterbach das zehnjährige Mädchen geimpft hat, habe ich ein Foto, das Lauterbach in Aktion zeigt, von focus.de (s.Link) abfotografiert, „bearbeitet“ und vervielfältigt. Für mich (und das ist meine ganz persönliche Wahrnehmung!) ist die Situation alptraumhaft:

***(Ergänzung 4.1.2022: Ausgerechnet dort, wo Lauterbach Kinder geimpft hat, im Zoo von Hannover, ist eine schwere Panne passiert: 42 Kindern wurde eine Erwachsenen-Dosis Biontech verabreicht. Schöne Bescherung! https://web.de/magazine/news/coronavirus/corona-news-ticker-42-kinder-dosis-erwachsene-36441926) Völlig unannehmbar finde ich, dass Kinder, die sich impfen lassen, zur Belohnung eine Zoo-Freikarte für sich und ihre Eltern bekommen. Hier wird mit der Freude der Kinder gespielt, den Eltern endlich einmal etwas ausgeben zu können! Ich könnte heulen, so fies finde ich das!)***

Doch selbst im privaten Umfeld ist Lauterbach nicht zimperlich. Im Rahmen einer familiären Weihnachtsfeier am 25.12. ließ Lauterbach, der sich gerne als Impfarzt (Bundestagswahl 2021: Wahlkreis Leverkusen – Köln IV, Werbeaktion) bezeichnet, es sich nicht nehmen, höchstpersönlich Corona-Teststäbchen in die Rachen- bzw. Nasenräume aller Familienmitglieder einzuführen. Zuvor hatte Lauterbach folgendes getwittert:

Ich wünsche uns allen ein frohes Weihnachtsfest. Werde heute beim Familienfest alle testen. Tun Sie bitte das auch. Es kann Leben retten. Danke an alle, die heute noch impfen oder sich impfen lassen. Es ist ein Geschenk an die ganze Gesellschaft. Danke12:47 nachm. · 25. Dez. 2021

Doch was meint Lauterbach mit der grammatikalisch verunglückten Formulierung Tun Sie bitte das auch… ? Soll ich meinen Gästen nicht nur Vanillekipferl und Gans, sondern auch Schnelltests anbieten? Der Bundesgesundheitsminister gibt ein fragwürdiges Vorbild ab. Denn wäre es nicht klüger und vernünftiger, wenn alle Familienmitglieder sich vor dem Fest testen lassen, um dann entspannt zusammen feiern zu können? Und wäre es nicht freundlicher und respektvoller, die Gäste -wenn überhaupt- Selbsttests machen zu lassen?

Dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach alle testet, finde ich schamlos. Ich stelle mir vor, ich wäre Lauterbachs über 80 Jahre alte Schwiegermutter: Um meinen leicht aufbrausenden Schwiegersohn zu besänftigen und um nie mehr getestet werden zu müssen, hätte ich mich schon vor Monaten boostern lassen. Auf dem Familien-Weihnachtsfest jedoch hätte Karl angedroht, mir ein Stäbchen in die Nase zu schieben, und zwar mit den Worten: „Halt bitte still, Mutter. Isch will dir doch nur helfen. Danke.“ Mir wäre zum ersten Mal seit über 30 Jahren die Hand ausgerutscht… Angeblich hat Karl Lauterbach zwar fünf Kinder, aber aktuell keine Schwiegermutter, was mich beruhigt. Natürlich hätte er gerne eine, schon für den Schnelltest.

Während unser Privatleben zunehmend verkrampft, fließt Geld, florieren die Gesundheits-Geschäfte. Die Stadt Mainz erwartet durch den Erfolg des dort ansässigen Unternehmens Biontech so hohe Steuereinnahmen, dass sie sich dank Corona-Impfung voraussichtlich von ihren Schulden befreit. Das stimmt den Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) dermaßen euphorisch, dass er die Impfung veredelt und einen mehr als fragwürdigen, verklärenden Vergleich wagt: „Die Entwicklung und Herstellung des Impfstoffs von BioNTech ist für Mainz ungefähr so herausragend wie die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg.“ Damals, um das Jahr 1450, sei die Stadt Ausgangspunkt einer Medienrevolution gewesen, erinnert der Oberbürgermeister. Heute, mehrere hundert Jahre später, sei die Dimension ähnlich groß: Nur gehe es nicht um die Verwendung von beweglichen Lettern zur Buchproduktion, sondern um Biotechnologie.https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-11/biontech-mainz-steuer-haushalt-schulden-mehreinnahmen?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

Ins Schwärmen kommt auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Im Rahmen einer Feierstunde im Kölner Rathaus bekam das Pharma-Unternehmer-Ehepaar Dr. Özlem Türeci und Prof. Dr. Uğur Şahin am 17. September die Ehrendoktorwürde der Universität zu Köln verliehen. Nicht ohne Grund, denn Uğur Şahin ist in Köln aufgewachsen und hat hier studiert.

Türeci/Şahin trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Köln ein und waren noch am selben Abend Ehrengäste in der TV-Sendung Kölner Treff, wo man sie mit einem halbminütigen Applaus begrüßte.

„Impf-Genies im Rathaus geehrt“:

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Dass Türeci/Şahin den diesjährigen Nobelpreis für Medizin bekommen würden, schien für Kölns Oberbürgermeister Henriette Reker längst klar zu sein: „Henriette Reker bedankte sich und würdigte die bahnbrechenden Leistungen der Forscher: „Wo wären wir heute ohne Sie? Herzlichen Dank, dass Sie uns ein Fenster geöffnet haben, durch das ein heller Hoffnungsstrahl scheint. Sie haben Menschen viel Schmerz erspart.“ Die OB bezeichnete die Impfstoffentwicklung der beiden Forscher als „Dienst an der Menschheit“. „Die Kölnerinnen und Kölner sind Ihnen zutiefst dankbar. Und auch ich persönlich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen.“ (Express, 18. September 2021) Glücklicherweise hat das Nobelpreis-Komitee die Ruhe bewahrt und sich nicht von den vorschnellen, kitschig- sentimentalen und völlig überhöhten Lobeshymnen anstecken lassen. So wurde der Medizin-Nobelpreis nicht an das Unternehmen Biontech verliehen, weder an Türeci/Şahin noch an Katalin Karikó, eine Grundlagen-Forscherin , die 1985 aus Ungarn in die USA ausgewandert ist und heute die Position der Senior-Vizepräsidentin von Biontech innehat.

Dankenswerterweise gestattet uns der Kölner Express vom 18.9.2021 mit einer Collage (S.24) einen Blick auf die Ernennungs-Urkunde der Universität zu Köln und in das Goldene Buch der Stadt Köln.

Türeci/Şahin, so sollen wir denken, sind Menschen wie du und ich. Wie süß, dass Özlem Türeci ein kleines Herzchen in das Goldene Buch der Stadt Köln gemalt hat. Kleine Mädchen lieben es, Herzchen in die Poesiealben ihrer Freundinnen zu malen. Aber Özlem Türeci ist kein kleines Mädchen.

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Wir sagen euch an: Im Kölner Dom wird an Heiligabend geimpft – Wie mich eine persönliche Gotteserfahrung („Nahtod“) gegen die Staatskirche immunisiert hat

Im deutschen Fernsehen haben zwei Wissenschaftsjournalisten das Sagen, die ich einmal geschätzt habe, auch weil sie schon seit Jahren unermüdlich auf die Gefahren des durch den Menschen verursachten „Klimawandels“ hinweisen. Beiden, Harald Lesch und Ranga Yogeshwar, kann ich jedoch nicht mehr vertrauen, da sie die öffentlich-rechtliche, von uns allen üppig finanzierte Fernseh-Bühne dazu benutzen, vehement Werbung für die umstrittene und meines Erachtens gesundheitsgefährdende Corona-Impfung zu machen.

Beide Wissenschaftsjournalisten sind Astro-Physiker. Astronomen traut man zu, etwas über Gott und die Welt sagen zu können. Ranga Yogeshwar bezeichnet sich selber als „Atheist“. In einem Interview mit dem NDR sagte er im Jahr 2017: „Ich beneide Menschen, die glauben. Ich kann es nicht. Aber es gibt gute Alternativen dazu – und das meine ich sehr nett und nicht dogmatisch.“ https://web.archive.org/web/20170716162125/https://www.ndr.de/themenwoche/Ranga-Yogeshwar-spricht-ueber-Glauben,interviewyogeshwar100.html

Was Yogeshwar sagt, finde ich nicht unsympathisch, denn es klingt ehrlich. Die Vorstellung der eigenen Vergänglichkeit lässt sich ja für uns alle schwer aushalten, „diese Absurdität, dass man irgendwann einfach nicht mehr da ist.“ https://www.ksta.de/kultur/interview-ranga-yogeshwar-die-gesellschaft-wird-dumm-gehalten-2496200?cb=1640161639759& Aber gleichzeitig scheint „diese Absurdität“ eine gewisse Faszination auszuüben. Warum sonst richten die Astronomen den durch Technik geschärften Blick wieder und wieder ins kalte All? So wie andere Männer eine Modell-Eisenbahn besitzen, hat der technikfaszinierte Ranga Yogeshwar bei sich im Garten eine eigene Sternwarte. Seltsam, wie ich finde.

Ob der Protestant Harald Lesch eine Sternwarte besitzt, wissen wir nicht. Aber eines wissen wir: Lesch glaubt an den patriarchal-autoritären Vatergott. Daraus macht er kein Geheimnis: „Unser christliches Gottesbild ist ja ein sehr personales, dem ich persönlich auch anhänge, weil ich glaube, dass wir Menschen uns nichts anderes vorstellen können als einen personalen Gott. Wir könnten uns keine rumwabernde kosmische Energie vorstellen, die zwar den Kosmos geschaffen hat, aber mit meinem Schicksal gar nichts zu tun hat.“ https://www.pro-medienmagazin.de/ich-bin-vom-scheitel-bis-zur-sohle-protestant-harald-lesch-im-interview/

Doch schließen sich der biblische Schöpfungsbericht und die Evolutionstheorie nicht eigentlich aus? Feierabend-Protestant Harald Lesch meint, beides zusammenbringen zu können, indem er den Physiker feinsäuberlich vom Privatmann trennt: „Wissen Sie, die Art und Weise, wie ich Physik betreibe, hat nichts mit meinem Bekenntnis als Christ zu tun. Aber die Art und Weise, wie ich mit mir, mit meinen Nächsten und der Welt umgehe, sehr wohl.https://www.domradio.de/themen/glaube/2021-01-24/mein-verhaeltnis-zur-welt-entscheidet-mein-christsein-physiker-harald-lesch-ueber-leben-corona-und

Doch bei dem Versuch, der Schöpfung auf die Spur zu kommen, stößt die Naturwissenschaft an ihre Grenzen. Aus dem Nichts kann eigentlich nichts entstehen. Also dürfte vor dem Urknall schon etwas gewesen sein. Nur was? Der Gott der Bibel doch wohl kaum. Die Frage nach dem Davor lässt auch Welterklärer Lesch straucheln. Immerhin stellte er auf Terra X vor zwei Jahren die Frage: Was war vor dem Urknall? https://www.youtube.com/watch?v=ffLW-FS8rxk

„…Wir könnten uns keine rumwabernde kosmische Energie vorstellen, die zwar den Kosmos geschaffen hat, aber mit meinem Schicksal gar nichts zu tun hat…“ (Lesch, s o.)

Ohne sie mir vorstellen zu können bzw. zu wollen, glaube ich persönlich daran, dass es eine (weder „rumwabernde“ noch rumlabernde) kosmische Energie gibt, die nicht nur an der Erschaffung des Kosmos beteiligt war, sondern -wie und warum auch immer- mit dem menschlichen Schicksal etwas zu tun hat.

Doch wie sollen wir an ein Göttliches glauben, wenn es sich nicht zu erkennen gibt? Vermutlich lässt sich Gott nicht beweisen, schon gar nicht mit den Methoden der Wissenschaft. Doch statt Beweisen gibt es Hinweise auf Gott (wobei ich den monotheistischen Vatergott nicht als „falsch“ oder erfunden, sondern als Einengung und Vereinseitigung eines weitaus umfassenderen Göttlichen begreife).

Die wohl deutlichsten Gotteshinweise sind die sogenannten „Nahtoderlebnisse“. Solche Begegnungen mit dem Göttlichen lassen sich nicht bewusst herbeiführen. Jenseits jeglicher Versuchsanordnung passieren sie einfach. Sie kommen sozusagen aus heiterem Himmel.

Ich möchte jedem empfehlen, einen Beitrag anzuschauen, der vor knapp zwei Jahren auf mk-online gesendet wurde, der „multimedialen Internetseite des katholischen Medienhauses Sankt Michaelsbund.“ Skeptikern möge gesagt sein, dass hier auch ein Schulmediziner zu Wort kommt, Prof. Dr. Dr. Wilfried Kuhn, Chefarzt der Neurologischen Klinik des Leopoldina-Krankenhauses der Stadt Schweinfurt.

Wilfried Kuhn unterscheidet die Bilder, die sich Menschen während einer Nahtoderfahrung machen, von den Halluzinationen, die psychisch Kranke haben können. „Die pathologischen Halluzinationen, wie sie bei Krankheiten vorkommen, sind meistens negativ besetzt, angstbesetzt. Es werden Dinge gesehen, kleine Tierchen, oder Stimmen gehört. Bei der Nahtoderfahrung ist es eben anders, diese Dinge… die sind in einer relativ klaren Struktur… Diese Halluzinationen, die bei den Nahtoderfahrungen vorkommen, die sind lebensverändernd, die führen in den meisten Fällen zu einer Transformation, zu einer religiösen oder spirituellen Transformation, die das ganze Leben verändert, und das unterscheidet sie auch, diese sogenannte Halluzinationen, von denen, die in der Psychiatrie vorkommen.“

Wenn ich nicht selber vor knapp sieben Jahren Ähnliches erlebt hätte, würde ich Nahtoderlebnisse für „Hirngespinste“ halten. Ich muss gestehen, dass ich bis dahin Berichte über Anderwelt-Erfahrungen immer belächelt hatte. Über Esoterik und Homöopathie hatte ich mich lustig gemacht. Dann aber…

Zum dritten Mal veröffentliche ich daher einen kurzen Bericht über meine „Nahtod“-Erfahrung. Ausgelöst wurde das Erlebnis nicht durch eine lebensbedrohliche Situation, sondern (zeitversetzt) durch das unvoreingenommene Betrachten der Bilder eines zeitgenössischen Künstlers, dessen Namen ich bewusst nicht nenne. Diese Bilder haben eine außergewöhnliche halluzinogene Kraft und erinnern daran, dass alle Kunst vermutlich einen spirituellen Ursprung hat.

Romantisch oder ausschließlich beglückend war diese Erfahrung nicht, überhaupt nicht. Sie war schmerzhaft und schön zugleich, so ambivalent wie das Kinderkriegen. Frappierend war die einfache, aber klare Dramaturgie: Nach einer Phase nie gekannter Angst löste sich meine Panik allmählich auf, bis ich nichts empfand als Glückseligkeit.

„… Es geschah kürzlich, mitten in der Nacht. Ich war aufgewacht und konnte nicht wieder einschlafen. Nachdem ich eine Weile wach gelegen hatte, hörte ich ein Geräusch, das ich an diesem Ort noch nie gehört hatte, den einzelnen Schlag einer Glocke: Gonnnnnnggg. Ihr Klang kam von draußen, aus nächster Nähe. Nach einer Weile wiederholte sich der Klang: Gonnnnnnggg. Ich stand auf und guckte aus dem Fenster. Ich bemerkte nichts, was das Geräusch verursacht haben könnte. Ich legte mich hin und hörte wiederum die Glocke: Gonnnnnnggg.
Etwas nahm mich bei den Füßen und zog mich mit sich, es war, als würde ich auseinandergerissen werden, in tausend Stücke zerspringen, wahnsinnig werden, allen Erdboden verlieren.
Halt mich fest, sagte ich zu meinem Mann, der neben mir schlief. Ich hab Angst.
Pst, sagte eine Stimme, er schläft wie ein Kind. Weck ihn nicht auf, denn ich komme zu dir.
Ich fühlte mit einem Mal eine unendlich beglückende Energie, ich war durchflutet von Liebe. Ich war aufgehoben in der Welt und in mir und spürte mit jeder Faser meines Leibes das Leben. Alle je empfundene Liebe verdichtete sich in diesem einen Moment. Wie nie zuvor liebte ich den Mann, der neben mir lag…“

Ich habe seit diesem Erlebnis keine Todesangst mehr. Ich weiß, dass es das Nichts nicht gibt. Aber ich sorge mich auch mehr. Ich habe ein gesteigertes Empfinden für die von Menschen verursachten Gefahren, die das Leben auf der Erde bedrohen. Und ich empfinde in der Tiefe, was Greta Thunberg wieder und wieder gesagt hat und sagt: Das Haus brennt.

***

Harald Lesch sagt noch etwas, das mich aufhorchen lässt: „Gott hat ein Lebewesen erschaffen, das einen freien Willen hat. Wir können uns in Freiheit für oder gegen ihn entscheiden.(pro-medienmagazin, s.o.) Ich persönlich glaube nicht an einen Gott, den wir „in Freiheit“ wählen oder abwählen können wie eine Politikerin oder einen Politiker. Das Göttliche ist alles andere als eine Option.

Die Freiheit des Menschen ist relativ. Der Spielraum, den die Politik sich nimmt, ist viel zu groß geworden. Zur Zeit erleben wir, wie Freiheit in Willkür umschlägt. Die größte Freiheit, die uns Menschen gegeben ist, ist die Freiheit, sich göttlich zu verhalten, und genau diese Freiheit wird derzeit verspielt. Ich sehe in der Impfung der Massen mit mRNA- Impfstoffen nichts Geringeres als den historischen Versuch, die Schöpfung zu manipulieren: Gott impfen.

Denn die Corona-Impfung verletzt unsere körperliche Integrität. Schon am 25.6.2021 twitterte Karl Lauterbach: „Spannende Studie aus Niederlanden, wie BionTech Impfung unser Immunsystem verändert. Einige Effekte könnten erklären, weshalb tödliche Verläufe nach Impfung extrem rar sind. Trotzdem muss das tiefer erforscht werden, nicht alle Änderungen müssen gut sein…

In ihrem Eroberungs-Furor würden manche Wissenschaftler am liebsten den Lauf der Sterne beeinflussen. Zum Glück ist das unmöglich. Doch anders als die kosmischen Rhythmen sind die natürlichen menschlichen Rhythmen (insbesondere der weibliche Zyklus) manipulierbar.

Dass heute Mittag im Kölner Dom geimpft wurde und die Menschen nicht eine Hostie, den „Leib Christi“, sondern das Vakzin von BioNTech „erhalten“ haben, finde ich nicht nur armselig, sondern sehe ich als Hinweis darauf, dass die Staatskirche Gott endgültig vertrieben hat.

Und im Kölner Dom wird an Heiligabend nicht nur gebetet, sondern auch geimpft: Interessierte können am 24. Dezember zwischen 10 Uhr und 14 Uhr im Dreikönigensaal ohne Anmeldung eine Impfung erhalten, wie das Metropolitankapitel ankündigte. Möglich sind Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen, verimpft wird das Vakzin von BioNTech.“ https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/weihnachtsgottesdienst-corona-101.html

Apf-Elfchen im Zwölften: Ungeimpfte Angelfreude

Seit letzter Woche gilt in NRW auch für Baumärkte 2G. Das heißt, nur noch „Genesene“ und „Geimpfte“ haben dort Zutritt. Sogenannte „Ungeimpfte“ bleiben außen vor. Nun bin ich „ungeimpft“ und gehe eher selten in den Baumarkt, aber manchmal brauche ich etwas, das es nur dort zu kaufen gibt. Ich hatte Glück: Gerade noch rechtzeitig vor 2G war in unserem Wäschekeller die Leuchtstoffröhre defekt. Wäschewaschen im Dunkeln – das geht schlecht. Ich stellte eine Stehlampe vor die Waschmaschine. Auf diese Weise konnte ich zwar die bunte Wäsche von der weißen unterscheiden, aber das Wäschewaschen (genauer gesagt: das Bestücken der Waschmaschine) machte nicht wirklich Spaß.

Mit Hilfe von YouTube erkannte ich, dass diesmal nicht der Starter defekt war, sondern die Röhre. So fuhr ich zum OBI und wurde dort gut beraten. Ohne Beratung vor Ort hätte ich, nur weil die Maße stimmten und mir der Name gefiel, die falsche Röhre gekauft, eine Fluora PflanzenLeuchtstoffröhre.

Da unser Apfelbaum noch Äpfel trug und die Leiter wackelig war, habe ich mir bei der Gelegenheit einen sogenannten Obstpflücker angeguckt. Das ist eine lange Stange, an deren Ende ein kleines Netz mit zupackenden Greifzähnchen befestigt ist. Mit dem Obst- bzw. Apfelpflücker, der einem Klingelbeutel frappierend ähnlich sieht, kommt man vom Boden aus an die Äpfel. Im Internet hatte ich zuvor ein relativ preiswertes Gerät der OBI-Eigenmarke LUX ausgeguckt. Allerdings trug die kritische Rezension eines Kunden einen zwar poetischen, aber mahnenden Titel: Wackelt wie ein Lämmerschwanz.

Glücklicherweise war das Gerät nicht vorrätig. Denn auf dem Rückweg vom OBI traf ich mitten in der Siedlung zufällig unseren „Bürgermeister“ Hans-Georg Kleinmann, dem ich mein Leid klagte. Hans-Georg, so stellte sich heraus, besitzt einen hochwertigen Apfelpflücker mit Teleskopstange, den er gerne verleiht und den ich mir jederzeit bei ihm abholen könnte. Ich traute mich nicht, nein zu sagen, denn ich wollte ihn nicht verletzen. Schließlich ist Hans-Georg ein sehr hilfsbereiter Mensch, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich in Stellwerk 60 über die Jahre hinweg ein erstaunlich gutes nachbarschaftliches Tausch-, Verleih- und Kommunikationsnetz (inklusive Klatsch und Tratsch, der nun mal dazugehört) entwickeln konnte.

Was den Apfel betrifft, gibt es noch eine ganz andere Verbindung zwischen Hans-Georg und mir. Im winzigen Garten von Hans-Georg und Anne steht der gleiche Apfelbaum wie bei uns: Geheimrat Dr. Oldenburg. Bauträger Kontrola hat damals auf jedes Reihenhausgrundstück je ein Apfelbäumchen gepflanzt, weder Elstar noch Granny Smith, sondern Bäume unterschiedlicher alter Sorten. „Alte Sorten“ hört sich gut an, insbesondere in den Ohren des Bildungsbürgers, aber die Sache hat einen Haken.

1897 an der damaligen Höheren Lehranstalt für Obstbau zu Geisenheim als eine Kreuzung aus den Sorten Minister von Hammerstein und Baumanns Renette gezüchtet, ist der Apfel mit dem klangvollen Namen Geheimrat Dr. Oldenburg tatsächlich ein Resultat wissenschaftlicher Forschung. (vgl. Wikipedia) Der Doktor-Titel steht für Qualität, auch dann noch, wenn ein Baum ihn trägt. Doch dass es den Apfel nirgendwo zu kaufen gibt, sollte uns misstrauisch stimmen. Bei Wikipedia heißt es beschönigend: „Die geschmackliche Qualität der Äpfel gilt „selbst auf guten Standorten“ als „bescheiden“. Indes ist die Apfelsorte „aufgrund ihres einzigartigen, fast exotisch wirkenden Geschmacks in vielen Liebhabergärten“ anzutreffen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimrat_Dr._Oldenburg Mit anderen Worten: Der Apfel mit dem Doktor-Titel schmeckt zwar „fast exotisch“, aber lecker ist er nicht.

Ich verabschiedete mich von Hans-Georg mit den Worten: „Vielleicht komme ich nachher für den Apfelpflücker vorbei“, aber in mir reifte längst eine Idee. Und als ich dann das Fahrrad in den Schuppen stellte, fiel mein Blick auf das alte, auf der Nordseeinsel Spiekeroog (oder war es Schiermonnikoog?) vor über zwanzig Jahren gekaufte Krabbennetz, das seinen Zweck schon seit Jahren nicht mehr erfüllt.

Es geht nämlich auch so…

In

Ermangelung einer

Apfelangel nahm ich

das Krabbennetz. Leiterfrei glücklich,

schwankschwindelos

Ein paar Äpfel ließ ich anders als in den vergangenen Jahren am Baum, in der Hoffnung, dass… Und sie kamen, sie kamen zum ersten Mal! Die Nippeser Halsbandsittiche, prachtvolle immergrüne Papageienvögel, die selbst im Winter in Köln bleiben und uns in der lichtarmen Jahreszeit Trost spenden, hatten meine Geste verstanden und nahmen die Einladung an. Oh ja, wir teilten uns die letzten Äpfel…

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In den OBI muss ich vorerst nicht, was ja ohnehin nicht ginge. Dabei soll es gerade in den Baumärkten neuerdings heiter zugehen. Bei Hornbach dürfen Geimpfte endlich wieder Kind sein. Und wenn die Leute zum Drive-Inn kommen, stolz ihren Impfausweis zücken und dabei fröhlich „Jippi-ei-jeh“ rufen, dürfen sie bei Hornbach sogar in eine Art Touristenbähnchen steigen und an Tapetenrollen und Bohrmaschinen vorbei eine kleine „Bildungsreise“ (Hornbach-Werbung) unternehmen: „Jippi-ei-jeh“.

Kleine Ergänzung am 12.12.:

Mittlerweile werden, wie ich vorhin las, in der Apfelernte auch Drohnen eingesetzt. Diese Drohnen sind mit Roboter-Armen ausgestattet, Pflück-Apparaturen, die auf ähnliche Weise nach den Äpfeln greifen wie das oben erwähnte Gerät, dem mit der Hand zu bedienenden Apfelpflücker. https://www.rtl.de/cms/roboter-statt-mensch-drohnen-pfluecken-in-israel-die-aepfel-von-den-baeumen-4460335.html

Doch so einfach, wie es scheint, funktionieren die Drohnen nicht, denn beim Pflücken setzt man auf die sogenannte „künstliche Intelligenz“. „Die Firma „Tevel“ entwickelt die Technologie seit 2018. Eine künstliche Intelligenz erkennt anhand von Algorithmen die Frucht am Baum und kann diese ernten.“ (ebd.)

Doch was ist der eigentliche Vorteil daran, dass man den Menschen ersetzt? „Die Roboter seien zwar genauso schnell wie der Mensch, würden aber keine Pausen benötigen.“ (ebd.) So ist die künstliche Intelligenz: Leidenschaftslos. Im Idealfall funktioniert sie reibungslos. Das, was den Arbeitgeber schmerzt, aber dem Menschen die Arbeit erträglich macht bzw. versüßt, der Lohn und die Pause, das interessiert den Roboter nicht.

Darüberhinaus versagt die KI gerade da, wo man meint, den Menschen nach dem Prinzip „Billiger, billiger, billiger“ ersetzen zu können, etwa beim Apfelpflücken. So wird, was hochtrabend daherkommt, schnell zur Lachnummer. „Die erst 2016 gegründete Fa. Abundant Robotics mit Sitz in Hayward, Kalifornien leitete am 29. Juni ein Konkursverfahren ein und steht mit seinen bis zu fünf Prototypen, Erkennungs-Software und Patenten zum Verkauf – dies ist gerade die Firma, auf die so viele Projekte, Obstbaufachleute und Zukunftsforscher als Stern am Firmament gesetzt hatten und ihre Anbausysteme als „robot ready“ ausgerichtet hatten. https://www.gb-profi.de/nachricht-gemuese/detail/abundant-apfelernte-roboter-konkurs-rueckschlag-fuer-robotik/

Insbesondere die „Erkennungs-Software“, also das „Hirn“ des Roboters, hatte versagt. „Herausforderung ist die Fruchterkennung, die sich auf eine schmale Fruchtwand oder junge Bäume bezieht; verdeckte Früchte oder solche in Büscheln oder in Spindelbäumen entziehen sich der Erkennung, sodass die Pflückrate zwischen nur 50 % und 90 % der Äpfel am Baum schwanken kann, auch wenn die Firma von 85 % packout spricht.“ (ebd.)

Diese Prozentzahlen erinnern mich an den Verkäufersprech, mit dem die Corona-Impfung damals an bzw. in den Mann gebracht wurde, und die ja auch in keiner Weise einlöst, was versprochen wurde. Doppelt Geimpfte und sogar Geboosterte stecken sich an und erkranken zum Teil sogar schwer. Gegen die „neue Virus-Variante“ Omikron ist die Biontech-Impfung vermutlich sogar fast wirkungslos. Doch anders als „Robotics“ wird „Biontech“ weiter gesponsert. Die „Impfpflicht“ wird angedroht, die Politik macht weiter wie bisher… When will they ever learn?Wann wird man je versteh’n?