Elfchen im Fünften: Der Öko-Hund

Auf der Siedlungs-Wiese an der S-Bahn-Trasse wurden vor einigen Jahren neue Bäume gepflanzt. Die Park-Bäumchen stehen isoliert und sind weder durch Unterholz noch durch schattenspendende Nachbarbäume geschützt.

Einzelne Bäume sind eingegangen, wieder andere (die Mehrzahl) hätten die ungewöhnlich trockenen Sommer wohl kaum überlebt, wenn nicht einige Bewohner der autofreien und der benachbarten Wohnsiedlung regelmäßig für Wasser gesorgt hätten. Ein aufwendiges Unternehmen.

Mein Nachbar, der hier Pudel Moritz ausführt, hatte, wenn es heiß war, schon im Jahr 2019 mehrmals täglich bei sich zu Hause zwei große Gießkannen mit Wasser gefüllt. Er hatte sich die schweren Kannen an den Fahrradlenker gehängt und war damit zur ca. 200 m entfernten Wiese gefahren. Das sah bekloppt aus, war aber dringend notwendig.

Im letzten Jahr hat dann der Siedlungs-Verein Nachbarn60 die Initiative ergriffen: „Mitte Juni 2020 hat der Verein Nachbarn60 gegenüber der Stadt Köln eine Patenschaft für die Bäume auf den großen Grünflächen unserer Siedlung übernommen. Die Stadt bzw. die Rheinenergie hat uns für den Sommer 2020 ein Hydranten-Standrohr zur Verfügung gestellt und die Wasserkosten übernommen….“ Weiterlesen und Fotos angucken auf: https://www.nachbarn60.de/baeume-giessen.html

In diesem Jahr wird das sinnvolle und für die Bäume überlebensnotwendige Projekt weiter geführt. Hässliche grüne Kunststoffsäcke, die regelmäßig mit Wasser gefüllt werden und das Wasser über mehrere Tage hinweg gleichmäßig abgeben, zeugen von einer fortschreitenden Katastrophe, die man beschönigend „Klimawandel“ nennt. Hier, wo man anders als im dichten Wald die Bäume zählen kann, geht es um jeden einzelnen Baum. Da helfen keine Klagelieder („Mein Freund der Baum, ist tot“… Alexandra). Da hilft nur Wasser.

Doch das Befüllen macht viel Arbeit. Um auf das Projekt hinzuweisen und Helfer zu finden, hat der Nachbarschaftsverein Schilder an die Bäume gehängt.

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Ich glaub, ich steh im Schilderwald. Dieses ist nur eines von dreißig oder mehr. Hätte es nicht gereicht, nicht an alle betroffenen Bäume, sondern nur an einzelne ein Schild zu hängen? Und warum sagt der Baum „Ich“, warum nicht „Wir“ ? Aber ich meckere jetzt nicht mehr, denn das Projekt ist großartig und ich… drücke mich mal wieder vor der Mitarbeit. 

Ein weiterer Vorteil der Kunststoffsäcke besteht darin, dass die Hunde nicht mehr direkt an den Baumstamm pinkeln können, was den Bäumen ebenfalls schaden kann. https://www.tagesspiegel.de/berlin/hunde-urin-hoelzer-helfen-nicht/202754.html

Ich bat Hund Freki, vierbeiniger Bewohner der autofreien Siedlung Stellwerk 60, uns zu demonstrieren, wie sich der moderne Rüde klima-korrekt verhält, was er auch gleich umgesetzt hat.

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Sophisticated…

Mich hat Frekis vorbildliches Verhalten zum Elfchen des Monats inspiriert:

Wie

raffiniert er

den Sack umdefiniert

und sein Revier markiert!

Wau!!!

***

Lisa Wilczok, Stadtschreiberin der autofreien Siedlung Stellwerk 60 in Köln-Nippes

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vor der Abbaye de Beauport, Paimpol, Bretagne, Oktober 2016  Foto: Hans Manfred Schmidt

Kurzvita:

geboren im August 1958 fast zeitgleich mit Zwillingsschwester Brigitte in Haarlem/Niederlande, aufgewachsen in einer freundlichen achtköpfigen Bottroper Großfamilie (4 Kinder, Eltern, Eltern der Mutter), lebt seit 1977 in Köln.

Verheiratet mit Hans Manfred Schmidt, geboren im Juli 1957 in Köln, gestorben im Juli 2020 in Köln, Am Alten Stellwerk. Langjähriger Geschäftsführer der Agentur für Wissenskommunikation iserundschmidt, Bonn. Lyriker und Essayist („Der Spaß ist ein Meister aus Deutschland“, Geschichte der guten Laune 1933-1990, Köln 1990, mit Jost Scherrer, Pseudonym: Hermann Läuffer).

Zwei gemeinsame Töchter (geb. 1995 und 1999 in Bensberg)

Studium: Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften (Gast) und Politische Wissenschaften (Zwischenprüfung) in Köln und Düsseldorf. Erstes Staatsexamen in Deutsch und Geschichte (Lehramt Sekundarstufe 2) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Freundlicher „Prüfer“ der Examensarbeit im Fach Literaturwissenschaft: Prof. Dr. Herbert Anton

Dichterin, Denkerin, Dramatikerin und Komödiantin

 

Buchveröffentlichungen (Auswahl):

Kriegsdramen (drei Theaterstücke), 1991. Darin: Vorspiel 1: Die Flüchtlinge. Klimakatastrophen-Stück vor der atomaren Katastrophe in Fukushima am 11.3.11

Verlustobjekt Erde. Das Spiel mit der Schwerkraft, 1993 (mit Hans Manfred Schmidt). Essay, Interview, Dramolett, Gedicht, Erzählung

 

Einzelveröffentlichung:

Das Wettrennen, Monodrama nach der atomaren Katastrophe in Tschernobyl am 26.4.86, abgedruckt in Theater der Zeit, Heft Nr. 3, Mai/Juni 1995 („Kriegsschauplätze“)

https://www.theaterderzeit.de/person/lisa_wilczok/

 

Theateraufführungen:

Die Kriegstreiberin, Lustspiel, Theater Oberhausen 1993

Karussell, Karussell, Theater Oberhausen 1995

 

Unveröffentlichtes Kinder-Theaterstück:

Eiland oder Die Wüstenmusikanten (zusammen mit Zwillingsschwester Brigitte, Künstlername: Erinnya Wolf), ein optimistisches Kinderspiel zur Klimakatastrophe, 2004

 

Unveröffentlichte Romane:

Gott braucht viel Schlaf, 2005

So alt und erklärt den Krieg (Roman/Drehbuch), 2010

Stolz der Anakonda, 2013

 

2020*:

Wenn nicht alle Stricke reißen bzw. der Computer nicht streikt, erscheint im Laufe des Jahres 2020*:

DAS MANIFEST DER WEISEN FRAU  Das Fehlen einer Erfahrung oder: Was Männer gefährlich macht, Essay und Erzählung

(Urtext zum MANIFEST: „WENN MÄNNER FRAUEN ZU SEHR LIEBEN. Gegenrede zum Buch der Könige von Klaus Theweleit“, TAZ, 21.10.1988, zu lesen im TAZ-Archiv)

* Ergänzung im Herbst 2020: Nach dem Ausstieg von Jost Scherrer, der den im Jahr 1989 gegründeten Kölner Scherrer&Schmidt-Verlag über all die Jahre am Laufen gehalten hat, hatten mein Mann und ich Anfang des Jahres 2020 den Verlag unter dem alten Namen wiederbeleben wollen und das Unternehmen neu gegründet. Nach dem Tod meines Mannes im Juli sieht auch da alles anders aus. Die Texte, die wir veröffentlichen wollten, sind druckreif, und ich werde einen Weg finden…

 

Arbeitsplatz:

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Ich fand Hausaufgaben machen meistens langweilig. Um es auszuhalten, habe ich mich dabei aufs Wohnzimmer-Sofa gesetzt, die Hefte auf die Oberschenkel gelegt und den Fernseher eingeschaltet. So habe ich mir leider meine Handschrift versaut. Mehr als 40 Jahre später sitze ich immer noch gerne auf dem Sofa. Den Laptop stelle ich mir auf die Oberschenkel. Meinen Blog zu schreiben macht mir Freude. Heute starre ich nicht mehr auf die Mattscheibe, sondern gucke dorthin, wo wirklich etwas passiert, nach draußen.

***

Über die Seite:

Ergänzung Frühjahr 2021: Ursprünglich wollte ich ausschließlich über Kommunalpolitik schreiben. Das ist definitiv „gemütlicher“ als die Beschäftigung mit der Weltpolitik. Dann ist alles anders gekommen…

Aber der Ursprungstext von 2016 stimmt immer noch:

stellwerk60autofrei kooperiert bei guten Gelegenheiten mit dem Verein Nachbarn60, ist aber unabhängig. Die Seite richtet sich an alle Bewohner der autofreien Siedlung „Stellwerk 60“ in Köln-Nippes und darüber hinaus an alle, die sich für die Erhaltung und Rückeroberung urbaner Lebensräume interessieren.

Geplant sind Porträts illustrer Bewohner (den „Kölner Originalen“ von morgen!), aber auch kleine Geschichten rund um das Fahrrad, jenes wunderbare Fortbewegungsmittel, auf dem man sitzenbleibend weiter kommt. Darüberhinaus nimmt der Blog Stellung zur Kommunalpolitik und interessiert sich für die Arbeit lokaler Bürgerinitiativen, die derzeit, wo Köln immer beengter zu werden droht, in unserer Stadt einen Aufschwung erleben.

Kontakt: Lisa Wilczok, siedlersechzig@web.de

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Kontakt/Impressum:

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Lisa Wilczok, Köln
Am Alten Stellwerk
50733 Köln

Kontakt: siedlersechzig@web.de

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Copyright: Lisa Wilczok, Köln; alle Beiträge, die nicht namentlich gezeichnet sind, sind von Lisa Wilczok

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