Der Stadtjäger und der Waschbär

Auf der Panorama-Seite der Süddeutschen Zeitung war am Montag folgende DPA-Mitteilung zu lesen:

Dass Waschbären in die Städte kommen, passiert immer öfter. Kürzlich hat, wie ich hörte, ein Waschbär in aller Seelenruhe die Eichendorffstraße im Kölner Stadtteil Neu-Ehrenfeld überquert, und zwar -das mag irritieren- nicht auf dem stadtauswärts gelegenen Teilstück der Straße, sondern diesseits des vielbefahrenen, vierspurigen Ehrenfeldgürtels.

Jenseits des Ehrenfeldgürtels grenzt Neuehrenfeld an den Blücherpark, wo bekanntlich auch Füchse und Marder beheimatet sind. Zwar sind Wohngebiet und Park durch die Autobahn A57 voneinander getrennt, aber durch zwei Fußgängerbrücken miteinander verbunden, über die tagsüber die Menschen spazieren und in der Nacht die Wildtiere.

Torkelnden Waschbären begegnet man eher selten. Mir ist jedoch eine Geschichte bekannt. Zugetragen haben soll sie sich im Oktober in einer Kleinstadt in Niedersachsen:

Einen ganzen Tag lang hatte ein Stadtjäger einen Waschbären verfolgt, der im Stadtpark nach Futter suchte. Als es dämmerte, verpasste ihm der Jäger eine Ladung Schrotkugeln. Er wollte das Tier nicht töten, sondern per Schock zum Tanzen bringen. Ohne auch nur eine schwache Blutspur zu hinterlassen, taumelte der angeschossene Waschbär in Richtung Marktplatz, wo er am Vortag Gemüseabfälle entdeckt hatte.

Heute hatte dort ein Kleintiermarkt stattgefunden. Jetzt waren die Tiere nicht mehr da, sie waren verkauft, verstaut und abtransportiert worden. Auch das kleine Kinderkarussell war schon abgebaut worden. Die Kinder, die die Tiere liebten, waren längst zu Hause. Auf dem Festplatz traf man nur noch ausgelassen feiernde Erwachsene. Die Bierzelte und Wurstbuden würden noch bis in den späten Abend hinein geöffnet sein. Der verletzte Waschbär taumelte weiter in Richtung Marktplatz. Hatte er eine Ahnung davon, was dort passierte?

Kurz vor dem Festplatz hielt der Waschbär an, drehte sich um und bemerkte den Jäger. „Warum jagst du mich?“, fragte er heiser. „EU-Verordnung“, sagte der Jäger. „Ihr Waschbären steht auf der EU-Abschussliste, denn ihr seid eine Zumutung.“ „Warum?“, fragte der Waschbär und stöhnte. „Für wen sind wir denn eine Zumutung?“ „Für uns Menschen“, sagte der Jäger. „Und was muten wir euch zu?“, fragte leise wimmernd der Waschbär. „Na, euch Waschbären“, antwortete der Jäger und grinste. „Ihr übertragt gefährliche Krankheiten, ihr pflanzt euch ungehemmt fort, ihr fresst heimische Tiere wie Singvögel und Schlangen, und ihr verdrängt andere Arten, die lange vor euch da waren.“

„Aber….“ Der Waschbär zögerte kurz und sprach dann weiter: „Tut ihr das nicht auch?“

„Was erzählst du da?!“, schrie der Jäger. „Das ist ja eine Unverschämtheit. Ich übertrage keine gefährlichen Krankheiten, sondern bin rundum geimpft. Ich pflanze mich auch nicht ungehemmt fort, denn ich habe mich sterilisieren lassen. Und ich verdränge keine Arten, denn ich persönlich habe sogar eine Patenschaft für ein artgerecht gehaltenes, höchst schmackhaftes Blondes Mangalitza Wollschwein, das fast ausgestorben wäre. Ich fresse weder Schlangen noch Singvögel. Ich esse nur Tiere, die es gar nicht gäbe, wenn wir Menschen sie nicht züchten würden. Ich liebe Tiere, ihr seid so…. lecker.“ Der Jäger kicherte: „Du vielleicht weniger. Waschbär, komm zu mir, lass dich streicheln, ich bin doch dein Fressfreund.“

Doch der Waschbär lief weg, so gut er nur konnte. Er bewegte sich stöhnend weiter und kam torkelnd auf dem Festplatz an. Er hatte furchtbare Schmerzen und einen entsetzlichen Durst. Der Waschbär, der so hieß, weil er reinlich war und sein Futter wusch, kannte nichts und sich selber nicht mehr. Er kroch über den Boden, schleppte sich von Biertisch zu Biertisch und soff aus den Lachen unter den Tischen Kaffee und Bier.

„Der ist ja besoffen“, freuten sich die Leute und lachten. „Ein Tanz-Waschbär, Ist der süß! Kann man den kaufen?“ „Der hat die Tollwut“, schrien andere, sprangen auf und rissen die Bänke um. „Der steckt uns an. Impfen!“

„Zu spät“, diagnostizierte die anwesende Amtstierärztin. „Das ist die Staupe, deshalb torkelt er. Der Waschbär hat die Orientierung verloren. Zum Glück sind keine Kaninchen mehr hier.“ Sie gab dem Jäger ein Handzeichen. „Ja, wenn das so ist“, sagte der.

Doch der Waschbär war dem Jäger zuvorgekommen. Aus dem Jenseits schaute er dem Treiben kopfschüttelnd zu. Die Kugeln konnten ihm nichts mehr anhaben.

Eine Begegnung mit der Frau Keuner: Wohin mit der Freikarte fürs Mammamobil?

 

„Tach“, sagt meine Nachbarin, die Frau Keuner…

Ich will gerade ein zusammengeknülltes Schreiben in den Papiermüllcontainer vom Mehrfamilienhaus stopfen, klapp den Deckel hoch, da steht mit einem Mal die Frau Keuner neben mir. „Ertappt, wa?“ Die Frau Keuner lacht: „Wat biste hier bei uns, du hast doch deine eigene Tonne, zeig mal.“ Sie nimmt mir das Schreiben aus der Hand und faltet es auseinander: „Ja, ja. Du schmeißt die Vorladung zur Mammografie also auch direkt in die Tonne. Einmal war ich da. Ich sach dir: Nie wieder. Die haben mir meine Brüste so eingequetscht, dass ich weglaufen wollte, aber das ging nicht mehr.“

„Ich war da noch nie“, sage ich, guck nach rechts und nach links, aber da ist zum Glück keiner. Ich rede leise weiter: „Als ich den ersten Brief gekriegt hab, hab ich bei der kassenärztlichen Vereinigung angerufen und abgesagt, ganz höflich, aber die Frau am Telefon hat mich dermaßen zusammengestaucht. Was ich mir einbilden würde, in meinem Alter so ein Angebot auszuschlagen, der Staat würde über 100 Euro für mich ausgeben. Jüngere Frauen würden monatelang warten und müssten die Vorsorge selber bezahlen, ich wäre total undankbar.“

„Und jetzt haste Schiss, dass die Gesundheitspolizei irgendwann auf der Matte steht und dich abholt und in ein mobiles Gerät steckt. Ist alles schon passiert. Hömma, weißte überhaupt, watte da wegschmeißt? Eine Freikarte fürs Mamma-Mobil.“ Die Frau Keuner lacht laut und erzählt was vom neuen Dacia-Papamobil aus Rumänien, in dem Papst Franziskus jetzt über den Petersplatz kutschiert wird. Die Frau Keuner heißt übrigens nicht „Körner“, wie ich immer gedacht hatte, sondern tatsächlich „Keuner“, und sie ist, wie sie sagt, eine Enkelin vom Herrn Keuner. Der Brecht hat den nämlich nicht erfunden. Den Herrn Keuner hat es, wie sie sagt, wirklich gegeben, und der hatte nicht nur einen Verstand, wie Kritiker behaupten, sondern angeblich auch eine tolle Figur. Die Frau Keuner hatte die auch, aber seit sie über sechzig ist, hat sie Probleme mit den Gelenken.

Die Frau Keuner hat furchtbare Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht. Nach einer Hüft-OP vor einem Jahr hatte sie eine heftige Krankenhauskeim-Infektion, und jetzt sind die Schmerzen schlimmer als vorher. Ohne Gehwagen traut sich die Frau Keuner nicht mehr vor die Tür. Seit der OP ist das eine Bein einen Zentimeter kürzer. Das ist aber kein Kunstfehler, sondern ganz normal, das kann jeder im Internet nachlesen, aber deshalb wollte die Krankenkasse ihr die erhöhten Schuhe erst nicht bezahlen. Hätte sie ja wissen müssen, was sie erwartet. Außerdem würde irgendwann die zweite Hüfte dran sein, und da würde es sich schon wieder ausgleichen. Die Frau Keuner hat sich zwar durchgesetzt, aber jetzt hat sie nur noch ein einziges Paar Schuhe. Die sind nicht schön, aber bequem, immerhin. Die zeigt sie mir und kann trotz des Schlamassels immer noch lachen: „In welcher bekloppten Welt leben wir?“

Die Frau Keuner knüllt den Brief wieder zusammen. „Solange du gesund bist, machst du dir Illusionen. Als ich 50 wurde, da dachte ich, jetzt gratuliert mir die Stadt Köln zum Geburtstag. Ich meine, ich hab zig Jahre malocht, Steuern bezahlt, bin immer zur Wahl gegangen, nicht ausgewandert. Ist dat nix? Da kam dann auch ein offizielles Schreiben, aber keine Einladung zum Sektempfang, nichts Erheiterndes, sondern wat Ernüchterndes. Eine Freikarte für eine Veranstaltung, an der ich nicht teilnehmen will.“

Sie stopft den Brief in den Container. „Ich hab jetzt einen Schwerbehindertenausweis. Du kannst noch viel schlimmer dran sein als ich und beide Beine amputiert haben, aber in der KVB musst du trotzdem den Ausweis vorlegen und das Beiblatt mit der entsprechenden Wertmarke, sonst nehmen die dich nicht kostenlos mit, denn auch ohne Beine musst du immer noch 80 Euro im Jahr für die Wertmarke bezahlen. Für die Blinden und die Hilflosen kostet die Wertmarke nichts, aber haben die entsprechenden Merkzeichen, „BL“ für blind und „H“ für hilflos. Die Kontrolleure gucken da ganz genau hin. Einen auf blind oder verwirrt machen ist ja ein alter Schwarzfahrertrick. Haste bestimmt auch gemacht damals.“

„Hab ich nie gemacht“, sage ich.

„Da haste aber wat verpasst“, sagt die Frau Keuner. „Geht heute alles nicht mehr. Du musst dich rundum ausweisen. Der Staat hat eine panische Angst vor Fakes und vor Täuschungsversuchen. Du könntest ja einen Anschlag vorhaben. Deshalb sollste einen Personalausweis bei dir haben, damit du dich für niemand anderen ausgibst, einen Impfpass und am besten auch einen Organspendeausweis. Ich sach dir, dat ist totalitär.“

„Sie sind ja Verschwörungstheoretikerin“, necke ich die Frau Keuner.

„Nenn mich so“, kommt ihre Antwort. Die Frau Keuner grinst: „Hintergedanken aufdecken ist die einzige Möglichkeit, noch die Wahrheit zu sagen.“

Nicht rostfrei und nicht fälschungssicher: Mein „Grauer Lappen“ aus dem Jahr 1983, als die Pass-Fotos schwarz-weiß waren und man noch Zähne zeigen durfte. Ich weiß noch, dass meine Schwester vor dem Foto-Fix stand und mich durch den Vorhang hindurch mit irgendeinem Quatsch zum Lachen gebracht hat.
Ich brauche meinen Führerschein kaum, dennoch bin ich froh, einen zu haben. Nach 36 (!) Jahren ist er ziemlich vergammelt, aber immer noch gültig. Leider muss er in ein paar Jahren gegen eine fälschungssichere EU-Fahrerlaubnis umgetauscht werden. Demnächst haben wir alle einen PKW-Führerschein auf Bewährung, denn die Ausweise werden dann nur noch 15 Jahre gültig sein. Ich befürchte, dass sich dann ältere Menschen (also auch ich!) regelmäßig einer Tauglichkeitsprüfung unterziehen müssen.

 

Was ich mir wünsche: Ballots Bins für Köln, denn hier passen sie hin!

In der autofreien Siedlung Stellwerk 60 gibt es zwei Straßen, die sich so nennen, obwohl es eigentlich keine sind: Die Kesselhausstraße und die Wagenhallenstraße. Beide sind zwar (im Ausnahmefall) mit schweren Fahrzeugen befahrbar, aber es handelt sich um Fuß- und Radwege.

Im Dezember 2011 bin ich auf der Wagenhallenstraße bei Glatteis mal richtig fies ausgerutscht. Ich war zu Fuß unterwegs und bin aus der Höhe meiner recht langen Beine mit der vollen Wucht von knapp 70 Kilo Wintergewicht (inklusive Winterklamotten) aufs Steißbein geknallt, so dass mir -wie ich es noch nie erlebt hatte- für eine Weile und gefühlt fünf Minuten die Luft wegblieb. Ich richtete mich langsam auf und sog jammernd und röchelnd Luft ein. Es war fürchterlich, aber es hatte so kommen müssen. Die Wagenhallenstraße wurde noch nicht gestreut. Hinfallen war sommers wie winters Alltag, denn auch fünf Jahre nach Baubeginn war Stellwerk 60 immer noch eine Großbaustelle voller Stolperfallen.

Erst seit Abschluss der Bauarbeiten 2013 ist die Stadt Köln für Sommer- und Winterdienst zuständig, Das klappt zu unser aller Zufriedenheit wunderbar. Nur eines hat immer gefehlt: Ein Abfalleimer. Doch seit zwei Wochen…

Der erste Abfalleimer an der Wagenhallenstraße seit ihrer Benennung im Jahr 2006 wurde von Mensch und Tier ganz selbstverständlich angenommen, so als wäre er immer schon dagewesen:
Der kleine Hund wird gleich sein Beinchen heben – und sich als Rüde zu erkennen geben.
Übrigens wurden auch am leider namenlosen Rad/Fußweg Richtung S-Bahn Nippes noch am selben Tag zwei neue Abfalleimer aufgestellt!

Der Abfalleimer steht auf der kleinen Rasenfläche am Siedlungseingang Wartburgplatz. Das knappe Grün ist, wie wir alle wissen, ein Hundeklo. Das ist in Ordnung, solange die Leute die Hundehaufen aufheben und wegwerfen. Ein Vorteil des grünen Abfalleimers: Man könnte auch nachträglich einen (jetzt noch fehlenden) Behälter für „Hundekotbeutel“ anbringen. Schwieriger wird’s mit der Entsorgung von Zigarettenkippen, denn dafür hat der Abfalleimer keine separate Vorrichtung.

Doch auch für die Raucher ist der Abfalleimer besser als keiner. Denn das Wegschmeißen von Zigarettenstummeln kann teuer werden. Anfang Juni 2019 wurde ausgerechnet in Düsseldorf ein neuer Bußgeldkatalog veröffentlicht. Die Kommunen in NRW dürfen bis zu 100 (!) Euro (statt wie bisher bis zu 25 Euro) pro weggeworfener Kippe verlangen. Ich persönlich halte die Zwangsmaßnahme für völlig überzogen. Zwar sind unachtsam weggeworfene (zugegeben giftige) Zigaretten-Kippen ein großes kommunales Problem, aber der Bußgeldkatalog erklärt den Raucher, der den Stummel auf den Boden schmeißt, zu einer Art Schwerverbrecher. Und was meint die sittenstrenge NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) dazu?

Ursula Heinen-Esser bei der Vorstellung des neuen Bußgeldkatalogs am 5. Juni: „Der öffentliche Raum ist kein Mülleimer. Und die oftmals acht- und rücksichtslose Müllentsorgung ist kein Kavaliersdelikt.“ – Als gäbe es keinen Unterschied zwischen der Bagatelle „weg mit der Kippe“ und einem tatsächlichen Umwelt-Verbrechen, beispielsweise der Verklappung von Gift-Müll.

Zu den neuen Bußgeldmaßnahmen passt die Parole des Heimatministeriums: DAS IST SOOO DEUTSCH! Wie man humorvoll und locker die Menschen dazu bewegen kann, Zigarettenkippen „ordungsgemäß“ zu entsorgen, machen uns die Engländer vor. THAT IS VERY BRITISH:

Ballot Bin, gesehen in Ipswich/England, High Street, Mai 2018. In vielen englischen Städten wird das Wegschmeißen von Zigarettenkippen zum Spiel. Ein „Ballot Bin“ stellt an die rauchenden Passanten jeweils eine kleine Frage. Auf die Frage gibt es zwei verschiedene Antwort-Möglichkeiten. Zum Beispiel wird in London regelmäßig gefragt: „Who will win Saturday local derby, Arsenal or Tottenham?“ Je nach Antwort wirft der Passant/die Passantin die Kippe durch eine Öffnung auf der linken (Arsenal) oder durch eine Öffnung auf der rechten Seite (Tottenham). Nebenbei bemerkt: Gestern (18.11.) gab es beim lokalen Londoner Derby der Fußball-Frauen in der Women’s Super League mit 38.262 Fans im Tottenham Hotspur Stadium einen neuen Frauenfußball-Zuschauerrekord. Das Spiel gewann der FC Arsenal gegen Aufsteigerin Tottenham mit 2:0. Ob es auch diesmal die entsprechende Ballot-Bin-Frage gab, weiß ich nicht.
Dass die Kippen gerade dann, wenn die Kommune nicht mit Strafe droht, sondern ein freundliches Spielchen anbietet, nicht auf der Straße, sondern im Kasten landen, beweist der oben abgebildete Ballot Bin, den ich vor anderthalb Jahren fotografiert habe- Gut gefüllt mit echten Ipswicher Kippen. Übrigens gibt es mittlerweile auch in Deutschland Ballot-Bin-Pilotprojekte!
Mehr zu den originalen Ballot Bins und zum Erfolg der Aktion:
https://commonworks.co.uk/project/ballot-bin

Doch auch wenn ich in Köln noch keine Ballot Bins gesehen habe, gab es doch kürzlich auch hier ein schönes Beispiel dafür, wie man die öde Müllentsorgung in ein munteres Spiel umfunktionieren kann.

Köln-Marathon, Versorgungsstation Nippes, Neusser Straße. Der Köln-Marathon ist immer auch ein Sport- und Volksfest. Hier versucht ein Läufer -ohne Rücksicht auf verloren gehende Sekunden- einen leer getrunkenen (Mehrweg!) -Wasserbecher in das Netz mit Aufdruck „Becherrückgabe“ zu werfen, was übrigens geklappt hat. Ein Spaß für die Akteure – und für die Beifall katschenden Zuschauer.

Und was wurde neben Dextro Energy Drinks vor allem getrunken?

Energie aus dem Rhein: Echtes Kölner Leitungswasser, eine gute Erfrischung für die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer!
https://www.youtube.com/watch?v=En-g9gLh1QM

Elfchen im Elften: Tagtraum einer blauäugigen Katze

Gäbe

es doch

Käfigstäbe und hinter

den Käfigstäben tausend ausgebrochene

Panther

REWE-Parkplatz in Nippes, Nohlstraße, September 2019. Dass man uns (und der Katze) zusammengewurschtelte Schlachthofabfälle als FEINE BEUTE verkauft, finde ich beschämend. Hauskatzen fressen Dosenfutter. Doch selbst satte Katzen verlieren nicht ihren Jagdtrieb.
Katzen verfügen über ein höchst sensibles Gehör. Sie bewegen sich fast lautlos und schleichen sich an ihr Beutetier an. Sie hören, was wir Menschen gar nicht hören können, die Angst der Maus, ihr Hochfrequenz-Quieken.
Bei dieser Katze handelt es sich, so wollen wir hoffen, um ein Fotoshop-Geschöpf. Selbst wenn es sie wirklich gäbe, ginge sie wohl kaum auf Beutefang. Weiße, blauäugige Katzen sind oft taub. Aber wer weiß, wovon diese hier träumt? Sie würdigt die FEINE BEUTE keines Blickes. Wäre wenigstens Maus in der Dose…

„Katzen würden Whiskas kaufen“. Mit dem berühmt gewordenen Werbespot wurde in den 1960er Jahren Katzenfutter als das verkauft, was es ist: ein Lebensmittel für unsere Hauskatzen, die nur noch zum Zeitvertreib jagen. Zwar bestand auch Whiskas wohl nie aus feinem Fleisch, wie hier Experten „demonstrieren“, aber die Haltung der Werbung gegenüber dem Tier war 1965 noch einigermaßen respektvoll.

Elfchen im Zehnten: Wenn ich ein Sittich wär…

Flög

ich ohne

zu zögern zu

dir, rotleuchtender weißfleischiger Apfel

Schnabelwahl

Bei den Halsbandsittichen kann man Weibchen (links) und Männchen (rechts) deutlich voneinander unterscheiden. Das Weibchen hat rundum den Hals einen hellgrünen, unauffälligen Streifen. Bei den Männchen hingegen ist dieser Streifen so rot wie der Schnabel und viel deutlicher ausgeprägt. Das zu wissen, beflügelt meine Phantasie. Jetzt gibt es nicht nur einen Sittich, sondern einen ER und eine SIE. Wie langweilig wäre unser aller Leben, ob Mensch oder Tier, ohne die Differenz der Geschlechter: Es lebe der Unterschied!

„DAS IST SOOO DEUTSCH“: Unseres Heimatministeriums DOOOFE, teure und überflüssige Imagekampagne

Ich habe nie gewusst, warum das Innenministerium seit 2018 auch ein „Heimatministerium“ ist, aber jetzt weiß ich es. Wir Bürgerinnen und Bürger sollen endlich begreifen, was DEUTSCH ist. Das ist wichtig, denn im nächsten Jahr feiert Deutschland nicht nur Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag, sondern auch den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Im Vorfeld der Feierlichkeiten hat daher das BMI, das „Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat“, eine aufwändige Imagekampagne gestartet.

Um uns Bürger daran zu erinnern, dass wir Bürger sind, wird eine rege Bürgerbeteiligung angestrebt: „Bürgerbegegnungen und -dialoge“ sollen durchgeführt, die Ergebnisse „wissenschaftlich aufbereitet und evaluiert“ und an die Bundespolitiker weitergegeben werden, allen voran Heimatminister Horst Seehofer.

Zur Einstimmung der Bürger werden derzeit bundesweit kommunale Werbeflächen mit aussagekräftigen Plakaten bestückt, und zeitgleich kann man sich auf You Tube kleine Videos ansehen. Doch wozu ist die Kampagne da, werden wir Bürgerinnen und Bürger eigentlich noch für voll genommen? Da muss ich leider NEIN sagen. Ziel der Kampagne ist vielmehr, uns Bürgern die Wiedervereinigung so, wie sie vonstatten gegangen ist, im Nachhinein schmackhaft zu machen. Vergessen werden soll, dass vieles, was eine tatsächliche Wiedervereinigung ausgemacht hätte, nicht hat stattfinden dürfen.

Am 3.10.1990 war die DDR der Bundesrepublik Deutschland beigetreten. Kritik am Beitritt, der auch als „Überrumpelung“ durch den Westen gesehen werden kann, hat es allerdings von Anfang an gegeben. Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg von 2002 bis 2013, hat im Jahr 2010 anlässlich der Feiern zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit an die kritische Haltung vieler Menschen in Ostdeutschland erinnert: „Wir wollten keinen Beitritt, wir wollten ein gleichberechtigtes Zusammengehen mit neuer Verfassung und neuer Hymne, wir wollten Symbole für einen echten Neuanfang. Durchgesetzt haben sich andere. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/feier-zum-20-jahrestag-der-einheit-de-maiziere-raeumt-maengel-im-einigungsvertrag-ein-a-714939.html

Eine neue gemeinsame Hymne hat es ebenso wenig gegeben wie eine neue gemeinsame Verfassung, obwohl das Grundgesetz ja eigentlich ein “Provisorium” war (vgl. Artikel 23 GG, alte Fassung), das im Falle einer Wiedervereinigung durch eine Verfassung hätte ersetzt werden sollen. Diese neue Verfassung war gedacht als das Ergebnis einer freien, demokratischen Entscheidung des deutschen Volkes gemäß Artikel 146 des Grundgesetzes: „Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ (Artikel 146 GG, alte Fassung, gültig von 1949 bis 1990)

Der Ahoi-Affe heißt die Menschen aus dem deutschen Osten willkommen. Bei der Banane, die ihn über das Elb-Wasser trägt, handelt es sich um ein beliebtes Möbelstück, das auch im Kinderzimmer meiner Töchter nicht fehlen durfte. Kaum hatte mein Ostberliner Bekannter das Begrüßungsgeld von 100 DM in der Tasche, hieß es: Auf zu Ikea!

Ich habe mir im Internet die Bilder zu DAS IST SOOO DEUTSCH angeguckt. Hier werden -wenn auch mit der heutzutage üblichen Ironie- die dümmsten Klischees bedient. Das Deutschland-Bild ist so oberflächlich und abgedroschen wie die verkrampft gesamtdeutschen Begriffe, die zu Deutschland fallen und die so klingen, als wären sie einem Thekengespräch abgelauscht: Dackel, Elbsandstein, FKK, Trabi, Gartenzwerg, Fasching (?) usw. Meine lieben PR-Spezialisten, eure Ideen sind nichtssagend und armselig. Stellt euch vor, die Italiener würden ihr Land beschreiben und ihnen würde nichts anderes einfallen als Pizza, Pasta, Chianti, Dolce Vita, AC Milan, Mafia, Amore, Lago Maggiore...

Nebenbei gesagt: Man kriegt durch die Kampagne so wenig einen Eindruck von Deutschland wie man einen Eindruck von Köln kriegt, wenn man den Köln-Tatort anguckt. Köln, diese bunte Stadt, ein „Biotop für Bekloppte“ (Jürgen Becker), hätte unbedingt einen besseren Tatort verdient! Bitte, liebe Drehbuchschreiber, geht endlich in die Veedel, entdeckt die Vororte, entdeckt Nippes, redet mit den Menschen, lauscht, trinkt Kölsch, traut euch in die Kneipen, die Kioske, die Läden, redet und lasst euch was erzählen…

Zurück zu Horst Seehofers Imagekampagne. Durch dieses Dackel-Plakat an der Neusser Straße wurde ich überhaupt erst auf die Aktion aufmerksam:

Den Dackel als Werbeträger zu nehmen, ist naheliegend. Er ist im 19. Jahrhundert in Deutschland gezüchtet worden. Man hat kurzbeinige Hunde selektiert und bewusst miteinander verpaart. Ziel der Züchtung war ein pfiffiger Jagdhund, der dank der kurzen Beine in unterirdische Tierbauten eindringen konnte, weshalb der Dackel auch „Dachshund“ heißt. Was dem Heimatministerium entgangen sein muss: Der Dackel ist längst ausgewandert, und zwar nach Japan, wo es mit Abstand die meisten Dackel gibt – weltweit. Es heißt, der Dackel passe mit seinen kurzen Beinen gut in eine Kultur, wo die Menschen ihre Mahlzeiten immer noch gerne auf dem Boden hockend einnehmen. SOOO DEUTSCH ist der Dackel jedenfalls schon lange nicht mehr.

Angeblich stammt der BMI-Deutschland-Dackel aus Köln. Für’s Foto-Shooting im öffentlichen Raum dürfte das Heimatministerium allerdings eine Sondererlaubnis beantragt haben, denn das Kölner Ordnungsamt hat unlängst verkündet: „Wir sorgen für Hunde an der Leine. Ohne Ausnahme.“

U-Bahn-Station Florastraße, Anfang August.

Elfchen im Neunten: Wildblumenweisheit

Der Sommer 2019 war zwar wieder viel zu trocken, aber eine regnerische erste Augusthälfte sorgte für Entspannung. Und anders als im Vorjahr gab es nur wenige Tropennächte (über 20°). Es geschehen also noch Zeichen und Wunder. Aber auf Wunder darf man nie warten. Wir müssen was tun.

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Ein Wildblumenstreifen vor der KiTa Lummerland. Das Grünflächenamt der Stadt Köln hat im vergangenen Jahr einen Teil der Wiese an den Nachbarschaftsverein der autofreien Siedlung übergeben. Die Pflege der Wiese ist eine echte Herausforderung: Das Gras wird nicht gemäht, sondern gesenst. Der Hingucker sind allerdings die Wildblumen. Mehr Informationen unter: https://www.nachbarn60.de/wildblumenwiese.html

Auf der Internet-Seite des Nachbarschaftsvereins werden auch die wohlklingenden Namen der Wildblumen genannt: „Ackersenf, Klatschmohn, Margerite, Kamille, Steinklee, Wiesen-Flockenblume, Glockenblume, Moschusmalve, Echte Malve, Schafgarbe, Löwenzahn, Weißklee, Ackerklee, Färber-Kamille, Kornblume, Spitzwegerich und Vergißmeinnicht…“ Ich habe mir erlaubt, ungenau zu zitieren und das heuer längst verblühte „Vergißmeinicht“ nicht mit zwei „s“, sondern mit „ß“ zu schreiben. Ich mag das scheue Vergißmeinicht, mag seinen Namen und den Buchstaben „ß“, den es nur in klein gibt und ausschließlich in der deutschen Sprache.

 

 

Nie

leuchteten die

Farben so schön

wollte die Welt untergehn

Wildblumenweisheit

 

Nimm mich…

Ich kaufe gerne bei Netto ein. Es gibt dort eine breite Auswahl an Bio-Artikeln, die sich nicht nur Besserverdienende leisten können, vor allem Obst, Gemüse und Milchprodukte. Die Basilikum-Pflanzen, die man dort günstig bekommt, sind nicht gerade erst eingetopft, sondern haben schon Wurzeln geschlagen.

Als ich letzte Woche Richtung Netto am Nippeser S-Bahnhof ging, lag ein verlockender Duft in der Luft. Schon bevor ich die Unterführung passierte, lief mir das Wasser im Mund zusammen. Und dann sah ich ihn: Einen Hühnerwagen. Anlässlich der Neueröffnung stand er vor dem Geschäft, und alle Kunden kriegten das Sonderangebot per Kassenbon ausgedruckt:  Halbe Hähnchen für 1,99€.

Was mein Wissen um den legalen Wahnsinn von Eintagsküken, Hühnerantibiotika und Kükenschreddern nie geschafft hat, das schaffte dieser Hühnerwagen: Mir ist der Appetit vergangen.

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Nimm mich…

Weil ich mehr über die Herkunft der Hühner wissen wollte, fütterte ich Google mit den zwei Wörtern „Hertel“ und „Hühner“. Das Ergebnis war erstaunlich. Es gibt zwei erfolgreiche Familienunternehmen mit Namen Hertel, Hertel-West (Hühner) und Hertel-Ost (Volksmusik). Seit der Wende wird munter kooperiert. Was die Gier auf Fleisch und Ruhm betrifft, war Deutschland nie zweigeteilt.

Stellwerk 60 – Ein Projekt mit Weitblick

Nach meinem „Elfchen im Achten“ musste ich Schelte beziehen. Warum redest du so kritisch über die Stadt Köln, wo du doch seit 42 Jahren ohne Unterbrechung gerne hier lebst?

Zu meiner damaligen Wahl sage ich heute noch einmal:  „Ja.“

Auch wenn ich manches kritisch sehe, hänge ich doch sehr an meiner Wahlheimat-Stadt. Man könnte mich nirgendwohin mehr verpflanzen. Der Mann meines Lebens ist gebürtiger Kölner, meine beiden Töchter sind hier aufgewachsen.

2007 haben wir in der Autofreien Siedlung Stellwerk 60 nichtsahnend ein Haus gekauft. Das Reihenhaus musste erst noch gebaut werden, es wurde höher, die erste Zwischendecke wurde eingezogen… Doch erst, als das Dachgeschoss fertig war, machten wir beim Blick durch das noch unverglaste Fenster eine Entdeckung. Ein Bauwerk, etwa drei Kilometer weit weg von hier, zeigte uns seine zwei Türme: Der Kölner Dom. Na ja, eher die Spitzen der Türme.

Im Sommer nimmt uns ein hoher Baum mit üppigen Blättern die Sicht, aber spätestens an Weihnachten gibt der Winter den Blick wieder frei. Ohne die zwei Domspitzen, die manchmal im Nebel verschwinden, würde ich nicht wissen, wie oft es hier dunstig oder regnerisch ist. Aber eines weiß ich genau: „Mer losse d’r Dom en Kölle, denn do jehööt hä hin.“

Eine gute Kommunalpolitik gibt uns Bürgern den Raum, den wir brauchen. Nur so kommen wir uns nicht ins Gehege. Eine gute Idee:

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In den ersten zwei Ferienwochen gab es wieder „Mini-Nippes“, die beliebte Sommerferienfreizeit rund um die Olympiahalle (vgl. den Vorjahres-Beitrag hier im Blog). Damit die Kinder und Jugendlichen bequem parken konnten, hatte die Stadt Köln direkt vor dem Eingang zwei Auto-Parkplätze gesperrt, nur tagsüber natürlich. Es hat geklappt: Zwei Auto-Parkplätze gingen „verloren“, aber man hatte Platz für 24 Fahrräder und zwei Roller gewonnen… Da ohnehin viele Anwohner auf Reisen waren, gab es, soviel ich weiß, keine Beschwerden.

Ein Platz für Pflanzen:

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Allen Unkenrufen zum Trotz ist Köln auch eine grüne Stadt. Das Grün ist da, wir müssen es nur finden – und entsprechend pflegen. So sucht die Stadt Köln „engagierte Bürgerinnen und Bürger, die eine Patenschaft für ein Baumbeet oder eine Grünfläche in unseren Straßen, Grünanlagen oder auf Plätzen übernehmen.“ Wichtig: „Es dürfen für die Pflege des Grüns oder zur Bekämpfung von Schädlingen keine chemischen Mittel verwendet werden.“

Weitere Informationen: https://www.stadt-koeln.de/artikel/05239/index.html#

Elfchen im Achten: Jautsch

Die Stadt Köln schafft seit einiger Zeit nicht nur immer mehr Briefkästen, sondern auch öffentliche Mülleimer ab. Das trifft vor allem die Hundebesitzer hart, die ja die gefüllten „Hundekotbeutel“ nicht ewig mit sich herumtragen, sondern möglichst schnell loswerden wollen. Ich beobachtete Folgendes: Als an der Ecke Sechzigstraße/Werkstattstraße der Bodenbelag des Bürgersteigs erneuert wurde, stand den Arbeiten ein Müllbehälter im Weg. Der wurde kurzerhand entfernt und nie wieder aufgestellt. Das ist kein Einzelfall. Auch andere vor allem für die Nippeser Fußgänger wichtige Abfallbehälter sind spurlos verschwunden. Zwei Beispiele: Ein Müllbehälter stand  an der Hartwichstraße kurz vor dem S-Bahnhof Nippes, direkt neben den Glascontainern, der zweite an der Kempener Straße auf Höhe der Bus-Haltestelle St. Vinzenz-Krankenhaus.

Mysteriös ist das Verschwinden nicht. Ein Mitarbeiter der AWB erklärte mir den Schwund folgendermaßen: Das Entfernen von  Mülltonnen geschehe in bester nachhaltiger Absicht. Die Stadt Köln wolle ihre Bewohner zu achtsamen, mündigen Bürgern erziehen. Stelle man weniger Mülltonnen bereit, würde auch weniger Müll produziert. Die Menschen würden vor dem Wegschmeißen noch einmal gründlich nachdenken, sie würden die Dinge besser pflegen und sorgsamer mit ihnen umgehen.

Ein Denkfehler mit Folgen: Der Wanderer, der kein Klo vorfindet, kann in seiner Not im Wald verschwinden. Doch mitten in Nippes gibt es keinen Wald. Und es ist nicht unbedingt ein Klo, das man braucht. Was soll man tun, wenn man eingekauft hat und im Rucksack platzt der Joghurtbecher auf oder der Saft läuft aus? Wer in solch einer Situation weit und breit keinen Abfalleimer findet, erklärt die (Um)Welt zur Müllkippe.

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Diese Quetschtube mit der Bezeichnung „Wahre Schätze“ hatte jemand -wütend, wie es scheint- auf den Bürgersteig geschmissen und noch mal nachgetreten. Die Tube beinhaltet weder Ketchup noch Mayonnaise, sondern eine REPARIERENDE SPÜLUNG.  Mit der Lüge, dass man Spliss reparieren kann oder dem falschen Versprechen, dass sich graue Haare wieder in braune verwandeln lassen, macht die Kosmetikindustrie schöne Geschäfte.

Jautsch

Klockslülps ulff

Weial schwulpp balumm

Blotzel seufzl loff ploff

Squiekasquiek

Die von mir im Elfchen benutzten Wörter stammen inklusive „Jautsch“ allesamt aus Band 3, 2005 der „Simpsons Classics“ (Superhelden im Überfluss). Meine jüngere Tochter hat jahrelang, als wir noch via Zimmerantenne die privaten Fernsehsender inklusive Pro7 empfangen konnten, „Die Simpsons“ geguckt, und sie hat Simpsons-Hefte gesammelt. Ich bewahre sie für sie auf: Wahre Schätze würde ich niemals wegschmeißen.

Im Impressum der deutschen Ausgabe wird leider kein Übersetzer genannt. Deutsch ist, wie man sieht, nicht nur eine Sprache der Dichter und Denker, sondern auch eine vortreffliche Comic-Sprache. „Jautsch“ habe nicht ich, sondern „Jautsch“ hat sich sozusagen selber geschrieben. Ich habe nur die im Heft verstreuten Wörter zum Elfchen zusammengestellt. Um die Ausdrücke dem Thema gemäß noch saftiger zu machen, habe ich ein paar Mal den Buchstaben „R“ gestrichen und ein paar Mal zusätzlich den Buchstaben „L“ eingefügt. Die schönen Wortneuschöpfungen „Jautsch“ und „Squiekasquiek“ habe ich unangetastet gelassen.